Eine Robinie für Leipzigs beliebte Dichterin

Lene Voigt hat jetzt auch einen Baum im Park

Für alle Leser Was macht man bei brutzelnder Hitze an einem Donnerstag wie diesem? Man geht in den Park und gießt ein Bäumchen. Auch wenn das mit der brutzelnden Hitze nicht eingeplant war, wagte sich die Lene-Voigt-Gesellschaft am Donnerstag, 14. Juni, dennoch in den Park. Natürlich in den Lene-Voigt-Park. In welchen denn sonst?

Natürlich nicht zum Picknick und auch nicht zum Gedichtewettbewerb, obwohl das durchaus mal was Neues wäre für diesen Park im Leipziger Osten, der 2005 in seiner jetzigen Gestalt eröffnet wurde, nachdem hier jahrzehntelang eine wilde Brache war – Überbleibsel des einstigen Bahngeländes des Eilenburger Bahnhofs, nach dem heute noch die Eilenburger Straße benannt ist.

Im Weltkrieg wurde der Bahnhof zerstört. Aber zu der Zeit, als Lene Voigt hier wohnte, dampften hier jeden Tag die Züge Richtung Wurzen und Eilenburg aus der Stadt, in der Regel lange Güterzüge, vollgepackt mit den Büchern der Buchstadt Leipzig.

Der Eilenburger Bahnhof war nun einmal der Frachtbahnhof der Buchstadt. Deswegen gab es für die Unentwegten der Lene-Voigt-Gesellschaft vorher noch eine kleine Besichtigungstour rund ums Haus des Buches, wo heute noch vieles an den einstigen Glanz der Verlagsstadt erinnert, auch wenn sich Buchgewerbehaus, Kommissionsgroßhandel und ehrwürdige Verlagsgebäude heute in Loffts und Büros verwandelt haben.

Was aber wohl nicht der Grund war für Lene Voigt, 1920 in die Nostitzstraße 51 zu ziehen. Das ist die heutige Reichpietschstraße. Und so wie die Bewohner des Hauses heute auf die grünen Baumwipfel des Parks schauen, schaute Lene Voigt den dampfenden Zügen zu. Wohl auch spät in der Nacht, wenn sie – aus bekannten Gründen – nicht schlafen konnte. 1925 verewigte sie diesen Ausblick in ihrem Gedicht „Ahmdschdimmunk in Leipzch-Reudnitz“, das in der Leipziger Satire-Zeitschrift „Der Drache“ erschien.

Und da die echten Verehrer der Dichterin das wussten, gewann 2005 bei der Namensgebung für das umgestaltete Bahngelände haushoch der Name Lene-Voigt-Park.

Die kleine Parkallee im Lene-Voigt-Park mit den Patenschafts-Robinien auf der rechten Seite. Foto: Ralf Julke

Die kleine Parkallee im Lene-Voigt-Park mit den Patenschafts-Robinien auf der rechten Seite. Foto: Ralf Julke

Und dort wollte die Lene-Voigt-Gesellschaft natürlich unbedingt einen Baum pflanzen. Schöner kann man der so menschenfreundlichen und naturliebenden Dichterin ja gar nicht danken. Und irgendwo muss es auch ein Gedicht von ihr geben, in dem die Zeile vorkommt: „Vor meinem Fenster einen Baum“.

Die Verszeile hat die Lene-Voigt-Gesellschaft in die Stifterplakette eingravieren lassen, die jetzt an einer frisch gepflanzten Robinie zu lesen ist, die am beschaulichen Weg steht, der die Hauptachse des Parks mit der Reichpietschstraße verbindet.

„Eigentlich wollten wir ja wirklich einen Baum pflanzen“, erklärt Klaus Petermann, Vorsitzender der Lene-Voigt-Gesellschaft. Aber das war so im Lene-Voigt-Park nicht möglich. Da hat das Amt für Stadtgrün und Gewässer seine Hand drauf, dass alles ordentlich im Rahmen der Parkgestaltung passiert. Aber die Robinienreihe zur Reichpietschstraße ist noch jung.

