Dienstag, der 3. März 2026: Kreative Mittagspause am Leipziger Zoo und Lkw-Unfall auf der A9

Eingang zum Zoo Leipzig, der von einem Giebel mit Löwenkopf verziert wird.
Eingang zum Leipziger Zoo in der Pfaffendorfer Straße. Foto: Lucas Böhme

Beschäftigte des Leipziger Zoos entschieden sich heute vor dem Hintergrund anstehender Tarifgespräche für eine kreative Mittagspause, die Öffentlichkeit für ihr Anliegen schaffen sollte. Und: Auf der A9 verunglückte ein Lkw, der auf die Seitenplanke gekippt war. Später gab es noch einen Unfall. Die LZ fasst zusammen, was am Dienstag, dem 3. März 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Leipziger Zoo: Kein Streik, aber „aktive Mittagspause“

Rund 50 Beschäftigte des Leipziger Zoos wählten heute zwischen 12:20 Uhr und 12:50 Uhr vor dem Zooeingang die „aktive Mittagspause“ als kreative Form, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Hintergrund sind aktuelle Verhandlungen der Gewerkschaft ver.di, die einen neuen Haustarifvertrag für das Personal erreichen möchte. Bereits am morgigen Mittwoch soll die nächste Verhandlungsrunde stattfinden.

Welche Kritikpunkte und Forderungen die Beschäftigten geltend machen, hat vor Ort unser Kollege Thomas Köhler von Beteiligten erfragt. Hier können Sie seinen aktuellen Artikel nachlesen und auch ein Video einsehen.

A9: Lkw kippt auf Seitenplanke, weiterer Unfall am späten Nachmittag

Die A9 im Bereich zwischen Wiedemar und dem Schkeuditzer Kreuz war heute Schauplatz eines Unfalls. Darüber berichtet unter anderem die Leipziger Volkszeitung. Demnach geriet ein Lkw gegen 13:15 Uhr aus bislang ungeklärter Ursache in die Mittelleitplanke und kippte auf die Seite. Die Leitplanke wurde offenbar erheblich beschädigt. Bundespolizisten, die zufällig unterwegs waren, konnten sofort eingreifen und die Unfallstelle absichern.

Der Fahrer des Lkw soll nach einem Bericht von Antenne Sachsen glücklicherweise laut jetziger Kenntnis nicht oder nur leicht verletzt worden sein. Nicht so viel Glück hatte erst Mitte Februar ein Kollege, dessen Tieflader, ebenfalls auf der A9, eine Böschung heruntergerutscht war: Der Trucker (44) wurde so schwer verletzt, dass er noch vor Ort verstarb.

Für die heutigen Bergungs- und Aufräumarbeiten mussten insgesamt drei Fahrspuren zeitweise gesperrt werden, es kam zu entsprechenden Beeinträchtigungen des Verkehrs. Ermittlungen zum Unfallhergang nahm der Verkehrsunfalldienst auf. Das gilt auch für einen weiteren Unfall am Nachmittag. Eine Person soll verletzt worden sein.

Worüber die LZ heute berichtet hat:

Kommentar: „Reiches Gas-Hammer“ – Jubeln Sie, wenn Sie Öl- und Gasaktien haben

Agra-Brücke Markkleeberg: Ab 6. März wird der Verkehr auf östlichen Brückenzug verlegt

Der Stadtrat tagte: Kleiner Bürgerpark in der Sternsiedlung Nord kann den Namen von Rudolf Ladewig bekommen

Hallo Leipzig: So startet Dienstag, der 3. März 2026

Systemwechsel: Aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) wird ein Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG)

Gastkommentar von Christian Wolff: Rechtlosigkeit als Prinzip – der Weg in die Sackgasse des Krieges

Chicken Survivor: Eine Geschichte von gierigen Räubern und einem Huhn, das sich wehrt

Was sonst noch so los war:

In Sachsen hat offiziell die Waldbrandsaison begonnen, verbunden mit dem Aufruf zur erhöhten Wachsamkeit.

Der Zugverkehr zwischen Leipzig und Erfurt ist derzeit wegen Kabeldiebstahls eingeschränkt.

Jan Wenzel Schmidt, AfD-Abgeordneter im Bundestag, wurde von seiner Fraktion wegen Vorwürfen der Vetternwirtschaft ausgeschlossen. Der 34-Jährige weist den Verdacht zurück.

Vor dem Hintergrund der kriegerischen Situation im Nahen Osten wird vor Reisen gewarnt. Erste Urlauber aus der Region am Persischen Golf landeten heute in Frankfurt am Main, die deutsche Bundesregierung kündigte ab morgen Rückholungen von Kindern, Schwangeren und Erkrankten per Sondermaschine an.

Das Thema Iran dürfte auch ganz oben auf der Agenda des Treffens von Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) mit US-Präsident Donald Trump (79) in Washington stehen.

Gastbeitrag: Kampagne „Öffentliches Interesse gegen Autogewalt“ gestartet

Alles andere als selten: Radfahrer wird abgedrängt bei Schnee. Foto: Kampagne „Öffentliches Interesse gegen Autogewalt“

Wir nutzen das Rad als Sportgerät oder für unsere alltäglichen Wege. Wir genießen die frische Luft, den Wind um die Ohren und die Sonne. Wir genießen auch die Freiheit und die Flexibilität. Dabei erleben wir jedoch oft auch Situationen, in denen Autofahrende die StVO ignorieren, drängeln, hupen, schneiden oder bewusst gefährden. Radanlagen werden zugeparkt und man wird zum Ausweichen gezwungen. Momente, die ängstlich oder wütend machen.

Auch Selbstjustiz, wenn man ihre Fantasie-StVO verletzt, ist keine Seltenheit. Manche bremsen einen auch absichtlich aus oder drängen einen von der Fahrbahn ab. Besonders Rabiate steigen aus, beschimpfen Radfahrer/-innen und stoßen sie manchmal sogar vom Rad. Wir nennen das Autogewalt.

Noch bitterer ist die Erfahrung danach: Anzeigen verlaufen im Nichts, die Autojustiz stellt Verfahren ein, weil angeblich „kein öffentliches Interesse“ besteht. Für mich fühlt sich das wie Wegsehen an und wie ein Signal, dass unsere Sicherheit nicht genug zählt.

Autogewalt bleibt oft straflos

Erschreckend dabei: Autofahrende fühlen sich oft genug auch noch im Recht! Ein fahrendes Auto ist eben ein tonnenschweres Geschoss, das bei Radfahrenden und Fußgänger/-innen auf ungeschützte Körper trifft und schwere Verletzungen verursacht. Auch die übliche Autovorrangpolitik, die Fußgänger/-innen und Radfahrenden zu wenig Platz einräumt, fördert Autogewalt.

Wer Anzeige erstattet, erhält in der Regel nach Monaten die karge Mitteilung der Staatsanwaltschaft, dass kein „öffentliches Interesse“ an einer Strafverfolgung bestehen würde. Und zwar selbst dann, wenn die Straftat eindeutig auf einem Video dokumentiert ist. Die Seiten „Kein öffentliches Interesse“ und „Bundestagspetition Öffentliches Interesse gegen Autogewalt“ dokumentieren diese Autogewalt.

