Heute hier, morgen dort (3) Sri Lanka: Zwei Busse, ein Tanklaster und eine Kurve

Für FreikäuferLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 70, seit 23. August im HandelUnd ich hatte gedacht, Zugfahren in Sri Lanka wäre bereits ein Abenteuer gewesen. Weit gefehlt! Nun, da es nach unseren Tagen in Kandy weiter gen Norden der Insel gehen sollte, standen wir in der ohnehin vollgestopften Stadt auf einem Platz, den wir in Deutschland als zentralen Busbahnhof bezeichnen würden. Doch dieser Begriff hat, zumindest in meinem Verständnis, etwas von Ordnung, suggeriert Busstände, die ausweisen, wohin es geht, und Fahrtkartenschalter oder -automaten.

Doch das, was Gina und mich erwartete, nachdem uns Raja von der Unterkunft aus mitten in die Stadt gefahren hatte, hatte mit alldem nullkommanichts zu tun: Da standen unzählige Busse, für uns ohne erkennbares System, völlig durcheinander; da hingen in jeder Frontscheibe mehr oder weniger lesbare Schilder, wohin die Reise gehen sollte; da gab es nicht den Ort, an dem man Informationen bekommen oder gar Fahrkarten kaufen konnte.

Stattdessen stürzten sich die Fahrkartenverkäufer, die, wie wir bald herausfinden sollten, einzeln in jedem Bus mitfahren, ihn quasi „betreuen“, in Scharen auf uns, um uns von ihrem Bus, ihrem Fahrer und ihrem Preis zu überzeugen. Mein Urinstinkt brüllte sogleich laut in mir „Oh nein, bloß weg, hau ab hier“, doch dann – Gott (oder Buddha?!) sei Dank! – kam uns Raja zu Hilfe und erklärte uns, wo wir einsteigen sollten; als das die anderen emsigen Verkäufer sahen, ließen sie schnell von uns ab und mein Urinstinkt beruhigte sich wieder.

Als wir dann im Bus saßen und ein wenig warteten bis die Reise nach Polonnaruwa begann, hatte ich endlich Zeit, den Augenblick noch einmal ganz in Ruhe auf mich wirken zu lassen, ja vielleicht sogar etwas zu verstehen: Private und staatliche Busunternehmen buhlen in Sri Lanka um die Gunst ihrer Gäste, lautstark und wenn es sein muss auch mit körperlicher Nähe, stets den Fahrkartenblock hoch in die Luft schwenkend.

Verantwortlich dafür ist aber nicht etwa der Fahrer, sondern ein weiterer Mitarbeiter, der dann auch die komplette Fahrt mit an Bord ist und sich viele Male nach hinten und dann wieder nach vorne durch den Bus quetscht, um neu eingestiegenen Fahrgästen auch ja das richtige Ticket zukommen zu lassen. Zuständig ist er überdies auch für das Gepäck, das natürlich nicht etwa im Bauchraum des Busses verstaut, sondern direkt vorne neben dem Fahrer gestapelt wird – völlig ungesichert natürlich.

Außerdem achtet er darauf, dass selbst im vollsten Bus in der ersten Sitzreihe sofort aufgestanden wird, sobald ein buddhistischer Mönch – zu erkennen an der typisch orangenen Robe – einsteigen will, schließlich sind die vorderen Plätze für den Klerus reserviert, ähnlich wie es bei uns Plätze für Schwangere, Ältere oder Rollstuhlfahrer gibt.

Als ich diese Beobachtungen machte, waren wir inzwischen schon eine Weile unterwegs, raus aus Kandy, stets gen Norden. Ein System, was eine Haltestelle war und was nicht, konnte ich nicht erkennen; es schien willkürlich, wo Leute einsteigen durften und wo der Bus nicht hielt. Was ich allerdings erkennen konnte war, dass es offensichtlich keine Beschränkungen hinsichtlich der zulässigen Zahl an Mitfahrern gab, stets und ständig stiegen neue Leute ein, wurde von vorne gedrückt genauso wie von hinten, hatte man als Sitzender abwechselnd einen Ellenbogen, lange Haare oder eine Tasche im Gesicht oder wahlweise auf dem Schoß.

