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Kickoff am Gleisdreieck: Beteiligungsprozess gestartet, Anregungen und Ideen ausdrücklich erwünscht

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    Am Donnerstagabend startete der Beteiligungsprozess des Projekts Gleisdreieck. In den nächsten Jahren soll auf dem Gelände des ehemaligen Eisenbahnkraftwerks, das zuvor der Deutsche Bahn AG gehörte, ein Kulturzentrum für Leipzig entstehen. In der Entwicklung sollen sich auch die Bürger/-innen aktiv mit Ideen und tatkräftiger Unterstützung einbringen können. Dafür ist ein breitgefächerter Beteiligungsprozess über 18 Monate angesetzt. Zur digitalen Auftaktveranstaltung schalteten sich über 170 Personen zu.

    Die Lust, etwas auf die Beine zu stellen, ist groß: „Musik und Kultur sind die Klammern, die alles zusammenbringen“, schwärmte Distillery-Chef Steffen Kache in seiner Einleitung zur Veranstaltung. Sein Club sowie der TV-Club, bisher im Leipziger Norden angesiedelt, werden ein neues Zuhause am Gleisdreieck finden. Schon länger ist klar, dass die beiden Musikspielstätten nicht an ihren bisherigen Standorten bleiben können.

    Sowohl am Eutritzscher Freiladebahnhof, wo der TV-Club ansässig ist, als auch auf dem Areal am Bayerischen Bahnhof, wo auch die „Tille“ ihr Zuhause hat, werden in den nächsten Jahren neue Wohnviertel entstehen. Die Clubs hoffen darauf, spätestens 2023/2024 umziehen zu können. Gemeinsam mit der Galerie KUB bilden die drei Akteur/-innen die 2019 gegründete Leipziger Club- und Kulturstiftung, die Eigentümerin des Areals ist. Es war allen Beteiligten wichtig, dass mit dem Grundstück keine Spekulation möglich sein würde. Die insgesamt 12.000 m² umfassende Fläche gehört der Stiftung, hier soll etwas Großes entstehen. Für die Finanzierung eines Bauplans gab der Leipziger Stadtrat im Februar sein „Go“.

    Freiraum für Ideen und Kreativität

    „Wir wollen die komplette Wertschöpfungskette der Musik unter einem Dach ansiedeln“, erzählte Kache. Also: Die Idee für ein Musikstück wandert vom Proberaum ins Tonstudio nebenan, wird produziert und abgemischt und könnte in der nächsten Nacht auf der Club-Tanzfläche laufen.

    Neben der musikalischen Komponente ist Platz für zahlreiche weitere Ideen. Bisher ins Auge gefasst sind – neben Räumen für die beiden Clubs – unter anderem Proberäume und -bühnen, Ateliers, Studios, Kinder- und Erwachsenenspielplätze, eine Konzert- und Eventhalle, Werkstätten, Büros, Seminar- und Vereinsräume und ein Garten.

    Das Projekt soll sozial nachhaltig, aber auch ökologisch und wirtschaftlich eine runde Sache werden. Durch die Gewinnung erneuerbarer Energie, beispielsweise durch Solaranlagen und Erdwärme, sowie durch Wärmerückgewinnung soll die Energieversorgung quasi „aus eigener Hand“ kommen. Bei der Sanierung achten die Beteiligten auf die Umsetzung höchster ökologischer Standards und die Investition in Klimaschutzmaßnahmen. „Gelebten Strukturwandel“, nennen die Beteiligten ihre Herangehensweise. „Wir wollen zeigen, dass Kultur und Wirtschaft zusammengehen und nicht dauerhaft von Fördermitteln abhängig sein.“

    Hier kommt die Öffentlichkeit ins Spiel

    Ideen und Anregungen, sowohl bei der Ausgestaltung der Räume und Freiflächen, als auch bei der Umsetzung der Öko-Standards und nachhaltigen Energiegewinnung, sollen in den nächsten Monaten aus „dem stillen Kämmerlein“ heraus und mit allen Interessierten gemeinsam entwickelt werden.

