Warum die Aushöhlung der Medien unsere Demokratie nicht nur gefährdet, sondern zerfrisst

Für FreikäuferSpätestens seit Donald Trumps kometenhaftem Aufstieg zum US-Präsidenten ist das Thema Fakenews in aller Munde. Rechte Foren pöbeln gegen die Medien. Die sozialen Netzwerke werden mit Lügengeschichten geflutet. Die Emotionen kochen hoch. Was ist da los? Warum geraten klassische Medien gerade jetzt so unter Druck? Mit Stephan Russ-Mohl hat ein gestandener Journalistikprofessor sich des Themas jetzt angenommen.
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Er schlägt einen großen Bogen. Das ist wichtig, um verstehen zu können, warum die Angriffe auf die Medien derzeit so massiv sind und warum immer mehr Leute der Presseberichterstattung misstrauen. Oder behaupten, es zu tun. Denn wer Politiker genauso verachtet wie Journalisten, der hat ganz unübersehbar ein gewaltiges Problem mit der Demokratie.

Wobei Umfragen immer ihre Tücken haben. Erst recht, wenn sie pauschalisieren. Was recht deutlich wird, wenn Russ-Mohl auf die Art zu sprechen kommt, wie sich politische Berichterstattung verändert hat in den vergangenen Jahrzehnten, nicht erst mit dem Internet. Sie hat sich von klassischer Analyse und Hintergrundberichterstattung immer mehr in eine personalisierte Häppchenberichterstattung verwandelt, in der Wahlen wie Pferderennen inszeniert werden und politische Diskussionen wie ein Showdown dargestellt werden, in dem es nur um Sieg und Niederlage geht.

Den Trend hat vor allem das Fernsehen angeheizt. Der Rest der Medien folgte. Denn zur Analyse der klassischen Fehler von Medien gehört auch, wie stark das Schwarmverhalten unter Journalisten ausgeprägt ist. Deswegen werden einige Medien auch bewusst als Leitmedien bezeichnet: Sie geben die Richtung vor, wie über politische Themen geurteilt wird. Und die große Meute folgt meist ohne zu Zögern.

Was aber nicht nur Gründe in journalistischen Filterblasen hat, sondern auch ganz strukturelle, die Russ-Mohl nur streift, was schon verblüfft. Denn das zentrale Thema seines Buches ist im Grunde die Aufmerksamkeitsökonomie. Medien sind ja kein Selbstzweck. Entstanden sind sie alle, um den vernünftigen und informierten Diskurs in einer demokratischen Gesellschaft zu ermöglichen. Die große Idee der Aufklärung dabei war: Wenn der Staatsbürger alle Möglichkeiten hat, sich umfassend über all die Dinge zu informieren, die das Leben in seiner Gesellschaft beeinflussen, dann wird er auch zu vernünftigen Entscheidungen befähigt. Eine freie, unabhängige und informative Presse ist danach die Grundlage einer vernünftigen und rationalen Gesellschaft.

Die Wirklichkeit sieht eine ganze Ecke anders aus. Denn den lesenden Aufklärer, der im Kaffeehaus ganze Berge von Zeitungen durchlas und hinterher wirklich ein umfassendes Bild von den Vorgängen in der Welt hatte, den gibt es nicht mehr. Diese Muße hat kaum jemand mehr. Dafür hat schon die Entwicklung der elektronischen Medien in den vergangenen Jahrzehnten gesorgt, die allesamt gegenüber der Zeitung einen Vorteil haben: Sie arbeiten mit bewegten Bildern. Sie sorgen dafür, dass es rund um die Uhr ein bewegtes Angebot gibt, das man nur anschalten muss und schon versinkt man in einer Flut von Bildern, Bildern, Bildern. Das meiste davon Unterhaltung ohne jeden Tiefgang. Und wenn es mal zwischendurch ernsthaftere Nachrichten gibt, dominieren auch dort emotionalisierte Bilder. Die Welt als Guckkasten und Dauerkino. Ohne dass die TV-Sender (auch nicht die öffentlich-rechtlichen) es geschafft hätten, attraktive Formate für informative Sendungen zu entwickeln. Schon die Fixierung auf die Quote zeigt: Hier ist nicht der informierte Bürger das Ziel, sondern der Zuschauer, der unterhalten werden will. Der fortwährend in Spannung gehalten werden will, abgelenkt von der Wirklichkeit.

