Auch in Sachsen-Anhalt leben noch richtige Menschen

André Herrmanns „Platzwechsel“ oder Zurück mit allen Gefühlen in der mittelostdeutschen Provinz

Für alle LeserEiner unser treuesten Leser warf uns gleich vor, wir würden eine nicht wirklich begründete Jubelmeldung veröffentlichen, als wir ankündigten, für André Herrmanns neuen Roman „Platzwechsel“ seien die Filmrechte schon vergeben worden. Und dann liest man das Buch und weiß schon beim Lesen: Das kann ein gnadenlos guter Film werden. Wenn es nur nicht die üblichen ÖRR-Regisseure in die Hand bekommen.

Es müsste schon ein Regisseur vom Format Andreas Dresen sein, der 2002 mit „Halbe Treppe“ den ultimativen Film über die Depression in der ostdeutschen Provinz gedreht hat. Da war zwar Brandenburg der Hintergrund. Aber so viel anders ist das in Sachsen-Anhalt auch nicht. Nur weitergedreht um ein paar Jahre. Die Tristesse von 2002 findet man auch dort nicht mehr. Aber die Menschen.

Und schon 2015 war klar, dass André Herrmann mit „Klassenkampf“ ein Buch geschrieben hat, das wie kein anderes diesen ganz besonderen anhaltinischen Menschenschlag porträtiert hat – etwas ruppig, von einem spröden, fast grobianischen Humor, andererseits von einer Herzlichkeit, die zuweilen verstört, weil das „Seid umschlungen“ Hand in Hand geht mit „Komm mir ja nicht so!“.

Und wer ab und zu in diesem Bindestrichland unterwegs ist, erkennt den Menschenschlag wieder. Wir haben zwar 2015 geschrieben, dass Sachsen-Anhalt damit endlich auf der Literaturlandkarte erschienen ist. Aber was in der Literatur passiert, bekommen die großen Medien noch lange nicht mit.

Die starren ja seitdem auf diesen deutschen Osten wie auf etwas, was sie nicht bestellt haben, nun aber irgendwie begreifen müssen. Und nie verstehen werden, weil sie blind sind. Blind von den eigenen Schablonen und Mythen über den Osten. Deshalb sehen sie die Menschen nicht.

Echte Menschen, so lebendig wie echte Schwaben, Franken oder Rheinländer, etwas gröber geschnitzt, wenn man die Anhalter betrachtet, die ja sogar irgendwie Pech haben, weil die ganze Nation derzeit nur auf diese trutzigen Tortenbürger aus Dresden starrt, die mit ihrer ewigen miesen Laune das ganze Land in Angst und Schrecken versetzen.

Da bleibt keine Aufmerksamkeit für dieses Zwischenland zwischen Sachsen und dem neunmalklugen Westen. Da fährt man durch oder fliegt gleich drüber. Es könnte ja …

Dass das Leben da nicht leicht ist, schon gar nicht als Heranwachsender, dem diese Familienkuschelei in der anhaltinischen Provinz zu eng wird und die Varianten zur Lebensgestaltung zu karg, das hat André Herrmann in „Klassenkampf“ ja schon beschrieben, wo auch schon sein unvergleichlicher Kumpel Maik auftauchte, dem nichts mehr Spaß macht, als Briefkästen mit Knallern in die Luft zu jagen.

Er taucht auch in diesem Buch wieder auf, das im Grunde die ganze Szenerie wieder aufnimmt. André, dem eigentlich im ersten Buch der Absprung aus der Provinz gelungen ist und den es zum Studium nach Leipzig verschlagen hat, kehrt zurück. Mehr oder weniger unfreiwillig.

Irgendwie kann er zwar leben von seinem Schreiben, aber so ganz reicht es nicht, um den Fängen des Jobcenters mit seinen vormundschaftlichen Legitimationskursen zu entkommen. Also lässt er sich lieber eine Kürzung des SGB II verpassen und vermietet seine Leipziger Bude an einen gescheiterten Berliner und lässt sich einen Job in einer sozialen Einrichtung nahe seiner Geburtsstadt vermitteln …

Schon das wäre ja Stoff für eine richtig deftige Geschichte des Scheiterns. Aber André Hermann erzählt keine Geschichte des Scheiterns. Und das überrascht, weil wir mittlerweile daran gewöhnt sind, dass große Deutsche Romane immer nur himmelhochjauchzend können oder völliggescheitert. Faust ist so ein Beispiel. Goethe hat es nicht fertiggebracht, diesen Mann in seiner ganzen Lächerlichkeit zu zeigen. Faust hat keinen Humor. Er stellt sich nicht mal selbst infrage.

