Kleiner Business-Knigge: Ein paar kleine Verhaltensregeln für das Leben in gehobenen Berufsfeldern

Für alle LeserAdolph Franz Friedrich Ludwig Freiherr Knigge (1752-1796) hätte sich wahrscheinlich nicht gewundert, dass sein Familienname heute regelrecht zum Synonym für Benimm-Bücher geworden ist. „Sein Name steht heute stellvertretend, aber irrtümlich, für Benimmratgeber, die mit Knigges eher soziologisch ausgerichtetem Werk im Sinne der Aufklärung nichts gemeinsam haben“, behauptet Wikipedia. Auch Wikipedia erzählt eine Menge Blödsinn, wenn der Tag lang ist und keiner kontrolliert.
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Natürlich war sein 1788 erschienenes Buch „Über den Umgang mit Menschen“ ein echtes Projekt der Aufklärung. Es hieß ja nicht umsonst so: Zu einer aufgeklärten Gesellschaft gehört nun einmal gesellschaftliche Kompetenz, die Fähigkeit, mit anderen Menschen respektvoll umgehen zu können. Wozu nun einmal auch gehört, dass man die Erwartungen im Umgang miteinander erfüllt, dem anderen zeigt, dass man ihn wertschätzt und sich freut, ihn zu treffen, dass man weiß, wie man ein gutes Gespräch führt, wie man Feiern gelingen lässt und einen guten Eindruck macht.

Einen, der für alle mit positiven Erinnerungen verbunden ist, sodass sich beide hinterher nicht ärgern oder gar in Grund und Boden schämen. So entsteht erst eine Gesellschaft, in der gegenseitige Achtung auch den friedlichen Umgang miteinander ermöglicht und einen Austausch ohne Gesichtsverlust.

Das alles ist 2019 noch genauso aktuell wie zu Knigges Zeiten. Wenn auch augenscheinlich für einige Zeitgenossen nicht mehr wahrnehmbar, weil sie den Stilbruch für eine erfolgreiche Art halten, sich durchzusetzen, und meinen, andere zu beleidigen, niederzubrüllen und zu verachten sei in irgendeiner Weise anständig oder gar akzeptabel.

Die Bilder dazu haben Sie alle selbst im Kopf. Bilder, die deutlich zeigen, dass das Projekt der Aufklärung bis heute nicht abgeschlossen ist, immer wieder torpediert wird von Leuten, die sich aus Größenwahn und Hochmut für etwas Besseres halten als andere und sich auch noch auf die Schultern klopfen dafür, wenn sie Respekt, Anstand und den menschlichen Umgang mit anderen mit Füßen treten.

Deswegen wundert man sich eher, dass Frauke Weigand sich im Vorwort darüber wundert, dass sich der Leser vielleicht darüber wundern könnte, dass sie nun so einen kleinen Benimm-Ratgeber geschrieben hat. Aber darüber gibt es nichts zu wundern. Es ist höchste Zeit, wieder ein paar Benimm-Bücher zu schreiben. Denn auch wer den Knigge im Original liest merkt, dass es da nicht nur um höfliche Verbeugungen, richtig formulierte Einladungen und das Sprechen zu Ranghöheren geht, sondern um etwas, was Knigge selbst einst in einen Satz gepackt hat, den Frauke Weigand zitiert: „Interessiere dich für andere, wenn du willst, dass sie sich für dich interessieren.“

Genau um diese Aufmerksamkeit geht es, wenn wir uns in der Welt bewegen und das Gefühl haben wollen, respektiert, geachtet und vielleicht auch gemocht zu werden. Das braucht der Mensch nämlich, um das Gefühl zu haben, seinen Platz in der Welt ganz selbstverständlich und rechtmäßig einzunehmen. Und dieses Gefühl haben viele Menschen nicht mehr. Da ist ganz unübersehbar etwas verloren gegangen. Vermutlich mit einer neueren Art, Arbeit zu denken. Die ein echter Rückfall war, eine Rücknahme von Respekt, die immer mehr Menschen dafür das Gefühl gibt, fehl am Platz zu sein, zu stören, nicht gewollt zu sein. So, wie sich Kinder sich nicht gewollt fühlen, wenn ihre Eltern sie nicht in Liebe und Achtung annehmen.

