OB Burkhard Jung am Froschbrunnen? War er nun da oder war er nicht da?

Für alle Leser„War der OBM nun dabei oder nicht?“, fragt Tobias Hollitzer, Leiter der Gedenkstätte in der Runden Ecke und übersendet eine kleine Glosse zu dem, was am Donnerstag, 3. Mai, zur Einweihung des Froschbrunnens auf dem Rabensteinplatz parallel in der L-IZ und auf LVZ Online zu lesen stand. Diese stammt aus dem Kommentarteil der LVZ und lautet: „Bei der LVZ wird darüber berichtet, dass OBM Jung bei der Eröffnung dabei war und es wird sogar zitiert, was er sagte. In einem Artikel über das gleiche Ereignis bei der Leipziger Internetzeitung steht zu lesen, dass der OBM gestern verhindert war und sich vom Leiter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer vertreten ließ.“ Stimmt. Genau das haben wir geschrieben, weil es halt so war.
Anzeige

Weiter, so der LVZ-Leser: „Zwei gänzlich unterschiedliche Berichte über das gleiche Ereignis. Nur die Fotos sind in beiden Artikeln identisch – auf denen ist allerdings der Oberbürgermeister nicht zu sehen. Sollte die LVZ ihren Mitarbeiterstamm schon so ausgedünnt haben, dass jetzt Pressemitteilungen bereits so als Berichte umgeschrieben werden, als wäre ein Journalist vor Ort gewesen? Dumm nur, wenn die Realität dann einen anderen Verlauf nimmt, als die Presseeinladung vermuten ließ.“

„Identisch“ sind die Fotos nicht, denn für die LVZ war der stadtbekannte rasende Fotograf André Kemptner vor Ort, was offenbar jedoch fehlte, war ein LVZ-Journalist. Denn das die Texte auf der LVZ und in der vorab publizierten Meldung der Stadt Leipzig zur Brunneneinweihung sehr ähnlich sind, zeigt der Leser im Kommentarbereich auf: „Hier die Pressemitteilung von der Seite der Stadt Leipzig: https://www.leipzig.de/fileadmin/extensions/pressreleases/6BA6501CD5BA67E5C125827F0033F7C1/316-quo-Froschbrunnen.pdf  – Mit Journalismus hat das alles wirklich nichts mehr zu tun und ist leider nur Wasser auf die Mühlen derer, die ständig von ‚Lügenpresse‘ schwafeln. Hier sollte die LVZ dringend über ihren Auftrag als Leipziger Tageszeitung nachdenken und wieder zur Einhaltung der üblichen journalistischen Standards zurückkehren.“

Stimmt auch. Sollte sie, kann sie aber offenbar schon seit einiger Zeit nicht mehr.

Für LVZ Online war der OBM vor Ort. Screenshot vom 3. Mai, 10 Uhr: L-IZ

Für LVZ Online war der OBM vor Ort. Screenshot vom 3. Mai, 10 Uhr: L-IZ

Wenn es so einfach wäre

Der Unterschied ist tatsächlich: Wir waren da, als der Froschbrunnen aufgedeckt wurde. Ob die LVZ jemanden entsandt hatte außer den umtriebigen Fotografen André Kempner, wissen wir nicht. Es ist trotz der Peinlichkeit, dann Lokaljournalismus zu simulieren, letztlich auch egal. Weil das Ergebnis etwas zeigt, was den meisten Mediennutzern einfach nicht bewusst werden will, obwohl wir nun seit Jahren drüber schreiben: Wenn man den Medien die Finanzierungsgrundlage entzieht, können sie keine Journalisten mehr bezahlen. Dann ist auch keiner mehr vor Ort.

Das ist augenscheinlich ein Satz, der einfach nicht verstanden oder eben leserseitig auch im Netz anerkannt werden will. Und gerade regionale Medien wie LVZ und L-IZ kämpfen um Modelle (wie unser „Leserclub“ mit den „Freikäufern“, die für die Offenheit der Artikel sorgen sollen). Gerade heute flatterte die Mail herein, dass es nun die „Sächsische Zeitung“ mit einer „harten Bezahlschranke“ versuchen wird. Nach schwedischem Vorbild, schreiben die Kollegen vom „Flurfunk“, also nur noch Inhalte gegen Geld.

