Wie die Schießpulvertechnologie den Europäern half, die Welt zu unterjochen

Der Titel klingt spannend, die Frage überzeugend. Denn wer sich die Weltgeschichte anschaut, der wundert sich ja tatsächlich: Warum haben ausgerechnet die Europäer mit ihren winzigen Staaten ein halbes Jahrtausend lang die Welt kolonialisiert und teils viel reichere und kulturvolle Länder erobert und beherrscht? Steckt dahinter vielleicht ein Gesetz? Dutzende Wissenschaftler haben sich darüber schon den Kopf zerbrochen.
Anzeige

Manche sahen im Klima den Grund, andere in der Geografie Europas, wieder andere machten Krankheiten dafür verantwortlich. Philip T. Hoffman ist Professor für Wirtschaft und Geschichte am California Institut of Technologie, dem berühmten Cal Tech. Da sieht man die Welt natürlich auf besondere Weise – sehr technologisch. Denn Fakt ist: Technologien haben immer wieder dazu beigetragen, dass Menschen immer neue Stufen von Zivilisation, Kultur und Wohlstand erreichen konnten. Die Menschheitsgeschichte ist eine Geschichte der Technologie-Sprünge.

Und mit jedem Sprung machten sich die Menschen nicht nur unabhängiger von ihren Umgebungsbedingungen, sie traten auch in immer neue Stufen des Wettbewerbs miteinander ein: auf wirtschaftlichem, kulturellem, politischem und militärischem Gebiet. Europas Geschichte – das ist unübersehbar – ist eine Geschichte der Kriege. Aber auch das ist keine Ausnahme. Auch die Geschichte aller anderen Kontinente lässt sich als eine Geschichte der Kriege erzählen. Nur dass die Länder – und darunter richtig große und reiche wie China, Indien, Persien, die Türkei – niemals dazu ansetzten, die halbe Welt zu erobern und ganze Kontinente in Kolonien zu verwandeln.

Sie führten zwar selbst Kriege – gegen regionale Kontrahenten, einfallende Nomaden, um Gebietserweiterungen und gegen aufständische Regionen – aber sie rüsteten keine Flotten aus, um jenseits der Meere das Land anderer Völker zu erobern und die Welt zu dominieren. Das taten nur die Europäer – und einige ihrer ehemaligen Kolonien wie die USA, die Hoffman aus gutem Grund mit zur europäischen Welt rechnet.

War es ein besonders kriegerischer Geist, der die Europäer so aggressiv und herrschsüchtig machte? Oder war es die besondere europäische Konstellation der Kleinkönigreiche, die fortwährend im Krieg miteinander waren, ohne dass es – wie in China oder Russland – zur Herausbildung einer Hegemonialmacht kam, die den Kontinent befriedete? Das zumindest nimmt Hoffman an und entwickelt ein durchaus bezauberndes „Turniermodell“. Das erinnert an die alten Rittersleute, deren Handwerk dereinst ja wirklich der Krieg war. Jeder Adlige wurde bis in die Neuzeit im Kriegshandwerk ausgebildet. Man ritt nicht nur zu Turnieren, sondern der Krieg selbst war der Raum, in dem die Elite des Kontinents ihre Sporen verdiente, um Ruhm und Ehre kämpfte. Aus der Distanz sieht das durchaus wie ein funktionierendes Modell aus, das Hoffman in feste Formeln packt, vier Grundbedingungen definiert – und schon kann er die europäische Geschichte anhand des Turniermodells beschreiben.

Er gibt sich überzeugt, dass er sie damit auch erklärt. Denn im Rahmen der wirtschaftlichen Spieltheorie könnte das Modell ja tatsächlich erklären, warum große und kleine Fürsten immer wieder in Kriege zogen – der Ruhm war der Preis. Die Entscheidung über Krieg oder Nicht-Krieg unterlag – so Hoffmann – einem Abwägungsprozess, in dem die Herrscher die Kosten des Krieges gegen den möglichen Gewinn abwogen. Und wenn die Kosten niedrig waren, der mögliche Gewinn aber hoch, dann wurde zum Krieg geblasen. Und weil das jahrhundertelang so war, entstanden auch Heere bezahlter Söldner, die jederzeit bereit waren, sich für den nächsten Feldzug einkaufen zu lassen. Und es entstand eine Landschaft der Waffenproduzenten, die jederzeit das modernste Kriegsmaterial zu liefern bereit waren. Anfangs alles Handwerker, die sich immer weiter perfektionierten. Später riesige Unternehmen, die ihre Produkte jedem Staat verkauften, der sein Kriegsarsenal modernisieren wollte.

