Meine große Naturapotheke: Was an gesunden Kräutern alles wächst, wie man es zubereitet und anwendet

Für alle LeserNoch wächst da draußen vor unserer Haustür allerlei, was gesund und hilfreich ist. Auch wenn wir mit unserer Art zu wirtschaften auch die pflanzliche Artenvielfalt angreifen. Der Gegentrend sind natürlich all die Menschen, die die Kräuterapotheke der Natur wieder für sich entdecken. Sieglinde Leibner tut das seit Jahren systematisch. Sie hat es etwas einfacher als wir Großstädter: Sie wohnt in Haidenfeld in Thüringen, hat also Wald und Wiesen direkt vor der Tür.

Da ist leichter loszuziehen im Morgentau. Vor allem, wenn man – wie Sieglinde Leibner – schon alle Stellen kennt, wo die gesuchten Pflanzen zu erwarten sind. Manche stehen bei ihr auch im Kräutergarten. Und sie ist auch nicht allein. Mittlerweile beschäftigen sich einige kenntnisreiche Autor/-innen damit, das teils verschüttete, oft aber auch bei älteren Menschen noch vorhandene Wissen über die Heilkraft der Kräuter zu sammeln.

Die Bibliotheken mit dem alten und neuen Heilwissen wachsen also wieder, auch wenn Sieglinde Leibner zu Recht darauf hinweist, dass sich die klassische Medizin schwertut mit diesem Heilansatz. Er ersetzt eine ärztliche Abklärung ernsthafter Erkrankungen nicht wirklich.

Aber sie erwähnt auch, wie deutsche Apothekengesetze dafür sorgen, dass die Herstellung von Medikamenten weiter kommerzialisiert wird. Die großen Pharmakonzerne lassen sich ihre Präparate patentieren, auch wenn dabei immer wieder direkt auf die heilenden Substanzen bestimmter Pflanzen zurückgegriffen wird. Also darf auch die Kräuterfrau aus Thüringen keine derartigen Arzneien herstellen.

Was macht sie also in diesem Buch? Sie erzählt, wie man Heilkräuter trotzdem ganz natürlich nutzen kann als kleine Helfer, zur Linderung, manchmal auch zur Vorsorge oder zur Herstellung jenes körperlichen Gleichgewichts, aus dem wir durch Stress und falsche Ernährung oft regelrecht herausgeschleudert sind. Die meisten Krankheiten sind nichts anderes als ein solches Herausgetriebensein aus dem Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele. Oft sind es wichtige Vitamine und Spurenelemente, die uns fehlen, manchmal diverse Flavoide, ätherische Öle, Steroide usw.

Denn wir haben ja auch eins vergessen: Dass wir aus unserer Vorgeschichte als Sammler/-innen und Bäuer/-innen gewöhnt sind an eine natürliche Kost, in der sich die vielen unterschiedlichen Inhaltsstoffe aus der Natur ergänzen. Oft wirken sie erst in ihre Vielzahl. Kein einziges Naturprodukt wirkt nur mit einem Inhaltsstoff. Und unser Körper kennt diese Stoffe. Er ist an sie angepasst. Und deshalb wirken sie auch in Vermischung und meist sogar in kleiner Dosierung.

Und wenn wir uns einmal ganz von den künstlichen Fertigprodukten im Supermarkt abwenden würden, würde uns unser Körper schon sehr deutlich machen, worauf er wirklich „Appetit“ hat. Denn Appetit heißt eben nicht (wie dumme Werbung suggeriert) auf irgendetwas einen Gieper zu haben. Unser Körper signalisiert uns im Gegenteil sogar sehr genau, welche Stoffe ihm gerade fehlen.

Wenn wir nicht ständig unter Zucker-, Fett- und Salz-Schock stünden, würden wir wahrscheinlich sogar schreien vor Entsetzen im Supermarkt. Das alles ist zwar hocheffizient hergestellt. Aber es lässt uns in Wirklichkeit verhungern. Verhungern in dem Sinn, dass uns all diese aufgebrezelten Produkte eben nicht die Vielfalt an Inhaltsstoffen bieten, die wir wirklich brauchen, die unseren Körper in Einklang mit sich bringen. Also gedeiht daneben eine regelrechte Industrie mit künstlichen Vitaminen und Präparaten, wo uns dann Riesenkonzerne wieder versprechen, so bekämen wir das Fehlende.

