Die Freude an kleinen Denkanstößen, frechen Karambolagen und einem unerschütterlichen Pessimismus

Was macht man eigentlich, wenn es da draußen keine richtige gesellschaftliche Diskussion mehr gibt, in der kluge Menschen gute Argumente austauschen? Wenn alle nur noch plappern und glauben, in social media würden sie geradezu in Weisheit baden? Man nimmt sich raus und macht es ganz klassisch in der Tradition von Lichtenberg und Schopenhauer: Man schreibt Aphorismen. Band um Band, wie Gunter Preuß.
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Die Leser kennen ihn als Romanautor. Und als Vater der „Kleinen Hexe Toscanella“. Er schreibt Bücher mit Heldinnen und Helden, die sich ernsthaft bemühen, ehrlich zu sein – mit ihren Wünschen, Träumen, Gefühlen. Was einen immer in Konflikte bringt. Denn draußen gibt es immer jede Menge Aufpasser, Regierer und Verwalter, denen das wilde, lebendige Menschsein nicht passt. Die es einordnen und konform machen wollen. Damit eckte Preuß schon in DDR-Zeiten an. Und das ging dann nach 1990 munter so weiter, als neue Verwalter und Besserwisser die Planken setzten.

Ein Grauen und ein Graus. Nicht nur für Preuß. Wer Schopenhauer liebt und die tiefe Verletzlichkeit von Lichtenberg, der findet diese Widerborstigkeit hier wieder. Die eine zutiefst pessimistische ist. Denn anders kann man nicht werden, wenn man vorher und nachher ganz denselben blasierten Gesichtern begegnet, die die Welt mit ihrer Weisheit beglücken. Wenn Mittelmaß nicht nur regiert, sondern alles durchtränkt und sich zum Maß aller Dinge erklärt. Karrieristen, Opportunisten, Vergessliche.

„Wir finden viel Wissen in der Welt, aber wenig Begreifen“, schreibt er. Die kurzen Sprüche kommen dem Schriftsteller augenscheinlich geradezu zugeflogen. Was allein schon davon erzählt, dass er sich weitgehend ausgeklinkt hat aus dem Berieseln der Zeit, den Narrentänzen all der Leute, die glauben, sie müssten fortwährend auf ihre kleinen und großen Bildschirme starren, dann würden sie schon irgendwie alles mitkriegen. Und hinterher jammern sie, weil das viel zu viel ist, jammern über Informationsfluten, schieben Panik. Und haben doch nichts begriffen. Zum Beispiel, dass alle diese Bespaßungsmaschinen Wissen nur suggerieren. Sie unterhalten nur. Und halten ab – nämlich vom Selberdenken, Nachdenken, Nachsinnen. Dinge, die man früher mal schon aus purer schöner langer Weile tat. Gern mit Freunden, die zugehört haben, nachgefragt, selbst was beigesteuert. Wer erlebt heute noch intensive Gespräche, bei denen alle was mitnehmen? Vielleicht auch begreifen? Wo gibt es das noch? Online ganz bestimmt nicht.

Und zu Hause oder im Garten? Wer kommt da noch vorbei und hat einfach: Zeit. Muße, im besten Sinn. Zeit, die einer nicht totschlagen will, sondern genießen. Wir haben es ja völlig verlernt, miteinander zu reden, auch mal zu schweigen. Das große Geplapper verdeckt die um sich greifende Einsamkeit. Wo alles oberflächlich bleibt, gibt es kein intensives Dasein mehr, kein Begeistertsein in Gesprächen. Oder das Gefühl, dass man sich auch im Schweigen versteht.

Der Pessimismus, den Preuß immer wieder betont, ist nur zu verständlich. Das Problem begegnet ihm überall. Denn wir leben in einer Welt der Wort-Blasen: Alle führen sie im Munde – aber keiner denkt mehr drüber nach. Von Freiheit bis Wahrheit. Gerade ja frisch ist diese Debatte der Hohlköpfe, sie müssten nun Fake News bekämpfen. Aber wofür? Im Sinne von Wahrheit? Vergesst es, sagt Preuß – in vielen sehr schönen, zugespitzten Varianten. Beispielsweise: „Die Wahrheit will weder einer wissen noch an sie glauben. Es reicht, sie im Mund zu führen.“