Weil Autogewalt zu oft straflos bleibt, ermutigt sie zu viele Autofahrende in ihrem aggressiven und gefährdenden Verhalten gegen schwächere Verkehrsteilnehmer/-innen. Denn ein Täter wird sein Verhalten nicht ändern, wenn der Staat nicht reagiert. So reißt Autogewalt immer weiter ein. Die im Jahr 2024 getöteten 441 Radfahrerinnen und Radfahrer sind auch die Folge dieses Justiz- und Staatsversagens.

Verweis auf den „Privatklageweg“

Erkennt die Staatsanwaltschaft kein „öffentliches Interesse“ an der Strafverfolgung, verweist sie den Anzeigeerstatter auf den sogenannten „Privatklageweg“. Ein Rechtsmittel dagegen gibt es nicht. Das Opfer hat zwar formal das Recht, selbst ein Strafverfahren gegen den Täter vor dem Amtsrichter einzuleiten. Aber auch der Richter kann das Verfahren einstellen und das Opfer der Autogewalt muss die Kosten tragen – einschließlich der Anwaltskosten des Täters. Anwälte raten daher in der Regel vom „Privatklageweg“ ab.

Die Staatsanwälte richten sich nach den Richtlinien für das Strafverfahren und das Bußgeldverfahren (RiStBV), auch „Richtlinien für Staatsanwälte“ genannt. Danach setzt das „öffentliche Interesse“ eine „Störung des Rechtsfriedens“ über den „Lebenskreis des Verletzten hinaus“ voraus. Zudem muss ein „gegenwärtiges Anliegen der Allgemeinheit“ bestehen.

Wir meinen: Ein „öffentliches Interesse“ besteht schon aufgrund der Häufigkeit und möglichen schweren Folgen. Von 2013 bis 2022 stieg die Zahl der verletzten Radfahrer/-innen um 40 %!

Nach der RiStBV bestehe kein „Grundsatz, dass bei einer im Straßenverkehr begangenen Körperverletzung das besondere öffentliche Interesse an der Strafverfolgung stets oder in der Regel zu bejahen ist.“ Das bedeutet im Klartext: Selbst bei einer Körperverletzung kann das „öffentliche Interesse“ an der Strafverfolgung verneint werden!

Nach dem Motto „ist ja nix passiert“ wird in der Praxis nie strafverfolgt, wenn keine Körperverletzung vorliegt, egal wie verkehrswidrig und gefährlich sich der Täter verhalten hat. Natürlich nutzen Staatsanwälte jede Möglichkeit, Verfahren einzustellen, weil sie dann am wenigsten Arbeit haben.

Was wollen wir tun?

Logo der Kampagne, Grafik: Kampagne “Öffentliches Interesse gegen Autogewalt”

Wir haben es satt satt, gefährdet zu werden! Jeder einzelne und wir alle als Gesellschaft haben ein „öffentliches Interesse“ daran, dass Autogewalt auch strafrechtlich verfolgt wird. Wir haben auch ein „öffentliches Interesse“, dass die Führerscheinstelle den aggressiven und gefährdenden Autofahrenden das Handwerk legt. Und wir haben ein öffentliches Interesse an einer Infrastruktur, die Radfahrende und Fußgänger/-innen wirklich schützt.

Wie können wir diese Gewaltverhältnisse ändern? Wir schlagen Änderungen des Strafgesetzbuches und der Richtlinien vor, die Staatsanwälte zwingt, das öffentliche Interesse wesentlich öfter anzunehmen. Deshalb wollen wir eine Petition an den Deutschen Bundestag starten. Damit diese Petition politisches Gewicht erhält, wollen wir 30.000 Unterschriften in 6 Wochen erreichen.

Informiert Euch! Unterstützt die Kampagne „Öffentliches Interesse gegen Autogewalt!“ Unterstützt sie auf Social Media! Abonniert unseren Newsletter, um auf dem Laufenden zu bleiben! Erzählt Euren Bekannten und Freundinnen von der Kampagne! Spendet, wenn ihr könnt! – Und natürlich unterschreibt! Denn wir alle haben ein öffentliches Interesse gegen Autogewalt!

Arbeitskampf im Zoo: Aktive Mittagspause der Gewerkschaftler + Video

Plakate mit den Forderungen bei der aktiven Mittagspause, Foto: Thomas Köhler
Plakate mit den Forderungen bei der aktiven Mittagspause. Foto: Thomas Köhler

Die Gewerkschaft ver.di verhandelt für die Beschäftigten im Zoo Leipzig gerade den Haustarifvertrag mit dem Arbeitgeber. Momentan sieht es nicht nach einem Streik von „Elefant, Tiger & Co.“ aus, dafür rief ver.di am Tag vor der nächsten Verhandlungsrunde zu einer aktiven Mittagspause auf. Zwischen 12.20 und 12.50 Uhr trafen sich rund 50 Beschäftigte während ihrer offiziellen Mittagspause vor dem Eingang zum Zoo und machten auf ihre Forderungen aufmerksam.

Etwa 50 Beschäftigte kamen zur aktiven Mittagspause. Foto: Lucas Böhme

Wir sprachen dazu mit Katharina Raschdorf, Gewerkschaftssekretärin bei ver.di, und Målin Stöcker, Service-Mitarbeiterin im Zoo Leipzig. Worum geht es eigentlich?

Zusammengefasst heißt das: Die Kernforderungen sind 300 Euro mehr für die Beschäftigten in Vollzeitarbeit, für Beschäftigte in Teilzeitarbeit entsprechend anteilig. Hier muss betont werden, dass vor allem die Angestellten im Servicebereich unfreiwillig in Teilzeitarbeit sind. Diese bekommen ausschließlich Teilzeitverträge, können also keinesfalls, gemäß der Forderung von Friedrich Merz, in Vollzeit arbeiten.

Ähnlich ist es bei den Minijobbern. Wie Målin Stöcker ausführte, ist der Zoo ein Saisongeschäft und es werden saisonal 70 bis 80 Minijobber eingestellt. Auch für diese gibt es keine Alternative, es gibt nur das Minijob-Angebot. Die Minijobber werden nicht nach Tarif bezahlt, sie erhalten für die gleiche Arbeit wie die anderen Beschäftigten nur den gesetzlichen Mindestlohn und keine Zuschläge, auch nicht für Sonn- und Feiertagsarbeit. Die Gewerkschaft bezeichnet das als Tarifflucht.

Anton Barske, Tierpfleger Zoo Leipzig, kommentierte das mit: „Damit der Zoo Leipzig einer der führenden Zoos Europas bleibt, braucht es eine angemessene Wertschätzung der Beschäftigten, die dies tagtäglich möglich machen. Dies drückt sich maßgeblich in guten Arbeitsbedingungen und fairen Löhnen aus.“

Fazit: Die Tarifverhandlungen werden am 4. März fortgesetzt. Es ist im Interesse des Leipziger Zoos und seiner Beschäftigten, der Leipzigerinnen und Leipziger und der Besucherinnen und Besucher unserer Stadt zu hoffen, dass eine tragfähige Lösung gefunden wird.

