Kommentar

Mal etwas über Kunstfreiheit, das Grundgesetz und einen neuen Satiriker mit Wirkung

Für alle LeserEs ist großartig zu erleben, was für eine teils unsinnige, überpolitisierte und leider oft strunzdumme Debatte zu Jan Böhmermanns ZDF-Satire rings um ein Gedicht angeblich über Recep Tayyip Erdoğan geführt wird. In den sozialen Netzwerken so und so – hier ist noch nicht einmal das gesamte Video bekannt, da weitgehend gelöscht. Dabei gerät die Genialität des satirischen Kunstwerkes fast in den Hintergrund, auch für seinen Brötchengeber ZDF, da sich nach den weiträumigen Löschungen alle auf den Inhalt des Gedichtes konzentrieren. Doch selbst das Schmäh-Gedicht an sich ist eine Parodie und somit gesetzlich gedeckt.

Gäbe es keine sich anbahnende Staatsaffäre, weil der türkische Präsident nun tatsächlich über das ihm hingehaltene Stöckchen gesprungen ist und eine Strafverfolgung verlangt – man hätte kurz gelacht und das Video sicher auch öfter anschauen können als bislang. Historisch ist es bereits, da sich kaum noch ein Pressemedium in Deutschland traut, es zu zeigen.

Dass ein finanziell gut ausgestatteter Sender wie das ZDF noch vor dem Vorliegen eines einstweiligen Verfügungsversuches (Einreichung, Bearbeitung, Antwort Minimum 3 Tage) das Video aus dem Netz nimmt, kann entweder Teil des Plans oder eine Riesendummheit sein. Das ZDF hat sich für die Dummheit entschieden. Und nicht einmal eine Klageschrift abgewartet. Diese hätte immerhin von der Staatsanwaltschaft Mainz oder aus der Türkei kommen müssen – das ZDF war schneller als die Staatsanwälte und wechselte die Seiten ohne echte Not. Auf Medienanfragen teilte das ZDF dann auch noch mit, dass die Parodie auf Erdoğan nicht den Qualitätsansprüchen des ZDF an Satire entsprechen würde.

Wer regiert, wenn die Angst umgeht?

Das ist dann nur noch traurig, denn es zeigt, dass da offensichtlich in den Entscheiderpositionen Menschen sitzen, die von Satire keine Ahnung haben. Dafür wahrscheinlich Kenntnisse von den derzeitigen politischen Verhältnissen. Dies allein sollte manchen verunsichern, denn im Zweifel tun hier wichtige Menschen wohl nur so, als ob. Und im Zweifel werfen sie den Narren eben als Mittagsmahl zu den Löwen in den Käfig. „Extra 3“ ist dann tatsächlich das Höchste der Zugeständnisse und „Zapp“ versucht sich in Medienkritik. Mehr gibt es gerade am Lerchenberg nicht zu verteidigen.

Während also das ZDF damit auch das eigene Niveau festgelegt hat, dürfte Tucholsky, getreu seines Satzes: „Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.“ vor Freude aufrecht im Grab sitzen, damit er wirklich nichts vom weiteren Ablauf in Deutschland verpasst.

Denn unterdessen schiebt angesichts der „Flüchtlingskrise“ ein deutscher Außenminister die Verantwortung über das Justizministerium Richtung Bundeskanzlerin ab, welche selbst schon glaubte, der neue Sultan der Türkei würde Entschuldigungen angesichts der Erpressungsmöglichkeit mit rund 3 Millionen Menschen klaglos annehmen. Denn Erdoğan fordert, kaum ist die Entschuldigung ausgesprochen, prompt ein Strafverfahren gegen Böhmermann.

Das erinnert wirklich an: Gib ihm den Finger und er will die ganze Hand. Den Arm noch dazu.

Hier jagt eigentlich gerade eine Pointe die nächste, eine Dimension, die selbst den Verursacher überrascht. Sofern man über schwarzen Humor verfügt, wie Böhmermann ihn nun lernt, kommt man jedoch aus dem Lachen dabei nicht mehr heraus. Beste Juxraketen am Stück, dass es selbst den Erstzünder übermannte und er auf Facebook schrieb: „Ich fühle mich erschüttert in allem, an das ich je geglaubt habe.“ und er sich seinen Grimme-Preis (nein, nicht für das Gedicht) lieber zuschicken ließ.

Letztlich reiht sich dennoch hier ein Knaller an den nächsten.

Neben einer skurrilen, unnötigen Staatsaffäre, auch der, dass sich ein Herr Döpfner von Springer mit Böhmermann nun solidarisiert. Wohl wissend, dass selbst im schlimmsten Fall etwas vom Mut des „Neo Magazin Royale“-Machers auf den eigenen multimillionenschweren Weg bei Springer abfärben soll. Man kenne sich noch nicht, aber dann könne man dies ja vor Gericht nachholen, so Döpfner in einem offenen Brief. Welcher in der gewohnten Springermanier nicht die Satire an sich, sondern nur das Gedicht – hier überhöht zur neuen Außenpolitik – zum Inhalt hat.

Doch es ist auch Licht in allen Dingen – wenn auch weniger in den durchaus schlauen Solidarisierungen mit Böhmermann, da hierbei maximal eine Geldbuße für Ersttäter drohen könnte.