Die Aufmerksamkeit wird gebunden. Wer die Aufmerksamkeit der Bürger an sich fesseln kann, der macht Politik. Der macht Meinung. Und er verändert die Rezeptionsgewohnheiten der Menschen. Und er fixt sie an. Denn jeder konnte es beobachten, wie die Bilderschnipsel immer kürzer, schneller und greller wurden. Wer einen unterhaltungssüchtigen Patienten hat, der muss die Dosis erhöhen und die Hemmschwellen senken.

Deswegen war der Traum, das Internet würde es schaffen, wieder ein allen zugängliches demokratisches Forum hervorzubringen, von Anfang an ein falscher Traum. Im Internet gelten dieselben Regeln wie außerhalb: Man bekommt die Aufmerksamkeit der Menschen nur mit zirzensischer Unterhaltung. In Häppchen gepackt. Denn darauf ist der moderne Bürger trainiert. Er ist darauf geeicht, dass er alle Nachrichten sofort und bunt und kurz und knackig bekommt.

Und klassische Medien sind damit verglichen: anstrengend, verlangen Zeit und Konzentration. Die viele Menschen nicht mehr aufbringen können. Sie haben sich auch in der Politik daran gewöhnt, dass sie alle vier, fünf Jahre etwas kaufen – und dann sollen die gewählten Politiker bitteschön allein sehen, wie sie alles in Ordnung bringen. Das ist zwar schizophren, dergleichen von Politikern zu erwarten – und sie gleichzeitig zu verachten. Aber es ist so.

Dasselbe gilt für „die Medien“.

Die damit bis vor ein paar Jahren ganz gut leben konnten. Auch die gedruckten Medien. Sie boten, was die TV-Schnipsel nicht zu bieten hatten. Sie beschäftigten sich tiefgründiger mit den Themen, die auf dem Bildschirm immer nur angerissen wurden. Und sie waren dort stark, wo die Sendeanstalten nicht präsent waren: im Regionalen zum Beispiel.

Aber mit dem Aufkommen der „social media“ ist diese Nische erodiert. Und zwar in einer historisch sehr kurzen Zeit. Denn diese neuen Netzwerke, in die sich jeder einklinken konnte, weil es scheinbar alles für umsonst gab, haben den klassischen Medien ihre einstige „Gatekeeper“-Funktion genommen. Sie wurden zu riesigen Räumen, in die jeder, der wollte, seine Informationen einspeisen konnte und kann. Jeder Nutzer kann selbst zum Datenerfinder werden. Auf einmal schien es eine digitale Welt zu geben, in der alles, was der Mensch wissen kann, jederzeit verfügbar war. Und auch noch schneller, als es klassische Medien verarbeiten können.

Dass klassische Medien Zeit brauchen, um Geschichten zu prüfen, die Fakten zu checken und sie vor allem richtig einzusortieren, damit eben keine Fakes nach draußen gehen, ist hunderten Plattformen und „Sendern“ in den „social media“ völlig egal. In Windeseile geht hier alles, was irgendwie für Aufregung sorgen kann, um die Welt. Das meiste davon: Fakes, Erfindungen, ungeprüfte Sensationen. „Gucke mal da …“

Und das trifft auf Millionen Nutzer zu, die – Umfragen belegen es – Fake News nicht von Fakten unterscheiden können, denen etwas fehlt, was nicht nur Russ-Mohl bemerkt: Medienkompetenz. Oder genauer: Nachrichtenkompetenz.

