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Rechtsrockkonzert in Ostritz: Neonazis greifen Presse und Polizei an

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    Neonazis haben am vergangenen Wochenende im sächsischen Ostritz erneut ein Konzert veranstaltet. Dabei kam es während eines Presserundgangs zu Angriffen auf Medienvertreter und Polizisten. Diese wurden mit Bierbechern beworfen, beleidigt und mit einem Feuerlöscher besprüht. Gleichzeitig fand auf dem Marktplatz wieder ein Friedensfest statt.

    Neonazis haben während eines Rechtsrockkonzerts im sächsischen Ostritz mehrere Journalisten und Polizisten angegriffen. Der Vorfall ereignete sich in den Abendstunden des 23. März während eines Presserundgangs.

    Auf Einladung des NPD-Politikers Thorsten Heise waren mehrere hundert Neonazis zu dem Konzert namens „Skinheads Back to the Roots“ angereist. Es sollte zugleich den Auftakt zum Europawahlkampf der neonazistischen Partei bilden. Obwohl es sich um eine öffentliche Veranstaltung handelte, hinderten Ordner die anwesenden Pressevertreter am Eintritt. Das berichtet unter anderem der Journalist Henrik Merker auf Zeit-Online.

    Polizisten führten die Journalisten daraufhin in das Konzertzelt, wo Neonazis teilweise aus nächster Nähe und unter Applaus der Umstehenden mit Bierbechern warfen und die Medienvertreter beleidigten. Als Polizisten und Journalisten die Begehung abbrechen und das Zelt verlassen wollten, sprühte ein Teilnehmer mit einem Feuerlöscher.

    Mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet

    Die Polizei führte nach eigenen Angaben daraufhin eine „Gefährderansprache“ durch und kündigte an, bei weiteren Straftaten die Versammlung zu beenden. Es wurden sechs Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung, Volksverhetzung, Beleidigung sowie Verstößen gegen das Waffen- und Versammlungsgesetz eingeleitet.

    Zudem gebe es Ermittlungen, weil Unbekannte im Zelt „Sieg Heil“ gerufen haben sollen. Im vergangenen Dezember hatte die Polizei ein ähnliches Konzert in Ostritz wegen solcher Rufe vorzeitig beendet.

    Zeitgleich fand auf dem Marktplatz in Ostritz ein Friedensfest statt. Daran beteiligten sich laut Veranstalter mehrere tausend Personen. Am Freitagabend hielt Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) ein Grußwort. Bei früheren Friedensfesten aus ähnlichen Anlässen war unter anderem der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) anwesend.

    Rico Gebhardt, der Vorsitzende der Linksfraktion im sächsischen Landtag, äußerte hinterher: „Ich bin wieder vom Engagement der Menschen in Ostritz begeistert. Es ist tief beeindruckend, mit wie viel Mut, Kreativität und Ausdauer sich die Bürger*innenschaft gegen die Vereinnahmung durch Neonazis zur Wehr gesetzt hat.“ Für Juni ist erneut ein Neonazikonzert in Ostritz angemeldet.

    Versammlung in Dresden aufgelöst

    Auf Twitter erhielt die Polizei viel Kritik dafür, die Journalisten nicht ausreichend geschützt beziehungsweise die Neonaziversammlung nicht abgebrochen zu haben. Dabei hatte sie wenige Stunden zuvor noch Lob für ihr Vorgehen gegen eine rechtsradikale Versammlung in Dresden erhalten. Der „Volkslehrer“ Nikolai Nerling, dem die Buchmesse wegen Beschwerden über sein Verhalten ein Hausverbot erteilt hat, hatte zu der Veranstaltung eingeladen.

    Zwei Redner äußerten nach Ansicht von Polizei und Staatsanwaltschaft strafrechtlich relevante Inhalte. Die Versammlung wurde deshalb aufgelöst. Gegen die beiden Personen laufen nun Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung.

    Was gerade geschieht: Buchmesse erteilt „Volkslehrer“ Hausverbot + Update

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