Als Verkehrsart geht der Fußverkehr meistens unter in den Leipziger Mobilitätsdiskussionen. Dabei sind praktisch alle Leipziger immer wieder auf den Fußwegen unterwegs. Immer mehr Leipzigerinnen und Leipziger gehen im Alltag zu Fuß, das zeigte auch die Mobilitätsbefragung der Technischen Universität Dresden, stellt das Planungsdezernat fest. 33 Prozent aller Wege werden zu Fuß zurückgelegt. Damit die Menschen dabei auch sicher unterwegs sind, saniert Leipzig jedes Jahr Gehwege und investiert in deren Erhalt.

Ziel sei es, dass Leipzig für alle eine „Stadt der kurzen Wege“ wird – mit verkehrssicheren und barrierefreien Fußwegen.

Von der Straße „Am Angerteich“ in Liebertwolkwitz bis „Zum Kalten Born“ in Lützschena-Stahmeln – im vergangenen Jahr hat das Mobilitäts- und Tiefbauamt im gesamten Stadtgebiet für insgesamt 1,3 Millionen Euro Fußverkehrsanlagen saniert.

So wurden etwa 30 größere Gehwege mit einer Fläche von circa 8.500 Quadratmetern instandgesetzt. Hinzu kamen noch zahlreiche punktuelle Gehwegreparaturen, die aufgrund der Vielzahl nicht einzeln erfasst wurden, so das Planungsdezernat.

Sanieren mit begrenztem Budget

Nur kann das Mobilitäts- und Tiefbauamt gar nicht alle Wege sanieren lassen, die eigentlich reif sind für eine Reparatur. Auch hier schlägt die desaströse Haushaltslage der Stadt zu.

Wegen der angespannten Haushaltssituation werden Arbeiten deshalb priorisiert, die die Verkehrssicherheit gewährleisten sollen. So wurde beispielsweise parallel zum Neubau der 120. Schule in Leipzig-Großzschocher 150 Meter Gehweg der Arthur-Nagel-Straße saniert, einschließlich der Beleuchtung. An der Diezmannstraße in Kleinzschocher entstanden 200 Meter Gehweg, damit die Haltestelle Kurt-Kresse-Straße sicher zu Fuß erreicht werden kann.

Auch eine Vielzahl von kleineren Baumaßnahmen wurde umgesetzt, um die Barrierefreiheit zu verbessern, so das MTA. So wurden Dutzende Bordsteine abgesenkt, beispielsweise in der Gletschersteinstraße, Döbelner Straße, Kolonnadenstraße, Lausicker Straße oder in der Max-Liebermann-Straße auf Höhe der Haltestelle Delitzscher Straße.

Dafür und für weitere Projekte des Lückenschlussprogramms wurden noch einmal rund 178.000 Euro eingesetzt.

Viele der jetzt umgesetzten Arbeiten waren auch von Anwohnerinnen oder Anliegern als Problemstellen bei der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Fußverkehrsentwicklungsplan gemeldet worden. So zum Beispiel ein Verbindungsweg in Leipzig-Lausen zwischen der Königsteinstraße und der Straße Am Silo.

Hier wurde die Wegeführung leicht angepasst und einzelne Waschbetonplatten wurden durch Betonpflaster ersetzt. Somit ist der Verbindungsweg wieder deutlich besser nutzbar.

Die Stadt Leipzig verantwortet ein Netz von 1.992 Kilometern straßenbegleitenden Gehwegen und 289 Kilometern eigenständigen Fußwegen. Davon liegen vier Kilometer in Fußgängerzonen und 24 Kilometer in verkehrsberuhigten Bereichen. Hinzu kommen zahlreiche private oder informelle Wegeabschnitte.

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