Raus aus der Verführbarkeit unserer faulen Instinkte, rein in ein ganzheitliches Denken und Leben

Kein Leben ohne Vielfalt: Ein Plädoyer für die Rettung unserer Lebensgrundlagen

Für alle LeserKlaus Hahlbrock ist emeritierter Professor für Biochemie, war lange Jahre Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft und nun treibt ihn seit ein paar Jahren die Frage um: Wie erklärt man es den Menschen, dass unsere Instinkte und unsere falschen Gewohnheiten die Grundlagen unseres Lebens auf der Erde zerstören und dass wir lernen müssen, anders zu denken. Ganzheitlich. Aber können wir das überhaupt?

Sein Buch ist ein ambitioniertes Plädoyer gegen den Pessimismus, die verbreitete Einstellung, der Einzelne könne ja doch nichts machen, der eigene Beitrag sei viel zu klein, um den Wahnsinn zu stoppen, mit dem wir Menschen die Ressourcen unseres Planeten zerstören, Wälder, Ackerböden und Trinkwasservorräte vernichten, die Meere vermüllen und immer mehr Arten vom Erdboden vertilgen.

Ist das kapitalistische System nicht so übermächtig, dass wir als kleine Konsumenten überhaupt etwas daran ändern können?

Auch kleine Beiträge summieren sich, stellt Hohlbrock fest. Viele kleine Änderungen im menschlichen Verhalten lösen am Ende große Veränderungen aus, mit denen vorher niemand gerechnet hat. Er benennt zwar nicht allzu viele, aber so am Rand taucht ein kleiner nervender Gedanke auf: Kann es sein, dass unsere Historiker lauter falsche Geschichtsbücher geschrieben haben, als sie sich so auf die berühmten „Helden der Geschichte“ fokussierten (die in der Regel große Schlächter, Egomanen und Mörder waren) und meinten, die geschichtlichen Veränderungen aus den Taten „großer Männer“ erklären zu können, obwohl geschichtliche Prozesse ganz anders passieren. Durch lauter kleine Dinge, die die Menschen dazu bringen, sich anders zu verhalten.

Dinge, die ihre Wahrnehmung ändern und ihr Denken über die Welt, die Götter, den Umgang mit anderen und über sich selbst.

Der Urknall

Hahlbrock holt ganz weit aus. Die Studenten in seinen Vorlesungen werden bestimmt ein dickes Sitzfleisch gebraucht haben. Er geht bis an den Ursprung unseres Universums zurück, jenen Moment, den die Physiker Urknall nennen, obwohl sie noch nicht wirklich wissen, was da wirklich geschah, außer dass in einem winzigen Moment etwas ungeheuer Energiereiches regelrecht explodierte und aus einem extrem energiereichen Punkt das ganze Weltall entstand mitsamt seinen Gesetzen und Asymmetrien.

Auf diese Asymmetrien geht Hahlbrock besonders ein, weil sie erklären, wie aus einer scheinbar überall gleichen kosmischen Materie so eine gigantische Vielfalt entstehen konnte. Nicht nur die Vielfalt der Galaxien, Sterne und Planeten, sondern auch die Vielfalt der Elementarteilchen und – mit Milliarden Jahren Anlauf – das ganze vielfältige Leben auf der Erde und dann am Ende auch noch der Homo sapiens.

Sein Anlegen dabei: Anschaulich zu zeigen, dass Vielfalt die Grundlage ist für unsere menschliche Existenz. Dass wir ohne diese Vielfalt selbst nie entstanden wären und nie dieses erstaunliche Gehirn entwickelt hätten, das uns zu Dingen befähigt, zu denen Tiere nicht in der Lage sind. Dass selbst diese Dinge, die wir mit unserem Gehirn anstellen, auf Vielfalt beruhen, erklärt er dann auch recht ausführlich und zeigt, wie diese verschiedenen Bewusstseinsstufen die menschliche Geschichte der vergangenen Jahrhunderttausende bestimmte. Denn einfaches Bewusstsein schreiben die Forscher auch den Menschenaffen zu.

Aber die nächsten Stufen hat augenscheinlich ganz allein der Mensch genommen – angefangen von seinen mythischen Weltvorstellungen, mit denen er sich erstmals Erklärungen schuf für all das, was in der Welt um ihn herum geschah. Es war der erste Schritt heraus aus dem Gefangensein im animalischen Dasein. Der experimentierende Homo entdeckte, dass die Welt nicht in ihm steckte, sondern er in der Welt, und dass zwischen dem, was er in seinem Kopf dachte, und dem, was „draußen“ wirklich geschah, ein Unterschied war. Den es zu erklären galt.