Was meist falsch ist. Auch in der Dosierung.

Was tun?

Das beste ist natürlich, man legt sich tatsächlich wieder einen richtigen Kräuter- und Bauerngarten an mit all den Pflanzen, von denen schon unsere Urgroßeltern wussten, wie wichtig sie im Alltag sind. Pflanzen, deren Früchte, Blätter und Stängel man einfach zum richtigen Zeitpunkt sammeln, trocknen oder einlegen muss, um sie dann einfach da zu haben, wenn man sie braucht. Zum Beispiel in Grippezeiten. Man kann zwar die Verbreitung von Viren damit nicht verringern – aber man kann den Körper stärken, damit er mit dem Angriff auf das Immunsystem besser fertig wird. Wofür auch in Leibners Buch zwei echte Klassiker stehen: die Lindenblüten und die Holunderbeeren.

Nur so für die Liebhaber der Linden: Die standen früher nicht in Hof und Dorf, weil es so hübsche Bäume sind, sondern weil sie so nützlich sind. Dasselbe gilt für die Holunderbüsche, ohne die ein Bauerngarten in der Vergangenheit nicht auskam. Man trifft etliche dieser alten Bekannten in Leibners Buch, das im Wesentlichen alle Kräuter und Pflanzen beschreibt, die man meist in der freien Natur finden kann – mitsamt ihren heute erforschten Inhaltsstoffen, dem Sammelzeitpunkt und ihrer Anwendung bei bestimmten Wehwehchen.

Schon im Porträtteil für die Pflanzen findet man erste kleine Rezepte, aber auch die nötigen Verfahren, um die Pflanzen bzw. ihre Essenzen haltbar zu machen. Drei Dutzend Pflanzen werden dabei recht ausführlich porträtiert, sodass man jederzeit nachschlagen kann, wenn man sie erst einmal kennenlernen möchte. Weitere gibt es dann mit Kurzporträts.

Eine Tabelle gibt dann auch noch die richtige Sammelzeit und die Standorte an. Und wenn man eine Schnellübersicht braucht, um zu erfahren, welches Kraut nun bei welchem Wehwehchen genutzt werden kann, gibt es auch dazu eine eigene Übersicht, der denn gleich die Rezepturen für allerlei Tees, Tropfen, Essenzen und Liköre folgen, für Öle, Salben und Cremes. Manches wirkt dann einfach zur Herstellung des seelischen Gleichgewicht, zur besseren Durchblutung oder zur Linderung von Verdauungsproblemen.

Und eben weil die Inhaltsstoffe meist komplex sind und gerade erst in dieser Vielfalt wirken, sind etliche dieser Mittelchen auch weniger belastend für den Körper, haben weniger Nebenwirkungen. Erst recht, wenn man das falsche Denken über „Viel hilft viel“ aufgibt, sondern auch einfach mal Geduld hat mit sich, seinem Körper und der wohltuenden Wirkung der Tees und Salben.

Wo eine falsche Anwendung oder Herstellung zu negativen Folgen führen könnte, sind jeweils Warnhinweise angebracht. Im Grunde führt das Buch, wenn man es ernst nimmt, hin zu einem geruhsameren und aufmerksameren Umgang mit dem eigenen Körper, der Gesundheit und den helfenden Angeboten der Natur, die oft einfach deshalb wirken, weil sie das, was in uns aus dem Lot geraten ist, wieder in Ausgleich bringen.

Übrigens ganz und gar nicht so passiv, wie es die moderne Medizin oft macht, von der viele Patienten erwarten, dass ein paar Pillen die gesundheitlichen Probleme umgehend wieder aus der Welt schaffen. Allein schon das Sammeln und Zubereiten braucht Aktivität und Hingabe. Und die Bewegung in der freien Natur kommt hinzu. Auch das braucht der Mensch. Und so mancher merkt das jetzt beim angewiesenen Zuhausebleiben in Corona-Zeiten: Alles zieht einen hinaus. Und man sollte doch besser nicht, gerade dann, wenn alle strömen und es auch in der engen Stadtnatur wieder rappelvoll ist.

Glücklich, wer da Wald und Wiese gleich hinterm Haus hat. Und weiß, wo sie oder er einfach hinspazieren kann, um ein gesundes und nützliches Kraut zu pflücken.

Sieglinde Leibner Meine große Naturapotheke, Buchverlag für die Frau, Leipzig 2020, 22,95 Euro.

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