Der Bus nach Polonnaruwa. Einer passt immer noch rein! © Sascha Bethe

Der Bus nach Polonnaruwa. Einer passt immer noch rein! © Sascha Bethe

Und dann musste ich schmunzeln, denn ähnlich wie schon auf der Zugfahrt nach Kandy schien es unmöglich, dass noch jemand in den Bus passte – und doch quetschten sich wieder Essensverkäufer mit ihren Körben durch den schmalen Gang und priesen ihre Waren an, gefolgt von Spendensammlern, die in einer der beiden Landessprachen, Singhalesisch oder Tamil, versuchten, Geld von ihren Landsleuten zu erbitten, oft mit Horrorbildern von grausam entstellten oder amputierten oder behinderten Menschen.

Viele Menschen spendeten tatsächlich, was mich angesichts der generell doch angespannten ökonomischen Situation der meisten Sri Lanker wunderte und mich nachdenklich machte, wie wir Deutschen uns gegenüber Spendensammlern und Bettlern doch oft verhalten. Doch noch nachdenklicher, nein eher besorgter, machte mich die Fahrweise unseres Busfahrers, der sich mit den vielen anderen Bussen scheinbar ein Wettrennen lieferte, ungeachtet der Straßenverhältnisse und des Verkehrs überholte, wenn er es für angebracht hielt und ansonsten alles und jeden „weghupte“.

Im Übrigen haben so ziemlich alle Busse in Sri Lanka ganz individuelle Hupen, oft lange Melodien wie Beethovens Für Elise, eine schnöde Standardhupe wie bei uns habe ich in den ganzen Wochen nicht ein Mal gehört. Die Busse selbst waren überdies völlig individuell gestaltet, mit Girlanden und Aufklebern, unzähligen Buddha-Figuren und Haltern für Räucherstäbchen. Während unserer Fahrt lief unentwegt eine Art Bollywoodmusik, die doch irgendwann nervig wurde. Aber wahrscheinlich störte das nur mich, nicht die Einheimischen und schon gar nicht unseren Fahrer, der die ganze Zeit barfuß am Steuer saß und viel mehr auf seine Wettrennen konzentriert war.

Unser Rekord lag übrigens bei zwei Bussen und einem Tanklaster – nebeneinander auf einer zweispurigen Straße im kurvigen Hochland! Vielleicht braucht man da auch Bollywoodmusik, obwohl Spiel mir das Lied vom Tod meinem Gefühl nach besser gepasst hätte.

Vier Stunden später und 150 Kilometer weiter nördlich stiegen wir dann aber doch ziemlich lebendig aus dem Bus aus, die Fahrt hatte uns ganze 1,05 Euro pro Person inklusive Gepäck gekostet! Also zumindest der Preis verlockt sehr zum Busfahren.

Als wir schließlich in unserer Unterkunft angekommen waren, empfing uns eine sehr freundliche Dame, die sich als wahnsinnig tolle Gastgeberin entpuppte: nicht nur ihr Essen war absolut fantastisch, auch kümmerte sie sich herzlich um Gina, die aufgrund ihres Dauerhustens und Brustschmerzen vermutete, dass sie eine Lungenentzündung hätte. Und da war es auch wieder, mein Problem: Es ist mein halbes Jahr, mein Leben, meine Freiheit – sollte ich mich nun wegen ihr einschränken lassen, ja mich womöglich sogar um sie kümmern?

