Wenn sich die Sehnsucht nach einer leiseren Welt noch heute so modern liest wie 1898

Der kleine Leipziger Verlag Reinecke & Voß mausert sich in einigen Sparten zum Wieder-Entdecker-Verlag. Das betrifft die Lyrik des Barock genauso wie die Lyrik jener Übergangszeit, die meist „vergessen“ wird, wenn von der „Moderne“ die Rede ist. Die Dichterschule des Arno Holz war schon Thema. Jetzt wird ein Mann gewürdigt, den Holz gern als „seinen Schüler“ begriffen hätte. Dabei hatte Paul Ernst das Zeug, selbst ein ganz Großer zu sein. Er hatte Pech.
Anzeige

Mehrfaches Pech, wie dieses Büchlein verrät, das einerseits eine Neuauflage des 1898 erschienenen Frühwerks von Paul Ernst ist, andererseits auch ein Geschenk, das sich die Paul-Ernst-Gesellschaft selbst gemacht hat – quasi zum 150. Geburtstag des in Elbingerode im Harz geborenen Dichters. Ralf Gnosa geht auf die nicht ganz unkomplizierte Beziehung von Paul Ernst zu Arno Holz in seinem sehr ausführlichen Beitrag „Im Steinbruch der klassischen Moderne“ ein. Eine Begegnung, die beide Dichter bereicherte, die am Ende aber im Zerwürfnis endete.

Was umso tragischer ist, als beide tatsächlich am Beginn all dessen stehen, was Gnosa als klassische Moderne bezeichnet und worüber sich die üblichen Literaturwissenschaftler bis heute nicht einigen können, weil sie aus ihrem Schubkastendenken nicht herauskommen. Darunter leiden Generationen von Schülern, die völlig unlogische literarische „Systeme“ pauken müssen, aber selten die so wichtige Erfahrung machen, dass Literatur aus lauter fließenden Prozessen besteht, dass das Neue zwangsläufig mitten im Alten entsteht und oft genug viel zu wenig Anerkennung durch die Zeitgenossen erfährt. Denn bis die Mehrheit der Rezipienten überhaupt aufgetaut ist für die neuen Wege, vergehen in der Regel Generationen, ein bis zwei. Was tragisch genug ist. Im Ergebnis feiern die Nachbeter der Schubladenliteratur heute die Moderne der 1920er Jahre – und ignorieren die Jahre von 1890 bis 1914 komplett.

Gnosa hat also einiges geradezurücken in seinem Beitrag. Aber reparieren kann er es nicht. Auch wenn es eines der aufregendsten Kapitel der deutschen Literatur ist. Das wird erst deutlich, wenn man weiß, dass nicht Holz, Ernst oder Dauthendey seinerzeit den Markt der deutschen Lyrik dominierten, sondern Barden im Stil Geibels. Dichtung war – weit nach Mörike – zum bombastischen Reimgeklingel, idyllischen Geschwurbel und billigen Provinzialismus verkommen. Passend natürlich zum Selbstverständnis eines Kaiserreiches, in dem die seligen Untertanen den Glanz der Gegenwart an der aufgeputzten Glorie der Vergangenheit maßen. Kriegerdenkmale und Germanias bestimmten die Stadtplätze, fette Romane mit Heimatgeschichten dominierten den Markt. Und graubärtige Professoren entblödeten sich nicht, die Welt mit selbst gereimter Lyrik voller seniler Romantik zu beglücken.

Den ganzen Schmonz druckt heute kein Verlag mehr nach. Der war schon bei Erscheinen seelenlos und tot.

Was aber eben auch bedeutete, dass solche Lyrik, wie sie Paul Ernst in „Polymeter“ schrieb, von der literarischen Kritik entweder völlig ignoriert oder mit absolutem Unverständnis seziert wurde. Der Geschmack der Kritiker hinkte der Zeit um gute 50 bis 100 Jahre hinterher. Was Gnosa ziemlich anschaulich macht, wenn er all die Namen von Lyrikern aus Frankreich, Spanien oder Italien nennt, die damals schon in ihren Ländern erfolgreich waren mit ihrer Lyrik in ungebundener Form. Aus Frankreich nennt er zum Beispiel Rimbaud und Baudelaire.