Wo der Krieg fortwährend für Nachfrage sorgte und in den Kriegszügen die besseren Waffen über Sieg und Niederlage mitentschieden, entstand logischerweise auch ein Modernisierungsdruck. Wer mithalten wollte, besorgte sich die effektivsten verfügbaren Waffen. Und da in Europa die Entfernungen immer kurz waren und kriegsentscheidende Neuerungen nicht geheim blieben, florierte die Waffenproduktion und irgendwann im Hochmittelalter fasste nicht nur die Schießpulvertechnologie Fuß in Europa, sie sorgte auch dafür, dass der Innovationsdruck in den europäischen Heeren wuchs.

Weil die Europäer aufgrund des permanenten Kriegszustandes gezwungen waren, die Kriegstechnologie immer weiter zu perfektionieren – und zwar vor allem die Schießpulvertechnologie – gelangten sie zum Ausgang des Mittelalters in eine Position, in der es auf anderen Kontinenten keinen Staat mehr gab, der ihrer Schusswaffentechnologie ernsthaft etwas entgegensetzen konnte. Da genügten kleine, nur wenige hundert Mann starke Söldnerhaufen, um riesige Reiche wie die der Inka und Azteken zu erobern. Nicht einmal Armeen mussten die Europäer losschicken, um ihre Kolonien zu erobern. Ein Haufen schusswaffenversierter Männer genügte.

Stimmt alles.

Hoffman verweist die Liebhaber ökonomischer Formelsätze immer wieder gern auf den Anhang. Da ist er ganz Professor: Er hat eine Theorie, die er mit Formeln untersetzt, und jetzt tut er alles, um sie argumentativ und mit statistischen Daten zu unterfüttern. Man fühlt sich regelrecht wie ein Student in einer Vorlesung bei ihm.

Aber man wird das Gefühl nicht los, dass seine Theorie doch eigentlich nur auf sich selbst beruht. Erst extrahiert er die vier Grundannahmen aus der europäischen Geschichte, formt seine These, die durchaus spannend ist, und dann belegt er sie wieder am realen Verlauf der europäischen und der Kolonialgeschichte.

Kann man machen. Den Leser führt es in eine Geschichtsbetrachtung ein, die viel zu selten auch in den üblichen Geschichtsbüchern auftaucht: die Weltgeschichte als eine Geschichte der Technologien zu erzählen. Und Fakt ist: Staaten mit der moderneren Technologie haben im Wettbewerb mit anderen Staaten immer die Nase vorn gehabt.

Aber: Das trifft eben nicht nur auf die Kriegstechnologien zu. Und darüber stolpert der Leser letztlich im letzten, dem siebenten Kapitel. Eher in Nebensätzen. Aber Hoffman hat auch schon in den vorhergehenden Artikeln immer wieder auch die argumentative Auseinandersetzung mit anderen Autoren gesucht. Im siebenten Kapitel versucht er weitere Interpretationen zur Entwicklung unserer Geschichte aufzunehmen. Augenscheinlich wieder aus dem bislang sehr engen Bereich der Geschichtsökonomie. Da taucht dann zum Beispiel die Frage auf: War es nicht doch das Humankapital (oh ja, da beißt man gedanklich gleich mal in eine Zitrone), das die industrielle Revolution in Gang setzte? Und wo wurde sie eigentlich in Gang gesetzt? Die üblichen Lehrbücher erzählen: in England. Irgendwann im späten 17., beginnenden 18. Jahrhundert.

England ist bei Hoffman deshalb so wichtig, weil er davon ausgeht, dass es ohne die industrielle Revolution in England auch nicht so bald eine industrielle Revolution in Europa gegeben hätte.

Und vor der industriellen Revolution kam die Revolution der Schusswaffentechnologie, die England schon in dem Moment zur militärischen Führungsmacht gemacht hat, als es noch gar nicht industrialisiert war. Dabei erzählt Hoffman selbst, wie lang die Vorgeschichte der Technologie-Entwicklung in Europa tatsächlich war.

Und gedanklich ist man da die ganze Zeit am Umschalten. Warum fallen eigentlich wichtige Stichworte bei Hoffman nicht, die man eigentlich zwingend erwarten würde? Denn die Existenz von Söldnerheeren, deren Anführer sich selbst wie freie Unternehmer gebärdeten und ihre Kampfkraft an jeden verkauften, der ein bisschen Krieg produzieren wollte, gehört genauso zu den frühkapitalistischen Entwicklungen weit vor Beginn der Industrialisierung wie die Entstehung von Börsen, Banken und – na hoppla – Kredit und Kapital.