    Dafür sind im Beteiligungsprozess vier verschiedene Formate vorgesehen: zielgruppenoffene Veranstaltungen, Focus-Group-Workshops mit externen Akteur/-innen, Fachgespräche mit Expert/-innen und Politiker/-innen und interne Team-Workshops. „Es braucht viele Ideen und Personen, die aktiv dabei sein wollen“, betonte Christian Rost von KREATIVES SACHSEN.

    Man wolle auch Netzwerke in die Region spannen. Wichtig sei vor allem, die Entwicklungen transparent und nachvollziehbar für die Öffentlichkeit darzustellen, so Maxi Blunck, die als Mediatorin den Beteiligungsprozess begleitet.

    Auch für die Anwohner/-innen: Bereits in den Anfängen des Projektes, 2019, wuchsen die Sorgen derer, die im Umfeld des Projekts ihre Häuser, Wohnungen und Kleingärten haben. Viele fühlten sich vor vollendete Tatsachen gestellt, als bekannt wurde, dass das Gelände bereits von der Stiftung erworben wurde.

    Dabei geht es nicht „nur“ um Lärm, sondern auch um Zufahrtswege, die erweitert werden müssen. Über ständige Gespräche solle unbedingt eine einvernehmliche Lösung mit den Anwohner/-innen gefunden werden, so Kache. Auch dafür seien die Beteiligungsformate wichtig. „Vielleicht stoßen wir gemeinsam auf Ideen, wie beide Parteien zum Zug kommen, die wir allein nicht auf dem Schirm hätten.“

    Die nächste zielgruppenoffene Veranstaltung ist für Ende Juni angedacht. Jeweils am letzten Sonntag im Monat, beginnend mit dem 30. Mai, findet außerdem von 10 bis 13 Uhr ein Bau-Café statt, zu dem jede/-r Interessierte eingeladen ist. Weitere Formate und Workshops sollen unter Einbeziehung der aktuellen Entwicklungen operativ nach und nach geplant und durchgeführt werden.

    Wer sich beteiligen möchte, kann außerdem Anregungen und Ideen an mitgestalten@clubstiftung-leipzig.de senden. Weitere Infos zum Projekt Gleisdreieck sowie den Newsletter gibt es hier.

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      5 KOMMENTARE

      1. Der Kommunikationsbedarf vor allem mit den Anwohnern wurde auch schon im Stadtrat debattiert und ist im Konzept zwingend enthalten. Gut, dass es noch im Artikel ergänzt ist 😉

      2. Danke für die Hinweise, ich habe meinen Text nochmals ergänzt. Tatsächlich wurde auch während der Kickoff-Veranstaltung über und vor allem MIT Anwohner/-innen/ Gartenbesitzer/-innen gesprochen. Jede/-r ist eingeladen, an den Workshops zur Beteiligung teilzunehmen. Aber Sie haben Recht- ich hätte in meinem Beitrag auch noch mehr darstellen können, dass es nicht nur um Ideen geht, sondern auch um Kritik und Sorgen.

      3. @Stefan: Das ist mir beim lesen des Textes tatsächlich auch aufgefallen.
        Ein Loblied auf die eigene Ideenvielfalt und Nachhaltigkeit, aber die direkten Anwohner, die es nunmal gibt, die werden außen vor gelassen?

      4. Ulkig(?!), dass im gesamten Projekt die Anwohner nicht vorkommen. Hat was von Kolonialisierung wie bei den Indianern zu tun.

        Ich denke aber mal, einige Beteiligte haben auch das Interview im kreuzer gelesen.

        Es sind genau so Sachen, die Verdruss und Ärger bereiten: erst wird gesäuselt „Musik nur im Keller“, um dann später doch noch mit ebenerdig veranstalteten Konzerten daherzukommen.

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