In Lehrplänen taucht zwar immer wieder irgendwelcher Lernstoff zu „Medienkompetenz“ auf. Aber da geht es meistens um technische Geräte, nicht um Inhalte. Die Schüler lernen nicht mehr, journalistische Texte zu lesen und kritisch zu hinterfragen. Dabei braucht der Journalismus den kritischen Leser, der fähig ist einzuschätzen, ob das, was er liest, stimmt oder erfunden ist.

Den man eigentlich erwarten könnte in einem aufgeklärten Zeitalter. Aber die Bilanz zum Schulwesen ist ernüchternd: Das heutige Bildungswesen entlässt keinen gebildeten Menschen. Übrigens ein Thema, das auch die Wissenschaftsberichterstattung betrifft: Den meisten Bürgern – den älteren wie den jungen – fehlt das simpelste Rüstzeug zum wissenschaftlichen Denken.

Ergebnis: Journalismus trifft auf Rezipienten, die mit ausführlichen Reportagen, komplexen Zusammenhängen und der Vielfalt der Welt schlicht überfordert sind.

Und dazu kommt die Aufmerksamkeitsökonomie: Nutzer, die daran gewöhnt sind, dass sie eine Nachricht binnen Sekunden gesehen, gelesen und geschluckt haben, die sind kaum zu animieren, sich längere Texte und gründlichere Berichte anzuschauen. Die Boulevard-Medien haben sich das übrigens schon weit vor Erfindung von Facebook & Co. zunutze gemacht.

Ein Trend, der sich mit den „social media“ nur noch verstärkt hat: Ihr Futter sind Sensationen, Hingucker, Blitznachrichten.

Damit ziehen sie zwangsläufig die Aufmerksamkeit erst recht von klassischen Medien ab. Wer bei Facebook und Twitter unterwegs ist, der hat eigentliche keine Zeit und keine Aufmerksamkeit mehr für anderes. Binnen zehn Jahren sind diese Portale zu den eigentlichen Gatekeepern geworden, mit allen fatalen Folgen, die das für die (des-)informierte Gesellschaft hat. Denn damit haben sie logischerweise dem teuren, weil von echten Menschen betriebenem Journalismus die Basis entzogen. Denn wenn man alles Mögliche in diesen Netzwerken sofort bekommen und kommentieren und teilen kann, dann verändern sich die Meinungsbildungen einer Gesellschaft drastisch. Dann gewinnen ungeprüfte Meldungen und echte Desinformationen eine Macht, die sie vorher nicht hatten.

Russ-Mohl diskutiert zwar auch ausführlich die teilweise sehr desolate Fehlerkultur in klassischen Printmedien. Aber Fakes und Fehler fallen dort viel öfter auf – nicht weil sie öfter passieren, sondern weil Zeitungen eigentlich daran arbeiten, dass sie nicht passieren. Oder seltener passieren.

Journalisten sind nicht perfekt. Erst recht nicht, wenn es immer weniger werden und diese unter immer höherem Zeitdruck arbeiten müssen. Trotzdem ist zwischen dem hohen und meist noch immer seriösen Anspruch klassischer Redaktionen und dem, was die Nutzer in den social communities zu sehen bekommen, ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Dazu kommt dann noch der Effekt der Filterblasen. Filterblasen gibt es zwar auch außerhalb der „social media“. Aber dort sind sie niemals so abgeschottet und gar von Algorithmen systematisch erzeugt. In Facebook-Filterblasen aber bekommen ganze Nutzergruppen nur noch das angezeigt, was zum eigenen Weltbild passt. Es gibt kein Korrektiv mehr, das auch Menschen unterschiedlicher Denkungsart darauf aufmerksam macht, wo es noch seriöse Kritik, wissenschaftliche Grundlagen oder wichtige ergänzende Berichterstattung gibt.

Deswegen haben natürlich Nutzer in der Trump-Filterblase das Gefühl, dass der Mann Recht hat. Es gibt ja keine abweichenden Sichtweisen mehr.

