7.7 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Ohne echte Konzepte im Nahverkehr gibt es keine Verkehrswende

Mehr zum Thema

Mehr

    Es ist schon erstaunlich, wie die Klimadebatte immer wieder abdriftet, regelrecht abgewürgt wird von Leuten, die sich einfach nicht vorstellen können, dass sie auf das überzüchtete Fahrzeug vor ihrem Haus verzichten könnten. Aber ohne eine echte Mobilitätswende wird Deutschland seine Klimaziele auch nicht schaffen. Und dazu gehört ein baldiges Ende der völlig falschen Sparpolitik beim Nahverkehr. Und darauf wollen am heutigen Mittwoch ver.di und Students for Future mit einer Klimabahn in Leipzig aufmerksam machen.

    „Das Klima schützen heißt, den ÖPNV unterstützen“. Diesen Slogan machen sich die Gewerkschaft ver.di und ihre ver.di-Jugend Leipzig-Nordsachsen zu eigen, wenn am Mittwoch, 27. November, ab 15 Uhr die erste „Klimabahn“ an der Angerbrücke ausfährt. Die Fahrt findet im Rahmen der bundesweiten Klimawoche statt, die von Students for Future organisiert wird und ein vielfältiges Programm zum Thema „Klimagerechtigkeit“ bereithält. Unterstützt wird die Fahrt mit der Klimabahn unter anderem von den Leipziger Verkehrsbetrieben und dem Ökolöwen.

    Während der Fahrt erwartet die Mitreisenden ein buntgemischtes Programm aus Poetry Slam, Live-Musik, sowie Impulsen zur Frage der Finanzierung des ÖPNV in Leipzig und den damit verbundenen Möglichkeiten, diesen zu stärken. Auch für die Kleinsten gibt es eine Kinderecke. Sogar für das leibliche Wohl wird mit Snacks und Getränken gesorgt sein. Die ganze Fahrt ist natürlich für alle Mitreisenden kostenlos.

    Damit eile die Klimabahn ihrer Zeit voraus, betont ver.di, denn die Forderung nach kostenlosem ÖPNV ist eine von vielen Ideen, um den Nahverkehr „klimagerecht“ aufzuwerten. Die Einführung eines „Azubi-Tickets“ oder eines „365-Euro-Tickets“ werden hier weiterhin diskutiert.

    Ob mit den anstehenden Verhandlungen des Tarifvertrags für den Nahverkehr (TV-N) im kommenden Jahr ähnlich gute Ergebnisse zur beschleunigten Förderung von mehr Klimagerechtigkeit erzielt werden können, bleibe abzuwarten, betont die Dienstleistungsgewerkschaft ihre Skepsis in den Mut den Leipziger Stadtpolitik, jetzt wirklich einmal ein zukunftsfähiges ÖPNV-Programm zu beschließen. Denn das hat auch Auswirkungen auf die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB): Und hier kommt es maßgeblich auf die Gewerkschaft ver.di und ihrer Mitglieder in der LVB an. Denn: Kritisch ist unter anderem die bisher gepflegte Personalpolitik im Bereich des ÖPNV.

    Paul Pjanow, ver.di-Gewerkschaftssekretär im Bereich „Verkehr“ in Leipzig-Nordsachsen, gibt zu bedenken: „Obwohl der ÖPNV zur Erreichung der Klimaziele hilft, wurde seit 1990 massiv am Personal gespart. Heute befördert der ÖPNV 24 % mehr Fahrgäste als noch vor 20 Jahren und das mit 18 % weniger Personal. Die Beschäftigten bezahlen das mit steigender Arbeitsbelastung.“

    Klimapolitik mache vor den Fragen der Personalpolitik also nicht Halt. Dies sei ein Grund mehr für die Gewerkschaft ver.di, sich auch in dieser Frage zu positionieren.

    Aber nicht nur die Arbeitgeber im öffentlichen Nahverkehr, auch die Politik sei gefragt, um mit geeigneten Mitteln dem Ausbau des ÖPNV in Leipzig und Umgebung Vorschub zu leisten. Hier müssten jetzt Konzepte zusammen erarbeitet werden, die den Ausbau des Nahverkehrs in Leipzig und Sachsen beschleunigen.

    Für die Aktivist/-innen von Students for Future und der ver.di-Jugend ist das ein elementarer Baustein für Verkehrswende und Klimaschutz, weshalb sie in gemeinsamer Zusammenarbeit ihre „Klimabahn“ der Zukunft auf die Gleise gebracht haben. Nun sei Leipzig gefragt, selbst ein Vorbild für andere Kommunen zu schaffen, wenn Forderungen wie ein 365-Euro-Ticket oder ein Azubi-Ticket bei gleichzeitiger Entlastung der Beschäftigten im ÖPNV schlussendlich Realität werden.

    Die Verkehrswende fängt mit ehrlichen Kostenberechnungen und besserer Förderung für ÖPNV und Radverkehr an

    Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. Oktober 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

    Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

    Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

    Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 450 Abonnenten.

    Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

    Topthemen

    - Werbung -

    Aktuell auf LZ