Nachdem der Leipziger Stadtrat im Frühjahr 2026 mit einem deutlichen Mehrheitsvotum den Weg freigemacht hatte, das 1996 eröffnete Literaturhaus Leipzig e.V. in die institutionelle Förderung der Stadt aufzunehmen, wird bis Ende des Jahres mit einer finalen Bestätigung des entsprechenden Antrags durch den Stadtrat gerechnet.

Die öffentliche Förderung war notwendig geworden, da die finanziellen Rücklagen des Vereins nach drei Jahrzehnten erfolgreichen Wirkens für die Buchstadt Leipzig aufgebraucht waren. Nach langer Zeit der finanziellen Unsicherheit werden nun erste Weichenstellungen für den zukünftigen Weg des Literaturhauses gestellt.

Dr. Thorsten Ahrend, langjähriger Geschäftsführer des Literaturhauses Leipzig e. V., wird zum 31. Dezember 2026 in den Ruhestand gehen. Ahrend hat das Haus seit 2019 erfolgreich gelenkt. Vor allem seiner Programmarbeit ist es zu verdanken, dass das Literaturhaus Leipzig heute zu den renommiertesten Veranstaltungsorten in Deutschland gehört. Das Literaturhaus wird sich am 14. Dezember mit einer Abendveranstaltung von Ahrend verabschieden.

Es ist gelungen, mit Oliver Zille einen Interimsgeschäftsführer zu verpflichten, der als langjähriger Chef der Leipziger Buchmesse nicht nur in der Buchcommunity vor Ort, sondern auch national und international bestens vernetzt ist.

Zille, der seit 2025 kooptiertes Mitglied im Vorstand des Literaturhauses ist, wird das Haus im Übergang von der Eigen- zur Fremdfinanzierung leiten und sich vor allem den Themen strategische Vernetzung, Sicherung weiterer Finanzierungsquellen und Sichtbarkeit widmen. Auch wird er den Vorstand bei Ausschreibung und Auswahlverfahren für die neue Geschäftsführung unterstützen.

„Leipzig liest das ganze Jahr“ – Plakatkampagne 2026. Foto: Carmen Laux
„Leipzig liest das ganze Jahr“ – Plakatkampagne 2026. Foto: Carmen Laux

Programmarbeit unterstreicht die Bedeutung des Hauses für die Buchstadt Leipzig

Ein Blick in das Programm des Literaturhauses unterstreicht nachdrücklich, welche Bedeutung das Haus im literarischen und kulturellen Leben der Stadt hat. Das Programm bietet den großen Namen der literarischen Welt ebenso eine Bühne wie den Stimmen aus der lebendigen und vielfach preisgekrönten Leipziger Literaturlandschaft.

Und auch im literarischen Jahr 2027 wird das Literaturhaus wieder prominente Autor/-innen nach Leipzig locken, überraschende Themenakzente setzen, neue Formate anbieten und den brisanten gesellschaftspolitischen Themen einen Ort geben.

„Dass dies möglich ist“, so Dr. Stephanie Jacobs, Vorsitzende des Literaturhauses e.V., „verdanken wir der Unterstützung zahlreicher Partner und Fürsprecherinnen, die uns bei der Verstetigung unserer Arbeit in der und für die Buchstadt Leipzig unterstützt haben.

Sei es PEN Deutschland, das Netzwerk der Literaturhäuser oder der Sächsische Literaturrat, die zahlreichen Autor/-innen aus Stadt und Land oder Kulturdezernat und Stadtrat: Wir verstehen die Solidarität als Auftrag für die Lesestadt Leipzig und als Verantwortung gegenüber Publikum und Autor/-innen.“

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