Zu denen klassischer Journalismus seine Nutzer immer noch zwingt. Zwar müssen sich Journalisten oft einen Ruck geben, ihre eigene Sicht auf die Dinge immer wieder infrage zu stellen und auch kontroverse Sichten wahrzunehmen. Aber sie tun es immer wieder.

Und zeigen damit natürlich auch, dass die schnell hingeschmetterten Meldungen im Netz meist nicht halten können, was sie behaupten.

Lange hat Mark Zuckerberg gebraucht, um zuzugeben, dass sein Netzwerk im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf eine sehr entscheidende Rolle gespielt hat – gerade weil Facebook eben kein redaktionelles Korrektiv besitzt. Bis vor kurzem stritten die großen IT-Giganten ja sogar ab, dass sie in irgendeiner Weise „richtige“ Medien sind.

Sind sie aber doch. In Großbritannien hat man es ihnen mittlerweile auch offiziell unter die Nase gerieben: Sie veröffentlichen mehr Informationen als alle klassischen Medien zusammen – und so gut wie alles davon ist ungeprüft. Womit diese Netzwerke zu gigantischen Lügenschleudern wurden, zu regelrechten Desinformations-Maschinen. Die übrigens niemand besser zu nutzen weiß als Wladimir Putin. Ein gut Teil seiner Einflussnahme auf den Präsidentschaftswahlkampf ist mittlerweile belegt. Und auch in Deutschland sind seine Propaganda-Truppen schon lange unterwegs, bespielen Seiten, auf denen ganz gesteuert Desinformationen verbreitet werden, haben Trolle und Bot-Netze am Werk. Natürlich hat das auch die letzte Bundestagswahl beeinflusst.

Aber – den Schritt geht Russ-Mohl dann nicht – Putins Geheimdienst nutzt damit ja nur sehr effizient die modernen Netzwerke, um Putins Politik zu unterstützen. Da überrascht eher die Ahnungslosigkeit westlicher Politik, die das für nicht oder schwer möglich hält. Aber Fakt ist: Die „social media“ haben neue und sehr umfassende Möglichkeiten geschaffen, mit Desinformation politische Stimmungslagen zu beeinflussen. Was dann auch die Populisten aller Farben von blau bis braun längst massiv ausnutzen. Sie sehen nicht einmal etwas Peinliches darin, Roboter einzusetzen, um die Stimmung für sich anzuheizen.

Die Analyse von Russ-Mohl ist heftig. Und noch viel umfangreicher, denn es sind ja nicht nur Autokraten und Populisten, die sich in der Schönen Neuen Welt pudelwohl fühlen. Längst haben auch die einstigen Werbetreibenden der klassischen Medien entdeckt, dass sie diesen ganzen kritischen und ärgerlichen Journalismus vermeiden können, indem sie ihre Werbung abziehen und direkt in die „social media“ gehen, wo sie dann neben eigenen Schönwetterseiten auch die Kundenbespielung direkt angehen.

Direktes Ergebnis: weggebrochene Werbeeinnahmen bei den klassischen Blättern und massive Entlassungen in den Redaktionen. Russ-Mohl spricht vom „Bermuda-Dreeick“, in dem der Journalismus verschwindet. Er versucht auch zu analysieren, welche Fehler die klassischen Medien gemacht haben, die das Dilemma nur noch verstärkt haben. Die Erzeugung von Hypes (Stichworte: Vogelgrippe oder BSE) gehören genauso dazu wie unterlassene Recherchen in wichtigen Themenfeldern (Stichwort: Mafia), aber auch Unterlassung anspruchsvoller Berichterstattung („Verspielter öffentlich-rechtlicher Kredit“) und die Unfähigkeit zu erkennen, wann man es mit Framing zu tun hat.