Gastfreundschaft wird großgeschrieben. © Sascha Bethe

Gastfreundschaft wird großgeschrieben. © Sascha Bethe

Vorerst zumindest tat dies unsere liebe Homestay-Besitzerin. Homestays sind in Sri Lanka neben den großen Hotels die am meisten verbreitete Art der Unterkunft für Touristen. Man schläft direkt bei Einheimischen zu Hause, je nach Preis wird man überdies mit Essen versorgt oder eben nicht. Dieser Homestay jedenfalls war ein Glücksgriff. Beruhigend wirkte unsere Gastmutter auch auf mich ein als ich nach zwei Mückenstichen etwas panisch war, schließlich war Sri Lanka laut Tropeninstitut ein möglicher Hort für Malaria.

Was hatte ich mich im Vorfeld mit den Krankheiten in meinen Zielländern und mit den notwendigen Impfungen beschäftigt! Witzigerweise, so kann ich jetzt im Nachhinein reflektieren, führt aber genau dies dazu, dass man die Vorstellung bekommt, dass es in tropischen Ländern mehr Mücken gäbe als bei uns und dass auch noch alle Mücken Malaria übertragen würden. Völliger Quatsch natürlich, aber trotzdem hing ich damals vorsichtshalber mein von zu Hause mitgebrachtes mobiles Mückennetz im Zimmer auf.

Der nächste Tag begann für mich in aller Frühe und ein Tuk Tuk-Fahrer, der mir die Unterkunft besorgt hatte, startete mit mir zur Tagestour. Auf dem Weg unterhielten wir uns ein wenig über das Leben in unseren beiden Ländern und als ob es das Natürlichste der Welt sei, fragte er mich auch, ob Hitler aus Deutschland kam und wie ich ihn fände. Kurios und irgendwie traurig zugleich, dass wir im Ausland automatisch mit Hitler assoziiert werden und scheinbar sonst nicht viel von der Geschichte oder der aktuellen Politik unseres Landes bekannt ist. Zumindest hat danach nie jemand gefragt.

Unsere Fahrt führte uns jedenfalls zum sechzig Kilometer von Polonnaruwa entfernten Sigiriya-Felsen, einem einzeln aus der Landschaft herausragenden Monolithen, der seit 1982 UNESCO-Weltkulturerbe ist. Am Kassenhäuschen am Parkplatz erlebte ich dann, was ich als „Rassismus einmal andersherum“ bezeichnen würde: Einheimische durften durch einen anderen Eingang eintreten als Ausländer und vor allem zahlten sie umgerechnet keine fünf Euro Eintritt, während wir gut vierzig US-Dollar zahlen mussten.

Im Park vor dem Sigiriya-Felsen. © Sascha Bethe

Im Park vor dem Sigiriya-Felsen. © Sascha Bethe

Natürlich – kann man einwenden – geht es uns gut, sonst könnten wir überhaupt nicht in dieses Land reisen, und im Verhältnis zu den allermeisten Sri Lankern können wir Deutsche uns sicherlich als wohlhabend bezeichnen und ich hatte auch gar kein Problem damit, das Geld zu zahlen. Jedoch, dachte ich mir, stelle man sich vor, in Deutschland machten wir an einer öffentlichen Attraktion zwei Eingänge, einen für Deutsche, einen für Ausländer, mit entsprechendem Preisunterschied von 800 Prozent. Welchen Aufschrei würde das im Land, sicherlich sogar weltweit geben!

Trotz der zeitigen Ankunft war der Park vor dem Felsen schon extrem überlaufen, im Laufe des Tages wurde die Königsfelsen genannte Attraktion unsäglich voll. Nichtsdestotrotz genoss ich den Blick aus 200 Metern Höhe auf die umliegende Landschaft, sah den vielen Affen beim Spielen zu und las mir interessiert die Erklärtafeln durch, die mir sagten, dass die Festungsruine auf dem Felsen einst eine Zuflucht für einen Königssohn war, der seinen Vater umgebracht hatte um sich die Macht zu sichern, der dafür aber von seinem Bruder gejagt wurde.

