Wendegespräch: Der wohltuende Sprung ins kalte Wasser

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 78, seit 24. April im HandelHeute lebt Fred Gimpel als Rentner, Ehemann, Großvater und passionierter Gärtner ein recht ruhiges Leben. Vor 30 Jahren hatte er selten vor 22 Uhr Feierabend. Gemeinsam schaue ich mit ihm auf diese Zeit zurück. Ein Gespräch mit Fred Gimpel über seine Neuerfindung als Versicherungsvertreter.

Herr Gimpel, wenn wir zunächst in die 80er Jahre blicken – wo befanden Sie sich damals?

Ich war damals 40, befand mich also in der Mitte des Lebens. Das war eine interessante und für mich und meine Familie auch sehr erfolgreiche Zeit. Meine Frau und ich hatten damals schon zwei Kinder. Meine Frau hat als VST-Leiterin im Konsum gearbeitet. Und ich habe neben meinem Beruf noch fünf Jahre studiert. Über ein Fernstudium hatte ich meinen Ingenieur gemacht.

Meine Frau ist am Wochenende immer mit den Kindern spazieren gegangen und ich musste zu Hause sitzen und lernen. Nach Abschluss meines Studiums hatte ich eine Stelle als Abteilungsleiter erhalten. Nebenbei verkaufte ich noch Versicherungen.

Zu DDR-Zeiten?

Ja. Staatliche Versicherungen. In Leutzsch hatten wir unsere Straßen gehabt. Da sind wir abends mit Marken rumgegangen. Das Geld, das wir für die Versicherungen als Beiträge erhielten, mussten wir dann einzahlen.

Welche staatlichen Versicherungen waren das?

Alles, was es so gibt. Auto, Hausrat, Lebensversicherung, Kinderversicherung … Querbeet. Das musste man natürlich erlernen; wir haben eine Anleitung bekommen. Aber das haben wir alles nebenbei gemacht, immer abends. Wir wollten uns ja noch extra Geld verdienen, da der Verdienst früher nicht sonderlich hoch war. Man konnte zwar gut leben und uns ging es auch nicht schlecht. Aber Kinder kosten ja auch Geld.

Ich hatte dann noch im Elternaktiv in der Schule meiner Tochter mitgemacht. Meine Frau und ich haben uns in allem gut ergänzt und uns das Leben schön gemacht. Das eine Mal holte ich die Kinder ab, danach sie … Wir hatten ja immer zu tun. Und ein Auto hatte ich damals noch nicht. 1976 sind wir hierher gezogen. Seitdem wohnen wir hier. Zunächst war das ein Privathaus. Meine Wohnung habe ich dann selbst noch mit ausgebaut.

Wie sah es in Leutzsch in den 80ern aus?

Dunkel! (lacht)

Dieses Helle, Freundliche – das gab es damals nicht. Im Keller lagerten die Kohlen. Man musste sich anstellen, dann wurden sie gebracht und das war manchmal schon sehr schmutzig. Und wenn im Winter dann die Sonne drückte, hat man die Abgase und den Kohlestaub gespürt, gerochen.

Es gab viele Gaststätten. Ganz in der Nähe gab es ein Tanzlokal, das heute verschwunden ist. Kulturell war da früher schon vieles los. Man konnte immer etwas unternehmen. Aber alles hatte eben auch immer Grenzen. Einfach irgendwohin fahren ging nicht.

Wie ging es mit Ihren Tätigkeiten weiter?

Die Versicherung habe ich 1985 erst einmal ad acta gelegt. Denn das war dann die Intensivphase meines Studiums. und meine Kinder wurden größer. Da war dann die Zeit nicht mehr da. Und dann kam die Wende.

Wie hat sich das für Sie ausgewirkt?

Das kann ich Ihnen sagen! In den Großbetrieben wurde natürlich sofort gespart. Wenige Tage vor Weihnachten bekam ich gesagt, dass meine Abteilung aufgelöst wird. Mein Meister blieb mit fünf Leuten bestehen. Der Rest durfte nach Hause gehen. Null-Kurzarbeit! Das gab es damals. Das heißt, man bekam Arbeitslosengeld und musste zu Hause bleiben. Da war ich frustriert! Das konnte ich mir nicht vorstellen. Ich hatte doch studiert!

So war ich etwas sauer, hatte aber das Glück, dass zwei Häuser weiter eine Bekannte wohnte, die bei einer Versicherung arbeitete. Als ich einmal mit meinem kleinen Trabi einen Kratzer gemacht hatte, kam sie, nahm den Schaden auf und so unterhielten wir uns. Sie sagte zu mir: „Herr Gimpel, bei der Allianz suchen die massenweise!“ Die mussten sich hier im Osten ja erst noch ein Netz aufbauen. So habe ich mich dann beworben.

