Bibliophil wieder aufgelegt

Martin Gumperts Hahnemann-Roman aus dem Jahr 1934 im Südverlag

Für alle LeserDies ist ein Buch aus einer anderen Zeit. Es erschien zum ersten Mal 1949 im Südverlag. Davor 1934 bei Samuel Fischer in Berlin, zwei Jahre, bevor der Berliner Mediziner und Autor Martin Gumpert in die USA emigrierte. Sein „Hahnemann“ war schon das Ergebnis seines praktischen Berufsverbotes durch die Nazis 1933. Denn fortan schrieb er vor allem über große Forscher, Mediziner und Wohltäter.

Der Südverlag hat sein Buch über Samuel Hahnemann jetzt mit in die Reihe „bibliophil“ aufgenommen. Natürlich ist es ein Lesevergnügen, eines, bei dem man sich anfangs fragt: Wer kann heute noch so schreiben? Die heutigen Romanciers haben doch selten noch so einen emotionalen, richtig begeisterten Stil, einen Stil, der ein Menschenschicksal wie ein großes, drängendes Drama inszeniert – atemlos, überschwänglich, expressiv.

Das war mal der Stil einer ganzen Epoche. Bei Stefan Zweig findet man ihn in seiner reinsten Ausformung. Keiner hat wie er die großen Akteure der Weltgeschichte in ihrem Schicksalsdrama gezeigt, ihre Aufstiege und ihr Scheitern. Aber auch das Bezwingende und Unausweichliche in ihrem Lebensweg. Auch Gumpert kommt aus der Welt des Expressionismus. 1917 debütierte er im Leipziger Kurt Wolff Verlag mit Gedichten.

Und in seinen Hahnemann-Roman steigt er ein mit einem Ereignis aus dem Jahr 1925, als ein weiterer Versuch scheitert, Hahnemann in der Welt der Allgemeinmedizin wieder salonfähig zu machen. Der Chirurg August Bier startete den Versuch – und scheiterte. Der Streit bleibt lebendig, auch über Gumperts Tod hinaus. 2010 jährte sich der Erscheinungstag von Hahnemanns „Organon der rationellen Heilkunde“ zum 200. Mal – und die Fronten sind so verhärtet wie zu seinen Lebzeiten.

Da vergisst man beinah, dass Samuel Hahnemann sich mit einer ganz anderen medizinischen Welt anlegte. Gumpert schildert es mit jeder Menge Herzblut und Mitgefühl. Denn Hahnemann litt für seine Erkenntnisse. Als Arzt, der stillschweigend einfach die geltenden Regeln der Medizin seiner Zeit angewendet hätte, hätte er reich werden können. Doch er wählte den Weg der Armut, der Ruhelosigkeit und der Kämpfe. Weil er es nicht aushielt, als Arzt machtlos und unwissend zu sein. Sein Schicksal ist nur verständlich, wenn man weiß, auf welchem armseligen Stand die Medizin seiner Zeit war, welche unsinnigen Glaubensgebäude das Arztdasein bestimmten, wie Apotheker pfuschten und dass zu den unsinnigsten Gelegenheiten geschröpft und zur Ader gelassen wurde. Es war ein einziges Gemetzel.

Aber es war auch die Zeit, in der die ersten Mediziner begannen, der Medizin einen wirklichen naturwissenschaftlichen Unterbau zu verschaffen. Oft irrend, oft unsystematisch. Auch in Leipzig, das mehrmals zur Lebensstation des 1755 in Meißen geborenen Mediziners wurde. Hier studierte er Medizin, hier versuchte er es 1789 erneut, nachdem er die klassische Arztlaufbahn schon verlassen hatte, weil er an dieser Pfuscherei an den Menschen verzweifelte, auch wenn er da noch nicht wusste, wie er zu einer besseren ärztlichen Praxis kommen sollte. Er übersetzte für Leipziger Verlage die wichtigsten medizinischen Titel der Zeit – und versah sie gleich mit kritischen Kommentaren.

