Mit einer feierlichen Veranstaltung wurde am Freitag, dem 30. Oktober, in der Grieg Begegnungsstätte Leipzig die neue Dauerausstellung „Edvard Grieg und der Musikverlag C. F. Peters“ eröffnet. Die Ausstellung bildet den Abschluss einer umfassenden Neugestaltung des historischen Musiksalons im ehemaligen Stammsitz des Verlagshauses.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein der norwegische Komponist Edvard Grieg, sondern ebenso die Geschichte des bedeutenden Leipziger Musikverlages C. F. Peters und seiner jüdischen Leiter Max Abraham und Henri Hinrichsen.

Unter dem Motto „Von Norwegen nach Leipzig. Von Leipzig in die ganze Welt“ zeichnet die Ausstellung die außergewöhnliche Verbindung zwischen Edvard Grieg und dem Musikverlag C. F. Peters nach. Zugleich vermittelt sie die Bedeutung Leipzigs als internationales Zentrum der Musik- und Verlagsgeschichte.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Komponist und Verlag wurde zum Ausgangspunkt einer weltweiten Verbreitung von Griegs Werken und steht beispielhaft für Leipzigs Reputation als weltweites Zentrum der Musikindustrie im späten 19. Jahrhundert.

In drei Themenfeldern beleuchtet die neue Dauerausstellung:

Edvard Grieg und seine Verbindung zu Leipzig

Die Bedeutung des Musikverlags C. F. Peters als Akteur der internationalen Musikindustrie

Das jüdische Erbe der Verlagsleiter Max Abraham und Henri Hinrichsen, die als Mäzene das Stadtbild Leipzigs nachhaltig prägten und im Nationalsozialismus Opfer antisemitischer Verfolgung wurden

Eröffnung der Dauerausstellung „Edvard Grieg und der Musikverlag C. F. Peters“ in der Grieg-Gedenkstätte Leipzig. Foto: Andreas Schmidt
Eröffnung der Dauerausstellung „Edvard Grieg und der Musikverlag C. F. Peters“ in der Grieg-Gedenkstätte Leipzig. Foto: Andreas Schmidt

Möglich wurde die Realisierung des Projekts nur durch die großzügige Förderung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Leipzig. Die Grieg Begegnungsstätte dankt beiden Förderern ausdrücklich für ihre Unterstützung bei der Verwirklichung dieses Vorhabens. Für die gestalterische Umsetzung zeichnete die Leipziger Firma KOCMOC Exhibitions verantwortlich.

Die Eröffnungsveranstaltung wurde von zahlreichen Grußworten aus Politik, Kultur und von internationalen Partner-Institutionen begleitet. Zunächst begrüßte der Vorsitzende des Vereins Grieg-Begegnungsstätte Leipzig e.V., Prof. Helmut Loos, die Festgemeinschaft mit der Vorstellung des Gesamtprojektes. Zu den anschließenden Rednern zählten der Vorstandsvorsitzende der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig, Dr. Harald Langenfeld, und Wolf-Dietrich Rost (MdL) als Initiator der grundlegenden Sanierung der Räumlichkeiten.

Auch Vertreter der Stadt Leipzig, der Botschaft des Königreichs Norwegen und der VNG AG brachten Grußworte aus. In ihren Beiträgen hoben sie die grenzüberschreitende Bedeutung der historischen Verbindung zwischen Norwegen und Leipzig hervor.

Eröffnung der Dauerausstellung „Edvard Grieg und der Musikverlag C. F. Peters“ in der Grieg-Gedenkstätte Leipzig. Foto: Andreas Schmidt
Eröffnung der Dauerausstellung „Edvard Grieg und der Musikverlag C. F. Peters“ in der Grieg-Gedenkstätte Leipzig. Foto: Andreas Schmidt

Der Leitgedanke der Ausstellung: „Von Norwegen nach Leipzig. Von Leipzig in die ganze Welt“ wurde dabei als Ausdruck eines europäischen Kulturraums verstanden, der von Austausch, Offenheit und gemeinsamen kulturellen Werten geprägt ist. In seiner Einführung zur Ausstellung erinnerte der Geschäftsführer der Grieg Begegnungsstätte Christoph Siems daran, dass die neue Präsentation bewusst über eine reine Komponistenbiografie hinausgeht.

Im Mittelpunkt stehe die Frage, wie Leipzig als Musikstadt internationale Netzwerke hervorbrachte und wie der Musikverlag C. F. Peters maßgeblich dazu beitrug, künstlerische Ideen über nationale Grenzen hinweg zu verbreiten. Die Ausstellung erinnere somit nicht nur an die Musikstadt Leipzig, sondern betone auch ihre Bedeutung als Verlagsstadt.

Edvard Grieg brachte seine Dankbarkeit dem Verlag C. F. Peters gegenüber mit folgenden Worten zum Ausdruck: „Was mein persönliches Verhältnis zu Edition Peters betrifft, rollt sich bei dieser Gelegenheit wie ein Gesamtbild für mein inneres Auge auf, und dieses Bild zeigt mir aufs Neue die tiefe Dankbarkeit für das Haus C. F. Peters und dessen lieben Chef, von welcher ich bis zu meinem letzten Hauch immer durchdrungen sein werde.“

Die Dauerausstellung ist ab sofort zu den regulären Öffnungszeiten der Grieg Begegnungsstätte Leipzig (Talstraße 10 ) zugänglich: Dienstag bis Freitag: 14:00 bis 18:00 Uhr, Samstag: 10:00 bis 18:00 Uhr.

Ab Januar 2027 wird ein Eintrittsgeld von 5 € (ermäßigt 3 €) erhoben. Bis zum Jahresende 2026 erhalten Besucher noch kostenfreien Zutritt zur Ausstellung.

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