Mit meinen Abschlüssen als Ingenieur hatte ich mich zuvor zwar auch überall beworben, aber von 18 Bewerbungen kamen nur ein einziges Mal die Unterlagen zurück, als Absage; der Rest blieb unbeantwortet. Das war so 1991. Da herrschte wahrscheinlich überall gerade Umbruch und keiner wusste so recht, wohin. Aber zur Allianz wurde ich eingeladen. Am Augustusplatz neben diesem großen Hotel steht heute noch das Hochhaus. Dort war die Zentrale.

Zunächst hatte ich auch hier ewig nichts gehört. Doch irgendwann bekam ich dann doch eine Einladung. Ich hatte Glück, da ich ja schon gewisse Erfahrungen mitbrachte. Ab Juli 1991 musste ich zunächst für vier Wochen zur Qualifikation nach Blankenburg fahren. Ich war der Einzige, der noch mit einem Trabi kam (lacht). Nach diesen Wochen musste ich nochmals für drei Wochen in einer anderen Stadt in den Verkauf und dann konnte es losgehen.

Zunächst habe ich fast ein Dreivierteljahr lang von zu Hause aus als Angestellter gearbeitet. Parallel dazu musste ich mir aber ein eigenes Büro in Plagwitz suchen. Und irgendwann wurde ich dann selbständiger Unternehmer.

Da kamen für Sie ja gleich zwei Dinge zusammen: die Umstellung des Systems und dann auch noch die Umstellung vom Angestelltenverhältnis zum Selbstständigen!

Erst einmal war das nicht so einfach. Auch für mich war das alles völlig neu: Man konnte seine Zeit, sein Leben frei einteilen, aber man musste natürlich Ergebnisse bringen. Man musste sich drehen. Glücklicherweise hatte ich aber auch einen Betreuer. Das war ein junger Mann aus den alten Bundesländern. Der gab mir einige Tipps. Der wichtigste war der: Immer positiv an die Sache gehen! Das habe ich mir angenommen, auch wenn es einmal nicht so lief, wie ich es wollte. Die ersten zwei Jahre – da könnten Sie meine Frau fragen – bin ich nie vor 22 Uhr nach Hause gekommen.

Lässt sich dieser Arbeitsalltag mit dem aus der DDR vergleichen? Hat sich die Kundschaft geändert?

Im Prinzip waren die Menschen in Plagwitz anfangs immer noch DDR-Bürger. Doch früher waren die Versicherungsverträge Kleinigkeiten. Die großen Verträge für Unternehmen und Betriebsversicherungen gab es zu DDR-Zeiten nicht. Das musste ich nun alles neu erlernen. Und ich musste mich dazu zwingen, vor solchen Leuten, vor den Großen, keine Hemmung zu haben.

Zu DDR-Zeiten hatte ich ja nur Privatkunden. Doch plötzlich steht vor dir einer, der 100 Bauleute und eine riesige Firma hat. Da musste man selbstsicher auftreten. Am Anfang war das nicht einfach. Da hatte ich manchmal auch einen Rückschlag erlitten, weil ich zu nervös war. Aber mit der Zeit fitzte ich mich da hinein. Die regelmäßigen Schulungen hatten da auch geholfen.

Hatte sich der Charakter der Privatkunden durch die Wende geändert?

Wenig. Es gab natürlich welche, die sich plötzlich ganz anders verhalten hatten als früher. Aber das hing oftmals auch damit zusammen, dass diese frustriert waren, weil sie, wie ich, auch eine Zeit lang arbeitslos waren. Andere aus meinem Kundenstamm wiederum hatten sich gar nicht verändert. Bei ihnen bekam ich dann genauso meine Tasse Kaffee wie früher schon. Im Laufe der Jahre ließ das dann zwar etwas nach, aber in den wenigsten Fällen haben sich die Leute vollkommen gewandelt.

Es gab nun natürlich mehr Möglichkeiten auch für die Kundschaft. Nun konnte man Hunde- oder Pferdeversicherungen abschließen, was natürlich auch für mich Neuland war. Später kamen dann noch Bankgeschichten wie Fonds und Aktien dazu. Ich war aber nie ein Freund davon, den Leuten riesige Summen aufzuschwatzen. Das fand ich doof, zumal damals, direkt nach der Wende noch niemand wusste, in welche Richtung sich das alles entwickeln würde.

Ich sagte meinen Kunden immer: Wenn Sie etwas übrig haben, das Sie nicht brauchen, dann legen Sie es in Fonds an; aber niemals den letzten Pfennig oder die Reserve! Ich bat meine Kunden immer darum, sich das gut zu überlegen. Denn Sie wissen ja: Gier frisst Hirn. Wenn man den Leuten sagt: „20 %!“, dann unterschreiben sie; wenn man ihnen sagt: „8 %“ oder nur „3 %“, dann lehnen sie ab. So einfach hätte das sein können, aber das wollte ich nicht.

Sie waren 44 Jahre alt, als Sie auf diesem Weg quasi nochmal ganz neu anfingen. Wie war das für Sie?

