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Hells Angels & United Tribuns: „Matze“ M. ist wieder frei

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    Nachdem am 25. Juni 2016 kurz nach 15 Uhr sieben Schüsse auf der Eisenbahnstraße, Ecke Neustädter Straße gefallen waren, laufen die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft „mit Hochdruck“. Die ersten Ergebnisse deuten nun darauf hin, dass es keine zwei Schützen gab, Hells Angel „Matze“ M. ist seit gestern wieder auf freiem Fuß. Bleibt also nach derzeitiger Lage nur noch Stefan S. (30) als Tatverdächtiger, welcher sich nach wie vor in Untersuchungshaft befindet.

    Nachdem am 25. Juni insgesamt sieben Schüsse gefallen waren, waren erst 14 Hells Angels noch vor Ort verhaftet worden, doch 13 von ihnen konnten noch am gleichen Tag wieder gehen. Stefan S. musste als mutmaßlicher Schütze in Haft bleiben, gegen alle wird wegen gemeinschaftlichen schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Parallel fand sich ein Tag darauf eine zweite Waffe in der Umgebung des Tatortes, an welchem Veysel A. erschossen und zwei weitere Gangmitglieder der United Tribuns, darunter der „Vizepresident“ der Leipziger Streetgang Sooren O., lebensgefährlich verletzt worden waren.

    „Matze“ M., „President“ der Leipziger Hells Angels, war nicht unter den anfangs Festgenommenen und wurde zur Fahndung ausgeschrieben. Am Montag, den 27. Juni, stellte er sich in Begleitung eines Rechtsanwaltes selbst den Behörden und saß seitdem in Untersuchungshaft.

    Wie die Leipziger Staatsanwaltschaft am heutigen 13. Juli mitteilte, ist der „President“ ohne Verein wieder frei. In der Folge der Auseinandersetzungen mit den United Tribuns hatte sich das Charter „Hells Angels Leipzig MC“ selbst aufgelöst, um das Vereinsvermögen zu sichern und war somit einer eventuellen Zerschlagung zuvorgekommen. Die Facebookseite wurde vom Netz genommen, der Vereinssitz in der Dessauer Straße geräumt.

    Sieben Schüsse – zwei Waffen

    Aus der Untersuchungshaft entlassen wurde „Matze“ M. „auf der Grundlage der vorliegenden kriminaltechnischen Untersuchungsergebnisse sowie im Ergebnis weiterer Ermittlungen …“, so die Staatsanwaltschaft Leipzig. Der dringende Tatverdacht „des gemeinschaftlichen Mordes und des versuchten gemeinschaftlichen Mordes in zwei Fällen“ besteht gegen ihn nicht mehr, der Haftbefehl wurde aufgehoben.

    Damit ist die Herkunft einer zweiten Waffe, welche vor Ort gefunden wurde, wieder offen und Stefan S. steht bislang als einziger mutmaßlicher Schütze im Fokus der Ermittlungsbehörden. In einem Video, welches bis heute im Netz kursiert und von der Polizei begutachtet wurde, sind sieben Schüsse zu hören, ein Mann, Veysel A., stürzt schwer getroffen zu Boden, ein Hells Angel tritt ihm mindestens noch einmal auf den Kopf. Nach einem kurzen Zögern fliehen die anderen United Tribuns in den anliegenden Park, verfolgt von weiteren Hells Angels.

    Offen bleibt …

    Unklar bleibt demnach, inwieweit die anderen „Höllenengel“ vor Ort von der mitgebrachten Tatwaffe wussten, die zweite wurde offenbar nicht benutzt. Wer die zweite Waffe mitbrachte, ist noch offen. Dass alle an der Auseinandersetzung Beteiligten wohl wie gewohnt schweigen werden, scheint hingegen sicher – sogenannte „Outlaw Motorcycle Clubs“ und auch Streetgangs, wie die United Tribuns, pflegen nicht mit den Ermittlungsbehörden zu kooperieren. Klar ist hingegen durch die kurze Videosequenz: Der mutmaßliche Einzelschütze hat sich nicht lange bitten lassen und quasi sofort auf mindestens drei der eintreffenden rund 10 United Tribuns geschossen.

    Alles in allem noch kein wirkliches Ergebnis, wenn es um die Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Schützen Stefan S. und über ihn hinausgeht: „Die Ermittlungen gegen den 33-Jährigen und die weiteren Beschuldigten im Zusammenhang mit der gewalttätigen Auseinandersetzung und die tödlichen Schüsse vom 25.06.2016 dauern an. Der gegen einen 30-jährigen Beschuldigten erlassene Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes bleibt weiterhin aufrechterhalten“, so die Staatsanwaltschaft abschließend.

    Ein ausführlicher Bericht über die Vorgänge findet sich in der LEIPZIGER ZEITUNG Ausgabe 33. Zu den (Szene)Verkaufsstellen.

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