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Leipzig lässt den Fernwärmeliefervertrag aus Lippendorf 2022 auslaufen

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    Es bleibt dabei: Am 30. September 2022 werden die Leipziger Stadtwerke den Fernwärmeliefervertrag mit der LEAG kündigen. Ob es danach noch einen Vertrag irgendeiner Art mit dem Betreiber des Kraftwerksblocks in Lippendorf geben wird, ist offen, sagte OBM Burkhard Jung am Freitag, 5. Juli, bei der versprochenen Pressekonferenz zum Leipziger Kohleausstieg. Lippendorf sei nicht das Problem, die Kohle schon.

    Derzeit ist noch alles möglich und Leipzig könnte 2023 die erste deutsche Halbmillionenstadt sein, die aus der Abhängigkeit von der Kohle aussteigt. „Leipzig steigt definitiv aus der Braunkohle-Fernwärmeversorgung aus. Günstigster Zeitpunkt ist das Jahr 2022, das ist technisch machbar, wirtschaftlich vernünftig und ökologisch geboten“, sagt Jung.

    „Dabei müssen aber vor allem Versorgungssicherheit und Preisstabilität garantiert sein. Beim Genehmigungsverfahren für ein neues Kraftwerk sind wir jedoch auf die Unterstützung der Genehmigungsbehörden, vor allem aus dem Freistaat Sachsen angewiesen, von etwaigen unvorhersehbaren Problemen beim Bau selbst einmal ganz abgesehen. Und dass alle Leipziger und Leipzigerinnen weiter sicher versorgt werden und sich ihre Fernwärme auch weiterhin leisten können, ist mir jedenfalls wichtiger, als ein Ausstieg mit der Brechstange zum Tag X, verbunden mit unvertretbaren und unkalkulierbaren Risiken.“

    Der Verweis auf die Genehmigungsbehörden ist wichtig: Hier sieht Jung die größte Unsicherheit. Denn der Zeitplan ist nur zu schaffen, wenn die Genehmigungen der Landesdirektion zeitnah kommen.

    Deswegen haben die Planungen für den Ausstieg schon vor drei Jahren begonnen: Seit 2016 haben die Stadtwerke nach einer technologischen Lösung gesucht, den Ausstieg aus der Kohle vorzubereiten. Es ist ein ganzes Investitionspaket von 300 Millionen Euro, von denen der Großteil bis 2023 investiert werden soll.

    Gerade die Sicherheit der Fernwärmeversorgung sei heute keine Selbstverständlichkeit mehr, mahnt Karsten Rogall, Geschäftsführer der LVV und der Leipziger Stadtwerke. So habe die EnBW als einer der Betreiber des Kraftwerks Lippendorf einen der beiden 900-Megawatt (MW)-Blöcke vorübergehend stillgelegt.

    Nach Aussage der EnBW sei der Kraftwerksblock aus wirtschaftlichen Gründen vom Netz genommen worden. Ein Thema, das in den Medien viel zu selten auftaucht. Denn Kohleverstromung rechnet sich immer öfter nicht mehr. Gerade in den Sommermonaten sorgen Wind- und Solarstrom dafür, dass immer mehr Kraftwerksblöcke nicht mehr rentabel zu betreiben sind. EnBW hat zwar von einer zeitweisen Abschaltung gesprochen, aber gleichzeitig angedeutet, man könne nicht sagen, wie lange die Situation dauert.

    Und Jung teilt die Angst, dass Gleiches auch mit dem zweiten, von der LEAG betriebenen Kraftwerksblock passieren könnte. Gerade dann wäre es fatal, wenn Leipzig noch immer abhängig ist von der Fernwärmeversorgung aus Lippendorf.

    „Umso wichtiger ist es, in Leipzig nun umgehend und konsequent eine zukunftssichere Versorgungslösung anzugehen“, sagt Karsten Rogall. „Eine zügige Transformation stellt vor allem in den Jahren bis 2022 die Stadtwerke und auch die Stadt Leipzig vor erhebliche Herausforderungen. Eine Vielzahl von Einzelprojekten gilt es parallel umzusetzen. Auch wenn es womöglich noch gut 10 Jahre dauert, bis das Ziel vollständig erreicht wird, machen sich unsere Stadtwerke mit Riesenschritten ab heute auf den Weg, den Leipziger Weg.“

    Genau so wurde es in den Aufsichtsratssitzungen am 20. Juni und 2. Juli auch diskutiert und beschlossen.

    Was da auf Leipzig zukommt, erzählen wir in einem Folgebeitrag an dieser Stelle.

    Leipzig 2023 kohlefrei? OB Burkhard Jung bekräftigt Ausstieg + Video & Update

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