Artikel zum Schlagwort CD

In den großen Fußstapfen von Django Reinhardt und Stéphane Grappelli

Hot Club d’Allemagne legt nach zehn Jahren eine neue CD vor: Hot Club d’Allemagne

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDanach haben sich auch viele gesehnt im Corona-Shutdown: Einfach mal wieder abends in einer Bar sitzen dürfen, Gläschen oder Tässchen auf dem Tisch, entspannt zurückgelehnt und der Musik lauschen, die vier ambitionierte Herren im gedimmten Scheinwerferlicht machen – locker, zuweilen überschwänglich, herrlich beswingt und dennoch so, als würden sie so nebenbei ein paar fröhliche Lebensgeschichten erzählen. Das kann man jetzt tatsächlich haben – sogar daheim, abends, wenn man den Tag von sich abfließen lassen möchte. Weiterlesen

Neue musikalische Entdeckungen mt dem Gamben-Virtuosen Thomas Fritzsch

The 19th-Century Viol: Die Musik der Viola da Gamba im Zeitalter der Schumann, Mendelssohn und E.T. A. Hoffmann

The 19th-Century Viol. Foto: Ralf Julke

Für alle LeserUnd jetzt tauchen wir einfach ab. Ab ins frühe 19. Jahrhundert, wo sich nicht nur Neo Rauch zu Hause fühlt. Diesmal begegnen wir dort Thomas Fritzsch, Michael Schönheit und der Merseburger Hofmusik, die wir eigentlich im 18. Jahrhundert zurückgelassen hatten bei einem gewissen Carl Friedrich Abel, dem berühmtesten Gambenspieler seiner Zeit. Und dem letzten, wie die damaligen englischen Boulevardmedien berichteten, die „Morning Post“ und die „General Evening Post“. Aber: Das stimmte wohl (wie immer) nicht so richtig. Weiterlesen

Einmal im Jahr wieder zum fühlenden Menschen werden

Bachs „Weihnachtsoratorium“ jetzt in der Einspielung mit Thomaskantor Gotthold Schwarz

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserFehlt uns ein neuer Bach? Oder genügt uns der Bach, den wir haben? Braucht es keinen neuen? Und: Was würde Johann Sebastian Bach sagen zu dem, was wir aus unserer Welt gemacht haben? Wie würde er heute auf der Klaviatur der Thomaner spielen? Man kommt auf Gedanken, wenn man sich jetzt die neue Einspielung des „Weihnachtsoratoriums“ mit den Thomanern und dem Thomaskantor Gothold Schwarz auflegt. Zweieinhalb Stunden Gefühlsgalopp. Weiterlesen

Teresa Bergmans neue CD „Apart“

Zur „Apart“-Tour kommt Terasa Bergman am 16. Oktober auch nach Leipzig

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 16. Oktober um 20 Uhr ist sie im Horns Erben in Leipzig zu Gast: Die in Berlin lebende Neuseeländerin Teresa Bergman mit ihrem neuen Album „Apart“, das am 27. September erschien. Es ist tatsächlich so, wie es ihre Agentur beschreibt: „ein abwechslungsreiches, intensives Pop-Soul-Album mit Jazz- und Folk-Elementen“. Und einige der Songs sind wirklich richtig groovy. Weiterlesen

Wenn die großen Tiere wieder mal nicht weiterwissen

Die große Reggaehase Boooo Revue: Eine ganze Scheibe mit Liedern aus dem Reggaewald

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserKinder, die die vier Bilderbücher vom Reggaehasen Boooo schon im Regal stehen haben und sich an schönen Abenden die Scheibe aus den Büchern auf den CD-Player legen, die kennen die Songs schon. Die kennen auch die Green Rainjackets schon. Und natürlich auch Boooos Freunde Herbie Heuler, Peter Fuchs und die elefantastische Feuerwehr. Lauter musikalische Talente. Jede CD auch ein kleines Angebot an Reggae- und Ska-Songs. Weiterlesen

Die Musik zum Erwachen der europäischen Welt

Leipziger Disputation: Das musikalische Erdbeben von 1519, eingesungen von Amarcord, Calmus und zwei glockenhellen Frauenstimmen

Amarcord, Calmus Ensemble: Leipziger Disputation. Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDer Tag passte gleich doppelt. Am 8. März erschien offiziell die gemeinsame Einspielung von amarcord und Calmus Ensemble mit dem einprägsamen Titel „Leipziger Disputation“. Das sind zwar zwei (fast) reine Männer-Ensembles, aber Calmus holt sich schon traditionell immer wieder eindrucksvolle Frauenstimmen dazu, so wie in diesem Fall die beiden Sopranistinnen Anna Kellnhofer und Isabel Schickedanz. Ohne die beiden wäre ein Brumel gar nicht singbar. Weiterlesen

Du bist mein Traum! Musikalische Komödie veröffentlicht Ersteinspielung von Korngold »Das Lied der Liebe«