Hier fanden schon mehrere frisch gepflanzte Bäume einen Stifter. Zwar keine Linden, wie sich manche Mitglieder der Gesellschaft für ihre Lene gewünscht haben. Aber hätte sie sich nur über Linden gefreut? Robinien hätten der jungen Dichterin, die 1924 auch noch ihren kleinen Sohn verloren hatte, bestimmt auch gefallen. Sie liebte Lebendiges um sich, nicht nur gleene Gogosbalmen.

Wolfgang U. Schütte, langjähriger Vorsitzender der Lene-Voigt-Gesellschaft, gießt die Lene-Voigt-Robinie. Foto: Ralf Julke

Wolfgang U. Schütte, langjähriger Vorsitzender der Lene-Voigt-Gesellschaft, gießt die Lene-Voigt-Robinie. Foto: Ralf Julke

Und wo man schon einmal dabei war, auch noch die große Geschichte des Buchquartiers aufzurollen, beschaute man sich auch den quirligen Park, in dem die Räder sausen. Keine Waggonräder mehr, sondern Fahrräder, die genau dort über die Hauptachse sausen, wo seinerzeit das Gleis verlief, auf dem die Lokomotiven Richtung Riebeckbrücke dampften: „De läzde Loggomoddihve / Seisld naus in de Nachd …“

In den vergangenen 13 Jahren hat sich das umgestaltete Bahngelände zu einem der beliebtesten Parks in Leipzig gemausert – auch weil er hier Platz für Spiel und Spaß bietet.

Erst im Frühjahr hat das Amt für Stadtgrün und Gewässer einiges repariert, was im Lauf der Jahre kaputtgegangen ist. Einige jüngere Leipziger glauben immer noch, sie müssten an solchen Parkanlagen nachts ihre Kräfte austoben. Und so investierte das zuständige Amt bis Ende Mai wieder 85.000 Euro in ein paar notwendige Reparaturen.

Die Übersicht:

Um dem beliebten Matschspielbereich etwas Schatten zu spenden, wurden aktuell sechs Ziereichen gepflanzt. Und das hat – beim Brutzeln in der Sonne merkt man es – mit den immer häufigeren Hitzetagen zu tun: Das Amt für Stadtgrün und Gewässer reagiert mit dieser Pflanzung der besonders hitzebeständigen Eichenart auf Anregungen von Bürgern und Bürgerinnen, die beklagten, dass dieser Bereich in den Sommermonaten zu stark besonnt und deshalb nur bedingt nutzbar ist.

Der Belag des beliebten Kleinspielfeldes wurde im Mai ebenfalls erneuert.

Des Weiteren wurden drei verschlissene Bänke auf dem Spielplatz durch neue seniorengerechte Bänke ausgetauscht sowie die Bänke in den 21 Nischen der den Hauptweg begleitenden Gabionen (Steinkörbe) erneuert. Diese waren zum großen Teil desolat und teilweise zerstört. Ersetzt wurden sie nun durch sehr robuste Bänke, die eigens für die Nischen angefertigt werden.

***

Wenn Sie also demnächst eine junge Frau mit runden Brillengläsern dort sitzen und in feiner Kinderschrift ein Heft vollschreiben sehen, dann könnte diese junge Dame durchaus Helene heißen.

Und dass Lene Voigt Parks tatsächlich liebte, belegt ein Gedicht, das sie auch damals, 1925, veröffentlichte – diesmal in der „Neuen Leipziger Zeitung“: die „Rosndahl-Romandse“. Nur dass im Lene-Voigt-Park noch das seit Jahren geträumte „Bohnerand“ fehlt. „Bonorand“ hieß das Ausflugslokal im Rosental, an dem sich die Liebespaare trafen anno 1925.