Der Stadtrat tagte: Am Bayerischen Bahnhof könnte es bald ein paar nach Leipzigerinnen benannte Straßen geben + Video

Leonie Hain (SBB Süd/ Die Linke) im Leipziger Stadtrat am 25.02.2026. Foto: Jan Kaefer

Nur 56 von insgesamt über 3.000 Leipziger Straßen und Plätzen sind nach Frauen benannt. In der Südvorstadt gibt es keine einzige. Das soll sich ändern, fand der Stadtbezirksbeirat Süd und schrieb gleich einen Antrag, fünf wichtige Leipziger Frauen zu würdigen, wenn im neuen Wohngebiet am Bayerischen Bahnhof Straßen benannt werden sollen. Dafür warb am 25. Februar in der Ratsversammlung Leonie Hain.

Sie ist Mitglied des Stadtbezirksbeirats Süd für die Linkspartei. Doch auch aus der SPD gab es an diesem Tag Fürsprache für die Vorschlagsliste aus dem Stadtbezirksbeirat. SPD-Stadtrat Marius Wittwer begrüßte den Antrag ausdrücklich. Denn einige der Benennungen sollen Frauen würdigen, die für die SPD in Leipzig einmal eine wichtige Rolle spielten.

Der Stadtbezirksbeirat Süd hat seine Vorschläge sehr ausführlich begründet: „Durch den B-Plan ‚Bayrischer Platz‘ wird mindestens eine Straße (eine Hauptstraße und Nebenstraßen) im Leipziger Süden entstehen. In Leipzig mangelt es an Straßen, die nach Frauen benannt sind. Der Verein Stadt.Raum.Gestalten e.V. hat im Jahr 2022 eine Analyse der Leipziger Straßennamen durchgeführt.

Sie kam zu dem ernüchternden Ergebnis, dass von den 3161 benannten Straßen in Leipzig lediglich 56 davon zu Ehren einer real existierenden und historisch prominenten Frau gewidmet waren. Gerade in der Südvorstadt gibt es keine einzige Straße, welche nach einer Frau benannt ist. Die neu entstehenden Straßen im B-Plan ‚Bayrischer Platz‘ stellen eine Möglichkeit dar, die Diversität der Stadt ein Stück mehr zu würdigen.

Gemäß § 5 Absatz 4 SächsGemO ist die Benennung von Straßen und Wegen Angelegenheit der Stadt Leipzig. Für die Benennung der entstehenden Straßen möchte der Stadtbezirksbeirat Süd fünf Vorschläge für Frauen in der Geschichte Leipzigs unterbreiten:

Ingeborg Krabbe Schauspielerin, Mitbegründerin der Leipziger Pfeffermühle

Paula Kathinka Duncker (geborene Doell) Die Sozialistin und Pädagogin Käte Duncker setzte sich für bessere Bildungschancen und Lebensbedingungen vor allem der sozial benachteiligten proletarischen Kinder, Jugendlichen und Frauen ein. Sie war neben Clara Zetkin eine der Mitinitiatorinnen des Internationalen Frauentags, aktive Kriegsgegnerin, Mitglied der Spartakusgruppe, KPD-Gründungsmitglied und saß für die Fraktion ihrer Partei von 1921 bis 1923 im Thüringer Landtag. Anmerkung: Eine Straße ist nach ihrem Mann benannt. Bisher ist keine Straße nach ihr benannt.

Dr. jur. Felicia Hart (geborene Schulsinger) Felicia Hart war die erste und auch einzige Anwältin jüdischen Glaubens in Leipzig vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten.

Johanna Caroline Julie Bebel (geborene Otto) Durch ihre Ehe mit August Bebel wurde aus der Leipziger Arbeiterin Julie Otto eine politisch aktive Frau. Während der häufigen Abwesenheit ihres Mannes durch Haft oder Reisen agierte sie als selbstbewusste Geschäftsfrau. Sie trat engagiert für die Sozialdemokratie ein und war unter dem “Sozialistengesetz” zeitweise deren “Sekretariat”. Anmerkung: Das Leipziger Gedenken bezieht sich derzeit nur auf August Bebel

Dr. Hildegard Pauline Sidonie Heyne Dr. Hildegard Heyne war ab 01.04.1921 als erste Frau Kustodin und 1922/1924 Leiterin der Graphischen Sammlung im Museum der bildenden Künste (MdbK) und richtungsweisend für die Leipziger Kunstpflege. Ihre Ausstellungen, Publikationen und populärwissenschaftlichen Vorträge verstand sie als Bildungsauftrag für die Leipziger Bevölkerung.“

Jahrhundertelang „vergessen“ und verdrängt

Leonie Hain ging in ihrer Rede auch darauf ein, warum das Missverhältnis zwischen nach Männern und nach Frauen benannten Straßen in Leipzig so groß ist. Denn es hat direkt mit der jahrhundertelangen Benachteiligung der Frau zu tun. Jedes einzelne Bürgerrecht mussten sich Frauen in den vergangenen 150 Jahren erkämpfen. Dabei spielte auch die Frauenbewegung eine zentrale Rolle, woran Linke-Stadträtin Beate Ehms am 25. Februar erinnerte.

Denn Leipzig war im späten 19. Jahrhundert die Hauptstadt der deutschen Frauenbewegung. Und trotzdem hielt sich die Stadt auch im 20. Jahrhundert sichtlich zurück, Straßen nach Frauen zu benennen. In den Köpfen kam die Gleichberechtigung der Frauen erst ganz, ganz langsam an. Tatsächlich zeigten sich die „Stadtväter“ bis vor wenigen Jahren geradezu unfähig, die Verdienste von Frauen überhaupt zu sehen. Bis heute ist man bei der Wahrnehmung besonderer Leistungen (und der Besetzung von Spitzenposten) zuallererst auf Männer fixiert,

Und das ist wichtig zu wissen, wie Leonie Hain betonte. Denn wenn nichts auf die herausragenden Frauen aufmerksam macht, dann sieht man sie einfach nicht. Dann sind sie auch im Stadtgedächtnis einfach nicht präsent.

Erst mal in die AG Straßenbenennung

Einfach so aus der Hüfte kann natürlich der Stadtrat keine Straßenbenennung vornehmen. So ein Anliegen muss seinen regulären Gang durch die AG Straßenbenennungen machen, die dann ganz konkrete Straßennamen nach Prüfung in einer besonderen Vorlage definiert.

Genau das schlug die Verwaltung dann auch in ihrem Verwaltungsstandpunkt vor – der gleichzeitig aber ausdrücklich begrüßte, dass hier markante Frauen vorgeschlagen wurden: „Wie im Antrag hervorgehoben wird, sind Frauennamen in Bezug auf die benannten Straßen und Plätze im Leipziger Stadtgebiet unterrepräsentiert.

In der Verwaltung und auch in der AG Straßenbenennung wurde sich bereits seit Längerem darauf verständigt, die Diversität der Leipziger Stadtgeschichte mehr und mehr hervorzuheben. Daher begrüßt die Verwaltung den Vorschlag des Stadtbezirksbeirats Süd und schlägt vor, den Antrag zur Beratung in die AG Straßenbenennung zu verweisen. Die Namensvorschläge des SBB Süd werden geprüft und ebenfalls in der AG Straßenbenennung beraten.“

Der Verwaltungsstandpunkt bekam – bei 13 Enthaltungen – die nötige Mehrheit. Und jetzt kann man gespannt sein, ob die vorgeschlagenen Namen tatsächlich auftauchen, wenn die Namensvorschläge für das Gebiet am Bayerischen Bahnhof konkret werden.