Doch während die dominierenden Medien in Deutschland kaisertreu, konservativ und vom Geschmack her durch und durch biedermeierlich waren, nahmen die jungen Dichter im Land sehr wohl wahr, was in der Welt geschah. Auch Paul Ernst, der durchaus ein waches Auge für Spielarten der Lyrik hatte, wenn sie auf den Bombast der Reime und Strophen verzichtete, die nur noch lyrische Gefühle vortäuschten, aber keine echten Emotionen mehr beinhalteten.

Reduktion war das große Thema der Zeit, angeregt auch (über Frankreich) durch die intensive Beschäftigung mit der japanischen und der chinesischen Lyrik. Und wer „Polymeter“ damals ohne Vorurteile las und auf sich wirken ließ, der spürte es eigentlich, was geschah, wenn wieder die genau beobachteten Vorgänge den Inhalt des Textes trugen, auf allen Schnickschnack verzichtet wurde und aus dem aufs Wesentliche reduzierten Moment ein ganzes Bild entstand, atmosphärisch verdichtet und so verknappt, dass die Gedanken beim Lesen zwangsläufig weitertrieben: Assoziationen, Anklänge, Erinnerungen …

Ernst zeigte mit „Polymeter“, dass er nicht nur experimentierte, sondern dass er die entdeckten Möglichkeiten auch zu nutzen verstand.

Trotzdem ist er heute beinah vergessen, ein Schicksal, das er mit vielen seiner jungen Zeitgenossen teilt. Was auch daran liegt, dass die Literaturkritik seiner Zeit mit rigorosem Unverständnis auf diese Gedichte reagierte, weil sie nun einmal nicht dem entsprachen, was die Schulweisheit damals als Muster-Gedicht begriff. Man empfand die Nähe zur Prosa geradezu als Unverschämtheit und Grenzübertretung. Und wenn ein Kritiker schon mit diesem Korsett ans Werk geht, bleibt natürlich kein Raum, sich auf die klare, dichte Sprache einzulassen – die in diesem Fall sogar noch stark geprägt war von romantischen und idyllischen Reminiszenzen, denn „Polymeter“ lebt auch von dem Widerspruch, den Paul Ernst empfand: zwischen der Sehnsucht nach einer als geborgen empfundenen Welt im ländlichen Elbingerode und dem Wissen, dass er dort gar nicht mehr hingehörte, dass sein Verständnis vom Leben nur in einer Großstadt wie Berlin umzusetzen war.

Es steckt – wie man sieht – auch der unauflösbare Widerspruch unserer Gegenwart in diesen Texten. So fern ist uns diese frühe Moderne gar nicht. Sie hatte mit denselben Wehen und Widersprüchen zu kämpfen. Und auch damals war es eine kleine, sehr aufmerksame literarische Avantgarde, die das thematisierte (und zwar auf bis heute erstaunlich modern lesbare Weise), während die Mehrheit der arrivierten Schwurbler den provinziellen Sehnsuchtsmüll der Heimatdichterei lobpries. Und damit eben auch zum gesellschaftlich akzeptierten Standard machte.

Und das hatte wieder Auswirkungen auf Dichter wie Paul Ernst. Er beschritt dann auch literarisch andere Wege, wandte sich dem Drama zu und griff, als er in hohem Alter dann doch noch einmal Lyrisches veröffentlichte, auf die eigentlich abservierten Formen der Vormoderne zurück. „Polymeter“ blieb also so etwas wie ein Unikat, an dem sich dann auch Ernst nicht mehr weiter orientierte, auch wenn einige Motive in seinen Dramen wieder auftauchten. Dann aber zunehmend immer schwärzer, wie Gnosa feststellt. Die Weltsicht des Autors verdüsterte sich immer mehr. Aber das liegt schon jenseits von „Polymeter“.

Heute lesen sich die Gedichte, als hätten sie auch ein halbes Jahrhundert später geschrieben werden können von deutschsprachigen Dichtern der Enkelgeneration, für die es dann längst selbstverständlich war, die Welt in verdichteten, atmosphärisch kompakten Texten zu komprimieren. Sie hatten längst bewusst auf die klappernden Reime der alten Barden verzichtet, wissend, was auch Paul Ernst schon wusste: dass die gereimte Aufmache tatsächlich nur verhüllte, dass in dem ganzen Geklingel kein echter Inhalt mehr steckte.