Aus dem Paradies vertrieben

Und Hahlbrock nimmt die Geschichte der menschlichen Religiosität als einen solchen Entwicklungsprozess, in dem der Mensch immer weiter heraustrat aus seinem Einssein mit der Welt. Jede neue Religionsform entfernte ihn immer weiter aus diesem mythischen Einssein mit der Welt. Deswegen – so Hahlbrock – können wir uns bei aller Anstrengung nicht mehr hineinversetzen in die animistische Weltsicht jener Menschen, die vor 20.000 Jahren die berühmten Felsmalereien in den französischen Höhlen anfertigten. Wir können nicht mehr zurück.

Und das gilt auch für jeden weiteren Schritt. Kein Wunder also, dass die großen Religionen dann alle irgendwie ein Bild vom „unschuldigen“ Paradies entwickelten, aus dem die ersten Menschen vertrieben wurden, ab jetzt geplagt mit der Erkenntnis, dass das Leben harte Arbeit und schmerzliches Gebären ist. Das ist der berühmte Apfel der Erkenntnis. Und dabei ahnten die Erzähler des Alten Testaments vor 2.600 Jahren nicht einmal, dass das immer so weitergehen würde. Dass auch dieser verheerende Satz vom „Macht euch die Erde untertan“ viele Folgen haben würde – schreckliche und auch erhellende.

Die Bibelübersetzer diskutieren mittlerweile heftig, ob man diese Übersetzung so überhaupt stehen lassen kann. Denn: „Das hebräische Verb kabasch (bisher übersetzt als ,untertan machen‘) hat auch die Bedeutung ,als Kulturland in Besitz nehmen‘, ,dienstbar, urbar machen‘, wie Vergleiche mit Verbübersetzungen in anderen biblischen Büchern (Num 32 EU und Jos 18 EU) zeigen. Das Verb radah (bisher übersetzt als ,königlich bzw. herrschaftlich auftreten‘) wird in Mari-Texten für den Umgang eines Hirten mit seiner Kleinviehherde verwendet und ,müsste die verantwortungsvolle, fürsorgliche Konnotation zum Ausdruck bringen.‘“ So zu lesen bei Wikipedia.

Da waren die alten Erzähler schon weiter als wir heute. Sie wussten (noch), dass man das Kulturland fürsorglich behandeln muss.

Was folgte, wissen wir ja: Die Entwicklung monotheistischer Religionen, die über Jahrhunderte zu Machtreligionen wurden. Aber auch die Entwicklung des deduktiven Denkens, das schon bei den Griechen ausgeprägt war und in der Neuzeit in die Entwicklung des wissenschaftlichen Denkens mündete: In seinem Drang, alles zu erkennen und zu begreifen, weitete der Mensch die Grenzen seiner Welterkenntnis immer weiter aus. Ohne wirklich je die Weltformel finden zu können. Warum das so ist, erläutert Hahlbrock auch. Und auch, warum das für viele Menschen nach wie vor der Punkt ist, ab dem Religion in ihrem Denken Platz hat.

Von grenzenlosen Wünschen getrieben

Aber diese (natur-)wissenschaftliche Welt-Erkenntnis hat nun einmal auch die Grenzen menschlicher Herrschaft immer mehr erweitert. Und eine Wirtschaftsweise befördert, die das Machbare und In-Wert-Setzbare zum Zentrum des menschlichen Wirtschaftens gemacht hat: den Kapitalismus. Indem er suggeriert, alles sei machbar und daher auch wünschenswert, formt der Kapitalismus das Denken der Menschen, die heute in einem riesigen Zwiespalt stecken: Sie wissen (fast alle), was für eine Katastrophe dieser Umgang mit der Welt für das Klima, die Erde, den Artenreichtum und die menschliche Zukunft ist. Aber sie trauen sich nicht zu, aus diesem Teufelskreis auszubrechen.

Das liegt daran, dass unsere frühen Arten des Bewusstseins nicht aufhören, weiter zu funktionieren. Nicht unsere Instinkte, die uns zum Beispiel dazu bringen, Dinge zu horten, weil wir innerlich mit Hunger- und Dürrezeiten rechnen, oder die uns mit Aggressionen reagieren lassen, wenn wir mit Menschen aus anderen „Horden“ zu tun bekommen. Wer unsere Instinkte aktiviert, schaltet unser kritisches Denken aus, der macht uns zum Teil einer Horde, die sich wieder als „Wir“ denkt und genauso handelt, auch dann, wenn es völliger Blödsinn ist oder gar – wie so oft – in einen irrsinnigen Krieg mündet.

Aber warum hilft dann das kritische Denken nicht? Haben wir denn das nicht seit 500 Jahren geübt?

Nicht wirklich. Denn anders als die Instinkte, die jedem Menschen schon von Natur aus eingebaut sind, gehört das deduktive Denken zu den Kulturtechniken. Es ist Resultat jener kulturellen Vielfalt, die der Mensch in den letzten 10.000, 20.000 Jahren entwickelt hat mit tausenden eigenständigen Sprachen, Musik, Literatur, Riten und Religionen. Es wird durch Sprache vermittelt, es muss regelrecht gelernt werden – so wie alles, was menschliche Kultur ausmacht. Und es wird davongeschwemmt, wenn wir unseren Instinkten freien Lauf lassen.