Am Freitag, 23. November 2018, erschien »Das Lied der Liebe«, eingespielt von Orchester und Solisten der Musikalischen Komödie Leipzig unter Leitung von Musikdirektor und Chefdirigent Stefan Klingele. Diese CD ist somit die Weltersteinspielung des Werkes von Erich Wolfgang Korngold, das dieser 1931 nach Melodien des Walzerkönigs Johann Strauss und dem Buch von Ludwig Herzer komponierte. Weiterlesen

Wir hatten Großes vor

Lydia Dahers poetisch-lapidare Sicht auf eine heile Welt, die grade auseinanderfällt

Foto: Ralf Julke

Für FreikäuferNatürlich ist es besser, die ganzen Waschzetteltexte nicht zu lesen. Und die ganzen Texte von Musikkritikern, die alles so schön in Schubladen packen. Und die kleinen Jubelarien von Leuten, die ihre Bonbons gnädig unter die Künstler verteilen. Lydia Daher ist. Sie ist einfach. Auch wenn sie manchmal sagt und singt, dass sie sich nicht so recht da fühlt. Und nicht weiß, wohin das führt. Weiterlesen

Die besinnliche Musik von Abel, Bach und Milling

Selbst in Niederschlesien wurde die Schönheit der Gambenmusik gepflegt

Foto: Ralf Julke

Die Suche geht weiter. Und CD um CD erweitern Thomas Fritzsch und seine Musikerkollegen das Wissen um eine Musikwelt, die fast vergessen war. Dabei war sie einmal in vielen adeligen und bürgerlichen Salons zu Hause. Ernsthafte Männer beherrschten die Viola da Gamba. Und wenn einer wissen will, wie sich unsere Welt beschleunigt hat in den letzten 200 Jahren, der wird wieder mit Staunen hineinhören in diese neuen Fundstücke. Weiterlesen

Soul im Osten

Maria Schüritz lädt ein zum Release-Konzert für ihre CD „Lieder aus dem Kopfkino“ + Video

Foto: Ruslan Hrushchak Photography

Für alle LeserIrgendwann vollenden sich Projekte, sind alle Lieder eingesungen. Oder eingehaucht. Je nachdem. Ist ja im Grunde Soul, was Maria Schüritz da eingespielt hat, die viele Leipziger als Organisatorin des KAOS-Kultursommers kennen. Dabei macht sie leidenschaftlich Musik. Und nun ist ihre CD fertig. Zeit für ein Release-Konzert – nicht im KAOS, sondern auf der anderen Seite der Stadt: im „Laden auf Zeit“. Weiterlesen

Die Gedicht-Jazz-Reise von Nora Gomringer und Philipp Scholz auf einer Scheibe

Gedichte sind Musik und Heimat ist der Strohhalm für die Ahnungslosen

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserKann man Gedichte zelebrieren wie ein Jazz-Konzert? Kann man. Alles kein Problem. Dass sich Nora Gomringer nicht scheut, mit Musikern zusammen ins Studio zu gehen, hat sie zum Beispiel 2013 gezeigt, als sie mit dem Dresdner Wortart Ensemble eine Scheibe Lyrik einspielte. Eigentlich auch das schon ein hörbarer Beweis: gute Lyrik ist Jazz. Theater sowieso. Und bei Gomringer: unterhaltsames Spracherlebnis. Weiterlesen

Die gut sortierte Wahrheit nicht nur über sächsische Kassiererinnen, Jugendweihen und Weihnachtsmänner

Die erste Scheibe mit Hörschnitzeln von Anna Mateur

Foto: Ralf Julke

Anna Maria Scholz alias Anna Mateur ist eins jener frappierenden Beispiele dafür, dass aus diesem provinziellen, ungebildeten und trantütigen Fleckchen namens Sachsen noch echte Menschen mit Lebenswitz, Scharfsinn und bissigem Humor kommen können. Trotz alledem, darf man sagen. Trotz alledem, was es auf dieser CD zu hören gibt. Wer Sachsen begreifen will, kommt um Anna Mateur nicht herum. Weiterlesen

Leben mit Koffer

Der Weltenreisende Ian Fisher singt von den tatsächlichen Sehnsüchten unserer von Mauern bedrohten Zeit

Foto: Katharina Rabl

Es sind die Weltenwanderer, die unsere Gegenwart so reich gemacht haben. Nicht die Mauerbauer und Abschiebemeister. Manchmal braucht es wirklich erst wieder einen großen Koffer Musik, um bis ins Mark zu spüren, von was für Dummköpfen, Feiglingen und Herzlosen wir heute – wieder mal – regiert werden. Sie verbauen die Welt wieder mit Stacheldraht. Und Ian Fisher singt voller Wehmut dagegen an. Am 1. Dezember zum Beispiel in Dresden oder am 2. in Halle. Weiterlesen