Beim Gaggaudebbchen-Wettbewerb zeigten die jungen Leipziger wieder, wie viel Mut in Lene Voigts Gedichten steckt

Lene VoigtLene-Voigt-ParkLene-Voigt-Gesellschaft
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Simon & Garfunkel Revival Band – Feelin’ Groovy
„Simon & Garfunkel Revival Band. Quelle: Veranstaltungsagentur Steffen Mendrok

Quelle: Veranstaltungsagentur
Steffen Mendrok

Im Dezember 2018 ist erstmals die legendäre „Simon & Garfunkel Revival Band“ mit ihrem neuen Programm und großer Band in der Leipziger Peterskirche zu Gast. Es gibt wenige Künstler, denen ein vergleichbar guter Ruf vorauseilt, wie dies bei der Simon & Garfunkel Revival Band der Fall ist. Wo sie auch auftreten, hinterlassen die sympathischen Vollblutmusiker ein begeistertes Publikum und überschwängliche Kritiken. In ihrem Programm „Feelin´ Groovy“ präsentieren sie am Samstag, dem 1.12.18 die schönsten Songs des Kult-Duos.
2ERSITZ & Emily’s Giant am Samstag, 24. November 2018 in der naTo

Bild: Bandmaterial

Musik voller Leidenschaft präsentiert Apollo White Events im November mit 2ERSITZ und Emily’s Giant. Die Leipziger Band 2ERSITZ lässt Genregrenzen verschwimmen, es entstehen neue Klangwelten, in denen sich spielerisch Elemente aus Hiphop, Songwriter, Pop und Reggae verbinden. 2ERSITZ stehen für urbane Musikkultur und fangen die Themen ihrer Generation ein, sie beschreiben Momente des Glücks, der Stille, der inneren Zerreißproben, der Sehnsüchte ebenso wie wahnwitzige Tagträume.
Kandidatenzeit (2): Die Wahlkreise 27, 32 und 33 – Gibt es einen AfD-Sieg?
Für den Landtagsabgeordneten Holger Gasse (CDU) könnte es 2019 richtig eng werden. (Hier mit Bundestagsmitglied Jens Lehmann 2017. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserVor allem für Ronald Pohle (CDU) könnte die Landtagswahl 2019 im Wahlkreis 27 (Anger-Crottendorf, Althen-Kleinpösna, Baalsdorf, Engelsdorf, Heiterblick, Holzhausen, Mölkau, Sellerhausen-Stünz und Stötteritz) zu einer Wiederwahl auf direktem Wege führen. Wenn er die AfD fernhalten kann. Auch für Wolf-Dietrich Rost (CDU) steht im nördlichen Wahlkreis 32 (Eutritzsch, Gohlis, Lindenthal, Möckern und Wahren) die Chance nicht schlecht, wenn auch wesentlich knapper, zum Direktmandat zu kommen. Wenn da nicht die AfD, die Leipziger Stadtentwicklung und der sachsenweite Trend wären. Etwas, das auch Holger Gasse (Wahlkreis 33, entlang der Eisenbahnstraße) besonders umtreiben dürfte.
Kandidatenzeit (1): Starke Demokraten in Leipzig gesucht
Ziel aller Kandidaten am 1. September 2019: Der Landtag in Dresden. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEin Wort macht mit Blick auf die kommenden Wahlen um die Kommunal- und EU-Parlamente (26. Mai 2019) und vor allem die Sachsenwahl am 1. September 2019 bei vielen Gesprächen mit Stadtpolitikern die Runde: volatil. Erststimmen, Direktmandate, Grundkonstellationen: nichts scheint mehr in gewohnten Bahnen, seit die CDU in Sachsen stark abgebaut hat in den Prognosen. Und so auch nach 1990 erstmals den Raum freigibt für andere starke Direktkandidaten aller Parteien. Gleichzeitig bleibt die Linke derzeit stabil, während sich die bislang eher schwachen Grünen im Bundesaufwärtstrend fühlen. Und die AfD vom ersten Endsieg gerade in Sachsen träumt.
Konzert von Die Sax´n – Christmas Swing Thing
Quelle: Die Sax`n - Saxophonklänge aus Leipzig