Ein Belastungstest für unseren Geist (bitte nicht mehr von „Werten“ faseln)

Denn der Verursacher des Wirbels hat noch mehr richtig gemacht, als bislang klargeworden ist. Und sollte eher die „Kurt-Tucholsky-Gedächtnis“-Medaille empfangen (die es selbstredend nicht gibt, dafür haben wir ja den Grimme-Preis), nachdem er seine Erlebnisse sortiert hat.

So hat er doch dafür gesorgt, dass das Gedicht in ein künstlerisches Umfeld eingebettet wurde und eben kein Statement oder eine Meinungsäußerung ist. Wohl wissend, dass es so verstanden werden könnte, wenn sein neuer Sidekick Ralf Kabelka dem Publikum deutlich den Applaus nach dem Gedicht untersagt. Böhmermann und er legen selbst im Beitrag die Fährte Richtung Ausgang, Richtung Kunstfreiheit und den festgelegten Grundgesetzparagraphen 5, Absatz 3. So wird bewusst eine musikalische Untermalung eingespielt, der Hintergrund wird neu bebildert, man schafft ein Werk. Ob Kunst oder nicht, ist der freien Debatte überlassen – wie auch ein Gemälde von Otto Dix oder die „Beständigkeit der Erinnerung“ von Salvador Dali, besser bekannt unter „Die weichen Uhren“.

Wann haben wir Werke immer verstanden? Richtig – später. Und so setzen sich gerade fast alle nur mit dem Inhalt des Gedichtes auseinander.

Apropos Gedicht. Eines in Zeiten von Dauerpöbelei dummer Menschen im Netz.

Ob gewollt oder nicht, ist ab hier schon fast egal – aber im Zweifel ist es der eigentliche Schlusskracher vor Gericht für Böhmermanns hoffentlich begabten „Witze-Anwalt“. Ein Rechtsvertreter, welcher das zumindest rechts der Elbe bekannte Bild namens „Die Saporoger Kosaken schreiben dem türkischen Sultan einen Brief“ des russischen Malers Ilja Jefimowitsch Repin in die Diskussion einbringt.

1891 beendet, zeigt das Gemälde die diebische Freude der Kosaken am Dnepr, welche auf einen Unterwerfungsbrief seitens Sultan Mehmet IV. mit einer Schmähung reagierten, die direkte Analogien zum Gedicht des Neo Magazins aufweisen. In der russischen Übermittlung des angeblichen Briefes heißt es aus dem Jahr 1676 unter anderem: „Du türkischer Teufel, Bruder und Genosse des verfluchten Teufels und des leibhaftigen Luzifers Sekretär! Was für ein Ritter bist du zum Teufel, wenn du nicht mal mit deinem nackten Arsch einen Igel töten kannst? Was der Teufel scheißt, frisst dein Heer. Du wirst keine Christensöhne unter dir haben. Dein Heer fürchten wir nicht, werden zu Wasser und zu Lande uns mit dir schlagen, gefickt sei deine Mutter!“

Am Beginn der türkisch-russischen Konflikte im 17. Jahrhundert. Die Kosaken suchen nach den schlimmsten Beleidigungen. Maler: Ilja Jefimowitsch Repin. Quelle Wikipedia, Bild gemeinfrei

Am Beginn der türkisch-russischen Konflikte im 17. Jahrhundert. Die Kosaken suchen nach den schlimmsten Beleidigungen. Maler: Ilja Jefimowitsch Repin. Quelle Wikipedia, Bild gemeinfrei

Nachdem hier die Einleitung der Schmähungen noch teils politisch sind, wird es anschließend deutlich persönlicher: „Du Küchenjunge von Babylon, Radmacher von Mazedonien, Ziegenhirt von Alexandria, Bierbrauer von Jerusalem, Sauhalter des großen und kleinen Ägypten, Schwein von Armenien, tatarischer Geißbock, Verbrecher von Podolien, Henker von Kamenez und Narr der ganzen Welt und Unterwelt, dazu unseres Gottes Dummkopf, Enkel des leibhaftigen Satans und der Haken unseres Schwanzes. Schweinefresse, Stutenarsch, Metzgerhund, ungetaufte Stirn, gefickt sei deine Mutter!“

Das mit der Mutter ist also etwas, was Böhmermann eher ausgelassen hat. Wohl wissend, dass die Mutterbeleidigung quasi nicht zu toppen ist, dagegen geht der „Ziegenficker“ genauso klar wie die „Kartoffelnase“.

„Ist es jetzt klar?“ Zitat am Ende des Beitrages (siehe Videolink) und eine Frage, bei der ich dachte, sie wäre überflüssig.

Drei Dinge seien am Ende historisch verbrieft festgehalten.

  1. Der Sultan hat nicht gewonnen.
  2. Es ging damals um das Gebiet der heutigen Ukraine.
  3. Zar Alexander III. (1845–1894) kaufte Repin sein Gemälde später für 35.500 Rubel ab. Böhmermanns Verbal-Kunstwerk gabs für die Rundfunkgebühr. Allerdings nicht mehr zum Nachschauen im Netz.

Außer mal wieder kurzzeitig hier.

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