Auch so ein Dilemma: unser Zwiespalt zwischen dem Gesteuertsein durch uralte Triebe und einem Wissen, das uns die Grenzen all unseres Handelns zeigt. Wenn wir heute jammern, wir könnten ja nichts tun, hat das genau damit zu tun. Mit dem Nicht-Wissen-Wollen, dass wir eben nicht nur gesteuerte (und süchtig gemachte) Konsumenten unseres Lebens sind, sondern fähig sind, anders zu handeln.

Von Verführungen geplagt

An Vorschlägen zur Verhaltensänderung fehlt es nicht, stellt Hahlbrock fest und verweist auf seine eigenen Schriften von 2013. Und trotzdem lassen wir uns immer wieder von Werbung verführen, lassen uns Versprechungen aufschwatzen, die sich fast immer nach dem Kauf als heillos und verlogen herausstellen. Die Werbe-Maschine ist perfektioniert. Die Marketing-Fachleute wissen, wie sie uns jedes, wirklich jedes Produkt aufschwatzen können und die irre Wachstumsmaschine am Laufen halten. Sie sind sogar so gut, dass sie selbst Politikern und Wirtschaftsjournalisten das Mantra eingeredet haben, dass ohne Wachstum der Untergang der ganzen Gesellschaft droht.

Was dazu führt, dass Politiker dann doch lieber ihren Instinkten folgen (oder die schlimmsten Instinkte befeuern), als ihren Kopf einzuschalten und den Tanker endlich wegzusteuern vom Untergang. Dazu braucht man einerseits Wissen, andererseits auch ein Denken, das über das eigene kleine Ich und die eigene „Horde“ mit ihrer Ackerscholle hinausdenkt, das fähig ist, das Ganze mitzudenken, den ganzen Planeten und die ganze Menschheit. Ganz zu schweigen von der ganzen Zukunft, die es nicht mehr geben wird, wenn wir unsere Lebensgrundlagen zerstören.

Hahlbrock: „Die Selbsterforschung hat uns so viel Einblick in unsere eigene Natur gegeben, dass der Weg für den nächsten entscheidenden Schritt klar sein sollte: den Einblick mit der Einsicht zu verbinden, dass die drohende Selbstzerstörung eine Folge destruktiver Instinkte ist, die einmal lebensnotwendig waren und jetzt zunehmend in ihr Gegenteil umschlagen.“

Denn indem der Mensch zu einem Wesen geworden ist, das sich zumindest die ganze Erde untertan gemacht hat, hat er sich auch in eine Verantwortung begeben, der er nicht (mehr) davonlaufen kann: Die Macht, die kompletten Lebensgrundlagen auf der Erde vernichten zu können, lässt ihn als letzten Handlungsfähigen übrig, diese Vernichtung zu verhindern.

Traumtänzer am Abgrund

Hahlbrock sieht einen Scheideweg, an dem wir stehen. Wir können abstürzen wie ein Traumtänzer. Das war’s dann. Dann ist der Homo sapiens an seiner eigenen Ignoranz ausgestorben. Oder es werden immer mehr Menschen, die beginnen, die Ganzheit der Welt in ihrem ganz persönlichen Tun mitzudenken. Und die mit jeweils ihrer ganz individuellen Änderung der Verhaltensweise dafür sorgen, dass die zerstörerischen Systeme nicht mehr funktionieren. Denn das ist die Achillesverse des kapitalistischen Systems: Es funktioniert nur mit einer riesigen Masse Verführbarer.

Aber wenn niemand Uber nutzt (oder zu wenige), geht Uber pleite. Wer seinen Fleischkonsum aufgibt oder das Billigfleisch in den Supermärkten meidet, sorgt dafür, dass sich die Fleischfabriken (und damit auch die Massentierhaltung) nicht mehr rechnen. Und damit rechnet sich auch die Regenwaldvernichtung für Soja und andere Futtermittel nicht mehr. Das Beispiel benennt Hahlbrock recht dezidiert, weil es sehr anschaulich macht, wie schon simple Einkaufgewohnheiten den Kreis durchbrechen und dem billigen Wahnsinn die Grundlage entziehen.

Ganz zu schweigen davon, wenn immer mehr Menschen auch Druck auf die Politik ausüben, dass die ihre Subventions- und Förderpolitik ändert, Artenvernichtung und Umweltzerstörung nicht mehr honoriert, sondern bepreist und bestraft.

Wir vergessen ja zu gern, dass auch Politik nur das Ergebnis all unserer Gewohnheiten und Faulheiten ist. Und dass es sehr wohl Stück für Stück die Welt verändert, wenn wir selbst erst einmal anfangen so zu leben, wie es mit einem ganzheitlichen Wissen um die gefährdete Welt eigentlich logisch ist.

Klaus Hahlbrock Kein Leben ohne Vielfalt, Oekom Verlag, München 2019, 18 Euro.

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