Sehnsucht, Wehmut, Leidenschaft

Amarcord lässt die Liederwelt von Franz Schubert zu neuem Übermut erwachen

Foto: Ralf Julke

Es war einmal ein Deutschland, das steht heute so friedlich und bieder im Glasbuffett, dass man sich fragt: Gab’s das wirklich? Vor 200 Jahren ging der rebellische Geist der Deutschen auf Tauchgang und flüchtete sich in eine Kultur, die man heute mal als Biedermeier, mal als Romantik bezeichnet. Wo große Gefühle ein Fall für die Zensoren waren, lebten die kleinen Gefühle auf. In wunderbarer Zerbrechlichkeit. Weiterlesen

Die Bühnenlyrik des Dalibor Markovic gedruckt und auf Scheibe

Satte Beats gegen die Angst, die Dummheit und die Heimatlosigkeit der Welt

Foto: Ralf Julke

Unsere Sprache ist Musik. Beat hat sie auch, wenn man sie zu benutzen weiß und nicht lyrelt und säuselt. So wie Dalibor Markovic, Dichter, Lautpoet und Beatboxer mit kroatischen Wurzeln, was auch der Verlag betont, weil damit alle Irritationen anfangen. Denn geboren ist er als echter Hesse in Frankfurt. Und erst wenn die Leute seinen Namen hören, stellen sie sich doof: „Und Sie schreiben auf Deutsch?“ Weiterlesen

Telemannsche Hauspostille: Eine musikalische Annäherung an die tiefe Frömmigkeit in Telemanns Hausmusik

Foto: Ralf Julke

Wer sucht, der findet zuweilen Dinge, die verblüffen. So geht es Thomas Fritzsch, der sich in den letzten Jahren so intensiv mit der Geschichte der Viola da Gamba beschäftigt hat und mit dem Schaffen Carl Friedrich Abels und Georg Philipp Telemanns. Gerade erst hat er als kleine Sensation die „12 Fantaisies pour la Basse de Violle“ von Telemann wieder ans Licht der Welt gebracht. Nun lässt er den nächsten Telemann folgen, den geschäftstüchtigen Verleger. Weiterlesen

Die Wiederentdeckung einer fast verschollenen Liedtradition

Mit amarcord und german hornsound in die Tiefen des Waldes

Foto: Ralf Julke

Das Ambiente passt, wenn sie am 12. Juni auf die Bühne kommen, die neun Herren in ihren edlen Anzügen. Oder schlüpfen sie dann konsequent in Biedermeierfräcke? Man darf sich überraschen lassen. Wie so oft, wenn sich die A-cappella-Sänger von amarcord etwas haben einfallen lassen. Nur dass sie diesmal nicht a cappella kommen, sondern in Gesellschaft einer echten Waldhorn-Kapelle: german hornsound. Weiterlesen

Noch eine Entdeckung aus dem Ledenburg-Schatz

Zwölf Phantasien für die Viola da Gamba von keinem anderen als Georg Philipp Telemann

Foto: Ralf Julke

Die Mode. Dieses eilige Frauenzimmer, diese vergessliche, närrische Mamsell. Die kannten auch schon die Bürger des frühen 18. Jahrhunderts. Das kannte zwar weder Eisenbahn noch Fernseher noch Radiocharts. Aber es kannte auch schon eine Beschleunigung der Dinge. Eine, nach der das 17. Jahrhundert geradezu gemütlich wirkte. Barock eben. Und schon zu Telemanns Zeit galt die Viola da Gamba als Instrument einer vergangenen Epoche. Weiterlesen

Die nächste Entdeckung aus dem Kompositionsschatz des Carl Friedrich Abel

Thomas Fritzsch und Freunde haben die Gamben-Sonaten und Trios aus Schloss Ledenburg eingespielt

Foto: Ralf Julke

Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, dass nicht nur das Tempo unserer Zeit hoch ist, ein wildes, oft unüberschaubares Stakkato. Wir haben uns auch daran gewöhnt, dass auch die Musik schnell ist. So schnell, dass wir nicht einmal mehr ahnen, wie sehr vergangene Zeitalter anders gestimmt waren. Und dann ist da ja auch noch diese Gambe, mit der Thomas Fritzsch ins 18. Jahrhundert hinunter taucht. Weiterlesen

Fischer und Meyer in liebevoller Distanzierung zur deutschen Trachtenkultur

Herrlich unverschämte Lieder aus dem Land, in dem die Palmen nicht wachsen

Foto: Ralf Julke

Ein wenig experimentell und noch etwas suchend klang es 2012 noch, als "The Fuck Hornisschen Orchestra" die erste Scheibe veröffentlichte: "Hoffnung 3000". Es war wie ein Herantasten an den eigenen Ton. Denn an der Bandbreite des Stils hat es Christian Meyer und Julius Fischer auch damals nicht gefehlt. Vielleicht mussten beide auch nur ein bisschen älter werden. "Männer über 30" eben. Weiterlesen