Seiten 94 bis 115

Das Untertan-Projekt: Wie Diederich lernt, die politischen Winde zu erspüren

Für alle LeserIn Berlin hatten wir Diederich schon zugesehen, wie er sich anbiedert, wie er sich eine „starke Gemeinschaft“ sucht, wo er nur die richtigen Rituale kennen muss, um das Gefühl zu haben, endlich eine Rolle zu spielen. Die Phrasen und Haltungen hat er mitgenommen ins eigene Leben. Agnes und ihr Vater haben es schon zu spüren bekommen. Denn nur in seiner Korporation ist Diederich ein Rädchen. Rückgrat hat er ja keins. Und nun kommt er auch noch in die Politik. Es darf einem grauen.

Tucholsky schrieb über diesen subalternen Anbeter der absoluten Macht: „Die alte Ordnung, die heute noch genauso besteht wie damals, nahm und gab dem Deutschen: sie nahm ihm die persönliche Freiheit, und sie gab ihm Gewalt über andere.“

Diese Gewalt über andere lässt Diederich alle spüren – seine verdatterte Mutter genauso wie den alten Sötbier, die er jetzt mit Sprüchen überrollt, die direkt aus dem Redegedöns des Kaisers stammen: „Wenn ich nur weiß, einer ist gegen die Regierung, ist er für mich schon erledigt. Und Hochverrat soll für mich ein Verdienst sein?“

Das ist auf den alten Herrn Buck gemünzt, der im Magistrat von Netzig bislang das Schwergewicht ist und damit die Politik in Netzig stark beeinflusst. Er ist ein alter 1848er, hat also in der Revolution von 1848 versucht, für demokratische Freiheiten zu kämpfen, wurde sogar zum Tode verurteilt und später begnadigt.

Eigentlich ist das ein halbes Jahrhundert her. Er ist noch ein Politiker mit richtigen Idealen. Und wie er so zu Diederich redet, der ihm dann doch in der ersten Antrittsrunde in Netzig seinen Besuch abstattet, merkt man: So ein Kerl würde auch heute noch anecken. Der hat noch Werte. Aber auf das Volk, auf das er – als junger Mensch – 1848 noch gehofft hatte, baut er nicht mehr.

„Schon zu unserer Zeit gab es allzu viele, die, unbekümmert um das Ganze, ihren Privatinteressen nachjagten und zufrieden waren, wenn sie, in irgendeiner Gnadensonne sich wärmend, den unedlen Bedürfnissen eines anspruchsvollen Genußlebens genügen konnten. Seitdem sind sie Legion geworden, denn die Sorge um das öffentliche Wohl ist ihnen abgenommen.“

Das sagt er zu Heßling, der eben noch zu Hause verkündet hatte, dass mit dem Regiment des alten Buck bald Schluss sein solle. Das, wovon Buck träumt, hat mit Diederichs neu angeschafften Idealen der Macht nichts zu tun. Wenn Diederich von Regierung redet, meint er den Kaiser. Und es soll wohl ein verschämtes Kompliment sein, wenn er Buck als „mächtigsten Mann der Stadt“ huldigt. Immerhin stellt Buck ihm in Aussicht, ihm bei dem Grundstück zu helfen, das Diederich braucht, um seine Papierfabrik zu erweitern.

Aber Buck will gar nicht mächtig sein. Er will, dass die Stadt sich selbst gehört.

Und dann kommt einem das doch sehr bekannt vor, wenn er erzählt, wie „die Regierung“ sich einmischt in die lokale Politik. Die Machtkämpfe sind so alt wie vertraut. In diesem Fall warnt Buck noch vor Regierungspräsident von Wulckow, der seine Position sichtlich nutzt, um in die Netziger Lokalpolitik hineinzuregieren. Und das kann er, weil es auch hier schon ein paar Leute gibt, die ihre Süppchen kochen. Auch wenn sich Bürgermeister Scheffelweis, den Diederich nun beim Frühstück abpasst, als reiner Verwalter versucht zu präsentieren, keiner Seite zugeneigt, ganz loyal.

