In der Ausstellung „Operativer Vorgang Grün. Notizen aus dem Stadtraum“ zeigt Roland Quester Bilder aus mehreren, fortlaufend entstehenden Serien. „Operativer Vorgang Grün“ war dabei der Name unter der die Staatssicherheit der DDR die geheime Beobachtung seiner Person bis Ende 1989 in den Akten führte. Hier bemächtigt er sich nun dieser Bezeichnung und wendet sie in eine teilnahmsvolle und öffentliche Betrachtung seines, unseres städtischen Umfelds.

Für die Arbeiten der zentralen Serie „Stadtgrün“ stoppt er an den kleinen Irritationen und Bühnen, wo Leipziger Stadtraum und Pflanzen temporäre Inszenierungen miteinander eingehen, Assoziationsräume eröffnen und Fragen nach dem Verhältnis Mensch, Stadt und Natur entstehen.

Den Menschen selbst braucht es in den Bildern fast nie, sein Wirken ist präsenter Ausgangspunkt dessen, auf was wir blicken.

Ergänzt wird die Serie von (zunehmend überschaubareren) Momenten, in denen der Winter die Leipziger Parks und Flusslandschaften in eine andere Wirklichkeit versetzen (Serie „Winterstadt“) und Arbeiten, für die er am Wegesrand Formen und Farben einzelner Pflanzen entdeckt, sie einsammelt, vor Ort oder auch Zuhause fotografiert (Blüten, Gräser & Blätter). Eine Art Exkurs sind die Bilder der Serie „Spiegelwald“: eine kleine Oase im polnischen Grenzort Slubice, direkt hinter einem vor allem von Deutschen besuchten großen Einkaufsbazar, die er in Mehrfachspiegelungen in eine mystische Landschaft mit seltsamen Wesen transformiert, weit entfernt von dem, was sich davor abspielt.

Operativer Vorgang Grün. Notizen aus dem Stadtraum“, Fotografien von Roland Quester in der Galerie W182 (Wurzner Straße 182, 04318 Leipzig)

Austellungsdauer: 12. März – 4. April
Öffnungszeiten: Do, Fr, Sa jeweils 16-19 Uhr
Vernissage ist am Donnerstag, 12. März, 19.30 Uhr.

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