Quelle: Die Sax`n - Saxophonklänge aus Leipzig

Um sich dem Genuss der Weihnachtszeit in vollen Zügen zu widmen und der stressigen alljährlichen Geschenkesuche für einen Augenblick zu entkommen, laden Sie die Sax´n zu einem Weihnachtskonzert unter dem Titel „Christmas Swing Thing“ ein.
Livestream & Video: Gregor Gysi zu Gast am Schillergymnasium
Gregor Gysi zu Gast am Schillergymnasium. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserVideoEs ist längst eine kleine Traditionsreihe geworden. Unregelmäßig treffen sich die Schüler des Schillergymnasiums Leipzig in ihrer großen Aula mit Politikern, Philosophen und bekannten Zeitgenossen zur Debatte. Friedrich Schorlemmer war schon da und zeigte sich beeindruckt von der Neugier der jungen Menschen in der „Schillerakademie“. Heute, am 13. November 2018 hat der organisierende Deutsch-Geschichtslehrer Jens-Uwe Jopp erneut zur politischen Bildungsstunde geladen. Dieses Mal zu Gast Gregor Gysi (Die Linke). Die Debatte wird von den Schülern selbst live bei Youtube und hier auf L-IZ.de ab ca. 16 Uhr übertragen.
In dieser Form darf das Polizeigesetz den Sächsischen Landtag nicht passieren
Am Sonntag, den 27. August, wurden die Polizeibeamten in Chemnitz im Stich gelassen. Foto vom 01.09.: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDass Deutschland so betrunken ist von autoritären Vorstellungen, hat eine Menge mit ratlosen Landesregierungen zu tun, die ihre Länder seit Jahren auf Sparflamme fahren, die eingesparte Sicherheit aber nun glauben, mit drakonischen Polizeigesetzen kompensieren zu können. Das aber funktioniert so nicht und droht das Land Sachsen in ein ganz wildes Fahrwasser zu bringen. Am Montag, 12. November 2018, debattierte der Innenausschuss des Landtags den Entwurf.
Klett Kinderbuch Verlag freut sich über den Preis für ein Buch, das erst 2019 erscheinen soll
Auszug aus „Manno!“ von Anke Kuhl. Grafik: Anke Kuhl

Grafik: Anke Kuhl

Für alle LeserIm Klett Kinderbuch Verlag Leipzig sammeln sich die Talente. Was natürlich an der Seele des kleinen Verlages liegt: Hier werden wirklich freche Kinderbücher gemacht. Und so bindet der Verlag auch phantasievolle Grafikerinnen wie Anke Kuhl an sich. Und die bekommt jetzt einen Preis für ein Buch, das überhaupt noch nicht da ist.
Original und Kopie: Das Stadtmuseum zeigt die Baugeschichte der beiden „Schwesterkirchen“ in Moskau und Leipzig
St.-Alexi-Gedächtniskirche. Foto: Hermann Walter, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig / Aquarellzeichnung von 2011: Schtschussew-Museum für Architektur in Moskau

Foto: Hermann Walter, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig / Aquarellzeichnung von 2011: Schtschussew-Museum für Architektur in Moskau

