Am 21. Juli eröffnete in der Beuteltier Art Galerie in der Könneritzstraße 24 eine neue Ausstellung, so eine richtige Sommer-Mutmach-Ausstellung. Die Kunstausstellung heißt drum auch „Sommer-Mut“ und soll die Energie des Sommers einfangen. Die Kunstwerke geben Kraft, Zuversicht und Tatendrang den nächsten Schritt zu gehen. „Wir brauchen jetzt Kunst mehr denn je. Egal ob ein Bild, ein gutes Buch, ein berührender Song, ein bewegender Film“, sagt Susanne Höhne.

Mit der Beuteltier Art Galerie führt sie in Schleußig eine Kunstgalerie für die „Ungesehenen“. „Darunter fallen besonders Künstlerinnen und Künstler, die sich ihren eigenen Kunststil autodidaktisch angelernt und für sich gefunden haben, aber in den meisten Galerien nicht ausstellen dürfen – eben weil sie Autodidakten sind.

Zu den Ungesehenen gehören häufig Frauen, die generell in der männerdominierenden Kunstwelt noch immer viel zu oft ‚übersehen‘ werden und denen ich gerne eine Plattform geben möchte, sich und ihre Kunst zu zeigen“, erklärt die studierte Ingenieurin und Betriebswirtin, heute Galeristin und Inhaberin von Beuteltier Art das Anliegen dieser besonderen Galerie.

„Ich möchte dadurch zu mehr Gleichberechtigung und Gleichstellung beitragen, Kunst nahbar und zugänglich machen und den kreativen Menschen Mut machen, sich zu verwirklichen – auch wenn man es nicht in einem Kunststudium gelernt hat.“

Und wie es manchmal so ist, war es ein Buch, das ihr eine Freundin geschenkt hatte, das sie auf die Idee brachte, eine eigene Kunstgalerie zu eröffnen. Ein Kurztrip nach Amsterdam war dann der Auslöser.

„Gerade hatte ich meinen Job unverschuldet verloren und ich wusste, dass ich mich nicht wieder als Ingenieurin bewerben will. Eine alternative Idee hatte ich da allerdings noch nicht“, erzählt die Galeristin.

„Durch Amsterdam inspiriert kam mir in einem Café der Geistesblitz: Warum nicht in meiner Heimatstadt Leipzig eine Galerie aufmachen, in der es genau die tollen kreativen Dinge und Kunstwerke gibt, die ich so liebe – für ‚normale‘ Menschen wie dich und mich? Eine Galerie, in die jeder Mensch ohne Hemmungen reingehen kann und in der man garantiert etwas findet, was gefällt und was man sich leisten kann.“

Susanne Höhne in ihrer Beuteltier Art Galerie. Foto: Susanne Höhne
Susanne Höhne in ihrer Beuteltier Art Galerie. Foto: Susanne Höhne

Entstanden ist daraus die Beuteltier Art Galerie mit Galerie-Dackel Vara und dem etwas anderen Blick auf Kunst, die man sich wirklich ins Arbeitszimmer hängen möchte.

„Meine Kunstgalerie ist tatsächlich anders geworden. Sie ist gemütlich eingerichtet, fast wie ein Wohnzimmer, sie lädt ein und hier ist jeder willkommen. Auch Menschen, die keine Ahnung von Kunst haben und sich in die häufig sterilen und kalten Galerien nie hineinwagen würden“, erzählt Susanne Höhne, die die Schwellenangst vor Galerien nur zu gut kennt.

„So ging es mir früher auch. Als ich noch als Ingenieurin tätig war, kaufte ich auf den Reisen mit meinem Mann hier und da mal ein paar Kunstwerke, die uns gefielen. Aber wirklich Ahnung? Nein. Daher traute ich mich lange kaum in irgendwelche Kunstgalerien in Deutschland.“

Da hilft dann oft eine Reise, der Blick von draußen auf die eigene Stadt.

„Amsterdam hat mir Mut gegeben. Alles Wichtige habe ich mir daraufhin angeeignet. Ich bin ebenfalls eine Autodidaktin, die sich selbst verwirklicht hat“, sagt Höhne.

Und organisiert dann Ausstellungen wie „Sommer-Mut“, die am 21. Juli eröffnet wurde. Eine Ausstellung mit Bildern, die Mut machen sollen: „Geh jetzt die Ideen an, die vielleicht schon lange in dir schlummert, finde ein Projekt, das dir wirklich Freude macht – und geh los. Mit einem ersten, nämlich genau dem nächsten Schritt.“

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 27. August.

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