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Erlebt der geplante Flughafenausbau eine gerichtliche Bruchlandung? Das OVG verhandelt ab heute zehn Klagen gegen das Luftdrehkreuz. Am Abend startet das diesjährige Tanz- und Theaterfestival EURO-SCENE, die Stadt ehrt besondere Verdienste im Bereich Sanierung und Denkmalschutz – und auf der Bundesautobahn A14 sind auch heute ein paar Staufallen versteckt.  

Flughafenausbau vor Gericht

Die einen empfinden ihn jetzt schon als störend, anderen ist er hingegen noch viel zu klein: der Leipziger Flughafen, direkt am Schkeuditzer Kreuz. Am heutigen Dienstag beginnt um 10 Uhr vor dem 7. Senat des Sächsischen Oberverwaltungsgerichts die Verhandlung über zehn Klagen gegen den geplanten Ausbau des Flughafens Leipzig/Halle. Verhandelt wird in der Bautzener Außenkammer des Landgerichts Görlitz. Weitere Sitzungstage sind für den 4. und 5. sowie den 16. und 17. November anberaumt.

Die Klagen richten sich gegen den Änderungsplanfeststellungsbeschluss für ein Ausbauvorhaben mit Investitionen von rund 300 Millionen Euro. Unter anderem soll das DHL-Vorfeld um etwa 39 Hektar erweitert werden. Geplant sind außerdem neue Rollwege und Betriebsanlagen. Gegen die Genehmigung klagen die Landesverbände Sachsen und Sachsen-Anhalt des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), die Stadt Schkeuditz, vier Gewerbetreibende und drei Privatpersonen.

Die Ansiedlung von DHL am Leipziger Flughafen wurde vor 21 Jahren am 21. September besiegelt. Foto: Benjamin Weinkauf

Zu den Verfahren gehört die Klage mit dem Aktenzeichen 7 C 34/24. Inhaltlich geht es um die Folgen des Ausbaus für Anwohner, Kommunen, Umwelt und Klima. Der BUND bezweifelt unter anderem, dass die gesetzlichen Fluglärmgrenzwerte angesichts neuer medizinischer Erkenntnisse noch verfassungsgemäß sind. Weitere Streitfragen betreffen den Schutz bereits belasteter Fauna-Flora-Habitate, die Berücksichtigung der Klimafolgen, die Rechte betroffener Kommunen und gesundheitliche Risiken durch Ultrafeinstaub, für den keine gesetzlichen Grenzwerte bestehen.

Im vorausgegangenen Planfeststellungsverfahren hatte die Landesdirektion Sachsen mehr als 8.000 Einwendungen behandelt und Schallschutzregelungen getroffen. Die öffentlichen Verhandlungen beginnen jeweils um 10 Uhr. Wegen stattfindender Sicherheitskontrollen empfiehlt sich eine Ankunft gegen 9:30 Uhr. Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau haben für heute ab 11:30 Uhr eine Mahnwache vor dem Gerichtsgebäude angekündigt.

Staugefahr auf der Autobahn

Auf der A 14 im Raum Leipzig kommt es heute zu zwei Verkehrseinschränkungen. An der Anschlussstelle Leipzig-Nord wird von 9 bis 13 Uhr die Abfahrt aus Richtung Birkenwald in Fahrtrichtung Halle vollständig gesperrt. Grund ist die Beseitigung von Unfallfolgen. Die Autobahn selbst bleibt in diesem Bereich aber befahrbar.

Bereits seit 7:30 Uhr finden zwischen dem Schkeuditzer Kreuz und der Anschlussstelle Schkeuditz in Fahrtrichtung Leipzig beziehungsweise Nossen Bauarbeiten statt. Im Bereich des Autobahnkilometers 95 wird auf rund 600 Metern einer von drei Fahrstreifen gesperrt. Langsam fahren (es gilt Tempo 80) und aufmerksam sein! Solche Verengungen bringen Staugefahr mit sich. Die beiden übrigen Fahrstreifen bleiben befahrbar. Die Arbeiten sollen um 16 Uhr abgeschlossen sein.

Zwischen 9 und 13 Uhr überschneiden sich beide Maßnahmen. Besonders im Berufs- und Wirtschaftsverkehr auf der wichtigen Verbindung zwischen Leipzig, Halle und dem Flughafen Leipzig/Halle können dadurch Verzögerungen entstehen. Autobahnreisende können die aktuelle Verkehrslage und mögliche Änderungen über die Baustellenkarte unter www.autobahn.de prüfen.

Auf der A14 gibt es heute wieder Sperrungen bei Zu- und Durchfahrt.