Es ist spannend, sich einmal tiefergehend mit nicht-europäischer Geschichte zu beschäftigen, die bei uns ja doch meist im Fokus steht. Da tauchen plötzlich Namen auf, die man noch nie in seinem Leben gehört hat, geschweige denn aussprechen könnte, und Thronfolgen werden erklärt, die man sich kaum merken konnte.

Faszinierend, wie viel Leben parallel auf unserer Erde ablief während beispielsweise die Mitteleuropäer den Angriffen der Römer zu trotzen versuchten. Natürlich, wieso sollte es auch anders sein? Aber wie oft wird man sich dessen bewusst? Wieso ist unser Blick so eurozentriert?

Mit diesen Gedanken im Kopf trat ich den Rückweg an, glücklich, dass mir mein Tuk Tuk-Fahrer zum Abholen etwas entgegengekommen war. Zurück in der Unterkunft in Polonnaruwa beschloss ich auf Ratschlag unserer Gastgeberin, den Tag doch noch nicht enden zu lassen, ein Hinweis, für den ich ihr noch sehr, sehr dankbar sein sollte…

Heute hier, morgen dort (1): Der Beginn einer kleinen Weltreise in Sri Lanka

Heute hier, morgen dort (2): Sri Lanka oder die Frage, was „voll“ wirklich bedeutet

Hinweis der Redaktion in eigener Sache: Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 500 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

* Leserclub *Leipziger ZeitungReiseberichtSri Lanka
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Über 6.000 Betriebe in Kurzarbeit, aber auch die Zahl der frei gemeldeten Stellen steigt wieder
Arbeitslosenzahlen im Mai. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Für alle LeserWas mit all den Corona-Einschränkungen zu erwarten war, ist natürlich im April und Mai auch passiert: Viele Leipziger/-innen mussten sich arbeitslos melden, viele gingen in Kurzarbeit, andere mussten sich als Aufstocker beim Jobcenter melden. Dass die Kurve im Mai, wo die meisten Einschränkungen noch galten, nach oben schoss, war zu erwarten.
Die Wüste: Chaim Nolls Reise durch 4.000 Jahre Wüsten-Literatur
Chaim Noll: Die Wüste. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSie wissen wirklich nichts mit Ihrer Zeit anzufangen? Wirklich nicht? Dann holen Sie sich dieses Buch. Die Dicke trügt nicht. Es ist ein echter Dauerbrenner. Und das macht nichts. Man kann sich Zeit lassen beim Lesen, Kapitel für Kapitel vornehmen, denn jedes einzelne ist ein Schlüsselloch in einen Abschnitt der großen Weltliteraturgeschichte, deren Besichtigung Chaim Noll natürlich im alten Babylon und in Ägypten beginnt, dort, wo die Schriftkultur unserer Zivilisation begann.
Mittwoch, der 3. Juni 2020: Sachsen lockert weitere Corona-Einschränkungen
Im Krankenhaus sind Besuche ab Samstag wieder erlaubt. Foto: Stefan Straube / UKL

Foto: Stefan Straube / UKL

Für alle LeserAbgesehen von einigen Einrichtungen, die weiterhin geschlossen bleiben, und dem Verbot großer Veranstaltungen beziehungsweise größerer Menschenmengen ist in Sachsen ab Samstag fast alles wieder erlaubt. Dann soll eine neue Corona-Schutzverordnung in Kraft treten. Auch für Schulen und Kitas gibt es Neuigkeiten. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 3. Juni 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Finissage* mit Musik und Gesprächen am Sonntag, den 7. Juni
„Brücke“ © Felix Lorenz