Denn die ganze teure Waffentechnologie brauchte Kapital. Und Europas Fürsten finanzierten ihre Kriegszüge eben nicht nur aus der eigenen Schatulle oder später immer mehr aus Steuereinnahmen. Sie verschuldeten sich dafür – bei reichen Kaufleuten, Händlern und – man darf es einfach nicht vergessen – den reichen Juden, die ja im Geldgewerbe tätig waren, weil sie in bürgerlichen Berufen nicht tätig werden durften. All das fehlt bei Hoffman, so dass man spätestens im siebenten Kapitel das Gefühl hat, dass der technologiebegeisterte Professor die Geschichte eigentlich auf den Kopf gestellt hat. Oder dass da am CalTech etwas fehlt: ein Wissen um den Beginn der kapitalistischen (nämlich von Kapital getriebenen) Wirtschaftsepoche.

Genau da wird seine These nämlich spannend. Denn dann verändert sich die Frage. Da werden die politischen Ausgangsbedingungen Westeuropas nicht als mythische Ursache für den Triumph der Schießpulvertechnologie erkennbar, sondern als idealer Nährboden für die Entstehung frühkapitalistischer Handelsbeziehungen. Man denke nur an die legendäre Rolle der Kaufmannsstadt Venedig, an die großen Kreditgeber in Deutschland – die Fugger und Welser, die auch die Kriege der Kaiser bezahlten – oder an die legendären Bankiers der Medici, die selber zu einem berühmten Fürstengeschlecht wurden.

Hoffman geht auch auf die Rolle des Christentums ein, die – so seine Interpretation – darin bestand, die europäischen Staaten klein und zerstritten zu halten, und damit ebenfalls dazu beitrug, dass die Schießpulvertechnologie immer weiter vervollkommnet wurde. Aber das Argument wirkt schwach, erst recht, wenn man (nun gerade im Luther-Jahr) um die Rolle des Vatikan als Geldsammler und Großinvestor weiß.

Tatsächlich lenkt Hoffmans Idee den Blick auf eine Tatsache, die augenscheinlich den Autoren, die er so zitiert, gar nicht bewusst ist: dass der Kapitalismus viel älter ist als die industrielle Revolution in England und dass sich viele scheinbar völlig mittelalterliche Akteure (ja, auch die turnierenden Ritter) in Wirklichkeit wie waschechte Frühkapitalisten benahmen. Auch darüber stolpert man, wenn Hoffman so beiläufig von den steinernen Burgen der Ritter und den Festungen der Europäer spricht. Das waren eben nicht nur militärische Fortifikationen. Da verstellt der Militärhistoriker sich selbst den Blick. Die Dinger waren schweineteuer, also richtige Großinvestitionen. Aber sie spielten nur in zweiter Linie eine militärische Rolle. In erster Linie waren sie Sicherungen für Handelswege und Marktplätze. Romantisiert wurden sie erst im 19. Jahrhundert, genauso wie die Ritter, die zwar das Kriegshandwerk beherrschten und mit ihren Fürsten in jeden Feldzug mussten.

Aber ihre Burgen waren in erster Linie Verwaltungssitze von Rittergütern. Es ist also ein netter Gedanke, die so furiose Entwicklung der Schießpulvertechnologie in Westeuropa aus einer spieltheoretischen Notwendigkeit zu berechnen. Aber damit blendet Hoffman die eigentlich treibende Kraft aus, das, was das mittelalterliche Europa tatsächlich schon deutlich vom Rest der Welt unterschied: die Entstehung früher Formen von Kapitalgesellschaften. Auch die Kreuzzüge wurden über Kredite finanziert – aus lauter religiösem Eifer heraus wären sie nie zustande gekommen. Und die italienischen Schiffsbesitzer haben sich goldene Nasen damit verdient.