Natürlich lesen sich Gedichte dann anders. Was nicht heißt, dass die Kritiker des 20. Jahrhunderts sich dann auch gescheiter anstellten als die des 19ten. Aber wen juckt das eigentlich, wenn er sich hier die frühen Gedichte von Paul Ernst zu Gemüte führen kann, die kleine Entführung in ein Sehnsuchtsland ländlicher Stille mit eingeschlossen? Ein Moment, mit dem auch heutige Dichter immer wieder hadern im Rasen der großen Stadt, das eigentlich niemand aushält, der noch alle Sinne beisammen hat, und ohne das aber auch nicht frei zu leben ist. Zu dichten und zu reden auch nicht. Vielleicht hätte Ernst 1898 ein bisschen mehr Ermunterung gut getan. Denn dass er an die „Polymeter“ nicht wieder anknüpfte, ist ja Zeichen für eine große Entmutigung. Manchmal gehen auch die begabtesten Dichter den falschen Weg, wenn ihnen niemand die wichtige Botschaft bringt, dass ihr Beginn ein wichtiger und beeindruckender war.

Paul Ernst „Polymeter. Gedichte“, Reinecke & Voß, Leipzig 2016, 10 Euro

In eigener Sache

Jetzt bis 13. Mai (23:59 Uhr) für 49,50 Euro im Jahr die L-IZ.de & die LEIPZIGER ZEITUNG zusammen abonnieren, Prämien, wie zB. T-Shirts von den „Hooligans Gegen Satzbau“, Schwarwels neues Karikaturenbuch & den Film „Leipzig von oben“ oder den Krimi „Trauma“ aus dem fhl Verlag abstauben. Einige Argumente, um Unterstützer von lokalem Journalismus zu werden, gibt es hier.

Überzeugt? Dann hier lang zu einem Abo …

RezensionenGedichteModerne
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Corona-Folgen trafen Soloselbstständige und marginal Beschäftigte sofort
Entwicklung der Erwerbstätigenzahl in Sachsen. Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Für alle LeserKrisen machen sichtbar, wer in einer Gesellschaft eigentlich besonders bedroht ist und besonders schnell sein Einkommen und seine Existenz verliert. Und es sind nicht die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst, auch wenn der Streik dort für höhere Einkommen partiell berechtigt ist. Obwohl völlig andere Streikthemen dran wären, denn nicht die Löhne sind das Schlimmste, sondern die zusammengesparten Personalausstattungen. Aber andere wurden vom Corona-Shutdown noch heftiger getroffen.
Pestizidprozess in Bozen: Oekom-Verleger thematisiert die Anklage als direkten Angriff auf die Meinungsfreiheit
Traktor im Vinschgau. Foto: Jörg Farys, Umweltinstitut München

Foto: Jörg Farys, Umweltinstitut München

Für alle LeserAm Donnerstag, 22. Oktober, gab es noch keine Entscheidung. Nach der Verhandlung über eine mögliche Anklageerhebung zu „Wunder von Mals“ gegen den Geschäftsführer des oekom Verlags Jacob Radloff sowie mehrere Vorstandsmitglieder des Umweltinstituts München steht das Ergebnis noch aus. Aber sollte nun auch noch der Geschäftsführer des oekom-Verlages angeklagt werden, ufert der Bozener Prozess endgültig in eine Verhandlung gegen die Meinungsfreiheit aus. Dazu wurde Radloff am Donnerstag sehr deutlich.
Figurentheaterlegende Neville Tranter im Westflügel Leipzig
Foto: Wim Sitvast