Nur einer hat sich an dem Tag ein wenig geärgert: Thomas Kumbernuß (Die PARTEI), der daran erinnerte, dass es ihm 2020 in einem Husarenritt gelungen war, kurzzeitig die Umbenennung der Arndtstraße in der Südvorstadt in Hannah-Arendt-Straße durchzusetzen. Was dann  damals schon wenig später vom Stadtrat wieder zurückgenommen wurde, weil einige Bürger auf die Barrikaden gegangen waren.

Kommentar: „Reiches Gas-Hammer“ – Jubeln Sie, wenn Sie Öl- und Gasaktien haben

Matthias Miersch und Jens Spahn: „Der Heizungskeller wird damit wieder zur Privatsache." Screenshot: LZ

In der letzten Woche war alles noch so schön für die Bundesregierung, die letzten Spuren von Altmaier und Habeck waren endlich aus dem Gebäudeenergiegesetz eliminiert worden und man konnte schon die Springer-Medien jubeln hören, dass „Habecks Heizungsgesetz“ Geschichte ist. Das Gebäudeenergiegesetz wurde „entschärft“. Zwar wurde das Ziel aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) ein Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) zu machen, damit noch nicht erreicht, man könnte eher sagen: Es wurde weitgehend verfehlt, aber egal.

Jens Spahn stand jedenfalls in der Pressekonferenz da und proklamierte: „Der Heizungskeller wird damit wieder zur Privatsache. Die Bürger haben wieder die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie sie heizen.“ Was für ein Statement.

Für Matthias Miersch, als Fraktionsvorsitzenden der SPD, war es schon schwerer. Eigentlich hätte er ja begründen müssen, warum die SPD ein Gesetz kippt, welches sie als Regierungspartei zweimal beschlossen hatte. Allerdings meinte er, man könne es irgendwie – auf irgendeine Weise – erträglich für alle gestalten.

Jetzt haben wir den Salat

Frau Katherina Reiche (CDU), Bundesministerin für Wirtschaft und Energie. Foto: Juliane Sonntag/photothek
Katherina Reiche (CDU), Bundesministerin für Wirtschaft und Energie. Foto: Juliane Sonntag/photothek

Zuerst ließ Katherina Reiche zu, dass der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland ein kritisches Maß erreichte. Sie verwies noch Anfang Februar auf die Möglichkeiten zum Bezug von Flüssiggas aus dem Ausland. Ja, die LNG-Terminals waren nicht ausgelastet. Knapp zwei Wochen später hatte ein Eisbrecher bei Mukran einen Maschinenschaden und der LNG-Tanker „Minerva Amorgos“ musste vom 3. bis 17. Februar auf Ersatz warten. So empfindlich ist die Versorgung.

Jetzt, mit der weitgehenden Sperrung der Straße von Hormus, hat sich die Versorgungslage für die Bundeswirtschaftsministerin nicht verändert. Sie sieht die Öl- und Gasversorgung Deutschlands gesichert. Über eventuelle Preisentwicklungen will sie nicht spekulieren.

Man muss nicht spekulieren. Über die Straße von Hormus wird zwar nur ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gastransporte abgewickelt, aber die Reaktionen des Marktes sind seit Jahrzehnten bekannt. Es werden sich die Preise für 100 Prozent der Öl- und Gasmenge rasant erhöhen, egal woher sie kommen, egal wo sie gelagert sind und egal wie sie transportiert werden. So meldet die Trading-Plattform IG am 2. März: „Europa Gaspreis explodiert: +50 % durch Nahost-Konflikt“

Was bedeutet das?

Einfach gesagt: Mit „Reiches Gas-Hammer“ wird das Heizen, ob mit Öl oder Gas im „privaten Heizungskeller“ oder mit Fernwärme, aber auch der Strom, durch Gaskraftwerke, teurer. Da auch das in Deutschland geförderte Gas und auch das eventuell importierte „Grüngas“ diesen Markt- und Börsenmechanismen unterliegt, hilft das auch nicht weiter.

Am Ende wird „der Staat“ mit Subventionen eingreifen müssen. Genau unter dieser Wirtschaftsministerin, die meint, dass Subventionen für den Ausbau der erneuerbaren Energien und der Stromnetze vermieden werden müssen, wird das geschehen.

Der Unterschied ist, dass man Subventionen für fossile Energien als „Ewigkeits-Subventionen“ bezeichnen kann, ganz abgesehen von den Kosten für Klima- und Umweltschäden.

Fazit: Erinnern wir uns an 2023, mit „Trauzeugenaffäre“ und der „Schlechtesten Regierung aller Zeiten“, dann können wir nur den Kopf schütteln über die Propaganda der damaligen Opposition. Obwohl: Wenn Sie im Einfamilienhaus eine Solaranlage und eine Wärmepumpe, gleichzeitig auch noch ein paar Millionen in Öl- und Gasaktien angelegt haben, dann ist es doch eigentlich ganz gemütlich.

Agra-Brücke Markkleeberg: Ab 6. März wird der Verkehr auf östlichen Brückenzug verlegt

Bau der Stützen unter der Agra-Brücke. Foto: Benjamin Weinkauf
Bau der Stützen unter der Agra-Brücke. Foto: Benjamin Weinkauf

Ab Freitag, dem 6. März, gibt es die nächste wichtige Veränderung für alle Kraftfahrer, die die Brücke der B2 im Agra-Park nutzen: Dann wird der gesamte Verkehr auf der Agra-Brücke in Markkleeberg auf den östlichen Brückenzug verlegt, teilt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr mit. Für den Verkehr steht damit dann jeweils eine Fahrspur pro Richtung zur Verfügung. Die dafür notwendigen Markierungsarbeiten auf der Brücke sind bereits abgeschlossen. Weitere Markierungsarbeiten in den Kreuzungsbereichen am Goethesteig und an der Seenallee werden bei geeigneten Wetterbedingungen vorgenommen.

Voraussetzung für die neue Verkehrsführung über den östlichen Brückenzug ist die in den vergangenen Wochen gebaute zusätzliche Unterstützungskonstruktion unter der Brücke. Dafür wurde innerhalb kurzer Zeit eine Konstruktion mit 408 Stützen errichtet, die die Last der Brücke von unten zusätzlich trägt und so die Standsicherheit gewährleistet.

Ein zentraler Arbeitsschritt hierfür war die schrittweise Lastumleitung in die neuen Stützen. Dabei wurde die Brücke nach und nach auf die neuen Stützen gesetzt, so das Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Während des gesamten Prozesses wurden Bewegungen und Kräfte kontrolliert, um die Last gleichmäßig zu verteilen und Schäden am Bauwerk auszuschließen.

Die Brücke wird über den gesamten Zeitraum der geänderten Streckenführung kontrolliert, um Sicherheit und Stabilität während des Betriebes sicherzustellen.

Wie geht es jetzt weiter?

Der westliche Brückenzug ist bis auf Weiteres für den Verkehr gesperrt, so das Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Dieser Brückenzug wird als erstes abgebrochen. Die daran anschließenden Schritte sind Bestandteil der gegenwärtig laufenden Planungen. In der Zwischenzeit bleibt die B 2 über den östlichen Brückenüberbau befahrbar und die wichtige Verkehrsverbindung erhalten.