Er war ein Ungeduldiger, einer, der respektlos und wütend werden konnte, wenn er merkte, auf welchen Irrwegen die Berühmtheiten der Zeit wandelten. Er schreckte vor keiner Größe der Medizin zurück, griff an und wunderte sich nicht, wie Ärzte und Apotheker protestierten und dafür sorgten, dass ihm sein Wirken unmöglich gemacht wurde.

Dass der Streit bis heute anhält, hat mit dieser Rigorosität zu tun. Wer sich angiftet, der wird auch über neue Erkenntnisse nicht in Ruhe reden und forschen können. 1811 ist Hahnemann wieder in Leipzig. Es sind schlimme Zeiten. Napoleon hat Europa in den Krieg gestürzt. Doch in Leipzig erkämpft sich der 57-Jährige sogar noch die Lehrbefugnis. Das ist der Beginn der Homöopathie als Schule. Hier bildet er seine ersten Schüler aus. Das „Organon“ (das er später noch mehrfach überarbeitet) versammelt die wichtigsten Paragraphen seiner Lehre. Darunter vieles, was heute auch in der Schulmedizin Standard ist, zu dem man aber auf anderem Wege gelangte. Auf Umwegen.

Natürlich ist Gumpert parteiisch. Für ihn ist dieser sture Hahnemann ein Held, einer, der sich für seine Sache kompromisslos gibt und jedes Mal riskiert, dass ihm sein Wirken als Arzt vor Ort untersagt wird. Dann hieß es wieder weiterziehen mit Sack und Pack und einer immer größer werdenden Familie. Sie kommt kaum ins Bild, aber die Apothekertochter Johanna Leopoldine Henriette Küchler aus Dessau, die seine Frau war, teilte mit ihm all diese Wege und Wirrnisse. Sie wird später, in Köthen, wo er endlich in Ruhe praktizieren kann, weit vor ihm sterben. Da hat Hahnemann den Gipfel seines Ruhmes und die große Stadt Paris noch vor sich. Dort stehen die reichen Patienten Schlange. Aus dem Verfemten ist einer geworden, der auch durch seine Erfolge von sich Reden macht. Denn in seiner Homöopathie steckt mehr als das Arbeiten mit den hochpotenzierten Lösungen.

Der Leser ist ja dabei, wenn Gumpert es Station für Station herausarbeitet, wie Samuel Hahnemann zu seinen Heilprinzipien gelangt, wie er sucht und irrt und findet. Und schon weil er systematischer arbeitet und die Drogen an sich und seiner Familie ausprobiert, beruhen seine Thesen auf festerem Grund als all das, was zu seiner Zeit Lehrmeinung war. Und da er auch den wundersamen Mixturen der Apotheker misstraute (die ihn umso heftiger befehdeten), waren seine Heilerfolge sichtlich größer. Er kurierte seine Patienten nicht zu Tode. Gumpert erzählt einige der schlimmsten Kuren der Zeit, die ahnen lassen, wie gläubig sich die Menschen jahrhundertelang einer von falschen Theorien besessenen Medizin hingaben.

Man merkt auch die Punkte, an denen Hahnemann Widerhall fand in seiner Zeit. Denn die war – in ihren besten Köpfen – eigentlich offen für eine naturwissenschaftlich fundierte und durch Experimente und gesammelte Patientenberichte gestützte Medizin. Aber schon 1821 muss er aus Leipzig weichen. Ärzte und Apotheker begreifen ihn als unliebsame Konkurrenz. Dass er seine Arzneien selber bereitet, wird ihm mal wieder zum Verhängnis. Und er hat Glück, dass der Fürst in Köthen selbst entscheiden darf, wer bei ihm als Arzt praktiziert.

Man muss kein Anhänger der Homöopathie sein, um diesen rebellischen Sturkopf zu verstehen und es jedes Mal zu bedauern, wenn er wieder weichen muss. In Leipzig wurde ihm ja 1851 ein Denkmal gesetzt, das ihn so zeigt, wie ihn die Leipziger erlebt haben müssen – mit seiner hohen, kahlen Stirn, ins Buch vertieft. Vielleicht ist es einer der Folianten, die er selbst vollschrieb mit seinen Patientenbeobachtungen. Denn das ist eigentlich das Zentrale in seiner Lehre: die intensive Beobachtung seiner Patienten, das genaue Beschreiben der Symptome und die Suche nach der wirklich wirksamen Substanz, die „Gleiches mit Gleichem“ heilen sollte.