Es reicht wirklich. Mit Schein und Oberflächlichkeit macht man Karriere. Und nur wer – wie Preuß – noch hinhört und zuhört, merkt, was für Blender da den großen Macher spielen. Das kann man auch Quote nennen oder Mainstream, nicht wahr, Kollegen Fernsehmacher? – Preuß: „Im Mainstream schwimmt jegliches Fett oben.“

Lächerlich wird es, wenn die Windbeutel des Mainstream anfangen, gegen Fake News kämpfen zu wollen. Mit welcher Munition eigentlich? Mit welchem Instrumentarium? Mit Können glänzen sie ja nicht, sie scheinen ja nur, was sie sind – und sind, was sie scheinen: hübsche Fratzen. Nicht mehr. Deswegen begreifen sie ja nicht mal mehr, was sie falsch machen. So als kleiner Stupser auch für Journalisten: „Wer meint, die Antwort zu kennen, stellt keine Fragen mehr.“

Man merkt: Eigentlich knüpft Preuß bei einem ganz alten Pessimisten an, bei Sokrates. Der seine Zeitgenossen mit seinen unersättlichen Fragen so gründlich verärgerte. Sie mussten das noch aushalten, Athen war ja nicht so groß. Der Philosoph nervte und war ein jeden Tag sichtbarer Stein des Anstoßes. Als er gar noch nach den Göttern fragte, war es den Opportunen genug und sie ließen ihn den Schierlingsbecher trinken.

Heute ist das nicht mehr das Problem. Wir haben die Welt ja nicht nur mit „Informationen“ geflutet, wir sind ja auch allesamt damit beschäftigt, vor uns selber davonzuflüchten. Immer schneller. Keine Zeit. Natürlich. Preuß: „In dem Tempo, mit dem der moderne Mensch seine Fortbewegung beschleunigt, verflüchtigt er sich.“

Merkt’s noch einer? Aber er ist ja nicht da. Er ist ja schon weg, bevor er davongeeilt ist zu etwas Anderem, was jetzt noch viel wichtiger ist.

Aber immerhin: Preuß macht sich noch Gedanken über diese um sich greifende Flucht. Diesem Gebalze von Trug und Schein. Und wo ist der Inhalt?

Da hilft auch keine Lupe. „Du musst nichts können, um bekannt zu werden. Aber wenn du bekannt bist, hast du was gekonnt.“ Das klingt so spielerisch, als wäre es einem einfach bei Fensteraufreißen eingefallen. Oder beim Unkrautjäten im Garten. Aber wer das Büchlein durchblättert, der merkt, dass die Gedanken des Autors fortwährend um bestimmte Themen kreisen. Sie lassen ihn nicht los. Er lässt sie auch nicht los. Da geht es ihm wie dem gealterten, bissig gewordenen Jonathan Swift. Da versucht man selbst sein Leben lang, ein bisschen klüger und weiser zu werden – und dann benehmen sich die Nachkommenden genauso bescheuert wie die Narren, die man selber einst abgelöst hat im Leben.

Und wieder kommen dieselben Windbeutel an die Macht und beglücken die Welt mit Stumpfsinn und dummen Moden. Oh ja, man wird regelrecht angeregt, gleich wieder zu „Gullivers Reisen“ zu greifen – aber nicht der Kinderbuchversion, diesem zusammengekürzten Stück Lüge. Immer nur die ungekürzte Version mit allen Geschichten und Gedanken über die Leute in Brobdingnag, Liliput, Laputa und anderswo. Das Buch ist so aktuell, dass man zum Pessimisten werden könnte. Es vielleicht auch zwangläufig wird.