Unverändert wichtig bleibe die Einhaltung der Tonnagebegrenzung von 3,5 Tonnen, betont das Landesamt. Sie ist entscheidend dafür, dass die Agra-Brücke die Verkehrslasten bis zur Fertigstellung des Ersatzneubaus aufnehmen kann. Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen dürfen die Brücke nicht befahren.

Die fußläufige Querung unter der Brücke bleibt auch während der anstehenden Arbeiten als wichtige Verbindung für Anwohner und Parkbesucher erhalten.

Über den weiteren Baufortschritt, insbesondere den Rückbau und Neubau des westlichen Brückenzugs sowie mögliche Anpassungen der Verkehrsführung, werde weiter fortlaufend informiert, betont das Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Alle Verkehrsteilnehmer werden gebeten, die ausgeschilderte Tonnagebegrenzung sowie die geänderte Verkehrsführung zu beachten.

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Beginn der Waldbrandsaison 2026

Aktuelle Waldbrandgefährdung am 03.03.2026. Quelle: Staatsbetrieb Sachsenforst
Aktuelle Waldbrandgefährdung am 03.03.2026. Quelle: Staatsbetrieb Sachsenforst

Seit dem 1. März informieren Sachsenforst und der Deutsche Wetterdienst wieder tagaktuell über die örtliche Waldbrandgefahr in Sachsen. Mit dem weiterentwickelten neuen Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes werden ab diesem Jahr die Waldbrandgefahrenstufen für die 31 sächsischen Vorhersageregionen in fünf Gefahrenstufen – von 1 (sehr geringe) bis 5 (sehr hohe Gefahr) – ganzjährig bis zum 31. Dezember berechnet und täglich bekanntgegeben.

In den Regionen des sächsischen Tieflandes, die aufgrund der sandigen Böden und geringeren Niederschläge besonders durch Waldbrände gefährdet sind, startet parallel die kamera-gestützte Waldbrandüberwachung durch die Landkreise.

2025: Katastrophenwaldbrand in der Gohrischheide

Während das Jahr 2024 mit lediglich ca. 10 Hektar Gesamtbrandfläche erfreulicherweise niedrig ausfiel, standen im vergangenen Jahr über 2.000 Hektar Wald in Flammen. Den weit überwiegenden Anteil daran hatte ein Brand in der Gohrischheide im Landkreis Meißen: Nachdem am 1. Juli das Feuer auf dem kampfmittelbelasteten Gelände ausbrach, bekämpften hunderte Einsatzkräfte über viele Tage in einem anstrengenden Einsatz den Brand. Zwischenzeitlich musste durch den Landkreis der Katastrophenfall ausgerufen und Ortschaften evakuiert werden. Der Brandgeruch war in weiten Teilen Sachsens wahrnehmbar.

Richtiges Verhalten schützt vor Waldbränden

Vor dem Hintergrund der letztjährigen Ereignisse wird umso deutlicher, wie wichtig das richtige Verhalten im Wald und die unverzügliche Meldung erkannter Brände ist. Landesforstpräsident Utz Hempfling appelliert an die Bevölkerung: „Unsere langjährigen Erfahrungen zeigen: Der Mensch ist für die meisten Waldbrände verantwortlich. Riskantes und fahrlässiges Verhalten, in einigen Fällen auch Brandstiftung, vernichten wertvolle Ökosysteme, setzen Treibhausgase frei und gefährden das Leben und die Gesundheit von Menschen.

Vor allem die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren sehen sich dann langwierigen und anstrengenden Einsätzen, oft in sommerlicher Hitze, ausgesetzt. Natürliche Ursachen machen einen verschwindend geringen Anteil der Brandursachen aus. Es ist daher an uns allen, Waldbrände und die daraus folgenden Belastungen zu verhindern“.

Um das Waldbrandrisiko zu senken, sind auch die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer aufgerufen, vorbeugende Maßnahmen entsprechend Ihrer Möglichkeiten zu ergreifen. Die zuständigen Revierleiterinnen und Revierleiter für die Privat- und Körperschaftswaldreviere beraten dazu kostenlos.

„Im Staatswald betreiben wir vor allem durch den Waldumbau vorbeugenden Waldbrandschutz, in dem die Brandlast von reinen Nadelbaumbeständen durch die Erhöhung der Laubbaumanteile gesenkt wird. In schwer zugänglichen Gebieten, wie dem Nationalpark, oder auf kampfmittelbelasteten Flächen sorgen wir durch Löschwasserzisternen, Brandschneisen und einem Netz aus Einsatz- und Rettungswegen für den Ernstfall vor.

Darüber hinaus steht Sachsenforst weiterhin in Kontakt mit den zuständigen Behörden und Institutionen für Brand- und Katastrophenschutz. Gemeinsame Waldbrandschutzübungen sind wichtiger Teil unserer Zusammenarbeit. Das führen wir auch konsequent fort.“ so Landesforstpräsident Utz Hempfling weiter.

Mit der Beachtung folgender Regeln, können Waldbrände verhindert werden:

  • In Sachsen ist der Umgang mit offenem Feuer im Wald und in dessen Nähe (bis in 100 Meter Entfernung) grundsätzlich ganzjährig verboten. Darunter fallen unter anderem das Rauchen sowie das Zünden von Lagerfeuern und das Grillen.
  • Neben offenem Feuer gehen auch Gefahren durch aufgeheizte Katalysatoren von abgestellten Fahrzeugen auf trockener Bodenvegetation aus.
  • Die Zufahrtswege zu Waldgebieten müssen für Rettungsfahrzeuge freigehalten werden.
  • Wer einen Waldbrand entdeckt, ist verpflichtet, unverzüglich einen Notruf (112) abzusetzen. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr kann eine weitere Ausbreitung von Waldbränden in den meisten Fällen effektiv verhindert werden.
  • Bei den Waldbrandgefahrenstufen 4 und 5 ist große Vorsicht bei Waldbesuchen geboten oder ggf. auf einen Waldbesuch zu verzichten. Die Landkreise und kreisfreien Städte können in diesen Fällen den Zugang zu den Wäldern auch beschränken oder den Wald sperren.

Online und mobil: Weitere Informationen zur Waldbrandgefährdung

Alle Informationen zur aktuellen Waldbrandgefahr und dem richtigen Verhalten bietet schnell, unkompliziert und kostenlos die mobile App „Waldbrandgefahr Sachsen“ von Sachsenforst. Über die integrierte Notruf- und Standort-Funktion kann jede und jeder einen aktiven Beitrag zum Waldbrandschutz und zur eigenen Sicherheit leisten. Dank der GPS-gestützten Standortermittlung sind die exakte Position des Brandortes und der nächstgelegene Rettungspunkt im Wald leicht zu ermitteln. Die Waldbrand-App ist in allen gut sortierten App-Stores kostenfrei erhältlich.

Die aktuellen Waldbrandgefahrenstufen und Informationen zu Sachsenforst erhalten Sie auf www.sachsenforst.de. Ausführliche Informationen zum vorbeugenden Waldbrandschutz und zur Überwachung der Waldgebiete können Sie im Waldportal Sachsen abrufen (www.wald.sachsen.de/waldbrandgefaehrdung-4186.html).