Aber dort lernt Diederich auch gleich mal Assessor Jadassohn von der Staatsanwaltschaft kennen, einen Mann, der Diederich sofort beeindruckt, weil er sofort stramme nationalistische Töne anschlägt. Es läuft nicht nur Diederich kalt den Rücken herunter. Der Mann ist so scharf wie eine Rasierklinge und eiskalt. Und sichtlich auch ein bisschen heimtückisch – er deutet nur an.

Und hier merkt man, warum Diederich so schnell mit dem Schwanz wedelt wie ein angeblafftes Hündchen: Diese stramme Haltung lebt nicht von Respekt, sondern von fein versteckter Einschüchterung. Mit andeutenden Worten bringt es Jadassohn fertig, nicht nur den Bürgermeister stammeln zu lassen und sich zu rechtfertigen, warum der Magistrat nicht untertänigst ein Huldigungstelegramm an den Kaiser geschickt hat.

Er bereitet sichtlich auch Diederich Unbehagen, der nun eiligst in seinen Ton einstimmt und aus breiter Brust dröhnt: „Denn es untergräbt die Ordnung, und ich stehe auf dem Standpunkt, in dieser harten Zeit haben wir Ordnung nötiger als je, und deswegen brauchen wir ein festes Regiment …“

Wenn einem das nur nicht so vertraut vorkäme. Dieselbe Buckelei, dieselbe Anbiederung: „Diederich legte das vollständige Bekenntnis einer scharfen und schneidigen Gesinnung ab und erklärte, daß mit dem alten, freisinnigen Schlendrian auch in Netzig von Grund auf aufgeräumt werden müsse.“

Schlendrian in Netzig …

Das ist so ein vertrauter Ton: Erst wird ein Schlendrian herbeigeredet (Flüchtlingskrise, Multikulti, versagende Sicherheitspolitik) und dann großmäulig verkündet, man werde damit aufräumen. Da hat man schon einen Knoten im Kopf. Aber man weiß auch: Wenn Diederich mit diesen Typen Umgang haben will – und augenscheinlich findet er den beängstigend ausforschenden Ton des Herrn Jadassohn viel angenehmer als die freundliche Schwärmerei des alten Buck – dann kommt er aus dieser Denkweise nicht mehr heraus. Aus diesem permanent herbeigeredeten Chaos, das sichtlich mit dem stillen, verschlafenen Netzig nichts zu tun hat.

Und wie eingeschüchtert sie von diesem scharfen Herrn Jadassohn sind, zeigen Diederich und der Bürgermeister dann hinterher, wenn sie sich abseits nur der besten Gesinnung und einer grundliberalen Haltung versichern.

So beginnt das, wenn die Scharfmacher selbst im gepflegten Frühstücksgespräch schon mal durchblicken lassen, dass sie gnadenlos sein werden, wenn es einmal an sie kommt. Aber solche Typen faszinieren Diederich irgendwie. Er kann nicht anders. Er kann dem angstschlotternden Bürgermeister versichern, dass er ein liberaler Mann sei. Aber das funktioniert anders. Und als Jadassohn ihn dann gar noch fragt, ob er auch bei der Neuteutonia sei, ist alles klar. Diederich ist ergriffen und zusammen gehen die beiden in den Ratskeller, Mittag essen.

„Sie haben wohl Angst gehabt? Lassen Sie nur! Mit unserem Stadtoberhaupt kompromittiert sich niemand, er ist immer, wie der liebe Gott, mit den stärksten Bataillonen“, sagt Jadassohn.

Mit Bangemachen kann man, wie man hier schon einmal sieht, tüchtig Politik machen. Und nicht nur der Bürgermeister ward geprüft, auch Diederich. Man möchte nicht in seiner Haut stecken. Gegen diese Forschheit ist er wehrlos, das weiche Kind. Bei Fuß mein Lieber, jetzt geht’s in den Ratskeller.

Das Untertan-Projekt.

Untertan-Projekt
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Henriettenstraße in Lindenau. Foto: Marko Hofmann

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