Ob’s gelingt? Wer weiß …

Gerade im Netz geht es dabei vor allem um die Menschen, denn Druckkosten fallen ja nicht mehr an. Journalisten sind auch nur Leute, die von ihrer täglichen Arbeit irgendwie leben wollen. Wenn sie dafür nicht bezahlt werden, verlassen sie das Metier, gehen lieber als Marketingmensch in irgendein stinkreiches Unternehmen, das mit Leute-Veralbern sein Geld verdient. Oder sie werden Pressesprecher. Wechseln also die Seiten und versuchen oft genug wirklichen Journalismus mit diversen Floskeln eher aufzuweichen. Vor zehn Jahren konnte man noch irgendwie (gefühlt) davon ausgehen, dass auf jeden Journalisten ein PR-Mensch auf der anderen Seite kam.

Mittlerweile ist das Verhältnis wohl eher 1:10. Die Medien haben ihren Personalstamm abgebaut – auch die LVZ. Immer weniger Leute müssen versuchen, irgendwie das Tagesgeschäft abzudecken. Dafür werden es auf der anderen Seite immer mehr Leute, die als Agenturmitarbeiter und PR-Fuzzis die Redaktionen mit Texten zuballern. Motto: „Ich habe hier eine tolle Geschichte für euch.“

Wer die Serie eifrig mitverfolgt hat, weiß, dass dieser ganze Bulli-Kram bei uns gelöscht wird.

Nur einmal die Mail-Zahlen für den 2. Mai 2018

130 „werthaltige“ Mails an die Redaktion konnten ohne Federlesen sofort gelöscht werden. Nachrichtenmüll, der anderswo natürlich trotzdem veröffentlicht wird. Solange alle diese überbezahlten Agenturen ihren Informationsschrott auch noch loswerden, hören sie nicht auf und es wird immer schlimmer mit der „Informationsflut“, die eigentlich eine Junk-Flut ist.

Waren auch ernsthafte Meldungen dabei?

Ja: 14 Stück. Darunter auch die erwähnte Pressemitteilung der Stadt zur Einweihung des Froschbrunnens. Die Pressemitteilung war natürlich vorher schon fertig. In der Regel bekommen die Journalisten diese vor Ort in Papierform ausgehändigt, damit sie schon mal wissen, was drinsteht. Und was nicht. Das, was nicht drinsteht, erfragt man dann vor Ort. Oder man bekommt mit, dass einer der Zitierten gar nicht kommen kann, weil irgendwas dazwischengekommen ist – in diesem Fall OBM Burkhard Jung.

Das Jung-Zitat aus der Pressemitteilung. Screenshot: L-IZ

Das Jung-Zitat aus der Pressemitteilung. Screenshot: L-IZ

Burkhard Jung war wirklich nicht da

Was man natürlich nicht erfährt, wenn man Meldungen nur noch am sogenannten „Newsdesk“, also im Büro irgendwo auf dieser Welt sitzend abarbeitet. Was beim LVZ-Online-Artikel der Fall zu sein scheint. Eine handvoll Redakteure sitzt nur noch an diesem Sammeltisch in der Redaktion und tackert die Meldungen so, wie sie reinkommen, hastig ins System – Tempo, Tempo, Tempo. Ein bisschen umformuliert, damit es nicht so aussieht, dass man doch nur die eine Pressemitteilung zur Grundlage hatte.

Unser „Melder“ arbeitet seit nun über fünf Jahren so ähnlich – aber doch ein bisschen anders: Wir formulieren nichts um, sondern geben die Pressemitteilungen, die wir für informativ halten, so raus, wie sie reinkommen – mit dem Absender als Autor. Wir behaupten nicht, wir hätten das selbst verfasst. Aber weil es relevante Informationen sind, geben wir es an unsere Leser weiter.

Auch mit Zähneknirschen. Denn viele dieser Meldungen sind ja auch durchaus mal verpasste Geschichten, denen man nachgehen könnte. Denn normalerweise wird das Material erst richtig relevant, wenn auch wirklich ein Redakteur da ist, hingeht, vor Ort registriert, was passiert, Fragen stellt.

