Der Rassismus in den Köpfen der Leipziger

Für alle LeserJa, tut mir leid, liebe Mitarbeiter/-innen im Amt für Statistik und Wahlen. Aber so schlecht versorgt haben wir uns, was aktuelle Daten betrifft, seit 29 Jahren nicht mehr gefühlt. Die Auswertung der Bürgerumfrage von 2018 ist überfällig. Die der Bürgerumfrage 2019 stünde jetzt eigentlich an. Deswegen nehmen wir jetzt ein paar uralte Daten von 2017, weil das Thema brennt: Wie rassistisch sind die Leipziger?

Die zurückliegenden Wahlen können kein Grund dafür sein, dass ein komplettes Amt in den Dornröschenschlaf gefallen ist. Corona auch nicht. Daten kann man auch allein am Computer bearbeiten und formatieren.

Am Wochenende hat ja in Leipzig die große „Black Lives Matter“-Demo stattgefunden mit 15.000 Teilnehmer/-innen, friedlich. Aber eben sichtbar mit großer Resonanz. Vielen Leipzigern ist durchaus bewusst, dass auch Deutschland ein Rassismus-Problem hat. Es steckt in den Köpfen. Es hat Geschichte.

Und es war nie weg, auch wenn sich die deutschen Rassisten ein paar Jahrzehnte nicht so unverhohlen in der Öffentlichkeit zu äußern wagten. Seit ein paar Jahren aber tun sie es und fühlen sich augenscheinlich auch ermuntert dazu.

Es geht nicht nur um dunkelhäutige Menschen dabei. Rassismus hat viele Facetten. Er wurzelt in Verachtung, in Äußerlichkeiten, in anerzogenen Stereotypen und in Elitevorstellungen, die die Ungleichwertigkeit von Menschen begründen. Unsere Gesellschaft ist voll davon.

Und wie sehr das in den Köpfen auch der Leipziger/-innen steckt, zeigte auch die Bürgerumfrage von 2017. Das sind zwar drei Jahre alte Werte. Aber es ist nicht davon auszugehen, dass sich daran viel geändert hat.

Die oben abgebildete Grafik zeigt übrigens deutlich, wie sehr Rassismus ein gewachsenes Problem ist. Die älteren Jahrgänge sind deutlich rassistischer eingestellt als die jüngeren. Worin eben auch die DDR-Geschichte ihre Widerspiegelung findet. Was nicht nur daran liegt, dass der Anteil von Ausländern in der DDR so marginal war. Sie wurden auch ganz offiziell ausgegrenzt. Reale Begegnungen im Alltag waren kaum möglich.

Und eine offizielle Beschäftigung – etwa in den Schulen – mit Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gab es nicht. So entsteht ein Klima, in dem alte Vorurteile munter vor sich hinköcheln, meist nicht einmal bemerkt. Weil das Fremde ja nicht präsent ist, man also seine Vorurteile nur unter Leuten teilt, die genauso denken und aussehen.

Die jüngeren Leipziger/-innen, für die die Begegnung mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturen und mit anderen Hautfarben zum Alltag gehören, zeigen deutlich geringere rassistische Einstellungen.

Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2017

Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2017

Nach dunkelhäutigen Menschen wurde damals nicht speziell gefragt. Aber wer die Denkweisen unserer landläufigen Rechtsradikalen kennt, weiß, wie sich deren rassistische Feindbilder überlappen und ergänzen.

Ergebnis 2017: 22 Prozent der befragten Leipziger/-innen stimmten 2017 der Aussage voll zu „Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet“.

Wie viel Nachplapperei darin steckt, macht der deutlich niedrigere Wert für die Aussage „Meine persönliche Wohnumgebung ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet“ deutlich: Dem stimmten nur noch 7 Prozent der Befragten zu. 2 Prozent äußerten sich eindeutig antisemitisch. Und 24 Prozent meinten: „Ich hätte Probleme damit, wenn sich Sinti und Roma in meiner Wohngegend aufhalten“.

