Warum Journalismus mit Reichweite und News nichts zu tun hat oder warum „Spiegel Online“ in der Klemme steckt

KommentarFür alle LeserEs geht nicht um Nachrichten, auch wenn das Jens Rehländer so glaubt, früher mal selbst als Journalist tätig, seit 2010 in der PR zugange. Auf seinem Blog ging er auf die Gerüchte ein, dass „Spiegel Online“ mit seinem seit kurzem getesteten Produkt „Spiegel Plus“ wohl auf die Nase fällt und damit nicht die erhofften Einnahmen erzielt. Nachrichten, so Rehländer, verkaufen sich nun mal nicht.

Es gäbe sie wie Sand am Meer. „Es gibt kein Genre, das an vergleichbarer Überproduktion leidet, kein Feld, in dem der Konkurrenzdruck höher ist, kein Journalismus, der austauschbarer wäre, keine Sparte, die in der Wertschätzung der Nutzer tiefer angesiedelt ist“, schreibt er. Und kommt dann zum Schluss: „Ist es ein Alarmzeichen für andere Online-Marken, falls Spiegel Online mit seinen Inhalteverkäufen tatsächlich nicht erfolgreich sein sollte? Ich glaube nicht. Denn eigentlich wird nur bestätigt, was auch Jochen Wegner von Zeit Online weiß: Nachrichtenjournalismus ist kein Geschäftsmodell.“

In den USA würden das sowieso schon Nachrichtenroboter machen. Da kann man ja eigentlich nur noch fliehen, die Seite wechseln und PR machen, nicht wahr?

Falsch liegt er. Aber es ist typisch für die Debatte über Journalismus und Medien in Deutschland. Medienmachen wird mit Nachrichten-Machen gleichgesetzt.

Das können wirklich Roboter genauso. Ob genauso gut, ist eine andere Frage. Denn das Problem an heutigen Nachrichten ist: Sie sind eigentlich nur noch die geschrumpften Klone dessen, was Nachrichten einmal waren, als es kein Journalist unterließ, die erfahrenen Fakten einzuordnen in einen Kontext. Was aus dem Lateinischen kommt und „Zusammenweben“ heißt. Man liefert nicht nur den einzelnen Faden – was die heutigen Newsmaker so brillant können. Sondern man präsentiert das ganze Bild, das ganze Webmuster, in das der Faden gehört.

Die Texte, die „Spiegel Plus“ bietet, gehören eben nicht in das Feld bloßer Nachrichten, wie sie auch Roboter oder Schichtarbeiter hinschludern können, sondern in den Kontext. Sie erzählen das große Bild und ordnen die Fäden ein. Ihr eigentliches Manko ist, dass sie parallel auch im gedruckten „Spiegel“ erscheinen.

Aber damit zeigen sie tatsächlich erst, woran es den meisten „Nachrichten“-Portalen mangelt – und was Rehländer auf „Spiegel Online“ zunehmend vermisst, auch wenn er es nach wie vor als „Nachrichten“ bezeichnet: die große, einordnende journalistische Arbeit. Die ist auf „Spiegel Online“ fast völlig verloren gegangen, weil sich das Portal in einem völlig besinnungslosen Wettrennen mit all den anderen News-Schleudern verfangen hat, die heute das Internet mit blanken News, einem regelrechten Junkfood an Stoff zuschmeißen. So dass wirklich nicht nur das Gefühl entsteht, dass es davon viel zu viel gibt, sondern auch, dass es völlig wertlos ist. Wenn es von dem Zeug überall so viel gibt, dann ist logischerweise auch die Arbeit der Journalisten selbst wertlos. Findet zumindest Rehländer.

Ohne zu sehen, dass die Haupttreiber dieser billigen Volksfütterung riesige Konzerne sind, die eigentlich das Tempo der Nachrichtenvermüllung vorgeben. Darunter auch ein Netzgigant wie Facebook, der so tut, als hätte er mit dieser umfassenden Entwertung der „Ware“ Nachricht nichts zu tun.

Denn was so schnell milliardenfach verbreitet wird, hat keinen Wert mehr. Wirkung schon.

Meistens eine sehr fatale und chaotische. Wer Nachrichten in dieser Weise produzieren kann (und auch Fakenews sind auf diesem Markt eine Ware), der kann Stimmungen anheizen, Vorurteile schüren, Einschätzungen kippen, der kann in ganzen Gesellschaften Meinungen prägen und Schwarmhandlungen auslösen.

Reichweite und Geschwindigkeiten bedeuten reine Macht: Deutungsmacht und damit am Ende Einflussmacht. Medien im klassischen Sinn brauchen diese Leute nicht mehr. Medien als das, als was sie sich eigentlich mal verstanden haben: als Mittler, Einordner, Aufklärer.

