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Zwieback in seiner bislang reinsten Form: das Solo „6G Ray pur“ feiert am 5. März Premiere

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    Wolfgang Krause Zwieback macht Inventur in seinem Laden. Angekündigt ist ein performativer Konkurs, zu dessen Premiere der Sprachakrobat in den Ballsaal der Schaubühne Lindenfels am Donnerstag, 5. März, um 20 Uhr einlädt. Vorher gibt's im Salon sogar noch ein Podiumsgespräch mit „Pionieren der Freien Szene“.

    Die neue Solo-Produktion „6G Ray pur“ ist Zwieback in seiner bislang reinsten Form: nur ein Raum, ein einsames Licht, drei ausgeschaltete Beamer und der Versuch eines Performers, sich komplett zu öffnen. Eine Suche nach Worten – und dem dahinter. Dazu das Versprechen: Wer sich hingibt, wird sich verwandeln.

    Wolfgang Krause Zwieback, respektive sein Alter Ego Ray Zwie Back, ist selbst in stetiger Veränderung. Ein Künstler, der die Welt nicht erklären will, sondern fremde Welten schafft. In seinen Gedankenstücken wird Realität zu Magie und Ernst zu Spiel. Nach seinem „Kabasurden Abrett“ und einem Theater des „Sinnlichen Surrealismus“ bläst Zwieback nun zur nächsten Transformation.

    Seit 1978 arbeitet Wolfgang Krause Zwieback als Autor, Regisseur, Schauspieler, Bühnen- und Kostümbildner, erfand 1983 das „Kabasurde Abrett“ und eroberte mit seinen Programmen die deutschen Bühnen. 1991 erhielt er den Deutschen Kleinkunstpreis. In der Schaubühne Lindenfels bringt er regelmäßig seine Produktionen zur Premiere.

    Die Ankündigung zum Solo in Wolfgang Krause Zwiebacks Worten:

    GESCHWINDIGKEIT IST KEINE HETZEREI .. EINE ANSAGE .. ANS LEBEN ..
    RAY ZWIEBACK FRAGT SICH UND DIE MENSCHEN IM SAAL ..
    WIE ES DAZU KAM .. GEBOREN ZU WERDEN ..
    IN EINE WELT .. DIE SICH SEITDEM STÄNDIG VERÄNDERT ..
    RÜCKSICHTSLOS ABLÄUFT ..
    SEINE REAKTION .. IST NOTWEHR .. SPIELSUCHT .. SINNLICHE WAHRNEHMUNG ..
    DIE KOSTBARKEIT DES MOMENTES .. DIE ERFINDUNGEN DER WAGHALSIGKEIT ..
    AUFBRUCHSTIMMUNG VOR DEM TRESOR ..
    ODER .. SELBST DER GEHÄNGTE IST NICHT UNABHÄNGIG ..
    NICHT DIE ANALYSE .. SONDERN DIE AHNUNGEN SIND IHM GEWISS ..
    JETZT GLAUBEN SIE BLOSS NICHT WEN SIE VOR SICH HABEN ..
    REISEN ZWISCHEN REALITÄT UND PHANTASIE ..
    DA SOLL EINER SAGEN MAN HABE SICH VERLAUFEN ..
    WO MAN JA GAR NICHT WEISS WO MAN IST ..
    WENN AUF DER PFERDERENNBAHN GESTARTET WIRD .. DIE GLOCKE ..
    ABER DIE PFERDE NOCH NICHT WISSEN WOHIN ..
    DAS IST DER MOMENT .. ANS MIKROFON ZU TRETEN .. UND ZU SAGEN ..
    WIR MACHEN ES ZUSAMMEN .. ABER JEDER ANDERS .. UND DAS ZUSAMMEN ..

    „6G Ray pur“ ist eine Produktion von Wolfgang Krause Zwieback in Kooperation mit der Schaubühne Lindenfels. Nach der Premiere am Donnerstag, 5. März, im Ballsaal der Schaubühne gibt es weitere Vorstellungen am Freitag, 6. März, und am Samstag, 7. März, jeweils 20 Uhr, außerdem am Sonntag, 15. März, um 18 Uhr.

    Zuvor: ein Podiumsgespräch

    Im Vorfeld der Premiere findet ein Podiumsgespräch über die Leipziger freie Szene in den 1990er Jahren statt, bei dem der Kulturjournalist Torben Ibs mit seinen Gästen Susanne Kucharski-Huniat (Kulturamtsleiterin a.D.), Stefan Kanis (MDR-Hörspielredaktion), Thomas Kuhnert (Theater Titanick) und René Reinhardt (Schaubühne Lindenfels) diskutiert.

    Die sogenannte freie Szene ist heute aus dem Leipziger Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Doch 1990 war das ganz anders. Einige Pioniere, motiviert durch die Erfahrung der friedlichen Revolution, fingen an, Theater zu machen mit neuen Formen, in neuen Räumen, frei und wild.

    Erst langsam bildeten sich Strukturen heraus, sowohl bei den Theatermachern als auch in der Kulturverwaltung, verfestigten sich Räume und wurden nicht nicht nur der Zwischennutzung zugeführt, sondern in manchen Stadtteilen gar zu Ankern der (sozio-)kulturellen Entwicklung. Die ersten freien Gruppen wurden noch finanziert durch ABM-Maßnahmen.

    Dabei hatte die DDR in diesem Bereich sogar einige Strukturen hinterlassen: das Poetische Theater als universitäres Theater mit Bühne im Beyerhaus, wo etwa Jo Fabian seine ersten Bühnenschritte gemacht hat.

    Zudem gab es mit den zahlreichen Kulturhäusern, wie etwa der naTo, auch erste räumliche Anknüpfungspunkte für freie Kulturarbeit, während andere Initiativen wie etwa das Werk II, die Villa oder, deutlich später, auch die Schaubühne Lindenfels sich noch in einem fast schon anarchisch nennenden Aufbau befanden. Mit der Gruppe Titanick wurde Leipzig auch die Spielfläche der ersten freien Gruppe aus Ost und West. Dass in diesem unübersichtlichen Feld der 1990er Jahre nicht alle Blütenträume reichten, gehört dabei zur Geschichte dazu.

    Über diese Anfangszeiten des freien Theaters möchte der Kulturjournalist Torben Ibs reden mit Menschen, die dabei waren und diese Zeit geprägt haben. Und die sie geprägt hat.

    „Pioniere der Freien Szene Leipzig – wie wir wurden, was wir sind“, Donnerstag, 5. März, 18 Uhr im Grünen Salon der Schaubühne Lindenfels. Eintritt frei.

    Ray Zwie Backs „111 Rezepte für ein gesundes Zweifeln“

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