Es geht ganz tief. Auch schon bei Knigge.

Die Formel „Business-Knigge“ schreckt freilich eher ab, stimmt aber in diesem Fall. Frauke Weigand setzt im Wesentlichen das mittlerweile etablierte Benimm-Repertoire jener Geschäftswelt in den Mittelpunkt, wo man ohne das Wissen um alle diese Regeln nicht nur negativ auffällt, sondern auch seinen Arbeitsplatz riskiert. Und es gibt diese Welten noch und es sind nicht ganz zufällig jene, in denen das meiste Geld verdient wird: in Banken, Versicherungen, in der höheren Politik, im höheren öffentlichen Dienst und ähnlichen Einrichtungen, wo man lieber nicht in legeren Jeans, T-Shirt und Sneakers aufkreuzt, weil man sonst für den Pizza-Boten gehalten wird und ganz bestimmt Schwierigkeiten bekommt, seine Position zu halten.

Denn das sind zumeist – im Unterschied zu vielen moderneren Berufsfeldern – streng hierarchisch organisierte Welten. Und das nicht nur, weil sich hier alte deutsche Traditionen verfestigt haben, sondern weil das fast alles auch Unternehmen sind, die auf einem internationalen Parkett agieren, wo das strenge Einhalten von Regeln die Grundlage dafür ist, dass man überhaupt respektvoll miteinander reden und verhandeln kann. Das ist in der hohen Politik nicht anders als in der Geschäftswelt.

Und diese Regeln sind ganz sichtlich nicht entstanden, um jederzeit zu zeigen, was für tolle Hechte da unterwegs sind (auch wenn einige dieser Hechte das Outfit schon für den Inhalt halten), sondern weil kultivierter Umgang mit für alle verständlichen und akzeptablen Regeln auch kulturelle Unterschiede überbrückt, einen Raum der Rituale schafft, in dem man auch friedlich miteinander reden kann, wenn man eigentlich am liebsten mit Panzern übereinander herfallen würde. Auch das gilt in Politik und Geschäftswelt gleichermaßen, auch wenn es vielen Akteuren scheinbar nicht mehr bewusst ist.

Augenscheinlich bekommen es viele selbst aus jenen Kreisen, die ihren Nachwuchs gern in solche hierarchischen Institutionen entsenden, auch als Berufsanfänger nicht mehr mit der Kinderstube mit, benehmen sich dann wie die Elefanten im Porzellanladen oder wie Schnösel, die ihr Einkommen schon mit Wichtigkeit verwechseln. Davon leben dann wohl auch wieder moderne Benimm-Schulen, die ihren Kursanten dann wenigstens das Wichtigste beibringen, auch zu den Respektsbezeugungen in Hierarchien.

Und das reicht natürlich auch in die Welt aller anderen hinein, die niemals in solchen steifen Anzügen herumlaufen würden. Denn viele wichtige Umgangsformen nehmen wir eben doch schon in Kindheitstagen an, wenn unsere Eltern sich drum kümmern und nicht selber ungehobelte Klötzer sind – vom richtigen Handgeben über das Türenaufhalten, das Grüßen oder die richtige Anrede im Arbeitsalltag oder in Briefen. So lütt das Buch ist, so schön zeigt es doch, dass eine ganze Menge solcher Benimmregeln unseren Alltag mitbestimmen und dafür sorgen, dass wir dabei nicht ständig anecken, sogar Kontakte knüpfen und selbst Respekt schaffen. Denn Knigge hatte recht: Wenn wir selbst uns höflich und interessiert zeigen, was ja hinter all diesen Regeln steckt, dann öffnen wir auch andere Menschen für uns, schaffen Situationen, in denen auch Vorgesetzte, Geschäftspartner, ältere Kollegen und gerade auch Frauen sich gern und auf gleicher Ebene mit uns unterhalten.