Und das sind nur die Aussagen „stimme voll zu“. Mit den „ich stimme eher zu“-Aussagen verdoppeln sich die Prozentanteile, wird deutlich, wie viel Gemutmaße dahintersteckt. Die Statistiker stellten auch 2017 fest, dass die menschenfeindlichen Einstellungen zunehmen, je weniger die Befragten überhaupt mit Ausländern zu tun haben.

Oder Inländern mit dunkler Hautfarbe, neuerdings ja auch Menschen mit asiatischem Aussehen. Gerade in der Nicht-Begegnung entsteht das Munkeln und Raunen. Die Werte der Angst sinken sofort, wenn Menschen mit anderer Hautfarbe oder Herkunft direkt neben einem als Kolleg/-in arbeiten oder als Mitschüler/-in in der Klasse sitzen.

Das 2016 erschienene „Wörterbuch des besorgten Bürgers“ bringt es sehr schön auf den Punkt: Rassismus ist nicht das Problem der anderen. Es ist unseres. Er zeigt unsere Angst vor dem Fremden und Unbekannten. Deswegen taucht das – von den Rechtsradikalen gern gebrauchte – Wort „Überfremdung“ auch unter dem Stichwort „fremd“ auf, wo Robert Feustel schreibt: „Genauso wie die Nation nur eine imaginierte Gemeinschaft ist, ist der Fremde zunächst immer ein Produkt eigener Fantasie. (…) Anders formuliert ist alles fremd, was nicht bereits vertraut ist, alles Neue und Unbekannte, was eben auch Neugier wecken kann.“

Wer aber ängstlich ist oder sich gar „fremd im eigenen Land“ fühlt (woran garantiert nicht die Ausländer schuld sind), der vermeidet Begegnungen, zieht sich ins Schneckenhaus zurück und saugt dafür die ganzen Meldungen über „kriminelle Ausländer“ auf, von denen unsere (Boulevard)-Medien ja voll sind.

Er konstruiert sich seine Vorstellung von „denen da“, obwohl ihm selbst die meisten Weißhäutigen fremd sind. Das Vertrauen in „die Anderen“ wächst erst, wenn man mit ihnen wirklich zu tun hat, mit ihnen spricht, arbeitet, sie wie „ganz normale Menschen“ behandelt und die Erfahrung machen kann, dass sie sich „wie ganz normale Menschen“ benehmen.

Gerade jene Leipziger/-innen, die das nie gelernt haben, haben in der 2017er Umfrage auch die höchsten Werte an gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

„Im Vergleich zu den sachsenweiten Ergebnissen der Studie ,Sachsen-Monitor‘ ist die Ablehnung menschenfeindlicher Aussagen in Leipzig insgesamt höher ausgeprägt (70 Prozent vs. 60 Prozent)“, heißt es in der Auswertung zur „Bürgerumfrage 2017“.

„Der Bevölkerungsanteil mit hoher Zustimmung zu menschenfeindlichen Aussagen ist dagegen auch in Leipzig vergleichbar hoch (13 Prozent vs. 11 Prozent sachsenweit). In den Altersgruppen finden sich in der Leipziger Erhebung die bereits oben beschriebenen Alterseffekte. Keine oder kaum eine Akzeptanz für gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zeigen junge Erwachsene (83 Prozent), während dies bei Seniorinnen und Senioren auf weniger als die Hälfte zutrifft (43 Prozent).“

Natürlich sagen die Zahlen noch nichts über den strukturellen Rassismus, der Menschen, die „nicht ins Schema“ passen, systematisch ausgrenzt. Aber es erzählt einiges darüber, dass auch die Leipziger Bürgergesellschaft noch einen langen Weg vor sich hat, ihre Vorurteile und Ängste dem/den Fremden gegenüber aufzuarbeiten.

Das Wörterbuch des besorgten Bürgers: Die sprachliche Analyse einer „Volksbewegung“, die keine ist

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Rassismus
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