Nur so als kleiner Hoppser für unsere PR-Experten

Wer das Lied von Nachrichten als Ware singt, der betreibt schon Gegenaufklärung. Denn zu nichts anderem dient es ja, wenn das Wissen über den Zustand unserer Gesellschaft zur handelbaren Ware gemacht wird. Und wenn dann nur noch der den Reibach macht, der die schnellste, sensationellste und unverschämteste News raushaut. Das ist wirklich die Verflachung der Welt auf Sensationsniveau. Gut verkäuflich, keine Frage.

Das ist eine Welt, in der man keine Journalisten braucht. Das funktioniert völlig ohne diese ganze Mühsal, die Journalisten eigentlich leisten müssen, weil sie eigentlich eine Grundintention haben sollten: ihren Lesern ein Gesamtbild zu geben von dem, was passiert. Nicht nur den einen Faden.

Was nutzt der rote Faden, wenn man nicht sieht, ob er zu einer Blutlache, einer Clownsnase oder zu einer amerikanischen Flagge gehört? Wenn alle anderen Farben fehlen? Und die Hauptakteure im Bild sowieso? Wenn man weder die Vorgeschichte erfährt, noch, wer da eigentlich miteinander agiert. Ist es ein Konzern, dem gerade eine Ölplattform abschmiert? Oder ist es ein Fußballmillionär, der sich über seinen Trainer beschwert?

Sie müssen nicht lange suchen: Nachrichten über blasierte Fußballmillionäre findet man millionenfach, nach den Nachrichten über kollabierende Ölplattformen muss man suchen. Selbst dann, wenn man weiß, dass die Verseuchung eines ganzen Flussdeltas für unsere Welt viel größere Auswirkungen hat als das zufällig aufgeschnappte Genöle eines Fußballspielers.

Es ist letztlich egal, ob diese Entwertung von Nachrichten nun systemimmanent und marktkonform geschieht – oder ob jemand mit Absicht die Vertrauensbasis eines anspruchsvollen Journalismus zerstört. Dass es dem Profit dient, Nachrichten wertlos zu machen und nur noch zum billigen Treibstoff für gut vermarktbare Werbeplätze, ist die eine Seite.

Aber wie geht es unserer Gesellschaft damit?

Jetzt, wo sie alle anfangen rumzubarmen, wie der „Populismus“ unsere schöne Demokratie zu zerstören droht? Haben diese Barmer überhaupt mal nachgedacht, wer eigentlich erst die inhaltliche Grundlage für diesen ganz und gar nicht vom Himmel gefallenen „Populismus“ gelegt hat? Wer – immer mit Verweis auf die heilige „Reichweite“ – sein „Nachrichten“-Niveau immer mehr auf Junk-Niveau abgesenkt hat? Und den ganzen Rest der medialen Dauerberieselung ebenfalls?

Mit dem Ergebnis, dass da Leute arbeiten, die sich Journalisten nennen, aber nie im Leben tatsächlich als solche gearbeitet haben? Wer auch nur ein bisschen darüber nachdenkt, merkt, dass die Arbeit des Journalisten ganz und gar nicht im Produzieren von Nachrichten besteht. (Ein Denken, das eigentlich schon davon erzählt, wie der Schwachsinn selbst einige Journalisten im Griff hat …)

Auch nicht im Erstellen von Artikeln oder anderen multimedialen Spielereien.

Tatsächlich ähnelt die Arbeit des modernen Journalisten wieder viel mehr der eines Bildteppichknüpfers. Er muss die ganze Geschichte suchen und erzählen – mit allen Farben, mit möglichst allen Fäden, gern auch nacheinander, Stück um Stück. Und er muss sie gut und verständlich erzählen, so dass sich aus dem ganzen Tohuwabohu der wertlosen News wieder Strukturen ergeben, greifbare Bilder, die unsere nur scheinbar chaotische Welt wieder fassbar und begreifbar machen. Das muss passieren. Jeden Tag. Unermüdlich und vor allem unbedroht, weil irgendjemand im hohen Haus glaubt, man müsse Reichweite und „Nachrichten“ produzieren.

Nein. Muss man nicht. Davon gibt wirklich viel zu viel.

Wovon es zu wenig gibt, das sind seriöse und nachhaltig berichtende Medien, die einer vom Irrsinn gepeitschten Welt wieder Struktur geben.

Auch und gerade im Internet. Als Häfen, in die man einlaufen kann, wenn man von Junkfood nur noch Kopf- und Bauchschmerzen hat.

In eigener Sache: Für freien Journalismus aus und in Leipzig suchen wir Freikäufer

https://www.l-iz.de/bildung/medien/2016/11/in-eigener-sache-wir-knacken-gemeinsam-die-250-kaufen-den-melder-frei-154108

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