Und ohne Kredite hätte es auch nicht die rasante Entwicklung der Schusswaffentechnologie in Europa gegeben. Da hätte alles „learning by doing“ nichts genützt, von dem Hoffman glaubt, dass es vor dem 19. Jahrhundert die Entwicklung der Waffentechnologie vorantrieb. Um diese fortwährend sich entwickelnde Kriegswirtschaft am Laufen zu halten, brauchte es einen Markt mit Käufern und Kapitalgebern. Und es brauchte ein immer weiter wachsendes Kapital, um die Sache am Laufen zu halten. Denn die Pistolen und Musketen wurden zwar im Verhältnis immer billiger. Dafür blieben ganze ausgerüstete Armeen, Festungen, Schiffe und Kanonen trotzdem teure Investitionen – die immer teurer wurden, je produktiver sie wurden. Ja, das gibt es tatsächlich: Ökonomen, die berechnen, wie produktiv Kriege sind.

Und so gerät auch aus dem Blick, dass es nicht die Innovationen im Militärwesen waren, die die ökonomische Entwicklung Europas vorantrieben, sondern dass sie Teil einer ganzen breiten Entwicklung von Innovationen waren, die insgesamt die Kapitalisierung der westlichen Gesellschaft vorantrieben. Denn ohne neue Bergbau- und Verhüttungstechnologien hätte es auch keine neuen Schusswaffen gegeben. Kohle war auch in England nicht billig, wie Hoffman meint. Sie wurde erst bezahlbar, als die dafür notwendigen Technologien entwickelt wurden.

So geht man aus dem Buch mit einer hübschen Anregung – und einer gewissen Enttäuschung, dass es sich der Wirtschaftsprofessor so einfach gemacht hat. Nein, es war nicht der Glanz von Ruhm und Ehre, der die Europäer zu den Gewinnern des Wettrennens um die Weltherrschaft machte, sondern der zunehmende Druck jenes Dings, das niemals satt wird und immer mehr Wachstum und Vermehrung will: des Kapitals. Und seine Dominanz hat ganz und gar nicht aufgehört, bloß weil die Westeuropäer im 20. Jahrhundert aufhörten, die Welt als Kolonie zu betrachten.

Aber das steht in anderen Büchern.

Philip Hoffman Wie Europa die Welt eroberte, Theiss Verlag, Darmstadt 2017, 24,95 Euro.

In eigener Sache: Lokaler Journalismus in Leipzig sucht Unterstützer

https://www.l-iz.de/bildung/medien/2017/03/in-eigener-sache-wir-knacken-gemeinsam-die-250-kaufen-den-melder-frei-154108

RezensionenGeschichteTechnologie
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Das Original Rudelsingen präsentiert den allerersten Mitsing – Adventskalender
Rudelsingen PR

Rudelsingen PR

Das Online Rudelsingen gehört in diesen Monaten ganz unbedingt zu den Dingen, die man mal neu ausprobieren sollte. Ja, wir dürfen, müssen gar, sollten und können alle laut singen, gerade im Hier und Jetzt, wenn nicht nur unser Immunsystem eine Extra-Portion Stärkung gut gebrauchen könnte. Kleine Freuden zwischendurch sorgen für mehr Glückshormone, Antriebskraft und Motivation im Alltag.
„Da blutet einem das Herz“ – Corona lässt Turnfest 2021 platzen, nur Deutsche Meisterschaften sollen stattfinden
Das Turnfest 2021 kann wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Die Hoffnungen ruhen nun auf dem Jahr 2025. Foto: DTB / Volker Minkus

Foto: DTB / Volker Minkus

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 85, seit 20. November im HandelEs sollte ein rauschendes Fest werden. Vom 12. bis 16. Mai 2021 war Leipzig als Austragungsort des 44. Internationalen Deutschen Turnfestes vorgesehen (LZ Nr. 80 vom 26.06.2020 berichtete). Doch die Corona-Pandemie ließ diesen sportlichen Traum nun platzen. Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg sahen sich die Veranstalter aufgrund des Infektionsgeschehens dazu gezwungen, dieses Großspektakel abzusagen.
Wie die Städtischen Altenpflegeheime mit der Corona-Pandemie umgehen – und mit Maskenverweigerern
Ohne sensorische Messung der Körpertemperatur ist der Zutritt ins Städtische Altenpflegeheim nicht gestattet. Die strengen Besuchs- und Hygieneregeln werden jedoch nicht von allen Besuchern eingehalten. © Michael Billig

© Michael Billig

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 85, seit 20. November im HandelIm ersten Lockdown der Corona-Pandemie wurden Senioren- und Pflegeheime für die Außenwelt komplett geschlossen. Bewohnerinnen und Bewohner konnten über mehrere Wochen hinweg keinen Besuch empfangen. Selbst engste Angehörige mussten draußen bleiben. Zu dieser Isolation soll es nicht noch einmal kommen. Mit der zweiten Welle der Pandemie haben die Häuser den Kontakt jedoch wieder eingeschränkt.
Kino der Jugend: IG Fortuna überzeugt die Jury mit Konzept für künftiges Kultur- und Begegnungszentrum
IG Fortuna mit der Aktion „Rettet das Kino!“ Foto: Thomas Szabo