Der Stadtrat tagte: Kleiner Bürgerpark in der Sternsiedlung Nord kann den Namen von Rudolf Ladewig bekommen + Video

Michael Schmidt,
Michael Schmidt (SBB Nordwest/SPD) im Leipziger Stadtrat am 25.02.2026. Foto: Jan Kaefer

Alles muss seinen geregelten Gang gehen, auch die Benennung von Straßen und Plätzen. So wie aktuell in der Sternsiedlung in Möckern, wo gerade eine Grünfläche in einen kleinen Park mit Spielgeräten verwandelt wurde und die irgendwie schon den Namen Bürgerpark Sternsiedlung trug, bevor der Stadtbezirksbeirat Nordwest einen Wunsch aufnahm, den kleinen Park nach dem Architekten Rudolf Ladewig zu benennen, der für die Sternsiedlung eine besondere Rolle spielte. Am 25. Februar gab es in der Ratsversammlung grünes Licht für die Umbenennung.

Die muss zwar noch ganz offiziell mit einer Vorlage für den Stadtrat passieren. Aber in der AG Straßenbenennung gab es auch schon Zustimmung, denn tatsächlich hat der Park noch keinen Namen.Und welche wichtige Rolle Rudolf Ladewig (1893–1945) als Architekt für die Entwicklungen von Sternsiedlungen spielte, erklärte am 25. Februar Michael Schmidt, SPD-Mitglied im Stadtbezirksbeirat Nordwest.

Im Antrag des Stadtbezirksbeirats wurde die ganze Geschichte ausführlich beschrieben.

Rudolf Ladewig und die Sternsiedlung(en)

„Die zu Beginn der 1930er Jahre erbaute Sternsiedlung im Norden Möckerns ist aufgrund der Siedlungshäuser mit sternförmigen Grundrissen von besonderer städtebaulicher Bedeutung und wird durch das Landesamt für Denkmalpflege in der Denkmalliste geführt. Der Bürgerpark Sternsiedlung und der zugehörige Spielplatz wurden Anfang 2024 umfassend saniert und ausgebaut. An den Gesamtkosten beteiligte sich der Stadtbezirksbeirat Nordwest aus seinem Budget mit 5.000 Euro.

Nach Auffassung des Stadtbezirksbeirats Nordwest kann die vorgeschlagene Neubenennung dazu beitragen, den neu gestalteten Erholungsort zu einem identitätsstiftenden Bestandteil der Sternsiedlung zu machen. Denn der Architekt der namensgebenden aneinandergereihten sechseckigen Reihenhäuser in der Sternsiedlung war Rudolf Wilhelm Emil Ladewig, geb. am 30.4.1893 in Brodersdorf bei Rostock, verhaftet am 22.3.1945 in Hamburg, gehängt am 23.4.1945 im KZ Neuengamme.

Er war u. a. Erster Architekt der Stadt Reichenbach im Vogtland und entwickelte hier neben anderen Bauten seine erste Sternsiedlung. Rudolf Ladewig befasste sich u.a. mit dem Entwurf von neuartigen Haustypen, die sich durch außerordentliche Wirtschaftlichkeit, eine einwandfreie Raumanordnung und gute Ausstattung auszeichneten. Die Sternsiedlungen wurden zu seinem Markenzeichen.

Ab 1934 konnte Rudolf Ladewig aus ‘rassischen’ und politischen Gründen nicht mehr ungehindert seiner Arbeit nachgehen, u.a. da er mit einer Jüdin verheiratet war. Er verließ Deutschland, arbeitete kurzzeitig in Sofia/Bulgarien und zog dann mit seiner Familie nach Hamburg. Rudolf Ladewig galt als konservativer Sozialdemokrat und war in der ‘KdF-Gruppe’ aktiv. Das Namenskürzel deckte sich absichtlich mit der nationalsozialistischen Parole ‘Kraft durch Freude’, stand aber für ‘Kampf dem Faschismus’ .

Ihr Ziel war die Bekämpfung des Nationalsozialismus, die Schaffung einer demokratischen Regierung und später die Beendigung des Krieges. Die KdF-Gruppe entstand bereits vor dem Krieg aus einem losen Freundeskreis in Hamburg, zu dem nach und nach weitere Gegner des NS-Regimes aus allen gesellschaftlichen Schichten stießen.

1939/1940 entstand eine Verbindung zu Widerstandskreisen in Leipzig, die neue Impulse nach Hamburg brachte. Die Gruppe versteckte verfolgte Widerstandskämpfer ebenso wie jüdische Kinder, half Ausländern mit Lebensmittelkarten und verübte verschleierte Produktionssabotagen.

Ab 1942/1943 bestanden auch (Funk-)Kontakte anderen Widerstandsgruppen in Deutschland, Dänemark, Schweden, England und der Schweiz. Durch den massiven Einsatz von V-Leuten nach dem 20. Juli 1944 bekam die Gestapo immer mehr Hinweise auf die KdF-Gruppe, die in der Hamburger Widerstandsbewegung einen bedeutenden Platz einnahm. Ab dem 23. Oktober 1944 wurde Rudolf Ladewig trotz einer Schwerbeschädigung aus dem Ersten Weltkrieg als Bauarbeiter bei einem Architekten arbeitsverpflichtet.

Rudolf Ladewig wurde durch einen Gestapo-Spitzel denunziert und zusammen mit seinen Kindern und seiner Freundin am 22. März 1945 verhaftet und in das Gestapogefängnis Fuhlsbüttel gebracht. Ihre Namen standen auf der sogenannten Liquidationsliste, auf der 71 Menschen zur Vernichtung vorgemerkt waren. Sie wurden am 20. April 1945 aufgrund eines Räumungsplans des Gefängnisses für den Fall der Annäherung alliierter Streitkräfte zusammen mit anderen Gefangenen der KdF-Gruppe in das Konzentrationslager Neuengamme überführt. Dort wurden Rudolf Ladewig und die anderen Gefangenen ermordet.

In seiner langjährigen Heimatstadt Hamburg wurde zum Gedenken an Rudolf Ladewig ein Stolperstein verlegt.“

Der Park hat noch keinen Namen

Die Benennung des Bürgerparks Sternsiedlung nach dem Architekten Rudolf Ladewig würde nicht nur eine Verbindung zwischen der Sternsiedlung und ‘ihrem’ Erholungsort herstellen. Die in Verbindung hiermit vorgeschlagene Errichtung einer Gedenk- und Informationstafel zum Leben und Wirken von Rudolf Ladewig würde auch zur Aufklärung über NS-Verbrechen beitragen. Und dass der kleine Park noch keinen Namen hat, bestätigte auch das Amt für Statistik und Wahlen.

„Zwar wird die Fläche zwischen Louise-Otto-Peters-Allee und Defoestraße auf dem Flurstück 250/45 in der Gemarkung Möckern im Sprachgebrauch als ‘Bürgerpark Sternsiedlung’ bezeichnet, aber offiziell wurde sie nicht benannt, daher handelt es sich bei dem Antrag um eine Neubenennung.