Für Knigge war das sonnenklar: Wenn Menschen diese Art Respekt in ihrem täglichen Umgang zeigen, dann gibt es keine Ausgrenzung, kein Mobbing und auch keine vergiftete Atmosphäre. Dann muss auch nicht ständig jeder um seinen Rang und Posten kämpfen, dann geht es sachlich zu und offener.

Frauke Weigand bleibt nicht in dieser Business-Welt, sondern geht auch auf die Regeln ein, die längst auch jenseits davon entstanden sind, die für Außenstehende oft wie eine gläserne Wand empfunden werden, obwohl diese Regeln auch ein Schutzschild sind, denn sie sorgen auch auf Betriebsfeiern, bei privaten Einladungen, auf Reisen oder Empfängen dafür, dass sich alle Beteiligten an die (ungeschriebenen) Regeln halten und damit auch sichere Räume schaffen. Denn dadurch muss nicht immer erst auf sture Art ausgekämpft werden, wer wo sitzen darf, wie man sich im Hotel verhält, am Pool oder am kalten Buffet. Das alles kann gelernt werden.

Und es gibt natürlich Abweichungen, die Weigand auch erwähnt. Denn natürlich arbeiten die meisten nicht in so einer Business-Welt. Aber es gibt trotzdem Bereiche, wo diese Regeln hilfreich sind, wo sie das Miteinander entspannen und dafür sorgen, dass selbst hochbrisante Feiern und Begegnungen eben nicht in wüstem Geschimpfe enden. Und gerade weil man mit Knigge lernt, darüber bewusster nachzudenken, wirkt dieser kluge Aufklärer bis heute – in immer neuen Auflagen seines eigenen Buches, aber auch in vielen Benimm-Ratgebern, die das Grundprinzip abwandeln, manchmal auch nicht auf den Sinn dieser Regeln eingehen, weshalb diese Benimm-Bücher natürlich keinen so tollen Ruf haben.

Wenn man aber weiß, worum es geht und wie viel von unserer Kultur auch in diesen Regeln eines gesitteten Miteinanders steckt, dann ahnt man auch, welche zivilisierende Rolle die Aufklärung in unserer Gesellschaft ausgeübt hat und bis heute ausübt. Denn genau hier stecken Menschenrecht und Menschenwürde, die ach so unantastbare, auf der so viele Zeitgenossen gern herumtrampeln. Erst wenn ich lerne, jeden Menschen mit Respekt und Aufmerksamkeit zu behandeln, sehe ich auch das Menschliche im anderen und – im guten Fall – das gemeinsame Interesse am Menschsein, an der Gesellschaft und der Welt.

Und das reicht bis in die Welten des Internet, wo die respektvollen Umgangsformen genauso gelten, auch wenn ein paar clevere Amerikaner das Poltern, Trollen und sich wie ein Rüpel benehmen zu einer gewinnträchtigen Geschäftsidee gemacht haben. Aber man muss nicht lange darüber nachdenken: Dieses Prinzip ist bewusste Zerstörung dessen, was Aufklärung über 300 Jahre geschaffen hat, geradezu eine arrogante Absage an Anstand, Respekt und Ehrlichkeit.

Natürlich würde Knigge, würde er heute noch leben, Bücher über Netiquette schreiben, in einfachster Sprache, damit ihn alle verstehen. Denn Aufklärung ist kein abgeschlossener Prozess. Es ist die dauerhafte Anstrengung dafür, Menschen dazu zu bringen, sich miteinander wie Menschen zu verhalten und sich ein bisschen anzustrengen dafür, dass sich unsere Welt nicht in Schlachtfeld verwandelt.

Frauke Weigand Kleiner Business-Knigge, Buchverlag für die Frau, Leipzig 2019, 5 Euro.

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