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VDV legt Pendler-Corona-Studie vor: Infektionsgefahr im ÖPNV nicht höher als im Individualverkehr

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    Die Ergebnisse wurden zwar seit Februar im Rhein-Main-Gebiet erhoben. Aber sie sind repräsentativ für den ganzen ÖPNV in Deutschland, auch für den Mitteldeutschen Verkehrsbund (MDV), wie dieser am Montag, 10. Mai, mitteilte: Die regelmäßige Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist im Vergleich zum Individualverkehr nicht mit einem höheren Risiko einer SARS-CoV-2-Infektion verbunden.

    Zu diesem Ergebnis kommt eine in dieser Form bisher einzigartige Studie der Charité Research Organisation. Das renommierte Forschungsinstitut hat im Auftrag der Bundesländer und des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) das konkrete Ansteckungsrisiko von Fahrgästen in Bussen und Bahnen mit dem von Pendlerinnen und Pendlern verglichen, die regelmäßig mit Pkw, Motorrad oder Fahrrad unterwegs sind.Für die unabhängige epidemiologische Studie hat die Research Organisation der Berliner Charité seit Februar 2021 über fünf Wochen lang insgesamt 681 freiwillige Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 16 bis 65 Jahren im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) begleitet.

    Zielsetzung dieser Untersuchung war, die Infektionsgefahr von Fahrgästen nicht unter Laborbedingungen oder auf Grundlage statistischer Berechnungen abzuschätzen, sondern im Rahmen der alltäglichen Fahrt zur Arbeit, Ausbildung oder Schule zu ermitteln. Ein solcher Ansatz ist im Rahmen von COVID-Untersuchungen im Mobilitätssektor bislang einzigartig, betonte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) am Montag.

    Ende vergangenen Jahres hatten die Bundesländer gemeinsam mit dem VDV entschieden, diese Studie bei der CRO zu beauftragen, um damit eine Lücke bei den vorhandenen wissenschaftlichen Untersuchungen in diesem Bereich zu schließen. An der Finanzierung beteiligen sich die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Die Federführung liegt beim Land Baden-Württemberg.

    Sachsen ist so quasi Nutznießer der Studie. Die aber auch hier gilt, da dieselben Schutzvorkehrungen gelten wie im Rhein-Main-Gebiet – vor allem die Vorschrift des Masketragens in Bussen und Bahnen und auf Bahnsteigen. „Die zum Zeitpunkt der Untersuchung gültigen Schutzmaßnahmen, also die FFP2-Maskenpflicht, ausreichende Abstände und gute Durchlüftung der Fahrzeuge im ÖPNV waren auf Basis der Studienergebnisse wirksam“, betont der VDV.

    „Die heute vorgelegten eindeutigen Forschungsergebnisse stimmen mich positiv und lassen mich zuversichtlich in die Zukunft unserer Branche blicken. Endlich können wir unseren Fahrgästen und Fahrpersonalen auf der Grundlage dieser wissenschaftlichen Fakten ein besseres Gefühl der persönlichen Sicherheit vermitteln“, sagte Steffen Lehmann, Geschäftsführer der Mitteldeutschen Verkehrsverbund GmbH (MDV)  am Montag.

    „Die im MDV zusammengeschlossenen Nahverkehrsunternehmen haben in den vergangenen Monaten immense Kraftanstrengungen unternommen, um alle Fahrgäste auch in Pandemiezeiten sicher zum Ziel zu befördern. So wurden Fahrerbereiche in Bussen zum Schutz der Fahrgäste und der Fahrpersonale bereits im ersten Lockdown mit Trennscheiben und -folien abgetrennt, die Türen zur regelmäßigen Durchlüftung an Haltestellen automatisch geöffnet und alle Regeln zur Mund-Nase-Bedeckung umgesetzt.

    Die Erfahrungen der letzten Monate zeigen uns trotzdem leider, dass viele Pendler und Gelegenheitsfahrer aus einer gewissen Angst vor Ansteckung den Nahverkehr meiden und auch Abos gekündigt wurden. Die vorliegenden Fakten der Studie wollen wir daher unbedingt für die weitere Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit nutzen. Mein Dank gilt an dieser Stelle allen Fahrgästen und Fahrpersonalen, die mit der Einhaltung der aktuell gültigen Hygiene- und Schutzbestimmungen einen wertvollen Beitrag zum sicheren Nahverkehr leisten.“

    Die Ergebnisse der VDV-Studie sind auf der Webseite www.besserweiter.de des VDV-Bundesverbands abrufbar. Warum das Rhein-Main-Gebiet ausgewählt wurde, erklärt der VDV ebenfalls: „Als Untersuchungsgebiet ist der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) ausgewählt worden. Im RMV leben rund 5 Millionen Menschen in Großstädten, Ballungsräumen und ländlicheren Gebieten. Werktäglich sind etwa 2,5 Millionen Fahrgäste mit Bussen und Bahnen unterwegs. Die durchschnittliche Reiseweite pro Tag beträgt 11 Kilometer. Damit ist der RMV repräsentativ für eine Nahverkehrsnutzung, wie sie täglich in Deutschland stattfindet.“

    Die Auswirkungen der Coronakrise haben den öffentlichen Nahverkehr in Deutschland besonders hart getroffen: Der mehrfache Lockdown mit Ausgangsbeschränkungen, Kontaktvermeidungen sowie der seit Pandemiebeginn anhaltende Trend zum Homeoffice und auch die bundesweit vielfach nach wie vor geltende Kurzarbeit haben die Fahrgastzahlen massiv einbrechen lassen und zu Einnahmeverlusten in Milliardenhöhe geführt. Bei den Leipziger Verkehrsbetrieben hat das Corona-Jahr zu einem Rückgang der Fahrgastzahlen um 30 Prozent geführt.

    Wobei auch wichtig ist zu erwähnen, dass dieser Rückgang zum großen Teil auf den Ausfall großer Konzerte und anderer Großveranstaltungen wie Messen und Fußballspiele mit Publikum zurückgeht. Dazu kam die monatelange Schließzeit von Innenstadtgeschäften, verbunden mit der Schließung von Gaststätten und Hotels und einem Rückgang des Tourismus. Während die meisten Leipziger/-innen, die auch vorher mit dem ÖPNV zur Arbeit oder zur Ausbildung fuhren, das auch 2020 und 2021 weiter getan haben. Was die LVB ja schon dankbar registriert haben, als sie ihren treuen Abo-Kunden im Corona-Jahr dankten.

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