Lotter-Preis für die Schönheit des Alters

Die Kulturstiftung Leipzig verleiht heute zum 17. Mal den Hieronymus-Lotter-Preis für Denkmalpflege. Mit der alle zwei Jahre vergebenen Auszeichnung werden vorbildliche Sanierungen und Restaurierungen historischer Gebäude gewürdigt. Die öffentliche Preisverleihung beginnt nach Angaben der Stiftung um 15 Uhr in der Richard-Wagner-Aula der Alten Nikolaischule am Nikolaikirchhof. Welche Bauherren und Gebäude ausgezeichnet werden – bislang geheim.

Üblicherweise werden drei Preise sowie gegebenenfalls Anerkennungen und eine Sonderauszeichnung für öffentliche Bauherren vergeben. Die Preisträger erhalten Urkunden und bronzene Medaillons mit dem Bildnis des Leipziger Baumeisters Hieronymus Lotter, die an den Gebäuden angebracht werden können. Bewerben konnten sich private und öffentliche Bauherren mit abgeschlossenen denkmalpflegerischen Maßnahmen. Bewerbungsschluss war der 4. September. Einzureichen waren unter anderem Objektbeschreibungen, Fotos und Angaben zu den Sanierungsarbeiten und beteiligten Planungsbüros.

Über die Vergabe entscheidet eine Jury mit Baubürgermeister Thomas Dienberg, Matthias Forßbohm (Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig), Architekturjournalistin Lisa Korschewski, Annekatrin Merrem (Amt für Bauordnung und Denkmalpflege) und Mathis Nitzsche (Landesamt für Denkmalpflege Sachsen). Der Preis würdigt Investitionen in historische Bausubstanz, die zum Erhalt des Leipziger Stadtbildes beitragen.

Die diesjährige Preisverleihung findet zwei Tage vor Beginn der europäischen Denkmalmesse statt, die vom 5. bis 7. November in Leipzig veranstaltet wird. Der freie Eintritt gilt ausschließlich für die Preisverleihung, nicht für die Messe. Hieronymus Lotter (um 1497–1580) war ein Leipziger Kaufmann, Baumeister und mehrfacher Bürgermeister der Stadt. Er prägte das Leipziger Stadtbild der Renaissance maßgeblich. Zu den bekanntesten Bauwerken, an deren Entstehung er beteiligt war, gehören das Alte Rathaus, die Alte Waage und die Moritzbastei.

Die Lotter-Plaketten können an den ausgezeichneten Gebäuden angebracht werden. Quelle: Kulturstiftung Leipzig

Tür auf für Tanz und Theater

Mit „Magnificat & Henri Michaux: Mouvements“ der kanadischen Compagnie Marie Chouinard beginnt heute, am 3. November, die 36. euro-scene Leipzig. Die Vorstellung läuft von 19:30 bis 21:30 Uhr auf der Großen Bühne des Schauspiels Leipzig (Bosestraße 1). Zuvor wird das europäische Tanz- und Theaterfestival im Foyer 1 offiziell eröffnet.

Angekündigt sind dazu Leipzigs Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke, Geneviève Rolland, Generaldelegierte von Québec für Deutschland, Österreich und die Schweiz, sowie Aline Fiedler vom sächsischen Kulturministerium. Athena Lucie Assamba gestaltet eine Performance. Nach der Vorstellung folgt eine Feier im Foyer.

Marie Chouinards „Magnificat“, 2025 beim Festival Madrid en Danza uraufgeführt, übersetzt Johann Sebastian Bachs „Magnificat BWV 243“ in zeitgenössischen Tanz. Das musikalische Werk wurde 1723 in Leipzig uraufgeführt. „Henri Michaux: Mouvements“ basiert auf Zeichnungen und Texten des französischsprachigen Künstlers Henri Michaux und verbindet Tanz mit Projektionen und elektronischer Musik von Louis Dufort. Die Choreografie wurde 2011 beim Wiener Festival ImPulsTanz erstmals gezeigt.

Die euro-scene Leipzig ist ein internationales Festival für zeitgenössischen Tanz und Theater, das Künstlerinnen und Künstler aus mindestens neun verschiedenen Ländern zusammenbringt. Bis kommenden Sonntag stehen insgesamt 36 Einzelveranstaltungen auf dem Programm, darunter drei Uraufführungen und drei Europapremieren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf fünf Produktionen aus der kanadischen Provinz Québec.

Das vollständige Programm mit Aufführungszeiten, Spielorten und Eintrittspreisen ist unter www.euro-scene.de abrufbar.

Mit einem Stück von Alexandra ‚Spicey‘ Landé verabschiedet sich die euro-scene dann am kommenden Wochenende. Foto: Murielle “Truly” Bien-Aimé / Liberté De Luxe

 

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