Vieles in seinen Erkenntnissen ist bis heute modern. Auch wenn der Arzt, der die Zeit hat, sich mit den Krankheitsgeschichten seiner Patienten wirklich intensiv zu beschäftigen, durch die modernen Betriebswirtschaftler ausgemerzt wurde, hinausoptimiert aus einem auf Hochleistung getrimmten Gesundheitswesen, in dem Patienten behandelt werden wie Maschinen, die schnell wieder repariert werden sollen. Es verwundert nicht, dass Homöopathen auch heute wieder oder noch Zulauf haben. Denn sie tun – wenn sie sich wirklich an Hahnemann halten – das, was der zur Eile gezwungene Hausarzt schon lange nicht mehr kann: Sie beschäftigen sich intensiv mit ihren Patienten und den Symptomen ihrer Krankheit. Schon das hilft. Denn auch das steckt schon in Hahnemanns früher Arbeit: Die wichtigste Arbeit bei der Heilung einer Krankheit leistet der Körper selbst. Dabei braucht er meist nur die richtige Unterstützung durch den Arzt. Was übrigens der Punkt ist, an dem sich Hahnemann am deutlichsten von den Ärzten seiner Zeit unterschied: Er wollte nicht reich werden an seinen Patienten (auch wenn er bei der Bezahlung seiner Arbeit konsequent war), sondern die Menschen heilen.

Das Buch ist also – ganz wie bei Stefan Zweig – eine furiose Hommage an einen Mann, der sich ganz seiner Idee verschrieb – manchmal zu sehr. Auch das lässt Gumpert ja nicht weg. Selbst seine Schüler bekamen ja Hahnemanns Rigorosität zu spüren. Umso märchenhafter ist dann das Auftauchen der jungen Französin Mélanie d’Hervilly, die Hahnemann schnappte und nach Paris entführte, wo er sein Leben im Glanz seines Ruhmes beendete. Und entziehen kann sich der Leser dem Furioso eigentlich nicht, bei dem Gumpert auch nicht spart mit Beschreibungen der Armut und Verzweiflung, die über den frühen Jahrzehnten Hahnemanns lagen, die ihn aber trotzdem nicht entmutigten. War er tatsächlich so angefeindet? Man weiß es nicht. Auch Gumpert wird ja schon nur noch auf die Zeugnisse der Zeit zurückgegriffen haben. Und die Wortgefechte in den medizinischen Zeitungen waren heftig, rücksichtslos, vernichtend. Man gebe einem Professor einen Federkiel in die Hand – und er wird zum Berserker.

Nur kippt die Geschichte just an der Stelle, an der andere Leute die Segel streichen und geschlagen im Nichts verschwinden. Dieser Bursche hier ließ auch im Greisenalter nicht locker. Vielleicht auch, weil er seit Leipzig merkte, dass seine Ideen Anhänger fanden. Das hilft manchmal, das Aufgeben zu verhindern und auf die Resignation zu verzichten. Denn wenn die Idee nun tatsächlich einen belastbaren Grund hat, dann …

Der Leser bekommt also einen mit jeder Menge Herzblut und Furioso geschriebenen Lebensroman über Samuel Hahnemann – und gleichzeitig das Buch eines Autors, das auch nach über 80 Jahren noch so frisch und kämpferisch zu lesen ist wie im Jahr 1934. 1934 – das war auch das Jahr, in dem Stefan Zweigs Bücher in Deutschland verboten wurden und in dem Stefan Zweig nach London emigrierte, zwei Jahre vor Martin Gumperts Flucht aus Deutschland.

 

Martin Gumpert „Samuel Hahnemann. Rebellischer Arzt und Begründer der Homöopathie“, Südverlag, Konstanz 2018, 18 Euro

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