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Tanners Interview mit Jasmin Schindler von Healthy Habits

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    Tanner ist in der Mitte seiner Vierziger. Da hat er schon einiges an Weg hinter sich aber eben auch Lust nach vorn zu leben. Eigentlich natürlich ist es, sich selbst zu hinterfragen, wo das Zwicken und die Zipperlein herkommen und ob die Wut gut tut. In Leipzig gibt es mittlerweile mehrere Angebote um Informationen zu sammeln, die es dem Tanner ermöglichen, sich eine eigene Meinung zu basteln. Jasmin Schindler betreibt eine Plattform, die da sehr hilfreich ist. Und so entspann sich ein Gespräch.

    Einen entspannten und leuchtenden Tag wünsche ich Dir, Jasmin Schindler. Du betreibst mit Patrick einen Blog namens Healthy Habits. Was ist das denn für ein Habitat?

    Einen sonnigen Tag, lieber Volly! Nett, dass du fragst! Es ist kein abwegiger Vergleich: ein Blog als Lebensraum. Selbst gewählt ist er schon mal. Ich bewege mich täglich in ihm, denn Blogger ist man nicht nur Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr. Seit Oktober bewohne ich ihn und fühle mich sehr wohl – trotz der Unsicherheiten, die eine Selbständigkeit mit sich bringt. Ich schätze die Freiheit und Selbstbestimmtheit und möchte dieses Gefühl nicht mehr missen.

    „Habits“ in „Healthy Habits“ steht aber natürlich für Gewohnheiten. Wir bloggen über eine gesunde Lebensweise, bei der Gewohnheiten eine große Rolle spielen. Das Gewohnheitstier in uns macht uns das Leben zwar leichter, da es uns jeden Tag viele Entscheidungen abnimmt. Sonst müssten wir immer wieder neu entscheiden, ob wir nun morgens duschen oder nicht, unsere Zähne putzen oder nicht, was es zum Frühstück gibt, wie wir zum Büro kommen, usw. Das wäre sehr anstrengend.

    Ja, ich weiß – der innere Schweinehund sozusagen.

    Genau der, Volly. Doch das Gewohnheitstier erschwert auch Veränderungen, zum Beispiel, wenn wir uns vornehmen gesünder zu leben. Wir stecken in ungesunden Routinen fest. Deshalb scheitern klassische Neujahrsvorsätze wie das Rauchen aufzugeben, mehr Sport zu machen und gesünder zu essen. Doch Gewohnheiten sind nicht in Stein gemeißelt. Wir können sie verändern, indem wir die Auslöser vermeiden oder sie durch gesündere Routinen ersetzen. Das ist mühsam, aber wirksam. Unserer Erfahrung nach reicht es nicht, etwas Neues ab sofort tun zu wollen. Wir wollen schließlich so vieles!

    Wenn Euer Konzept eine Hose wäre, dann hätte diese vier Taschen – eat, move, feel und grow. Kannst Du uns bitte ein bisschen erzählen, was es damit auf sich hat?

    Gesundheit heißt für uns nicht nur Ernährung oder Sport. Unsere Sicht ist ganzheitlich mit einem breiten Themenspektrum. Daher bauen wir auf die vier Säulen – oder Hosentaschen, die du genannt hast: Eat-Artikel drehen sich um Ernährung. Move-Beiträge befassen sich mit Bewegung. Feel-Texte beschäftigen sich mit emotionaler Gesundheit, während es in der Grow-Kategorie um persönliches Wachstum geht.

    Wir betrachten keine der Säulen isoliert. Wer beispielsweise mit abendlichen Fressattacken aus Langeweile oder Einsamkeit kämpft, muss sich wahrscheinlich mit seinen seelischen Problemen auseinandersetzen. Empfehlungen zu kohlenhydratarmer Ernährung oder einer „Gurken-Blitz-Diät“ wären sinnlos.

    Das stimmt, da bewegt Ihr Euch auf einem anderen Terrain als zum Beispiel die legendäre Brigitte-Diät.

    Unser Ansatz ist außerdem präventiv. Statt über Krankheiten, Symptome, Wundermittelchen & Co. zu schreiben, befassen wir uns mit dem, was in unseren Möglichkeiten steht, um gar nicht erst krank zu werden. Dabei orientieren wir uns an einer jungen Zielgruppe, die im Berufsleben steht und im Alltag gefühlt wenig Freizeit übrig hat. Außerdem sind immer mehr Menschen heute aus psychischen Gründen krankgeschrieben – wie ich es auch einige Monate war. Daher ist die psychische Komponente des Blogs mindestens genauso wichtig wie Tipps zu Bewegung und einer zuckerarmen Ernährung.

    Nach den Erfahrungen der letzten Jahre in der Diskussion um ein nachhaltiges und für unseren Planeten verträgliches Leben stellen wir fest, dass radikale und dogmatische Lösungen nicht wirklich gehbar sind, weil sie sehr gern in Diktatur ausarten. Es geht vielmehr um Balance. Du selber sagst, dass Du Deine geistige und körperliche Balance gefunden hast. War es anstrengend? Lustvoll? Erhellend? Die Sehnsucht nach diesem Zustand schlummert ja in den Menschen. Wie bist Du den großen Weg gegangen?