Mir hat das Spaß gemacht. Eigentlich war das mein Traumberuf: Hingehen, mit den Leuten reden – das war genau mein Ding! Auch, dass ich mir dann mein eigenes Büro mit einem eigenen kleinen Team aufbauen konnte, hat mir viel Spaß gemacht. Gemeinsam mit Handwerken, die ich kannte, habe ich den Ausbau selbst in die Hand genommen.

Zunächst hatte ich nicht einmal ein Telefon. Das gab es im März `92 noch nicht; erst ab Mai. Ich habe dann ein gebrauchtes mit Anrufbeantworter und Fax bekommen. So einen großen Klopper. Das Ding kostete 2.400 DM! Heute kriegen Sie so etwas hinterhergeschmissen. Aber gut, man musste ja irgendwie anfangen.

Das erinnert mich an Start-ups oder an Soloselbstständige, die sich irgendwo ein Atelier hochziehen.

Ja, das kann man schon miteinander vergleichen. Es gab ja viele damals, die neu angefangen haben. Und ich mochte diese eher zwanglose Atmosphäre. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich besonders in der Ansprache neuer Kunden einen gewissen Vorteil gegenüber Kollegen aus dem Westen hatte. Wenn die Leute gehört haben, dass ich auch von hier stamme, dann hatte ich es leichter als beispielsweise jemand aus Nordrhein-Westfalen.

Ich denke mir zugleich aber, dass dieses Neuland für Ihre Kunden nicht so leicht zu betreten war, gerade, weil Sie ja mit dem völlig ungewohnten Produkt „Deutsche Mark“ wirtschafteten.

Das stimmt, zumal es ja eben auch ganz neue Modelle in der Versicherungsbranche gab. Ich musste dann zusammen mit meinen Kunden überlegen, was notwendig und was überflüssig war. Da war vor allem erst einmal Aufklärungsarbeit gefragt, so zum Beispiel beim Thema Rente.

Sie haben den Großteil Ihres Lebens hier im Leipziger Westen verbracht. Wie hat sich das Viertel zur Wende verändert?

Ich hatte in dieser Zeit ja so viel mit mir selbst zu tun, bin immer erst spät nach Hause gekommen; da habe ich diesen Wandel nicht gleich gespürt. Aber es hat sich natürlich sehr viel verändert. Auf der Georg-Schwarz-Straße gab es früher, zu DDR-Zeiten, viel mehr kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants als heute. Zur Wende sind dann hier und da zwar neue Läden entstanden, mussten manchmal aber schnell auch wieder schließen.

Es gab einige, die sich überschätzt haben. Die Mieten sprangen ja mit einem Mal nach oben. Die laufenden Kosten haben vielen das Genick gebrochen. Heute belebt sich das Viertel wieder und das mag ich. Das gibt dem Ganzen ein gewisses Flair, einen Kick. Vielleicht braucht es ja immer einfach eine gewisse Zeit, bis sich die Dinge erholen.

Wenn Sie heute auf früher schauen: Gibt es für Sie eine Parallele?

(Lacht) Ja. Früher konnte man nur innerhalb der DDR reisen. Und jetzt ist es ja nicht viel anders. Jetzt bleibt man wegen des Virus‘ zu Hause. In meinen Augen ist das aber auch notwendig. Das weckt zwar Erinnerungen an damals. Aber heute kann ich das akzeptierten, weil es um das Interesse aller Menschen geht.

Ich danke Ihnen für das Gespräch!

Wende-Gespräche (1): „Wenn du früher kein Geld hattest, dann hast du auch jetzt keins.“

Wende-Gespräche (2): Jazz in der Dada-R

Die neue Leipziger Zeitung Nr. 78: Wie Corona auch das Leben der Leipziger verändert hat

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KommentarNatürlich staunten auch wir bei der L-IZ, als der Stadtrat im Januar plitzplauz und aus heiterem Himmel dem Antrag von Stadtrat Thomas Kunmbernuß (Die PARTEI) zustimmte, die Arndtstraße in der Leipziger Südvorstadt in Hannah-Arendt-Straße umzubenennen. Was dann, wie es aussah, einen ganzen Schwanz von Petitionen zu weiteren Straßenumbenennungen nach sich zog, weil ja auch andere griesgrämige Männer mit verqueren Ansichten im Leipziger Straßenraum gewürdigt wurden und werden.
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Die viel befahrene Jahnallee. Foto: LZ

Foto: LZ

Für alle LeserMittlerweile beschäftigen ja eine ganze Reihe Anträge zu Straßenumbenennungen den Leipziger Stadtrat, nachdem der Anfang des Jahres schon der Umbenennung der Arndtstraße zustimmte. Zu jedem dieser Anträge verfasst das Dezernat Allgemeine Verwaltung in der Regel eine Stellungnahme – in der Regel ablehnend, weil seit 1999 so eine Art Stillhalteabkommen gilt, nachdem Verwaltung und Stadtrat eine Kompromissformel gefunden hatten, um die Umbenennungswelle der 1990er Jahre zu beenden.