Franka Blooms dritter Roman über Frauen mitten in der Rumpeltour des Lebens

Anfang Sommer, alles offen oder Caros Railtrip zu sich selbst

Für alle LeserBeim Fernsehen ist sie eher auf die Krimischiene festgelegt. Aber weil sie so viel zu erzählen hat, schreibt die Leipziger Autorin Franka Bloom nun seit einiger Zeit Romane über Frauen in der Mitte des Lebens? im besten Alter? mit Lebenserfahrung? – Sie merken es schon: Wenn man dieses Alter irgendwie fassen will, kommen einem bloß lauter dusselige Worthülsen in den Kopf. Wir sind ein beklopptes Land mit einer verzerrten Selbstwahrnehmung.

Das betrifft nicht nur Frauen Anfang, Mitte 40. Das betrifft sämtliche Ü sonstwas und U irgendwas, all diese von besoffenen Partyveranstaltern ausgedachten Schubladen, in die Menschen als einheitlich gefärbte Kohorte eingesperrt werden und schnellstens lernen, sich alle auf dieselbe Art zum Affen zu machen. Es betrifft nämlich nicht nur Frauen, dieses Besessensein von der ewigen Frage: Bin ich jetzt so vorzeigbar? Genüge ich den Erwartungen?

Männern geht es genauso, auch wenn sie scheinbar in anderen Zwangsjacken und Zwickmühlen stecken, so wie Olaf, Caros Lebensgefährte, der sich in den 20 Jahren mit Caro an der Seite so viele Pascha-Allüren angewöhnt hat, dass Caro kurz vorm Explodieren ist. Die Konstellation ist also ganz ähnlich wie in den beiden Vorgängerromanen „Anfang 40 – Ende offen“ und „Mitte 40, fertig, los“, mit denen Franka Bloom aus Sicht ihrer Protagonistin geschildert hat, wie man aus Lebens- und Partnerschaftskrisen ein Abenteuer und einen verrückten Neuanfang macht.

Im Grunde beides echte Bücher zur Zeit, die mit dem alten Mantra aufräumen, mit der Heirat sei die Selbstbestimmung vorbei und Frauen haben fortan nur noch dafür zu sorgen, dass die Ehe irgendwie rund läuft. Da draußen laufen Millionen Frauen herum, die an diesem Dauereinsatz verzweifeln. Männer wahrscheinlich auch. Denn Olaf ist nicht deshalb so typisch, weil er es sich absichtlich bequem gemacht hätte. Es klingt zumindest kurz an, dass er so geworden ist, weil Caro ihren ganz weiblichen Perfektionismus mit in die Ehe gebracht hat und ihrem Göttergatten, der bei der Erstbegegnung wohl durchaus ein angehimmelter Prinz war, die meisten Dinge im gemeinsamen Haushalt aus der Hand genommen hat. Kinder werden für gewöhnlich zur Selbstständigkeit erzogen, Ehemänner zum Gegenteil.

Und irgendwann stellen dann beide fest, dass zwischen ihnen irgendwas verschwunden ist. Und keiner von beiden kann drüber reden. Auch Caro merkt nur, dass ihr hilfloser Lebensbegleiter ihr auf einmal nur noch schrecklich auf den Keks geht und dass sie auf keinen Fall mit ihm und dem Mops Günther zusammen ins Ferienhaus an der Ostsee fahren will. Stattdessen beschließt sie kurzerhand mit ihrer besten Freundin Matti (auch sie Lehrerin von Beruf) das nachzuholen, was sie beide vor 30 Jahren versäumt haben: eine richtige Interrail-Tour durch Europa. So wie ihre beiden Töchter, die gerade das Abi gemacht haben und ihrerseits mit Interrail Richtung Paris und Spanien wollen.