Für alle LeserEigentlich hätte 2013, zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht alles fertig sein sollen. Aber es war bei der St. Alexi Gedächtniskirche, die seit 1913 an die russischen Gefallenen der Völkerschlacht erinnert, genauso wie beim Völkerschlachtdenkmal selbst: Das war nicht zu schaffen. Die Herausforderung war zu groß. Aber jetzt glänzt das Schmuckstück wieder. Und eine kleine Kabinettausstellung würdigt die schöne Co-Produktion.
Nicole Bärwald-Wohlfart antwortet Laura Stellbrink mit einem Brief
Stadträtin Nicole Wohlfarth (SPD) steht in der Kritik. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserAm 9. November – zu 100 Jahren Frauenwahlrecht – meldete sich die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen in Sachsen, Laura Stellbrink, zu Wort und forderte in einer öffentlichen Stellungnahme Frauen zu mehr politischem Engagement auf. Ein wichtiges Thema, findet SPD-Stadträtin Nicole Bärwald-Wohlfarth. Aber Gleichberechtigung fängt schon in den Parteien an. Oder eben auch nicht. Sie schreibt Laura Stellbrink einen Brief.
Das Buch zur neuesten „Autoritarismus-Studie“ aus Leipzig
Oliver Decker, Elmar Brähler (Hrsg.): Flucht ins Autoritäre. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserPolitik ist Psychologie. Das weiß niemand besser als die Mitarbeiter des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung an der Uni Leipzig. Seit 2002 untersucht die Leipziger Arbeitsgruppe um Elmar Brähler und Oliver Decker die rechtsextremen Einstellungen in Deutschland. Mehrfach sorgten ihre „Mitte“-Studien für einen Aufschrei in den Medien. Jetzt heißen sie nicht mehr „Mitte-Studien“. Aus einem guten Grund.
Gleich drei Fraktionen beantragen die Fortsetzung der Gründungsunterstützung für Migranten
Fußgänger in der Petersstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVielleicht hätten sich die Fraktionen im Leipziger Stadtrat vor ihren Antragstellungen zum Doppelhaushalt 2019/2020 noch ein bisschen intensiver abstimmen sollen. In einigen Bereichen wie der Vereinsförderung haben sie es ja getan und damit die Grundlage dafür gelegt, dass ihre gemeinsamen Anträge auch Teil der Beschlussfassung werden. Aber einige nicht ganz unwichtige Posten tauchen nun doch wieder verstreut auf.
Grüne und Linksfraktion beantragen 500.000 Euro für das Kino der Jugend
30 Jahre Leerstand haben den Verfall ermöglicht: Blick in den Kinosaal. Foto: Thomas Grahl

Foto: Thomas Grahl

Für alle LeserFast wäre es abgerissen worden. Aber dann begannen Engagierte im Leipziger Osten zu kämpfen und für das alte Kino Fortuna, das später „Kino der Jugend“ hieß und derzeit in einem katastrophalen Bauzustand ist, eine Zukunft zu zeichnen. Der Leipziger Stadtrat gab 2017 Grünes Licht zur Unterstützung. Und nun wollen zwei Fraktionen gleich mal die finanzielle Basis dafür legen, dass das alte Haus wieder hergerichtet werden kann.
SPD-Fraktion beantragt die Gründung einer Projektgesellschaft für ein neues Wohnquartier in Paunsdorf
Das Baufeld in Paunsdorf. Skizze: SPD-Fraktion Leipzig

Skizze: SPD-Fraktion Leipzig

Für alle LeserAugenscheinlich haben moderne Bauentwickler verlernt, wie man preiswert baut. Man hat sich aufs Luxussegment einschossen und kommt allein schon durch die dazugehörigen Baukosten auf Mindestmieten von 12 bis 17 Euro je Quadratmeter. Das können sich viele Normalverdiener nicht nur in Leipzig nicht leisten. Selbst Hamburgern geht es so. Aber ein Hamburger Projekt macht jetzt der Leipziger SPD-Fraktion Hoffnung.
Die Stadt kann sich für die ehemalige Skala zumindest einen Mietvertrag mit dem Jazzclub vorstellen
Das einstige Theaterhaus Gottschedstraße 16. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Zukunft der ehemaligen Theaterspielstätte Skala gesichert“ ließ der Grundstückverkehrsausschuss des Leipziger Stadtrates im November 2017 vermelden. Pustekuchen war’s. Der auserkorene Käufer sprang ab. Der Plan der Stadt, das Haus in der Gottschedstraße 16 möglichst teuer zu verkaufen, war geplatzt. Was nun? Das wollten die Stadträte Werner Kujat (Linke), Axel Dyck (SPD) und Dr. Gesine Märtens (Grüne) im August wissen. Und beantragten auch gleich eine Lösung.