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Poesie trifft Klang veröffentlicht ihr Debut-Album „Lebenswege“

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    2019 fanden die Musikwissenschaftlerin Martina Leipoldt, ihre Schwester, die Gitarristin Lisa Leipoldt und der Texter und Sprecher Dero im Rahmen einer Lesung in einer Klinik zusammen. Gleich zu Anfang stimmte die Chemie und die drei beschlossen in lockerer Zusammenarbeit weitere Lesungen gemeinsam zu gestalten. Nun wurde sogar ein gemeinsames Liederalbum daraus.

    Bei „locker“ blieb es nämlich nicht. Schnell stellten die Künstler fest, dass die Zusammenarbeit so gut funktionierte, dass sie beschlossen, ein eigenes Bandprojekt als Trio zu gründen. Nach einigen Tagen der Namensfindung – man muss sich das so kompliziert vorstellen, wie die Namensfindung bei einem Kind – fiel die Wahl auf „Poesie trifft Klang“.

    Während Dero alias Detlef Rohde die Texte lieferte, entstanden in kurzer Zeit die musikalischen Untermalungen durch Martina Leipoldt an der Oboe und ihre Schwester Lisa an der Gitarre. Das erste Stück, „Die letzte Rose des Jahres“ war der Startschuss für die Idee zu dem Album „Lebenswege“ (zum Album, Hörproben). Aus weit über 100 Texten stellten die drei eine erste Auswahl zusammen, die mit auf das Album sollte.

    Kurz bevor die ersten Meldungen über ein neuartiges Virus aufkamen, konnte das Trio den Tonstudiobesitzer Fabian Günther aus Leipzig für die Aufnahmen gewinnen. Die ersten Stücke waren gerade aufgenommen, als die Anfrage vom Bildungs- und Sozialwerk Muldental e. V. kam, ob die Band im Rahmen der interkulturellen Wochen ein Kinderprogramm gestalten könnte.

    Die Zeit drängte und Dero schrieb einige Kinderlieder und passende Lyriken zum Thema Wanderung, von denen das Stück „Wandern durch dein Universum“ ebenfalls auf das Album kam. Da die Musik einen internationalen Touch haben sollte, konnte Dero den syrischen Oud-Spieler Basel Alkatrib gewinnen, den er von einer Veranstaltung in der Schaddelmühle kannte. Erst später erfuhr die Band, dass Basel Alkatrib in der orientalischen Welt ein Superstar war, bis er vor dem Krieg nach Deutschland geflohen war.

    „Es war eine Fügung des Schicksals, dass wir von befreundeten Musikern viel Unterstützung erfahren durften. Malina sang den Titel ,Wandern durch dein Universum‘ und Basel spielte die Oud, besser ging es nicht“, blickt Dero auf die vergangenen zwei Jahre zurück. „Corona war für uns in kreativer Hinsicht ein Glücksfall und in finanzieller ein Desaster, so wie für viele andere auch.“

    Mit Ines oder besser gesagt „Miss Daisy“ fand das Trio eine Sängerin, die das schwerste Stück auf dem Album eingesungen hat. „Schlaf gut mein Liebling“ handelt vom Tod der 17-jährigen Lilly Marleen, der Tochter von Dero, und war der Versuch, das Unfassbare begreiflich oder verständlich zu machen. Es ist ein Wiegenlied für die Reise in eine andere Welt. Dero schrieb es einen Tag nach ihrem Tod.

    „Es war für mich eine Möglichkeit, diesen unglaublich tiefen Schmerz zu kanalisieren und den Druck rauszulassen. Diesen Druck kann sich niemand vorstellen. Du bist wütend und dir fehlt die Kraft zum Schreien oder Weinen. In dir ist plötzlich eine schmerzhafte Leere, als sei dir die Seele aus dem Leib gerissen worden und diese Leere wird bis zu deinem letzten Atemzug bleiben. Martina und Lisa haben den Text am nächsten Tag bekommen und vertont. Dass das möglich war, kommt mir auch heute noch wie ein heller Lichtschein in tiefster Dunkelheit vor. Die beiden haben mit ihrer Musik einen Verband auf eine ewig offene Wunde gelegt und den Schmerz gelindert.“

    „Lebenswege“ ist ein sehr persönliches Album geworden, das absolut kein Mainstream ist. Bis auf zwei Stücke ist es musikalisch untermalte Sprache, die einen mit auf eine Reise nehmen kann.

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