Deswegen laufen unsere Politiker und Bürokraten herum wie lauter beleidigte Fauste, unfähig, auch nur die kleinste Kleinigkeit mit Humor zu nehmen. Und unsere Jurys und Großautoren sind genauso. Das Leben ist ein einziger K(r)ampf, bei dem ihre tollen Selbstbeschauer am Ende alle scheitern. Weil das nun einmal die Grundsubstanz unserer herrschenden Weisheit ist: Siegen oder untergehen. Der ganze Fanatismus der Extreme steckt da schon drin.

Mit der Wirklichkeit hat das wenig zu tun. Was Helden wie dieser André Herrmann wissen: Das Leben geht immer weiter. Dem einen Abenteuer folgt das nächste. Und auch seine Daheimgebliebenen schlagen sich irgendwie durch. Im Grunde ist die Standpauke, die er gleich zu Anfang der Jobcenter-Kursleiterin hält, schon der Nukleus: Was maßen sich eigentlich diese ganzen Sanktionierer, Optimierer und Besserwisser an, dass sie meinen, Menschen in ihre Schablonen pressen zu müssen und in völlig sinnlosen Kursen beibringen zu müssen, was Arbeit ist? Ihre Vorstellung von Arbeit. Die meistens ja nichts anderes ist als die Fügsamkeit in absolute Unterwerfung.

Man ahnt, warum der Osten nicht mehr so traurig und melancholisch ist wie 2002, als Andreas Dresen „Halbe Teppe“ drehte. Das hält man nämlich nicht ewig aus. Erst recht nicht, wenn dann auch noch qua Gesetz verfügt wird, dass jeder, der nicht spurt und wie gewünscht funktioniert, alle Verachtung der Behörde zu spüren bekommt.

Das hatten wir schon einmal.

Das ist bei den älteren Ostdeutschen eingebrannt.

Und deswegen darf man ruhig das Jahr 2005 nennen als Beginn von dem, was wir heute haben: Ab 2005 wuchs die Wut.

Ende der Abschweifung. Denn das ist nur ein starker Beginn zu einer starken Geschichte, die den eigentlich schon Entkommenen zurückwirft in die Landschaft seiner schrecklichen Jugenderfahrungen, in die Nähe zu seiner hyperaktiven Herkunftsfamilie, die zwar heftig überzeichnet wirkt, aber wer diese Familien kennt – die maulfaulen Väter, die immerfort besorgten und betuddelnden Mütter, die Großeltern, die nicht wahrhaben wollen, dass sie alt werden, und sich mit Händen und Füßen gegen jede Veränderung wehren – der weiß, dass die Überzeichnungen eigentlich keine sind. Erst recht nicht aus Sicht des 28-jährigen Sprösslings, der längst begriffen hat, dass er für seine Familie immer nur der kleine „Antreh“ sein wird, von dem sie ihre festen und unveränderlichen Vorstellungen hat.

Und es wird sich nie ändern, egal, was er sagt und tut. Und er wird sie gerade deswegen mögen, weil sie so schräg und skurril sind. Denn auch wenn viele Szenen wie allerschönster Slapstick wirken, als hätte André Herrmann sie direkt für eine wirklich gute Comedy-Serie geschrieben (die es im deutschen Fernsehen nicht gibt), merkt man, dass die Überzeichnungen alle mit Liebe gemacht sind.

Er hängt an diesen Menschen und ihren unaushaltbaren Eigenarten. Und das wird ihm erst recht bewusst, als sein Großvater an Demenz erkrankt und ins Heim muss, wo ihn André immer wieder besucht, einerseits entsetzt darüber, was die Krankheit mit dem geliebten und schrulligen Großvater anstellt, andererseits auch fasziniert davon, wie der alte Mann immer wieder neu zurückfindet in die Gegenwart. Oder in Erinnerungen aus seiner Kindheit. Und obwohl er seine Geschichte nicht mehr zusammenbekommt, wird dieser alte Mann zum Dreh- und Angelpunkt der ganzen Geschichte.

Da ist eigentlich nicht mehr so wichtig, was André mit den geistig Behinderten auf dem Bauernhof erlebt, obwohl auch das lauter liebevoll zugespitzte Geschichten werden, die zeigen, dass nichts hilfreicher ist im Leben als jede Menge Humor und die Fähigkeit, auch die verrücktesten Verrücktheiten mit Gelassenheit zu nehmen. Ausrasten und Panik machen sollen mal die, die immer alles in Ordnung halten wollen. Davon haben wir genug.

Die Schützlinge, die André zu betreuen hat, benehmen sich zwar immer wieder völlig daneben. Aber das gehört bald zum Alltag für den Helden, der eigentlich auch ganz stolz ist auf seinen Habitus als freier Mensch, der sich noch nicht so wie seine einstigen Klassenkameraden auf ein vorgerastertes Leben festgelegt hat.