Foto: Thomas Szabo

Für alle LeserDie Initiative IG Fortuna soll künftig ein Erbbaurecht für das Kino der Jugend in Volkmarsdorf erhalten, teilt das Liegenschaftsamt der Stadt Leipzig mit. Mit ihrem Konzept zur Wiederbelebung des ehemaligen Lichtspielhauses und der Entwicklung eines „Kultur- und Begegnungszentrums Leipziger Osten“ hat sich die Interessensgemeinschaft jetzt im laufenden Konzeptverfahren gegen eine zweite Bewerbergruppe durchgesetzt.
Joachim-Ringelnatz-Verein schreibt einen Offenen Brief: Wie löst man den Gordischen Knoten am Ringelnatz-Haus in Wurzen?
Sanierungsstand am Ringelnatz-Geburtshaus in Wurzen. Foto: Joachim-Ringelnatz-Verein e.V.

Foto: Joachim-Ringelnatz-Verein e.V.

Für alle LeserSeit zwölf Monaten ruhen die Arbeiten am Ringelnatz-Geburtshaus aufgrund einer verfahrenen, scheinbar ausweglosen Situation in der Abwägung zwischen Denkmalschutz und zukünftiger Nutzung. Der Vorstand des Joachim-Ringelnatz-Verein e. V. sieht daher keinen anderen Weg mehr, als sich mit einem Offenen Brief an die Öffentlichkeit zu wenden, in dem er sachlich den Stand der Dinge darlegt.
Aktueller Monitoringbericht zur Situation der Kultur: Auch in Leipzig drohen hohe Verluste
Rüdiger Wink, Professor für Volkswirtschaftslehre an der HTWK Leipzig. Foto: Johannes Ernst/HTWK Leipzig

Foto: Johannes Ernst/HTWK Leipzig

Für alle LeserBesonders hart treffen die Verfügungen zur Corona-Pandemie-Bewältigung den Kulturbereich. Gerade hier sind tausende Solo-Selbstständige unterwegs, deren Auftritte und Projekte reihenweise abgesagt sind. Ein Monotoringbericht hat jetzt untersucht, mit welch großen Verlusten unsere Gesellschaft im Kulturbereich rechnen muss. Es trifft freilich nicht alle gleich, stellt auch ein Leipziger Forscher fest.
SPD-Fraktion beantragt 20 Millionen Euro extra Kapital für die L-Gruppe, um die Verkehrswende zu finanzieren
Gleisbau der LVB - hier in Lindenau. Archivfoto: Marko Hofmann

Archivfoto: Marko Hofmann

Für alle LeserWas der Oberbürgermeister da jetzt als Vorlage zur Umwandlung des Gesellschafterdarlehens der Stadt Leipzig an die Stadtholding LVV in Eigenkapital vorgelegt hat, hat bei der SPD-Fraktion im Stadtrat gelindes Unbehagen ausgelöst. Beschlossen hat der Stadtrat die Umwandlung schon im Mai 2019. Auch mit der konkreten Auflage, Geld für wichtige Verkehrsinvestitionen anzusparen. Aber das ginge nun nicht mehr, heißt es in der OBM-Vorlage.
Gutverdiener verursachen mehr CO2-Emissionen und werden bei der Steuer trotzdem bevorzugt
Unterschiedliche Steuerlast für Privat-Pkw und Firmenwagen. Grafik: Öko-Institut