Und da sind wir bei dem Problem, das allen ernsthaften Medien heute zu schaffen macht: Wenn sie immer weniger Journalisten bezahlen können, sind immer weniger richtige Redakteure tatsächlich dort, wo Dinge geschehen. Vor Jahren schon haben die nicht ganz so ernsthaften Medien angefangen, an dieser Stelle mit „Leserreportern“ zu arbeiten, sich einfach Bilder und Eindrücke von irgendwelchen zufällig vor Ort Gewesenen zusenden zu lassen.

Das Ergebnis ist ziemlich wassersuppig, eine Art „Facebook light“ und Gerüchteküchen entstanden. Und solche „Newsseiten“ wie „Tag24“ erblickten das Licht der medialen Unterwelt (nein, da linken wir bestimmt nicht hin, dafür mal auf den Sprachlos-Blog, der sich damit bereits befassen konnte).

Auch aus einem Grund, der gern vergessen wird: Journalisten haben in der Regel gelernt, was man alles abfragen und aufnehmen muss, damit die Geschichte seriös und belastbar wird. Es ist in der Regel ein Handwerk, das man genauso ernsthaft lernt wie Zimmerer, Dachdecker oder Programmierer. Journalisten sollen die Zeit zum Nachgehen haben, während die Leser ihre Arbeit machen – und diese Zeit nutzen können, am Ende belastbare Ergebnisse zu liefern. Es geht im Kern also um Vertrauen, Glaubwürdigkeit und die Vereinbarung: kümmert Euch drum, geht hin, schaut nach und erzählt die Wirklichkeit so gut es geht. Das ist mir 8,25 Euro im Monat wert.

Und eigentlich wissen es die meisten Leser auch – denn diese Ansprüche werden ja auch täglich an uns per Mail, Facebook, Chats und Anrufen herangetragen. Man traut uns zu, die richtigen Ansprechpartner zu finden, die richtigen Fragen zu stellen, die richtigen Fakten herauszufinden und am Ende in einer gut lesbaren Geschichte ein wichtiges Stück Wirklichkeit sichtbar machen zu können.

Aber wir vermuten jetzt einfach mal ganz freundlich, die noch verfügbaren Lokal-Redakteure der LVZ waren am 2. Mai auf anderen Terminen. Denn in der Regel finden mehrere Termine parallel statt. Alle – aus Sicht der Einladenden – ganz, ganz wichtig.

Aber die LVZ hat eben auch nicht mehr so viele Leute „on the road“. Auch Madsack sei „Dank“ verlagert der Hannover Mutterkonzern Journalismus „nach oben“.

Weniger Leute aber heißt

Weniger ordentlich gemachte Geschichten, mehr Agentur-Meldungen von DPA usw..

Weniger belastbare Nachrichten über das, was draußen geschieht, zunehmend eindimensionale Sichtweisen.

Weniger Nachfragen, Nachhaken und Dranbleiben, dafür schnelles Weiterreichen von PR.

Weniger bearbeitete Themen, weniger relevante Berichterstattung.

Immer weniger Wissen der Leser über das, was in ihrer Gesellschaft wirklich vor sich geht.

Und es bedeutet immer mehr Platz für die großen Fakenews-Schleudern. Die den Raum dann natürlich füllen mit all dem Junkfood, was sie tagtäglich ohne all diese Mühen und Aufwendungen produzieren. Das funktioniert ganz einfach mit Copy & Paste, die Überschrift noch aufbrezeln, bis sie blutet, und raus damit und die (Neu-)Gier der eh schon überdrehten Leser abgreifen und die ganze Zeit am Zappeln halten.

Da vergisst man dann schnell, dass seriöse Geschichten Zeit brauchen, Leute, die vor Ort fahren, sich alles anhören und begucken und hinterher – aus eigenem Erleben – aufschreiben, was geschah.

So beginnt das. Und natürlich steht die Frage: Wollen wir so eine Welt, in der wir mit buntem Unfug zugemüllt werden? Oder wollen wir wirklich wissen, was passiert?