Keine Familie, keine Freundin … na gut: Das ändert sich in diesem Buch und wird am Ende auch ein bisschen traurig, weil die beiden, die sich da unverhofft finden, in ein Dilemma geraten, das man eigentlich auch dann nicht aushält, wenn man sich alles tausendmal überlegt hat.

Aber es ist dieses lieber hundertmal drüber Nachdenken, das André auf einmal einer verwandten Seele begegnen lässt. Womit es also auch noch eine richtig schöne, weil ganz und gar unsentimentale Liebesgeschichte gibt, also auch etwas sehr ostdeutsches. In einigen der besten DEFA-Filme sieht man so etwas. Im neudeutschen Vorabendkitsch freilich nie. Als wären heutige Drehbuchautoren gefühlsblind. Oder einfach nur auf die Schablonen der Reichen und Oberflächlichen geeicht.

Wir sind auch was das Geld anbelangt mitten in der klammen ostdeutschen Provinz, wo jeder strampeln muss, um den Kopf über Wasser zu halten. Und wo man wirklich am besten den trockenen Humor entwickelt, der es dem Helden der Geschichte erst möglich macht, auch auf die Überdrehtheiten seiner lieben Verwandten mit derben,  liebevollkantigen Sprüchen zu reagieren.

Der auch so weit geht, dass er ihnen die Wahrheit ins Gesicht sagt, so schön derb anhaltinisch, dass sie darauf nur mit Lachen reagieren können. Distanz und Nähe verflechten sich zu lauter zutiefst humorvollen Szenen, zu einem stimmigen Porträt der mittelostdeutschen Provinz, die einem in diesen Szenen so vertraut vorkommt, wie in keinem all der lamentierenden Zeitungsberichte.

Man muss wohl wirklich da gelebt haben, um das alles einordnen zu können und diese Menschen in ihrer Herbheit zu mögen. So tief, dass es schmerzt, wenn es dem Großvater immer schlechter geht. Am Ende wird es wieder beinah so eine schöne ostdeutsche Schelmengeschichte, wenn Maik und André sich zusammentun und den Großvater aus dem Heim entführen.

Was nicht gut ausgeht. Das gehört dazu. Unter den vielen in Dialoge verpackten Pointen steckt ein tiefer Lebensernst. Das Verlieren folgt der Euphorie auf dem Fuß. Was man wohl Gefühlspalette nennen kann oder Klaviatur. In dem Buch steckt jede Menge Musik. Und wer Vertrautes entdeckt, wird mittrauern und mitlachen.

Und wer den Osten nach dem ganzen Medienlamento immer noch nicht versteht, der wird ihn hier finden. In seiner ganzen robusten Art, die Widrigkeiten mit Abgebrühtheit und Derbheit zu nehmen. Anders kann man mit solchen schizophrenen Zuständen nicht umgehen, die  überall das Gefühl wachsen ließen, dass es diesen Osten überhaupt nicht gibt und dass seine Bewohner nur Gespenster sind.

Gespenster, die von sich selbst wissen, dass sie eigentlich da sind. Was man spätestens dann in allen Fasern merkt, wenn man einen Menschen wie den Großvater verliert und von der Nachricht völlig aus der Bahn geworfen wird. Da hilft alle Abgeklärtheit nichts mehr. Dann merkt man, mit welchen Gefühlen man wirklich an diesen Menschen hängt.

Hinterher fährt man mit einem anderen Blick durch die Landschaften Sachsen-Anhalts. Man sieht nur die Fassaden, aber nicht, was die Menschen, die da leben, fühlen und träumen. Über ihre Träume reden sie nämlich nicht. Dafür steht Andrés ziemlich maulfauler Vater, der lieber erst gar kein Gespräch anfängt, weil er erst gar keinen Streit will. Und trotzdem findet – nonverbal – immer wieder ein durchaus eindrucksvolles Zwiegespräch statt zwischen Vater und Sohn.

Sie werden lachen. Sie werden weinen. Und Sie werden in diesem scheinbar so lustigen Roman etwas finden, was sehr wenige Romane erzählen: Dass das Leben erst richtig fassbar wird, wenn es an die Nieren geht. Ein Zustand, vor dem die meisten unserer Zeitgenossen hektisch davonlaufen.

Wer freilich das Dorf Langenstedt auf der Karte sucht, wird es nicht finden. Es steht für viele ähnliche Dörfer in diesem vergessenen Land, dem André Herrmann nun den zweiten Roman gewidmet hat, der die Menschen, die dort wohnen, so markant porträtiert, dass man gar nicht anders kann, als all das endlich zu verfilmen. „Steig ein, Aldr!“, sagt Maik. Und das Abenteuer beginnt.

André Herrmann Platzwechsel, Voland & Quist, Dresden und Leipzig 2018, 20 Euro.

RezensionenRomanSachsen-Anhalt
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