Die Stadtverwaltung stimmt dem Vorschlag zur Benennung grundsätzlich zu. In Abstimmung mit dem Amt für Stadtgrün und Gewässer soll der Sachverhalt zur Prüfung an die AG Straßenbenennung übergeben werden. In diesem Rahmen wird der Namensvorschlag wie üblich auf seine Geeignetheit geprüft.

Anschließend wird die Aufstellung einer Gedenk- bzw. Informationstafel geprüft, sofern entsprechende Haushaltsmittel (ggf. aus dem Stadtbezirksbudget) verfügbar sind.“

Da die Ratsversammlung dem Antrag des Stadtbezirksbeirats Nordwest am 25. Februar zustimmte, kann die Benennung des kleinen Parks jetzt Teil der nächsten Vorlage für Straßenbenennungen für den Stadtrat werden. Dann kann die Benennung nach Rudolf Ladewig auch offiziell werden.

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Afrikanische Schweinepest: EU-Kommission hebt letzte Sperrzone auf

Wildschwein im Wildpark Leipzig. Foto: Sabine Eicker
Wildschwein im Wildpark Leipzig. Foto: Sabine Eicker

Die EU-Kommission hat der Aufhebung der letzten ASP-Sperrzone im Landkreis Bautzen zugestimmt. Durch den Wegfall der Sperrzone I (Pufferzone) im Landkreis Bautzen werden auch die letzten moderaten Einschränkungen aufgehoben. Ein entsprechender Antrag Sachsens wurde vom Bundeslandwirtschaftsministerium unterstützt und vom Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel (SCoPAFF) der EU-Kommission angenommen.

Damit bleibt in Sachsen nur noch der Schutzkorridor entlang der Grenze zu Polen als Sperrzone I erhalten. Dieser Streifen zwischen zwei parallelen Zäunungen von 654,5 km² Fläche bleibt so lange erhalten, wie auch im benachbarten Polen noch eine ASP-Sperrzone besteht. Der Schutzkorridor dient der Kontrolle des aus dem Nachbarland einwandernden Schwarzwilds.

Sachsens für Tierseuchenbekämpfung zuständige Sozialministerin Petra Köpping erklärt: „Mit der Aufhebung der sogenannten Pufferzone im Landkreis Bautzen ist auch dieser letzte Hotspot der Afrikanischen Schweinepest wieder völlig frei von Beschränkungen. Das ist in diesem durch ehemalige und aktuelle Braunkohletagebaue für Jagd und Fallwildsuche teilweise schwer zugänglichen Gebiet ein besonders hervorzuhebender Erfolg. Dafür gilt mein Dank auch noch mal allen an der ASP-Bekämpfung Beteiligten im Landkreis Bautzen.“

Im Landkreis Bautzen waren die letzten ASP-Fälle in Sachsen festgestellt worden. Der letzte am 5. Februar 2025. Dieser lief ein Jahr danach aus. Somit gilt Sachsen seit dem 5. Februar 2026 wieder als ASP-frei. Dennoch wird die Tierseuchensituation in diesen Gebieten auch weiterhin intensiv überwacht. Von allen erlegten sowie tot aufgefundenen Wildschweinen werden Proben genommen, die auf das ASP-Virus untersucht werden. Nach Wegfall aller im Rahmen der ASP-Bekämpfung angeordneten Einschränkungen können Jagdausübungsberechtigte gesund erlegte Wildschweine wieder unmittelbar verwerten, ohne das Untersuchungsergebnis abzuwarten.

Insgesamt wurden in den letzten fünfeinhalb Jahren 139.000 Wildschweinproben und knapp 100.000 Hausschweinproben durch die Landesuntersuchungsanstalt (LUA) auf das ASP-Virus untersucht.

Der Rückbau der zu Einschränkung der Beweglichkeit der Wildschweine errichteten Zäune wird fortgesetzt. Von den insgesamt in den Sperrzonen errichteten 830 Kilometer Schutzzäunen wurden rund 500 Kilometer Zäunung bereits wieder entfernt. Nach einer Risikobewertung werden auch die Maßnahmen im Schutzkorridor gelockert. So wird die Westtangente des Zaunes geöffnet und die zur Verstärkung des Schutzkorridors errichtete mobile Schwarzwildbarriere wird schrittweise zurückgebaut. Der Freistaat hat für die ASP-Bekämpfung insgesamt rund 60 Millionen Euro aufgebracht.

Auch ohne aktuelle ASP-Fälle gilt es wachsam zu bleiben. Jäger, Wanderer und Spaziergänger sind weiterhin aufgerufen, verendete Wildschweine dem örtlichen Veterinäramt zu melden. Die Aufwandsentschädigung für Anzeige und Mitwirkung bei Probenahme und Bergung bleibt in ganz Sachsen erhalten. Auch das sorglose Wegwerfen von Lebensmittelresten bleibt ein Tabu, denn das ASP-Virus kann auch über verarbeitete Wurst- und Fleischprodukte verbreitet werden.

Schweinehalter sind verpflichtet, bei fieberhaften Erkrankungen der Schweine oder vermehrten Verendungen einen Tierarzt hinzuzuziehen, um gegebenenfalls eine meldepflichtige Seuche ausschließen zu lassen.

Hintergrund

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Virusinfektion, die ausschließlich Schweine, also Wild- und Hausschweine, betrifft. Sie verläuft fast immer tödlich und ist unheilbar. Überlebende Tiere entwickeln keine Immunität gegen das Virus, sie können sich erneut anstecken. Es gibt bisher keine Möglichkeit, die Schweine durch eine vorbeugende Impfung zu schützen. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände (Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge) und Futter in andere Gebiete durch den Menschen übertragen werden.

Möglich ist die Übertragung auch durch Nahrungsmittel, für die mit dem ASP-Virus infiziertes Fleisch verarbeitet wurde. Für den Menschen und andere Tierarten ist die ASP nicht ansteckend oder gefährlich. Am 10. September 2020 wurde in Brandenburg ein erster Fall von ASP bei einem Wildschwein in Deutschland bestätigt. Am 31. Oktober 2020 gab es den Indexfall in Sachsen. Seitdem wurden ASP-Ausbrüche bei Wildschweinen in Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen festgestellt.

In Sachsen wurden insgesamt 2398 ASP-Fälle nachgewiesen. Seit dem 5. Februar 2026 gilt Sachsen als ASP-frei. In Baden-Württemberg, Niedersachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen und Rheinland-Pfalz wurden seit 2022 auch Fälle in Hausschweinbeständen nachgewiesen.

Das derzeit in den Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen in der Wild- und Hausschweinepopulation aktive ASP-Geschehen hat keinen Zusammenhang mit dem Geschehen in Sachsen und Brandenburg. Genomanalysen zeigten, dass es sich um einen anderen Virustyp mit Herkunft aus Südosteuropa handelt. Die Einschleppung erfolgte vermutlich durch den Menschen.

Hallo Leipzig: So startet Dienstag, der 3. März 2026

Besuchermagnet Pongoland. 2025 haben mehr als 1,6 Millionen Menschen den Leipziger Zoo besucht. Foto: Benjamin Weinkauf

Vor dem Leipziger Zoo protestieren heute Mittag Angestellte der Einrichtung im Zuge aktueller Tarifverhandlungen. Stadt und MDR-Sinfonieorchester ehren einstigen Kapellmeister der Oper, der wegen seiner jüdischen Abstammung verfolgt wurde. Und in der Kulturfabrik Werk 2 wird heute die große Demonstration vorbereitet, die am Internationalen Frauenkampftag stattfindet.

