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Nach abgesagtem Asyl-Informationsabend: Polizeieinsatz in Leipzig Stötteritz

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    Wie die Ereignisse genau zusammenhängen, ist am heutigen Abend noch unklar. Dennoch meldeten sich ab 20:30 Uhr einschlägige Twitter-Accounts mit der Meldung, dass ein ungewöhnlich großer Polizeieinsatz in der Kolmstraße wegen etwa 200 rechter Hooligans stattfinden würde. Kurz zuvor war ein auf 19 Uhr angesetzter Informationsabend zu einer neuen Asylunterkunft in Leipzig-Holzhausen ausgefallen, da der Andrang zu groß war. Die NPD Leipzig hatte im Vorfeld zur Teilnahme an diesem aufgerufen, rund 200 Besucher mussten vor verschlossenen Türen warten, während der Saal bereits mit über 100 Personen gefüllt war.

    „Infoveranstaltung abgesagt aber das Objekt kann man sich wenigstens anschauen“, so lautet die Twittermeldung der NPD Leipzig um 20:30 Uhr. Offenbar eine konzertierte Aktion von rechts, welche sich da am Abend des 19. Januar 2016 abspielen sollte. Eigentlich wollte man demnach eher während der Informationsveranstaltung für Stimmung sorgen und als diese ausfiel, entstand offenbar der Wunsch, mal das Objekt, also die zukünftige Unterkunft für etwa 168 Menschen, zu besuchen. Dazu scheint man sich an der Kolmstraße gesammelt zu haben. Die zukünftige Asylbewerberunterkunft soll in der Härtelstraße 16 entstehen, die Kolmstraße ist keine 3 Kilometer entfernt. Ebenfalls in unmittelbarer Nähe befindet sich das ehemalige Gemeindeamt Holzhausen in der Stötteritzer Landstraße 31.  Laut Informationen der Stadt Leipzig sollen im Bürokomplex an der Händelstraße 16 voraussichtlich ab dem zweiten Quartal 2016 bis zu 168 Flüchtlinge leben. Im ehemaligen Gemeindeamt in der Stötteritzer Landstraße 31 sollen nach erfolgter Herrichtung ab Ende 2016 rund 45 Flüchtlinge untergebracht werden.

    Dass aus dem mutmaßlichen Besuchsvorhaben nichts wurde, scheint einem raschen Eingreifen der Polizei zu verdanken zu sein. Kurz darauf meldeten antifaschistische Twitter-Accounts und verschiedene User die Einkesselung von rund 200 Hooligans. Seit etwa 20:40 Uhr ist unter anderem auf dem Twitteraccount von der Landtagsbgeordneten Juliane Nagel (Die Linke) zu lesen, dass es sich bei den Eingekesselten an der Kolmstraße auf der Höhe der dortigen Schwimmhalle unter anderem um Anhänger der 1. FC Lokomotive handeln soll. Seit dem massiven Überfall am 11. Januar 2016 im Stadtteil Connewitz, an welchem ebenfalls „Fans“ des Leipziger Fußballvereins beteiligt gewesen sein sollen, geht die Angst vor weiteren organisierten Angriffen aus der rechten Szene auf Asylbewerberheime oder das Leipziger Szeneviertel um.

    Seitens der Polizei Leipzig erfolgte zur Stunde noch keine Meldung zum Einsatz in Stötteritz. Die Informationsveranstaltung möchte die Stadt in einer größeren Räumlichkeit als der heute versuchten Aula der Grundschule Holzhausen nachholen. Vermutlich auch mit mehr Sicherheitspersonal als am heutigen Abend.

    Nachtrag 22:45 Uhr: Während des Abends mehren sich die Stimmen, dass es sich um ein friedliches Treffen von Lokfans im Rahmen der 50-Jahr-Feier ihres Vereins gehandelt haben könnte. Der MDR meldete via Twitter: „Lok-Fans wollten zum 50. Vereinsgeburtstag Pyrotechnik zünden. Pol. untersagt das. Es bleibt friedlich.“

    Nachtrag, 20. Januar: 5 Fragen und Antworten der Polizei:

    1. Was ist vorgefallen?

    Am 19.01.2016 gegen 19:30 Uhr wurden im Bereich der Kolmstraße ca. 20 Personen festgestellt. Diese Anzahl wuchs schnell auf ca. 150 bis 200 Personen an, die zum großen Teil einheitlich schwarz bekleidet waren. Es war zu vermuten, dass aufgrund des unmittelbar bevorstehenden 50-jährigen Vereinsjubiläums des 1. FC LOK Leipzig durch die am Ort anwesenden Personen eine illegale Pyroshow im öffentlichen Raum veranstaltet werden sollte. Die Polizei machte eine deutliche Ansage. Es erfolgte eine Kontaktaufnahme mit dem Präsident des 1. FC Lokomotive Leipzig, der auch vor Ort kam. Er bot der Personengruppe an, ins Stadion zu kommen. Das Angebot wurde angenommen. Im Stadion sollte die Pyroshow sattfinden. Auch das wurde durch die Polizei untersagt. Anmeldepflichtig. Da keine Anmeldung vorlag. Verbot! Wurde sich daran gehalten. Keine weiteren Vorkommnisse.

    2. Welche Straftaten wurden festgestellt?

    Anzeigen wegen Verstoß gegen  das Sprengstoffgesetz gegen 3 Tatverdächtigte.

    3. Stehen die Vorkommnisse mit der am gleichen Abend angekündigten Informationsveranstaltung der Stadt Leipzig zur neuen Asylbewerberunterbringung in der Händelstraße 16?

    Keinerlei Erkenntnisse dazu bekannt.

    4. Wurden Personen in Gewahrsam genommen?

    Keine Personen in Gewahrsam genommen.

    5. Lassen sich die angetroffenen Personen einem politischen Spektrum zuordnen?

    Nein.

    Zur Meldung der Stadt Leipzig.

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      5 KOMMENTARE

      1. Nun spielen Sie doch nicht gleich die beleidigte Leberwurst. Kein Mensch ist unfehlbar. Wer austeilt,
        muss auch ab und zu einmal etwas einstecken können.

        Ich habe mich überhaupt nicht über diesen scheinbaren Fehler von Ihnen gefreut, sondern diesen Schnellschuss nicht für positiv empfunden. Täglich wird in Leipzig eine Sau nach der anderen durch die Stadt gejagt.

      2. Lieber Klaus, ich verstehe ja allzu gut, dass Sie sich über einen scheinbaren Fehler meinerseits freuen, nachdem ich Sie wiederholt um eine freundlichere Umgangsart mit anderen Usern hier gebeten habe. Aber zur Sache selbst. Lesen Sie den Beitrag gern nochmals unter der Fragestellung: Warum musste die Polizei wohl überhaupt ausrücken? Sie werden mir sicher nachsehen, dass diese Prozessbeschreibung eines Abends in Leipzig online bleibt. Ihr M.F.

      3. „Während des Abends mehren sich die Stimmen, dass es sich um ein friedliches Treffen von Lokfans im Rahmen der 50-Jahr-Feier ihres Vereins gehandelt haben könnte.“

        Da scheint wieder einmal der Gaul mit ihnen durchgegangen zu sein Herr Freitag. Immer sachte mit den jungen Pferden! Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!

        Mein gut gemeinter Vorschlag, löschen Sie doch einfach Ihren Beitrag.

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