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Großes Interesse am Interreligiösen Dankfest an der Friedenskirche

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    Am besten vorbereitet war die Ahmadiyya-Gemeinschaft. Ihr großes Zelt in blauer Farbe fiel Passanten als erstes auf. Es gab leckere Speisen und viel Informationsmaterial. Die christlichen Gemeinden waren mit einem Gemeinschaftsstand vertreten. Neben Kuchen gab es die Möglichkeit, zu basteln und sich zu schminken. Bei einem Memory mussten Textstellen eindeutig der Bibel oder dem Koran zugeordnet werden. Viele Gespräche und gute Begegnungen gab es an diesem Sonntag.

    „Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert!“ Wo steht das? In der Bibel? Oder doch eher im Koran? Eine junge Frau ist sich sicher: „Das steht im Koran!“ Signalwort scheint „Schwert“ zu sein. Dabei gibt es auch im Alten und Neuen Testament einige Stellen, die Gewalt als Mittel zur Konfliktlösung empfehlen. Sogar die Todesstrafe ist in manchen Texten Teil der Rechtssetzung: „Sechs Tage sollt ihr arbeiten; den siebenten Tag aber sollt ihr heilig halten als einen Sabbat der Ruhe des HERRN. Wer an dem arbeitet, soll sterben.“ Im Leben der christlichen Gemeinden haben solche Aufforderungen keine Bedeutung mehr. Trotzdem gehören sie zu den Heiligen Schriften. Ein Memory aus Texten der Bibel und des Korans regte zu vielfältigen Gesprächen an. Wie ähnlich sind sich die Schriften? Wie geht man mit religiösen Texten um, die zu Gewalt aufrufen? Steht die Religion der friedlichen Begegnung der Menschen im Weg oder ermöglicht sie erst im tiefsten Sinn Frieden?

    Die Vertreter der Religionen, die am Sonntag vor der Friedenskirche standen, sind sich sicher, dass ihre jeweiligen heiligen Schriften ohne Verrenkungen so gedeutet werden können, dass sie friedensstiftend sind. Dies gilt aus Sicht der Ahmadiyya auch für den Koran: „Ein wahrer Muslim kann niemals seine Stimme mit Hass gegen seine Mitmenschen erheben, noch gegen seinen Staat oder die Regierung. Es ist eine Verantwortung jedes Muslims, dass er immer als ein loyaler und vollkommen gesetzestreuer Bürger seines Landes lebt“, heißt es dazu in einer Rede des amtierenden Kalifen der Gemeinschaft.

    Der Stand der Ahmadiyya fand besonderes Interesse. Viele wollten wissen, wie der Planungsstand für die Moschee in Gohlis ist. In Vertretung des Imam erläuterte ein islamischer Theologe, dass die Architektenentwürfe Mitte Oktober auf einer Pressekonferenz vorgestellt werden. Mit dem Bau der Moschee für die etwa 80 Gemeindemitglieder wird dann im Sommer 2016 begonnen. Insgesamt wurde das Dankfest als Forum für Gespräche gut genutzt.

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