Foto: Wim Sitvast

Ein einsamer Strand in Nordafrika. Das letzte Boot ist auf dem Weg nach Babylon, dem Gelobten Land. Ein nervöser Kapitän wartet ungeduldig auf seine letzten Passagiere, alles Flüchtlinge. Doch für den Teufel, der ebenfalls am Strand steht, ist längst klar, dass das Schiff sein Ziel nie erreichen wird. Gott versucht, das Schlimmste zu verhindern, denn unter den Reisenden befindet sich auch sein eigener Sohn …
Eutritzscher Freiladebahnhof: Neue Vorlage für den Stadtrat und Grüne-Antrag zum Grundstückserwerb
Gelände des Eutritzscher Freiladebahnhofs. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserWie weiter am Eutritzscher Freiladebahnhof? Das ist nach wie vor völlig offen. Denn augenscheinlich hat auch der neue Eigentümer der Fläche die „Ergänzungsvereinbarung zum Städtebaulichen Vertrag Freiladebahnhof Eutritzscher Straße/Delitzscher Straße (Planungs- und Entwicklungsvereinbarung, PEV)“ vom 26. April 2017 noch nicht unterzeichnet. Jedenfalls wünscht sich das Stadtplanungsdezernat noch einmal eine Beauftragung durch den Stadtrat, das nun durchzusetzen. Während die Grünen in Erwägung ziehen, dass der aktuelle Besitzer überhaupt nicht bauen will.
Rund 1.000 Menschen erinnern in Leipzig an Todesopfer rechter Gewalt + Video
Am 2013 auf Initiative von NGOs errichteten Gedenkstein an Kamal K. wurden Blumen und Kerzen aufgestellt. Luise Mosig

Foto: Luise Mosig

Für alle LeserVor zehn Jahren erstachen Neonazis den Iraker Kamal Kilade in der Nähe des Leipziger Hauptbahnhofs. Seit seinem Tod – Kamal K. ist das bisher letzte bekannte Todesopfer rechter Gewalt in Leipzig – rufen zivilgesellschaftliche Bündnisse jährlich zu Gedenkdemonstrationen Ende Oktober auf.
Dreistellige Millionenausfälle im Stadthaushalt Leipzig für 2021 und 2022 prognostiziert: Erste Prüfliste des Finanzdezernats im Finanzausschuss
Neues Rathaus bei Nacht. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserWirklich klar ist ja noch lange nicht, wie sehr die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Leipziger Haushalt durchschlagen und was alles im Doppelhaushalt 2021/2022 nicht möglich sein wird, weil das Geld fehlt. Eine erste Liste von zu vertagenden Ausgabeposten gab Finanzbürgermeister Torsten Bonew am 16. Oktober in den Finanzausschuss. Meistens sind es nur eher kleine Beträge, die erst einmal vertagt werden sollen. Sie decken die prognostizierten Einnahmeausfälle nicht wirklich.
Ökolöwe zum Stadtratsbeschluss: Leipziger Aue bleibt weiter Werbeaushang für den Massentourismus
Boote auf der Weißen Elster. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs war ein Kompromiss, den der Stadtrat am 14. Oktober beschloss: Das Umweltdezernat darf an die Erarbeitung eines neuen Wassertouristischen Nutzungskonzepts (WTNK) gehen – aber unter Beachtung des Auenrevitalisierungsprogramms. Und Michael Neuhaus (Die Linke) wurde sogar recht deutlich, was alles nicht im neuen WTNK auftauchen dürfte, wenn sich die Verwaltung dran hält. Trotzdem findet der Leipziger Ökolöwe: Diese Fortschreibung hätte es nicht geben dürfen.
Umbruch, Aufbruch: Die Deutsche Nationalbibliothek gibt eine Broschüre mit Texten zu 30 Jahren Zusammenwachsen heraus
Umbruch, Aufbruch. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser30 Jahre Deutsche Einheit sind natürlich auch allerlei 30jährige Jubiläen. Vieles startete damals, manches wuchs tatsächlich zusammen. So, wie es Willy Brandt damals gemeint hatte. Aber das Zusammenwachsen war die Ausnahme. Denn das hatte immer Respekt und Augenhöhe zur Voraussetzung. Die beiden Deutschen Büchereien haben es vorgemacht und sind tatsächlich zur Deutschen Nationalbibliothek mit zwei Standorten zusammengewachsen.
„Sport vor Ort“ – die anderen Sporttipps für den November
"Sport vor Ort" ist wieder da.

Sport vor Ort.