Dass man auch als Erwachsener so durch Europa reisen kann, ist Caro und Matti neu. Und ein wenig gehen sie es dann doch wie eine Kulturreise an, merken aber schon in Amsterdam, dass bei einer solchen Art des Bahnreisens eigentlich nichts planbar ist, die seltsamsten Begegnungen zustande kommen und die Konflikte nicht ausbleiben. In Paris werden Caro auch noch Geld und Ausweis geklaut, die Reise wird zunehmend provisorischer, in Griechenland kracht es ordentlich zwischen den beiden Freundinnen, denn auch wenn sie sich beim Start cool und locker gegeben haben, verbinden sie dann doch mit einigen Stationen uralte innige Sehnsüchte. Caro hat den Club ihrer einstigen griechischen Jugendliebe auf den Reiseplan gesetzt, Matti verliebt sich unterwegs tatsächlich, verliert aber dann bei den Meteora-Klöstern völlig die Fassung.

Das so ungeplante Reisen wühlt bei beiden tatsächlich das Innerste auf. Sie streiten sich, trennen sich, finden sich wundersamerweise wieder und merken, was für ein kostbares Gut es ist, einen Menschen zu haben, in dessen Augen man nicht verliert, wenn man Schwächen und Unsicherheiten zeigt. Wobei Matti in diesem Fall die Forschere ist, die sich nur einmal wirklich entmutigen lässt, während Caro oft genug kurz davor ist, zu einem Häuflein Elend zusammenzuschnurren, erst recht, als sie merkt, dass ihre Jugendliebe andere Wege geht und ihr an der Ostsee weilender Göttergatte … sorry … das rutscht einem dann so raus.

Auch weil es nicht wirklich einfach ist, so als männlicher Leser, die ganze Zeit in Caros Kopf mitzureisen und sie bei ihrer ständigen Aufbau- und Reparaturarbeit zu sehen, weil sie eine Menge Szenen als peinlich empfindet, sich ungeschminkt oder unansehnlich fühlt, in den falschen Klamotten, zu alt, nicht begehrt, schief angeschaut …

Ich glaub’s ja: Millionen Frauen geht es genau so.

Weil sie in unserer vom äußeren Schein und falschen Frauen-Bildern besessenen Gesellschaft regelrecht dazu erzogen werden, sich immerzu um ihr Äußeres kümmern zu müssen, ihren (Laufsteg-)Auftritt und ihre Wirkung auf Männer. Als ginge es die ganze Zeit nur um Kaufen und Gekauftwerden.

Arme Frauen.

Arme Männer.

Die beiden haben übrigens Glück: Sie treffen unterwegs eine Menge interessanter Männer. Interessant ohne Gänsefüßchen, weil interessiert, richtige Gesprächspartner, die die beiden Reisenden ernst nehmen und wirklich wissen wollen, wie es ihnen geht und wie sie ihre Reise erleben. Und da Franka Bloom im Abspann verrät, dass sie mit „Michi“ tatsächlich einen solchen Interrail-Trip gemacht hat, darf man wohl zu Recht vermuten, dass sie unterwegs tatsächlich solche Menschen getroffen haben. Dafür wurde ja Interrail ursprünglich erfunden – anfangs für die jungen Leute, damit sie mit der Bahn durch Europa fahren und die Menschen in anderen Ländern kennenlernen. Denn erst so merkt man wirklich, wie sich Menschen in anderen Ländern freuen, wenn sie neue Bekanntschaften machen, Gastgeber sein dürfen und ihre Heimat erklären.

Was man aber halt nur erfährt, wenn man ihnen nahekommt und sich nicht in den üblichen Ferienressorts und Kreuzfahrtschiffen abschottet. Wenn man auch noch ein paar europäische Sprachen beherrscht, hilft das. Es ist – unter der Oberfläche eines „Frauenromans“ – also auch ein europäischer Begeisterungsroman – der freilich auch sehr anschaulich warnt vor den bekannten Hotspots, wo sich die Völkerscharen drängen, die Schlangen vor den Museen endlos sind und die Diebe leichtes Spiel haben. Da lernt man eigentlich auch niemanden kennen.