Tierpfleger-Protest ohne Streik

Im Zuge laufender Haustarifverhandlungen haben Beschäftigte des Leipziger Zoos für heute eine Protestaktion angekündigt. Dabei wird betont, dass es sich ausdrücklich nicht um eine Streikmaßnahme handelt. Um 12:20 wollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für eine halbe Stunde am Eingang zum Zoologischen Garten auf Forderungen aufmerksam machen, die sie ihrem Arbeitgeber stellen.

Konkret geht es um 300 Euro mehr Gehalt im Monat und die Aufnahme von geringfügig Beschäftigten in den Tarifvertrag. Insbesondere Mitarbeitende in den unteren Entgeltgruppen sehen sich nach Angaben der Gewerkschaft ver.di zunehmend unter finanziellen Druck gesetzt. Gestiegene Lebenshaltungskosten träfen sie besonders hart. Hinzu komme, dass viele von ihnen unfreiwillig in Teilzeit arbeiten und damit über ein entsprechend geringeres Einkommen verfügten. Die Kombination aus niedriger Eingruppierung und reduzierter Stundenzahl verschärfe ihre wirtschaftliche Situation zusätzlich.

Für die Arbeitgeberseite eine schwierige Situation, wie für andere Einrichtungen, deren Personalstärke ebenso saisonabhängig ist, auch. So fordert ver.di seit vielen Jahren von einem großen Online-Versandhändler die Festanstellung von Arbeitskräften, die im umsatzstärkeren Oster- und Weihnachtsgeschäft das Stammpersonal aufstocken.

Auf den laufenden Betrieb der Einrichtung hat die Aktion keinen Einfluss. So ist auch der Besuch voll umfänglich möglich. Die Protestaktion wird von Angestellten durchgeführt, die ohnehin zu dieser Zeit Mittagspause haben. Diese opfern sie, um ein deutliches Signal zu senden: sie erwarten ein Angebot der Zoo-Verwaltung, mit dem sie ihrer Verantwortung gerecht wird.

„Damit der Zoo Leipzig einer der führenden Zoos Europas bleibt, braucht es eine angemessene Wertschätzung der Beschäftigten, die dies tagtäglich möglich machen. Dies drückt sich maßgeblich in guten Arbeitsbedingungen und fairen Löhnen aus“, zitiert die Gewerkschaft Tierpfleger Anton Barske in einer Medieninformation.

Von der Protestaktion berichtet im Tagesverlauf unser Reporter Thomas Köhler.

Am Eingang zum Zoo wird heute Mittag protestiert. Foto: Benjamin Weinkauf

Ehrung für Alfred Szendrei

Die Stadt Leipzig und das MDR-Sinfonieorchester würdigen heute an dessen 50. Todestag den Dirigenten und Komponisten Alfred Szendrei (1884–1976), der von 1918 bis 1924 als Erster Kapellmeister am Leipziger Opernhaus tätig war. Ihm zu Ehren wurde am Morgen in der Duforstraße 38, wo er von 1920 bis 1926 lebte, eine Gedenktafel eingeweiht, geschaffen von der Leipziger Künstlerin Franziska Neubert.

Szendrei war ab 1924 Musikdirektor des Rundfunk-Sinfonie-Orchesters, der ältesten Formationen dieser Art in Deutschland, das heute als MDR-Sinfonieorchester bekannt ist. Wegen seiner jüdischen Abstammung wurde der Künstler von den Nationalsozialisten verfolgt, emigrierte nach der Machtergreifung der Nazis nach Frankreich und übersiedelte 1940 in die USA, wo er mit 92 Jahren 1976 in Los Angeles starb.

Franziska Neubert, die Schöpferin der Gedenktafel, studierte nach dem Abitur an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst sowie an der École Nationale Superieure des Arts Décoratifs in Paris. Nach dem Studium schloss sich ein Meisterschülerstudium bei Prof. Thomas M. Müller an, ebenfalls an der Leipziger HGB. Für ihre Meisterschüler-Abschlussarbeit erhielt sie den Anerkennungspreis des Ars Lipsiensis. Neuberts Arbeiten wurden mehrfach prämiert und werden im In- und Ausland ausgestellt. Zudem illustrierte die Künstlerin etliche Bücher, zum Beispiel Herta Müllers „Niederungen“.

Alfred Szendrei lebte von 1920 bis 1926 in der Leipziger Duforstraße. Foto: Franziska Neubert

Schon heute Frauentag im Werk 2

Die Kulturfabrik  WERK 2 lädt heute zu einem „Aktionstag zum 8. März“ ein. Die Veranstaltung findet von 10 bis 17 Uhr in den Hallen D und A des Kulturzentrums in der Kochstraße am Connewitzer Kreuz statt, der Eintritt ist frei. Im Mittelpunkt des Tages stehen nach Angaben der Veranstaltenden gleiche Rechte und gleiche Chancen für alle sowie die Idee eines Feminismus, der ausdrücklich inklusiv gedacht ist. Zugleich ist er Vorbereitung auf die Demonstration am 8. März selbst.

Das Programm ist als Mitmach- und Begegnungstag angelegt: Besucherinnen und Besucher können kreativ werden, sich informieren und ins Gespräch kommen. Vorgesehen sind unter anderem Bastelangebote (zum Beispiel bunte Papierblumen), die sich mit feministischen Botschaften beschriften lassen, sowie Malaktionen im Rahmen des Projekts NorMalwerk, bei denen Bilder zu eigenen Stärken und Vorlieben entstehen und später zur Demo mitgenommen werden können. Für Bewegung sorgt eine Disco in Halle D; außerdem sind Tanz-Workshops mit Lisa Lotte Giebel angekündigt, jeweils um 11 Uhr und um 14 Uhr. Essen und Getränke werden angeboten, dafür soll ein kleiner Betrag eingeplant werden.

Beteiligt sind laut Ankündigung zahlreiche Initiativen und Einrichtungen, darunter das WERK 2 selbst, die Diakonie Leipzig, Frauenkultur e. V. und BELLIS e. V.; außerdem werden unter anderem Jusos, der Behinderten-Verband e. V., das Haus der Demokratie Leipzig, Leben mit Handicaps e. V., der NorMalwerk Kunstraum sowie die Grafik-Druck-Werkstatt und WILMA genannt.

Die eigentliche Demonstration zum Internationalen Frauenkampftag, zu der das Bündnis „8. März ist immer!“ mobilisiert, findet am Sonntag statt. Treffpunkt ist um 14.30 Uhr am Augustusplatz, von dort aus geht es durch die Innenstadt über die Karl-Liebknecht-Straße zum Connewitzer Kreuz. Der Protest ist offen für alle Menschen und im Anschluss an die Demonstration wird im Werk 2 eine feministische Abrissparty mit Musik und DJs angeboten.

Im Werk 2 wird heute die Demonstration am 8. März vorbereitet. Plakat: Bündnis „8. März ist immer!“

Das Projekt „LZ TV“ (LZ Television) der LZ Medien GmbH wird gefördert durch die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

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