Die Frage lassen wir hier einfach mal stehen. Auch in dem Wissen, dass wir jeden Tag mindestens zehn wichtige Geschichten NICHT erzählen konnten, weil noch nicht genügend Unterstützer für die L-IZ.de gefunden sind. Denn nun (Stand Mai 2018) 700 Freikäufer sind eben keine 1.500 – oder? Und so fehlt die Kollegin und der Kollege neben uns halt. Und das natürlich, weil wir die zusätzlichen Menschen nicht bezahlen könnten. Wir arbeiten ja auf keinem breiteren Fuß als die LVZ, das zu behaupten, wäre anmaßend.

Doch so richtig hat sich noch lange nicht herumgesprochen, was es bedeutet, wenn Medien keine Kraft mehr haben, hinter die Kulissen zu schauen. Wenn sie sich in allzu starke Abhängigkeiten von Werbekunden begeben und beginnen „Geschichten auszusparen“.

Geht doch auch so, oder? Irgendjemand schüttet doch die ganzen Kanäle voll mit irgendwelchem schnell gemachten GANZ WICHTIGEN Nachrichten. Wie zum Beispiel der, was Burkhard Jung am 2. Mai am Leipziger Froschbrunnen so alles gesagt hat. Obwohl er gar nicht da war.

Die Serie „Medien machen in Fakenews-Zeiten“.

 

Jetzt spuckt der Frosch auf dem Rabensteinplatz wieder Wasser

Burkhard JungLVZMedien machen in Fakenews-Zeiten
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Gottfried Bermann Fischer: Höchste Zeit, einen wichtigen deutschen Verleger wiederzuentdecken
Florian Bruns: Gottfried Bermann Fischer. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas frühe 20. Jahrhundert war in Deutschland auch die Zeit der großen Verleger. Sie schufen die großen Publikumsverlage, deren Namen allen Leser/-innen geläufig waren. Denen im Westen, die sich in jeder Buchhandlung mit den beliebten Büchern eindecken konnten. Und auch denen im Osten, die sich eine Bibliothek mit lauter Fischer-, Suhrkamp- und Rowohlt-Büchern wünschten. Taschenbüchern natürlich, denn davon passen ja viel mehr in ein Regal.
Jonas Dorn, Bill Elgart und Robert Lucaciu im Schille-Theater Leipzig
Am Freitag, den 02.10., geht es bei unserer Konzertreihe LeipJAZZig im Leipziger Schille-Theater bereits weiter. Wir holen das Konzert des Trios DORN / ELGART / LUCACIU nach, das im Mai stattfinden sollte und pandemiebedingt verschoben werden musste. Die beiden Musiker der jüngeren Generation haben sich für das Konzert die US-amerikanische Schlagzeugikone Bill Elgart eingeladen.
Montag, der 28. September 2020: Demos für Abtreibungen und das Coronavirus + Video vom Klimastreik am Freitag
Kundgebung für sichere Abtreibungen auf dem Augustusplatz. Foto: René Loch

Foto: René Loch

Für alle Leser/-innenDer Augustusplatz bot am Montagabend ein interessantes Bild: Während vor der Oper etwa 150 Menschen für sichere Abtreibungen demonstrierten, versammelten sich vor der Universität etwa 30 Personen zum „Corona-Spaziergang“. Außerdem: In Sachsen gibt es Diskussionen über Atommülllager, Rassismus in der Polizei und den Haushalt der nächsten Jahre. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 28. September 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Interview mit SC DHfK-Speerwerferin Lea Wipper: Erst Motivationstief, dann Leistungsexplosion
Speerwerferin Lea Wipper (SC DHfK Leipzig) jagte von einer Bestweite zur nächsten. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 83, seit 25. September im HandelDie Rahmenbedingungen waren alles andere als ideal. Über Monate hinweg hatte die Corona-Pandemie (nicht nur) den Sportbetrieb komplett lahmgelegt. Um so erstaunlicher, dass die Leipziger Speerwerferin Lea Wipper ausgerechnet in dieser sehr speziellen Saison zum großen Leistungssprung ansetzte und dabei gleich mit drei Bestweiten aufwartete.
Theater: „Die Sitzmenschen“ im D5 zur Interkulturellen Woche im Landkreis Leipzig
Foto: Cellex Stiftung