© Felix Lorenz

Die Ausstellung zeigt Werke junger Künstler/-innen. Einige sind Studierende des 1. und 2. Studienjahres an der HGB oder Absolvent/-innen aus Wismar und Berlin und an der HGB Leipzig ihr Studium fortsetzen. An diesem Nachmittag, den letzten Tag der Ausstellung, werden Nathanael Uhlig und Alexandra Ellerbrock musizieren.
136 Runden um den Leipziger Marktplatz: Marathon-Mann Jens Körner lief schon 115 mal mindestens 42,2 Kilometer
Jens Körner beim Boston-Marathon 2019. Foto: privat

Foto: privat

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 79, seit 29. Mai im HandelMit seinem Marathon rund um den Leipziger Marktplatz hat Jens Körner mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Er machte aus der Not des Läufers in Coronazeiten eine Tugend. 136 Mal umrannte er den Platz. Außerdem lief der 47-Jährige schon in New York, in Boston, in einem Bergwerk und in einer Turnhalle. Im LZ-Interview erzählt er aus seinem verrückten Läuferleben.
Programm bis Mitte Juni im Museum für Druckkunst Leipzig
Blick in die Sammlung des Museums für Druckkunst Leipzig © Klaus-D. Sonntag

© Klaus-D. Sonntag

Mit der Wiedereröffnung zahlreicher Museen und dem Einsetzen wärmerer Temperaturen nimmt der kulturelle Sommer endlich Fahrt auf! Im Museum für Druckkunst bieten wir im Juni einige spannende Veranstaltungen rund um das Jahr der Industriekultur sowie das Immaterielle Kulturerbe Drucktechniken. Hier eine Übersicht zum Programm bis Mitte des Monats.
Interview mit Thomas Rühmann zum Thema Freiheit Teil 2: Selbstbestimmung
Schauspieler und Musiker Thomas Rühmann im langen Interview über Freiheit, Freisein und Selbstbestimmung. Foto: Theater am Rand / Rudolf K. Wernicke

Foto: Theater am Rand / Rudolf K. Wernicke

Für alle LeserThomas Rühmann führen in diesem Teil des Gesprächs seine Erinnerungen in eine Zeit, in der es schwer war den Spagat zwischen Auftragskunst und der künstlerischen eigenständigen Ausdrucksweise der Stoffe, die das Theater auf die Bühne bringen wollte, zu trennen. Jenseits der „Kader-Kunst“ war es eine Zeit, in der das Theater eine Sternstunde erfahren konnte, weil sie einen hohen Stellenwert für die Gesellschaft im Ganzen darstellte.
Das Ringen um eigenen Bevölkerungszahlen in Rückmarsdorf und Burghausen
Blick nach Rückmarsdorf. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserVielleicht sollte man sie wirklich trennen, die beiden Dörfer Burghausen und Rückmarsdorf im Leipziger Westen, so wie es die beiden Ortschaftsräte im Januar beantragt haben. Dabei ging es nur um aktuelle Bevölkerungszahlen, die die beiden Ortschaftsräte gern separat ausgewiesen haben wollten, um die Ortsteilpolitik besser justieren zu können. Aber während Rückmarsdorf den Verwaltungsvorschlag akzeptiert, will Burghausen die Trennung.
Theater der Jungen Welt geht open-air
Philippus-Ensemble am Karl-Heine-Kanal. Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

TdJW im Garten – das Theater der Jungen Welt bietet open-air Vorstellungen und lädt im Juni und Juli zu Veranstaltungen in den Garten der Philippus Kirche sowie in den Garten des KulturKinos Zwenkau!
Eine App soll sehbehinderten Menschen die Navigation in der Stadt Leipzig erleichtern
Leider nicht barrierefrei: Leipziger Straßenschild. Foto: Gernot Borriss