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im Handel„Sport vor Ort“ zeigt, dass spannender Sport in Leipzig nicht nur in den großen Arenen, sondern überall stattfindet. Ob in Schulsporthallen oder auf Ascheplätzen, ob Ringen, Rugby oder Rollhockey, Bundesliga oder Kreisliga – Sport vor Ort hat die Höhepunkte auf dem Schirm, die nicht im großen Rampenlicht stattfinden. Ehrlichen, erdigen Sport – in Leipzig – vor eurer Haustür.
Roger Melis – In einem stillen Land. Fotografien aus drei Jahrzehnten DDR
Roger Melis, Kinder in der Kollwitzstraße, Berlin 1974 © Nachlass Roger Melis

© Nachlass Roger Melis

Kaum ein zweiter Fotograf hat die Ostdeutschen und ihre Lebenswelt so lange, so intensiv und in so vielen Facetten beleuchtet wie Roger Melis (1940 – 2009). Drei Jahrzehnte lang bereiste der Mitbegründer und Meister des ostdeutschen Fotorealismus von Berlin aus die DDR als ein Land, das er unter der Herrschaft der SED oft als „still“ und erstarrt empfand.
Kreativ gegen Corona
Quelle: Nadine Felgentreff

Quelle: Nadine Felgentreff

Mit einem umfangreichen Hygienekonzept wird am 7. November die siebte Auflage des TKH (Tag des Kreativen Hofes) in Leipzig-Miltitz über die Bühne gehen. Ab 11 Uhr öffnen Künstler, Kunsthandwerker und kreative Menschen jedweder Couleur ihre Stände im Felgentreff-Hof und dem „Schärdschher“, dem neuen Veranstaltungsraum der Mittelstraße 13.
BSG Chemie Leipzig vs. Bischofswerda 5:1 – „Wie Männer- gegen Jugendfußball“
Drei der fünf Leipziger Treffer steuerte Morgan Fassbender (mitte) bei. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserKlare Sache für Regionalligist BSG Chemie Leipzig am Samstag gegen den Bischofswerdaer FV. Vor - aufgrund der aktuellen Corona-Vorschriften - nur noch 999 zugelassenen Zuschauern überforderten die Leutzscher das junge BFV-Team von Anfang an. Bereits zur Pause führten die Gastgeber mit 4:0, wobei sich Morgan Fassbender mit einem lupenreinen Hattrick in die Torschützenliste eintrug.
Uraufführung: Der Reigen Ein überaus schönes Lied vom Tod
Der Reigen. Foto: Dana Ersing

Foto: Dana Ersing

Einladend, forsch, grinsend, musizierend und grotesk tanzend, so wird der Tod als Knochenmann dargestellt im mittelalterlichen Danse Macabre. Ihm gegenüber - der Mensch: fragend, zaudernd, in einer Geste verharrend. Zahlreiche Spielarten des Totentanzes prägen seither die künstlerische Auseinandersetzung des Menschen mit dem Tod, alle Entwürfe spiegeln jedoch letztlich die Unfassbarkeit dieses Moments: der eigenen Begegnung mit dem Tod.
Lesung: Katja Oskamp „Marzahn mon amour. Geschichten einer Fußpflegerin“
Die Schriftstellerin Katja Oskamp hat die mittleren Jahre erreicht. Das Kind ist aus dem Haus, der Mann krank, die „Schreiberei“ mehr als fragwürdig. „Ich erzählte zuerst niemandem von meiner Umschulungsaktion. Als ich es dann doch tat und lachend mit dem Zertifikat wedelte, schlugen mir Ekel, Unverständnis und schwer zu ertragendes Mitleid entgegen. Von der Schriftstellerin zur Fußpflegerin – ein fulminanter Absturz.“
Petition für rauchfreie Haltestellen in Leipzig: Ihre Gesundheit liegt uns nicht wirklich am Herzen …
LVB-Haltestelle Hauptbahnhof. Archivfoto: Ralf Julke

Archivfoto: Ralf Julke

Für alle LeserAn Leipzigs Haltestellen stinkt und qualmt es. Gerade im dichten Berufsverkehr, wenn auch viele Schulkinder und Eltern mit Kinderwagen unterwegs sind. Ein Thema, das Torsten Saro, selbst besorgter Vater, seit zwei Jahren intensiv beschäftigt. Da er aber von den Verantwortlichen keine ernsthafte Antwort bekam, hat er jetzt eine Petition für ein Rauchverbot an Haltestellen gestartet. Hier erklärt er, wie er dazu kam.