    Der Weg war auf jeden Fall anstrengend – und ich bin noch lange nicht am Ende. Ich habe – wie sicher jeder andere auch – schlechte Tage. Mittlerweile finde ich mich aus Tiefs aber schneller heraus und sie sind nicht mehr so tief. Aber fangen wir von vorne an: Bis vor anderthalb Jahren hatte ich einen Vorzeige-Lebenslauf: zügiges BWL-Bachelor-Studium mit Auszeichnung, Auslandssemester, beschleunigtes Master-Studium, Deutschland-Stipendiatin, jung und schon Berufserfahrung – eine steile Karriere im Visier.

    Als fleißige Angestellte gab ich mein Bestes, bis ich nicht mehr konnte. Meine Erwartungen an mich selbst und die meiner Vorgesetzten waren einfach zu hoch gewesen. Ein paar Monate Auszeit und 25 Psychotherapiesitzungen später ging es mir wieder besser. Ich war wieder nah dran an meinem ursprünglichen Energielevel. Im Dauerstress hatte ich meine Freunde und Hobbies vernachlässigt und irgendwann verlernt, was mir früher mal Spaß gemacht hatte. Das musste ich erst wiederentdecken.

    Der Blog ist auch eine Verarbeitung dieses Weges. Die Themen, mit denen ich mich ohnehin befassen musste, habe ich zum Beruf gemacht. Die Chance nach einem Tief noch mal neu anzufangen war für mich befreiend und gut. Diese Möglichkeit wünsche ich jedem, nicht aber den Weg über die Station Burnout!

    Gab es bei Dir eine Initialzündung? Kannst Du ein bisschen etwas über den Punkt der Entscheidung berichten?

    Den Blog gäbe es heute sicher nicht, wenn Patrick – mein ehemaliger Agenturchef von 2009 bis 2011 – seine Reisen um die Welt fortgesetzt hätte. Doch als er im April 2014 seinen Anker in Leipzig warf, gingen gleich mehrere Türen auf: die für eine Freundschaft und für eine Geschäftsidee. Seitdem trafen wir uns einmal die Woche und tauschten uns über Gott und die Welt aus (weniger Gott, mehr Welt!). So ein Treffen dauerte auch schon mal sieben Stunden. Wir lasen schon zu dieser Zeit viele Bücher über Ernährung und Glücklichsein. Irgendwann kam uns die Idee zu einem ganzheitlichen Gesundheitsblog. Wenig später fühlte sich die Idee alternativlos an – aber im positiven Sinne. Es kam uns so vor, als wäre schon lange klar, dass wir genau das machen mussten. Wir legten den Start auf den 1. Oktober 2014 fest und dann ging’s los.

    Es gibt von Euch ein kostenloses e-book namens 10 Healthy Habits, in dem Ihr 10 gesunde Gewohnheiten, die unsere Leben beeinflussen können, darstellt – und es gibt noch kaufbare e-books. Um was geht es denn in denen?

    Das kaufbare eBook „15 Healthy Habits“ war unsere erste „richtige“ Veröffentlichung als Selfpublisher bei Amazon. Darin schlagen wir neben den zehn Gewohnheiten aus dem kostenlosen eBook noch weitere gesunde Routinen vor und erzählen außerdem über den Hintergrund unseres Blogs.

    Unser zweites Buch heißt „Esst Echtes Essen!“. Es ist sowohl als gedrucktes Buch als auch als digitale Version erhältlich. Darin haben wir alles aufgeschrieben, was wir zum Thema Ernährung zu sagen haben. Der Leser erfährt, warum Fertigessen ein Problem unserer Zeit ist, was wir unter echten Lebensmitteln verstehen und wie wir besser essen können ohne zu hungern oder Kalorien zu zählen. Einfachheit steht im Vordergrund. Wir glauben nicht an komplizierte Nährstofftabellen oder Punktesysteme. Wer echte Lebensmittel (z. B. Obst, Gemüse, möglichst unverarbeitete Grundnahrungsmittel) isst, braucht sich keine Gedanken über seine Figur zu machen. Dann sind auch Sünden ab und an kein Problem.

    Das jüngste Buch heißt „Alltäglich beweglich“ und dreht sich um Bewegung im Alltag. Während der technische Fortschritt uns mittlerweile fast jede Bewegung erspart – denken wir an Rolltreppen, Aufzüge und Online-Shopping – zeigen wir die Chancen für mehr Schritte im Alltag auf.

    In Kürze erscheint „Ausgezuckert“ als gedrucktes Buch und als eBook, in dem Patrick seine zuckrige Geschichte erzählt. Er wog bis vor fünf Jahren noch 150 Kilogramm. Keine Diät half. Erst als er Zucker aus seiner Ernährung weitgehend verbannte, erreichte er ein dauerhaft normales Gewicht.

    Was bekomme ich denn, wenn ich Euren Newsletter abonniere? Werbung, Werbung, Werbung???

    Zuerst einmal bekommst du als Dankeschön unser kostenloses eBook namens „10 Healthy Habits“. Außerdem flattert dann jeden Dienstag eine E-Mail abwechselnd von Patrick und mir in deinen Posteingang. Diese enthält immer eine persönliche Anekdote von uns, die nirgendwo sonst im Blog auftaucht. Außerdem schicken wir dir Links zu unseren aktuellen Artikeln, Gastbeiträgen und was es sonst noch Neues bei uns gibt.

    Danke, liebe Jasmin. Du weißt ja sicherlich, dass Dein Name aus dem Persischen kommt und soviel wie „Sinnbild der Liebe“ bedeutet. Da wünsche ich Dir, dass sich der Inhalt Deines Namens erfüllt.

    Herzlichen Dank, lieber Volly. Mit diesen Wünschen kann eigentlich nichts mehr schiefgehen!

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