Foto: Cellex Stiftung

Am 3. Oktober zeigt das Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. das Theaterstück „Die Sitzmenschen“ des „Tango - offen und bunt“ aus Dresden. Das Stück ist eine Einladung, über unsere eigenen, uns innewohnendenden Gegensätze nachzudenken, über Graustufen; darüber, Teil einer nicht perfekten Gesellschaft zu sein, gegen einige Dinge zu rebellieren, aber in anderen Komplizen zu sein.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #46
Demonstration am 6. Juni 2020 in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEs ist eigenartig, dass bei den hiesigen Diskussionen über Polizeigewalt in den USA das Programm 1033 kaum eine Rolle spielt. Aber vielleicht hat das auch seinen „guten“ Grund, vielleicht spiegelt sich darin ein zentrales Problem der Kritik. Es ist nämlich leicht, der Polizei strukturellen Rassismus vorzuwerfen, aber schwer, abseits von Generalverdächtigungen nach konkreten Ursachen von Polizeigewalt zu suchen.
Regierungskoalition ist sich einig: Die Haushalte 2021 und 2022 werden mit 21 Milliarden Euro geplant
Kassensturz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 11. September ging mal wieder ein Gespenst in Sachsen um, das eigentlich längst vergangenen Zeiten angehören sollte: das Gespenst der Kürzungsorgie. Da wurde die neue Steuerschätzung bekannt gegeben und der erste, der wieder Stimmung machte, war natürlich Sachsens Finanzminister Hartmut Vorjohann: „Das kluge Priorisieren und Anpassen der Ausgaben an die Einnahmen ist ernster denn je“, meinte er und gab zu bedenken, „dass wir durch das Grundgesetz und unsere sächsische Verfassung verpflichtet sind, die jetzt aufgenommen Kredite zu tilgen“.
War die Wirtschaftsentwicklung in Sachsen im Frühjahr ein „Einbruch“ oder eher der Anfang eines überfälligen Umdenkens?
BIP-Rückgang nach Bundesländern im 1. Halbjahr 2020. Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Für alle LeserFrüher, da habe ich mich immer wieder gefreut, dass Statistiker eigentlich nüchterne Leute sind. Sie veröffentlichten ihre Zahlen, erklärten die Trends, enthielten sich aber all der Kraftmeiereien, mit denen schlecht gelaunte Journalisten ihre Meldungen aufblasen, wenn eigentlich gar nichts passiert ist. Es ist ja egal, welche Zeitungswebsite man heutzutage aufschlägt: Es wird dramatisiert, dass einem schlecht werden kann. Das schleicht sich nun leider auch in Meldungen der Statistiker ein.
Wie bekommt man wirklich heraus, welches die „größten Probleme“ aus Bürgersicht sind?
Die unterschiedliche Wahrnehmung von Verkehrsproblemen nach Altersgruppen. Grafik: Stadt Leipzig / Quartalsbericht 1 / 2020

Grafik: Stadt Leipzig / Quartalsbericht 1 / 2020

Für alle LeserWas haben sie uns ins Bockshorn gejagt all die Jahre mit ihrem scheinbaren Superproblem „Straßenzustand“. Jahrelang stand der „Straßenzustand“ bei Leipziger Bürgerumfragen fett und breit auf Platz zwei der „größten Probleme aus Bürgersicht“. 2019 hat das Amt für Statistik und Wahlen sein Frageschema zu den „Problemen“ gründlich überarbeitet. Im neuen Quartalsbericht versucht Martin Waschipky zu analysieren, was das gebracht hat. Sind die Probleme jetzt realistischer dargestellt?
Historische Ornamentschablonen aus Leipziger Wohngebäuden: Die Farbenpracht in einer fast vergessenen Zeit
Constanze Arndt: Historische Ornamentschablonen aus Leipziger Wohngebäuden. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas ist Leipziger Bescheidenheit, so ein Buch ganz einfach „Historische Ornamentschablonen aus Leipziger Wohngebäuden“ zu nennen. Und nicht „Farbrausch in Leipziger Treppenhäusern“ oder „Komm rein und staune!“ Oder: „Leipzigs gerettete Farbenpracht“. Warum stapeln Leipziger/-innen eigentlich immer so tief? Selbst wenn sie so ein Prachtwerk von Buch vorlegen, das weltweit seinesgleichen sucht.
1. FC Lok Leipzig vs. Energie Cottbus 1:1 – Drittes Remis in Folge
Wieder mal Remis für Lok, in einer hart umkämpften Partie gegen Cottbus. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserAuch im dritten Spiel der englischen Woche bringt der 1. FC Lok eine Führung nicht ins Ziel. Beim 1:1 (1:1) vor 2.257 Zuschauer im Plache-Stadion, fiel der Ausgleich allerdings nicht in der Schlussphase. Schinkes frühe Führung nach vier Minuten, glich Max Kremer per Elfmeter aus. Schiedsrichter Daniel Bartnizki aus Erfurt hatte in der 30. Minuten nach einem Cottbusser Freistoß auf den Punkt gezeigt. Anschließend hatten beide Teams noch Möglichkeiten, das Spiel für sich zu entscheiden. Am Ende hätte wohl Lok den Sieg eher verdient gehabt.
Mehr als Musik: Die SKiLLZ! Awards geben der HipHop-Szene Leipzigs eine Bühne
Tobias Bieheim. Foto: Marcel Gershon