Foto: Gernot Borriss

Für alle LeserEs gibt Momente, da zeigt sich, wie wertvoll die Beiräte des Leipziger Stadtrates sind. Sie kennen sich auf ihrem Gebiet bestens aus und helfen sowohl der Verwaltung als auch dem Stadtrat, Dinge richtig zu sehen und damit auch richtig zu tun. Das hilft jetzt auch einem Antrag der Linksfraktion, die eigentlich etwas Gutes wollte, als sie im Januar beantragte „Für mehr Barrierefreiheit – Straßennamensschilder tastbar machen“.
Das Schauspiel Leipzig startet am 12. Juni mit an Corona angepassten Vorstellungen wieder in den Spielbetrieb
Der große Saal des Schauspiels Leipzig. Foto: Schauspiel Leipzig

Foto: Schauspiel Leipzig

Für alle LeserLangsam erwacht auch die Leipziger Kulturszene wieder zum Leben, auch wenn sie aufgrund der nach wie vor geltenden Corona-Auflagen noch nicht wieder mit großen, vollen Häusern loslegen kann. In der nächsten Woche, am 12. Juni, nimmt auch das Schauspiel Leipzig seinen Spielbetrieb wieder auf. Schauspiel-Intendant Enrico Lübbe seufzt regelrecht: „Alle haben Sehnsucht, endlich wieder vor Publikum zu spielen.“
Deutschlands klassische Medien haben auch in der Frühzeit der Coronakrise kühlen Kopf bewahrt
Prof. Dr. Thorsten Quandt. Foto: WWU - Matthias Hangst

Foto: WWU - Matthias Hangst

Für alle LeserAnfang April haben die Kommunikationsforscher der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) (ja, das ist die Universität, die jetzt endlich versucht, ihren Namenspatron Wilhelm Zwo loszuwerden) schon eine erste Auswertung vorgelegt zum Umgang der sogenannten „Alternativen Medien“ mit der Coronakrise. Ausgewertet wurden die Monate Januar bis März. Und auch da wurde schon deutlich, wie die Verschwörungsmythen waberten. Jetzt haben sie auch eine Untersuchung zu den klassischen Medien vorgelegt.
Greenpeace sammelt heute auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz die Zukunftsvisionen der Leipziger/-innen
Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: Martin Schöler

Foto: Martin Schöler

Für alle LeserDer Corona-Shutdown hat vielleicht nicht alle Menschen zum Nachdenken gebracht. Aber einige schon. Und vielen ist sehr bewusst, dass wir nach dem Hochfahren von Gesellschaft und Wirtschaft nicht einfach so weitermachen können wie vorher. Klimawandel und Artensterben sind Herausforderungen, die wir nicht mehr ignorieren können. Und selbst die Arbeitswelt hat einige ihrer finstersten Seiten gezeigt. Greenpeace Leipzig sammelt heute auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz Ideen für eine andere Leipziger Zukunft.
Speyer an einem Tag: Einfach mal Geschichte schnuppern zwischen Kaiserdom und Hasenpfuhl
Tomke Stiasny: Speyer an einem Tag. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAuf die Idee, da mal hinzufahren, wären Sie nie gekommen? Dann wird es Zeit. Sparen Sie sich das Gedränge und Schlangestehen an den überlaufenen Küsten, fahren Sie einfach mal dahin, wohin Sie Ihr Geschichtslehrer gelockt hätte, wenn Geschichtslehrer an sächsischen Schulen entscheiden dürften, wohin die Exkursionen führen. Denn um ein Gefühl für die winzige Dimension des eigenen Lebens zu bekommen, muss man Geschichte ganz real erleben. In Speyer geht das.
Dienstag, der 2. Juni 2020: „Fridays for Future“ ist wieder da + Video
Fridays for Future wieder mit einer Demo trotz Coronakrise in Leipzig unterwegs. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Klimabewegung „Fridays for Future“ hat in Leipzig gegen die Pläne der Bundesregierung protestiert, möglicherweise eine „Abwrackprämie“ für Autos einzuführen. Es war die erste Demonstration der jungen Aktivist/-innen seit Monaten. Auch die Protestbewegung „Black Lives Matter“ dominierte heute die Schlagzeilen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 2. Juni 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.