Popstar Falco erscheint heute, 28 Jahre nach seinem Tod, in Leipzig. Als Musical. LZ erzählt, was eine andere Legende von der Idee hielt, ihn wieder auferstehen zu lassen. Auf dem Burgplatz feiert am Nachmittag der beliebte Verein “LeseLust e.V.” sein zwanzigjähriges Jubiläum. Die Initiative engagiert sich dafür, Kindern das Lesen näherzubringen. In der Volkshochschule wird am Abend über die Auswirkungen des Bergbaus auf unser Wasser informiert und diskutiert.
Nicht alles fließt: Wasser im Schatten der Braunkohle
Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Region südlich von Leipzig zum Lochfraß der Braunkohleförderung. Ganze Landstriche verschwanden, Orte, Strukturen. Auf den verbleibenden Inseln zwischen den Tagebauen entstanden Kraftwerke und Brikettfabriken. Bis zum Ende der 80er Jahre wurde der Abbau immer weiter selbst bis an die Grenzen der Großstadt getrieben.
Erst die politische Neuausrichtung 1989/90 änderte die Kohlepolitik. Doch zwischen Zwenkau, Groitzsch und Regis-Breitingen krachen noch heute die Schaufeln tief in den Grund der Erde. Mit dem Ende der Kohleherstellung und dem Betrieb eines moderneren Kraftwerks in Lippendorf verbesserte sich die Luftqualität. Und die Angst vor dem Heimatverlust wich Neuansiedlungen und Renaturierung.
Ein Element, das weit über die Flutung von einstigen Tagebauen hinaus seit gut 150 Jahren die Region beeinflusst, ist das Wasser. Der Wasserhaushalt in Mitteldeutschland wurde und wird maßgeblich durch den Braunkohlenbergbau beeinflusst. Großflächiges Kohlefördern führte zu erheblichen Absenkungen des Grundwassers, während industrielle Einleitungen die Gewässer stark belasteten. Besonders im sogenannten Mitteldeutschen Trockengebiet war die Wasserbewirtschaftung daher stets eine Daueraufgabe.
Die „Geographische Gesellschaft zu Leipzig“ lädt heute um 18 Uhr zu einem öffentlichen Vortrag über die Wasserwirtschaft im Leipziger Neuseenland ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Entwicklung einer ganzen Landschaft im Spannungsfeld zwischen Kohleausstieg und Wiedernutzbarmachung.
Referent des Abends ist Andreas Berkner, der mehr als 25 Jahre beim Regionalen Planungsverband Leipzig-Westsachsen tätig war und sich intensiv mit Fragen des Wasserhaushalts im Braunkohlenrevier beschäftigt. 2025 wurde er in den Beirat für Raumentwicklung beim Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen berufen. Die Veranstaltung (Vortrag mit Einladung zu anschließender Diskussion) in der Leipziger Volkshochschule (Löhrstraße 3–7) ist kostenfrei und zudem barrierefrei zugänglich.

Zwanzig Jahre vorgelesen: Heute wird gefeiert
Lesen ist eine Lust – und für den Leipziger „LeseLust e.V.“ zudem seit zwanzig Jahren Aufgabe und Berufung. Der Verein wurde 2006 gegründet und verfolgt seither das Ziel, Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren für Bücher zu begeistern. Im Mittelpunkt steht dabei das Vorlesen als Brücke zum eigenständigen Lesen – insbesondere für Kinder, die sonst wenig Zugang zu Geschichten haben.
Unter dem Motto „Überall ist Platz für eine Geschichte“ engagieren sich die Mitglieder gemeinsam mit rund 80 ehrenamtlichen Vorlesepatinnen und -paten im gesamten Stadtgebiet. Sie lesen regelmäßig in Kindergärten, Schulen, Bibliotheken und anderen Einrichtungen vor. Der Verein sorgt zugleich für eine fundierte Ausbildung der Ehrenamtlichen und begleitet sie durch Fortbildungen. Das jährliche Fest „LeseLust im August“ gehört zu den bekannten Höhepunkten des Engagements.
An seinem Geburtstag, dem Jubiläum des Eintrages ins Vereinsregister, wollen sich die fleißigen Vorleser selbst beschenken und bitten heute um 17 Uhr zu einem Flashmob. In einer Mitteilung heißt es: „Wir möchten mit allen kleinen und großen Leipziger/-innen eine große 20 auf dem Burgplatz bilden! Wir laden alle herzlich ein, mit uns das Vorlesen zu feiern und ein Zeichen zu setzen für das Lesen, für Geschichten und für die Bildung für unsere Kinder!“

Falco lebt: Was eine Legende über die andere dachte
Als vor 26 Jahren im Berliner „Theater des Westens“ das Musical „Falco meets Amadeus“ Premiere feierte, war der Autor dieser Zeilen Gast dieser Veranstaltung. Eingeladen hatte Management-Ikone Vivi Eickelberg (Klaus Hoffmann, Reinhard Mey, van Veen). Zwei Jahre nach dem Unfalltod des exaltierten Popstars (die Rechtsmedizin dokumentierte einen starken Alkohol- und Rauschmittelkonsum) kehrte Falcos Musik zurück auf eine große Bühne und sollte lautstark hörbar werden.
Ein Show-Ereignis, das Prominenz anzog. Nachrichten-Mann Ulrich Meyer war da. Entertainer Wolfgang Lippert. Chansonnier Klaus Hoffmann … Und der kleinste der „Glorreichen Sieben“: Schauspieler Horst Buchholz. Was den Thüringer Fred Delmare 1961 im DEFA-Klassiker „Schneewittchen“ auf ewig berühmt machte, kam ein Jahr zuvor schon dem gebürtigen Berliner Buchholz zugute: der letzte zu sein. Allerdings nicht in den Grenzen der DDR, sondern als Chico in Hollywood, an der Seite von Yul Brynner und Steve McQueen.
Die Schauspielerlegende jedenfalls als Gast im Theater zur Auferstehung eines toten Popstars! Gemeinsam mit einem einstigen Kollegen befragten wir in der Pause den damals noch lebenden Schauspieler nach seinen Eindrücken. Dessen Antwort überraschte: „Wissen Sie, ich mochte Falco noch nie, daran wird auch die Tatsache nichts ändern, dass man ihm nun ein Musical widmet.“ Bis heute ist dieser Satz für mich ein Beispiel dafür, dass man auch auf dem roten Teppich eine Meinung haben kann. Mich jedenfalls beeindruckten sowohl das Stück, als auch die Begegnung mit Horst Buchholz nachhaltig.
Heute Abend ist eine Neuauflage des von Burkhard Driest geschriebenen Musicals in Leipzig zu erleben. Ziemlich viel Tod für eine Meldung. Denn auch der umstrittene Erfinder dieses Musicals starb vor sechs Jahren. Wieviel Leben in der Legende von Falco steckt – heute Abend um 20 Uhr lässt es sich für letzte Tickets in der Quarterback Immobilien Arena Leipzig ermitteln.
Alles klar, Herr Kommissar?
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