Denn der Narreteien, an die Millionen Leute glauben, gibt es immerfort in neuer Verpackung. Wer hinschaut, weiß, dass „Millionen Menschen“ sich nicht nur irren können, sondern dass diese gleichgerichtete Menge sich regelmäßig irrt und irren muss. Der Herdentrieb ist etwas geradezu Unfassbares. Und immer kommen neue Prediger, die neue Dummheiten in die Welt posaunen. „Was gab es doch für kluge Köpfe, und doch blieb die Menschheit so dumm.“

Man stolpert mit Preuß, man stößt sich den Kopf. Und man freut sich, dass das noch geht. So knochentrocken die Dinge beim Namen zu nennen. So einfach sind Aphorismen. Man sieht ihnen nicht an, dass einer oft lange dran gefeilt hat, bis sie passten. Und das in einer Welt, die fortwährend trötet, lärmt und schreit und um Aufmerksamkeit buhlt. Jeder Winkel wird von Lärm ausgefüllt. Ein Wunder, dass einer da überhaupt noch mit sich allein sein kann und zum Nachdenken kommt. Auch wenn viele dieser kurzen Sätze zeigen, dass auch Gunter Preuß fortwährend herausgerissen wird aus seinem eigenen Denken. Die Clowns und Nervensägen sind allgegenwärtig und preisen ihre bunte Tütenwelt an mit schrillem Gekreisch. Da merkt es erst der Grübler in seiner stillen Minute: „Ich sehe weit und breit kaum noch wahre Freude, aber viel verlogenen Spaß.“

Man solle das ganze lieber portionsweise lesen, wünscht sich der Nachwortautor Raimund Ködel. Sonst liest sich das so leicht weg und man überliest die besten Stellen. Gerade weil sie so einfach klingen wie dieser: „Wer bedient werden will, muss sich beherrschen lassen.“

Ein Sprüchlein, das man tatsächlich am besten mit in die Küche nimmt und beim Zwiebelschneiden oder Teigkneten drüber nachdenkt. Da steckt mehr drin als nur unsere moderne Just-in-time-Gesellschaft und die Kundenmentalität des modernen Wahlbürgers, der sich beliefern lässt, dem aber die Mühe des Nachfragens und Einmischens zu viel ist. Was heute herummault in Straßen und Foren, das ist der beleidigte Konsument des eigenen Lebens. Es ward nicht geliefert, was er bestellte. Nun ist er beleidigt.

Ein Fettklops des Denkens. Ein Kerl, der wohl nicht mal begreifen wird, wenn man ihm – mit Preuß – sagt: „Freiheit berechtigt weniger als sie verpflichtet.“

Natürlich kann man in so einer Besprechung nicht alle Gedankenwege und -pfade berühren, die Preuß so beschreitet in seinem mit Sinn- und Widersprüchen gefüllten Buch, in dem er auch selbst immer wieder vorkommt: als Stutzender, Suchender und immerfort Fragender. Auch als einer, der sich selbst immer wieder mahnt, skeptisch zu bleiben. Und das Herz nicht zu vergessen, auch nicht im Streit. Mit der Frau zum Beispiel an seiner Seite, mit der es wohl oft heftig zur Sache geht. Aber gerade da, wo die kurzen Sprüche über Frauen fast bissig werden, merkt man: Eigentlich liebt er diesen lebenslangen Stachel im Fleisch.

Und so bringt er die Gegenwart mit ernüchternd trockenen Sprüchen auf den Punkt. Sprüche, die zum Denken anregen. Ob zum Handeln und Sichverändern, ist eine andere Frage. Aber er trifft den Ungeist der Zeit. Manchmal auch mit der Faust, damit es blaue Flecken gibt: „Das Schönheitsideal der Satten verkörpern die Magersüchtigen.“

Da kann man sich nur genüsslich hinsetzen, ein kleines Genussmittel dazu und sich vertiefen in das Buch, wie es da ist. Als Einladung, mit dem Autor zutiefst pessimistisch auf eine Gesellschaft zu schauen, die so sichtlich auf der fortwährenden Flucht vor Stille, Ernsthaftigkeit und Ehrlichkeit ist. Talmi und glitzernder Schein. Und selten mal einer, der gelernt hat, bei sich selbst zu sein. Gunter Preuß: „Die Wahrheit ist ein armes Schwein, aus dem Wurst gemacht wird.“

Lesen. Genießen. Und sinnend aus dem Fenster gucken, wenn einem einer dieser Sätze mal wieder aufgegangen ist wie eine Blume im Frühling. Ein kleines bisschen Arznei für alle, die den Unterhaltungskatzenjammer haben.

Gunter Preuß „Karambolagen. Sinn- und Unsinnsprüche“, HeRas Verlag, Göttingen 2017, 9,99 Euro

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