All das tangiert aber immer wieder das Gebiet der Aufmerksamkeitsökonomie und den Hang vieler Redaktionen, unbedingt dabei sein zu müssen, wenn die Sau durchs Dorf getrieben wird (oder die Kuh). So etwas untergräbt logischerweise Vertrauen. Und es verschafft, wenn man blind ist für die Wirkung von Frames und Bildern, jede Menge Futter dafür, dass die Medien selbst zu Verstärkern für Desinformationen werden. Statt die Frames der Populisten und Autokraten zu hinterfragen und über die reale Welt dahinter zu recherchieren, hat man deren Frames erst großgemacht und verstärkt. Auch Widerrede verstärkt diese Frames. Russ-Mohl zitiert natürlich auch Elisabeth Wehling – nebst vielen anderen Kommunikationsforschern.

Denn eigentlich geht es ihm auch um die Wahrnehmung seiner Branche. Und er attestiert den Journalisten irgendwie fehlende Wahrnehmung der in hunderten Studien und Büchern präsenten Ergebnisse der Kommunikationswissenschaft. Hätten sie also schon früher lernen können, was sie falsch gemacht haben?

Das halte ich für eine Überhebung des Wissenschaftlers. Mal abgesehen davon, dass die meisten Kommunikationswissenschaftler es nicht mal schaffen, aus ihrer eigenen Filterblase herauszukommen. Kommunikation ist ganz ersichtlich nicht das, was sie beherrschen.

Was mit dem anderen Teil der Ökonomie zu tun hat: Je mehr das redaktionelle Personal in den Redaktionen ausgedünnt ist, je weniger Zeit bleibt für das Nachfragen bei Stephan Russ-Mohl oder anderen Kollegen seiner Zunft: Habt ihr eine gute Geschichte für uns?

Natürlich gibt es diese Geschichten. Aber auch dafür braucht man Zeit und Leute: diese detailpusseligen Journalisten, die ja nicht nur Fakten sammeln, um irgendwelche Politiker zu ärgern, sondern um ihre Geschichten richtig zu verorten, sie so nah wir möglich an die Realität heranzuführen.

Denn tatsächlich arbeiten sie die ganze Zeit an gegen eine lärmende Aufmerksamkeitsmaschine, die ihre Leser schon hundert Mal belogen und verarscht hat, bevor auch nur der erste seriöse und faktenbasierte Artikel erscheint. Den dann 99 von 100 Leuten nicht lesen, weil sie einerseits glauben, schon voll umfassend informiert zu sein, und zweitens keine Zeit und keine Aufmerksamkeit mehr haben. Die haben ja die Lärmenden und Blitzschnellgescheiten schon aufgefressen.

Deswegen sind Russ-Mohls Vorschläge, was die bis jetzt noch verbliebenen Medienhäuser ändern könnten, um wieder Vertrauen zurückzugewinnen, klug und richtig. Aber bei weitem nicht ausreichend, um das Dilemma zu lösen, in das wir im Glauben an die Wohltaten der „social media“ hineingerauscht sind. Man könne die IT-Giganten vielleicht zu ein paar Änderungen ihres Verhaltens animieren, meint der Wissenschaftler. Aber eigentlich sind sie längst zu groß und zu marktbeherrschend, dass sie sich von irgendwem irgendetwas sagen ließen oder gar begreifen würden, was sie mit ihren offenen Schleusen für Lug und Trug und Manipulation eigentlich angerichtet haben.

Längst sind Millionen Menschen in Filterblasen abgetaucht, in denen sie von den seriösen Medien gar nicht mehr erreicht werden. Das ist das Gegenteil von Kants Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit. Und es ist logischerweise das weit offene Einfallstor für Populisten, Autokraten, Lügner und Geheimdienste.

Keine sehr verlockenden Aussichten. Denn Menschen, die dafür empfänglich sind, sind nur zu bereit fürs Manipuliertwerden.

Stephan Russ-Mohl Die informierte Gesellschaft und ihre Feinde, Herbert von Halem Verlag, Köln 2017, 23 Euro.

Die neue LZ Nr. 48 ist da: Zwischen Weiterso, Mut zum Wolf und der Frage nach der Zukunft der Demokratie

 

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