Foto: Marcel Gershon

Für alle LeserHipHop ist mehr als nur Rap. Hinter dem Genre versteckt sich eine Kultur, die verschiedene Künstler/-innen vereint und auch in Leipzig präsent ist. Seit 2015 rollen die SKiLLZ! Awards für diese Szene den roten Teppich aus. Im Interview mit der Leipziger Internet Zeitung erzählt Mitbegründer Tobias Bieheim über die Geschichte der Awards, die pandemiebedingte Absage der diesjährigen Veranstaltung und wie es um die Zukunft der Kulturbranche steht.
Gut verdienende Akademiker haben die Leipziger OBM-Wahl 2020 überproportional beeinflusst
Die Leipziger Wählergruppen nach Einkommen. Grafik: Stadt Leipzig / Quartalsbericht 1 / 2020

Grafik: Stadt Leipzig / Quartalsbericht 1 / 2020

Für alle Leser„Wer ging wählen und wer nicht?“, fragt Falk Abel in seinem Beitrag zur Auswertung der beiden Befragungen zur Leipziger Oberbürgermeisterwahl am 2. Februar und 1. März. Mit denen wollte das Amt für Statistik und Wahlen tatsächlich herausbekommen, welche Bevölkerungsgruppen in Leipzig eigentlich OBM-Wahlen besonders stark beeinflussen. Die sind ja nicht ganz unwichtig, auch wenn sie nur alle sieben Jahre stattfinden.
„Den Saisonstart haben wir uns anders vorgestellt.“: Eintracht Leipzig-Süd und FC Phönix warten noch auf ersten Sieg
Die Frauen-Regionalliga Nordost ist mit einem neuen Modus in die Saison gegangen. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 83, seit 25. September im HandelInzwischen rollt auch in der Frauen-Regionalliga Nordost wieder der Ball. In Sachen Spielmodus gab es hier allerdings gravierende Änderungen. Denn die bisher eingleisige Nordost-Liga wurde nun in zwei Staffeln geteilt: Nord und Süd. Jeweils sieben Vereine spielen dort untereinander. Die vier erstplatzierten Teams aus Nord und Süd treffen anschließend in der Meisterrunde aufeinander und spielen die Plätze 1-8 aus.
Stadtbezirksbeirat Altwest beantragt eine Stadtteilverbindung zwischen Leutzsch und Böhlitz-Ehrenberg, die auch die S-Bahn-Steige mit erschließt
Die untersuchten Varianten für eine Verbindung für Fußgänger und Radfahrer von Leutzsch nach Böhlitz-Ehrenberg. Grafik: Stadt Leipzig

Grafik: Stadt Leipzig

Für alle LeserNein, Leipzigs Verwaltung muss sich nicht wirklich darüber wundern, dass Ratsfraktionen und Stadtbezirksbeiräte immer ungeduldiger werden und sich mit Prüfaufträgen nicht mehr abspeisen lassen. Die verschieben wichtige Entscheidungen in der Regel wieder nur um mehrere Jahre in die Zukunft, während Zustände, die alle Seiten längst als inakzeptabel empfinden, einfach erhalten bleiben. So wie bei der Verbindung von Leutzsch nach Böhlitz-Ehrenberg, wo der Stadtbezirksbeirat schon mehrmals fast verzweifelt ist.