Eins ist für Caro unterwegs trotz aller Blessuren klar: Es war eine goldene Idee, mit Matti so eine Reise anzutreten. So merkt sie erst, wie viel Distanz mittlerweile zwischen ihr und Olaf ist. Auch wenn Olaf dann augenscheinlich „mit Günti allein am Meer“ selbst einen Reifeprozess durchmacht, eifrig beraten von der alleinlebenden Antje. Aber zwei Wochen reichen nicht wirklich, um alles zu klären, was sich in 20 Jahren Ehe angesammelt hat. Aber sie reichen dazu, Caro klarzumachen, dass Ehe eben nicht bedeutet, auf alle Selbstbestimmung zu verzichten und sich fortan selbst in elenden Routinen einzusperren.

Da wird es dann nämlich wirklich der Vergewisserungsroman für Frauen in jener Lebensphase, in der die Kinder flügge werden und das Unerfüllte einer langen Partnerschaft spürbar und sichtbar wird. Ganz früher, als Menschen normalerweise nur 50 oder 60 Jahre alt wurden, hat man sich dann ganz einfach in die neue Großelterngeneration verwandelt. Aber dazu sind die meisten heute in diesem Alter zu gut gebildet und zu lebenshungrig. Man setzt sich nicht mit 45 aufs Altenteil. Aber die üblichen marktgängigen Angebote, was man mit diesem Alter dann eigentlich anfangen sollte, sind, um es mal vorsichtig zu umschreiben, grottig. Von Flachfliegern ausgedacht für Leute, die jeden Quatsch mit sich machen lassen, weil sie darauf trainiert sind, es mit sich machen zu lassen.

Statt selbst wieder dranzugehen, ihr eigenes Leben zu gestalten. Denn mit 40, 45 hat man in der Regel noch ein paar Jahrzehnte vor sich und nun eine neue Aufgabe, die augenscheinlich ältere Semester so noch nicht empfunden haben: Wirklich noch einmal den eigenen Lebensweg neu zu justieren, vielleicht sogar alles umzukrempeln, weil die Neugier auf die Möglichkeiten des Lebens nicht erloschen ist und weil der Mensch nicht als Höhlenhocker geboren wurde.

Das wird nur für die Höhlenhocker problematisch, die sich schrecklich davor fürchten, die gewohnte Höhle zu verlassen und sich dem Risiko des Fremden und der Fremde auszusetzen.Was man ja nicht gelernt hat, damals. Und was man nicht gelernt hat, traut man sich nicht zu.

So ein wenig klingt das bei Caro immer wieder mit an. Es ist ja auch eine Art Krise, die sie durchmacht, ein Zustand des Nicht-mehr-so-sein-Wollens, ohne dass schon klar ist, was danach kommt. Auch davor haben ja viele Leute Angst, vor dem, was daraus folgt, wenn sie mal die ausgelatschten Kreise verlassen. Sehr viele.

Die beiden Freundinnen tauchen am Ende etwas lädiert und gerupft zu Olafs 50. Geburtstag pünktlich an der Ostsee auf. Aber wer jetzt denkt, dann gibt es eine Alles-wieder-gut-Party, wie man sie aus dem Abendfernsehen kennt, der wird glücklich enttäuscht. Nix da. Die Reise ins Unbekannte hat in Wirklichkeit erst begonnen. Und wer das Alter schon mal kennengelernt hat weiß, dass man sich auch ans Unterwegssein gewöhnen kann. Nichts ist so falsch wie der alte, bekannte Märchenspruch: „Und wenn sie nicht gestorben sind …“ Das mag sich 1807 märchenhaft angehört haben, 2019 auf keinen Fall mehr.

Franka Bloom Anfang Sommer, alles offen, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg 2019, 10 Euro.

Franka Blooms zweiter Roman „Mitte 40, fertig, los“

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