Grafik: Öko-Institut

Für alle LeserWenn man genauer hinschaut, sieht man etwas, was in der deutschen Klimapolitik fast immer ausgeblendet wird: Dass selbst im reichen Deutschland die ärmeren Bevölkerungsteile viel weniger zur Klimazerstörung beitragen als die reichen. Aber die Diskussion und die Politik werden von den Reichen bestimmt. Sie sollten deshalb auch die Kosten tragen, findet auch das Öko-Institut e. V.
Und wenn die Welt voll Teufel wär: Luthers aufregende Reise zum Reichstag nach Worms
Klaus-Rüdiger Mai: Und wenn die Welt voll Teufel wär. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVieles ist auf einen markigen Spruch eingedampft in der Erinnerung an Martin Luther. Sein Auftritt in Worms auf dem Reichstag zum Beispiel auf dieses legendäre: „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders.“ Als wenn das so leicht gewesen wäre. Und als wenn es eine schnurgerade Linie vom Thesenanschlag in Wittenberg 1517 zum Wormser Reichstag gegeben hätte. Aber der Weg nach Worms war kurvenreich. Und auch Dr. Martin Luther ahnte 1517 nicht, wo er 1521 landen würde.
Gewaltverbrechen im Leipziger Auwald: Kumpel des Angeklagten hegte sofort einen Tatverdacht
Der mutmaßliche Mörder Edris Z. (31) beim Prozessauftakt. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserAm Freitag wurde vor dem Leipziger Landgericht weiter gegen den mutmaßlichen Mörder vom Leipziger Auwald verhandelt. In der Zeugenvernehmung kam unter anderem ein langjähriger Freund des Angeklagten Edris Z. zu Wort, der diesen schon kurz nach dem Verbrechen im Verdacht hatte.
Freitag, der 27. November 2020: Corona-Verharmlosung im Erzgebirge
Man sieht es nicht, aber auch im Erzgebirge ist das Coronavirus unterwegs. Foto: Oimheidi, Pixabay

Foto: Oimheidi, Pixabay

Für alle LeserEin Bürgermeister im Erzgebirge vertritt die Auffassung, dass die „allermeisten“ Corona-Erkrankten keine Symptome hätten. Vielleicht erklärt das die „Spitzenposition“ des Erzgebirges in Sachsen. Außerdem: Die IG Fortuna hat den Zuschlag beim „Kino der Jugend“ erhalten und Michael Ballweg antwortet auf unsere Fragen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 27. November 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
50-Kilometer-Weltrekordversuch verschoben: Marcus Schöfisch geht erst im Dezember aufs Laufband
Marcus Schöfisch hat nun drei Wochen mehr Zeit für die Vorbereitungen. Foto: Lauftraining.com

Foto: Lauftraining.com

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 85, seit 20. November im HandelEigentlich wollte Marcus Schöfisch jetzt bereits einen nagelneuen Weltrekord in der Tasche haben. Wie in der letzten LZ-Ausgabe berichtet, hatte der Leipziger für vergangenen Sonntag den Angriff auf den Bestwert über 50 Kilometer auf dem Laufband angekündigt. Doch das Vorhaben konnte noch nicht stattfinden. Die Leipziger Zeitung (LZ) hat beim 33-jährigen Athleten nachgefragt.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #54
The Courier-Journal, Louisville, Kentucky, Seite 9 vom 4. Januar 1885. Quelle: newspapers.com

Quelle: newspapers.com

Für alle LeserBlack Friday. Großer Ausverkauf heute. Donald kündigt an, das Weiße Haus zu verlassen. Melania kündigt nichts an, wird Donald aber trotzdem verlassen. Allerdings erst wenn der Black Friday Sale vorbei und sie aus dem Weißen Haus raus ist. Da aber niemand – nicht mal das Weiße Haus – weiß, wo der Black Friday Sale eigentlich herkommt, kündige ich hiermit an, den Anlass, den Ort und die Zeit für diesen seltsamen Tag hier und heute zu nennen.
Schluss mit dem Kahlschlag: Kommunen sollen über den kommunalen Baumschutz wieder selbst entscheiden können
Gefällter Baum in Connewitz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNoch ist es nicht beschlossen, sondern gab es am Donnerstag, 26. November, erst einmal die Anhörung zum neuen sächsischen Naturschutzgesetz, das die schlimmsten Fehler der Gesetzesänderung von vor zehn Jahren reparieren soll. Im Zentrum steht dabei der Passus, der das Fällen tausender Bäume auf Privatgrundstücken möglich gemacht hatte unter dem Label „weniger Bürokratie“.
Große Pandemiemüdigkeit: Auch die Psyche leidet unter der Verunsicherung durch Corona
Prof. Dr. Hannes Zacher. Foto: Swen Reichhold / Universität Leipzig

Foto: Swen Reichhold / Universität Leipzig

Für alle LeserSeit acht Monaten geht das nun so. Mal wird gelockert, dann wieder verschärft. Meistens trifft es immer wieder dieselben Berufsgruppen und Branchen. Da kann niemand mehr planen. Und das zehrt an der Psyche. Eine zunehmende „Pandemiemüdigkeit“ beobachtet der Leipziger Arbeitspsychologe Prof. Dr. Hannes Zacher.