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Leserbrief zu HauptnetzRad in Leipzig & Antwort der Redaktion: Problemstelle Nr. 3, die Georg-Schumann-Straße

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    „Wie verhindert man, dass Radfahrer auf den Fußweg ausweichen? Richtig: Man knallt den Fußweg mit Werbedisplays zu ...“ Radfahren ist auf dem Fußweg lt. StVO nicht erlaubt. Das sieht auch der ADFC so. Aber der allgegenwärtige Regelverstoß wird ja durch diese Berichterstattung auch noch legitimiert. V.a. im Hinblick auf diese Stelle, wo die Fußgänger durch entgegenkommende Radler ernsthaft gefährdet werden.

    Aber leider hat man als Fußgänger allgemein keine Lobby. Eure Kritik an den Verhältnissen der G.-Schumann-Str. und diesen Werbesäulen ist berechtigt, das mit den Radwegen könnte deutlich besser sein. Den Umständen entsprechend ist es als Radfahrer aber möglich, sich mittig auf der Fahrbahn einzuordnen und sich mit dem flüssigen Verkehr fortzubewegen.Damit hatte ich als Radfahrer bis dato zumindest kaum Probleme mit anderen Pkws im fließenden Verkehr gehabt. Die haben immerhin noch ein Kennzeichen und eine Fahrerlaubnis.

    Mit freundlichen Grüßen, René Freckmann

    Antwort der Redaktion

    Lieber Herr Freckmann, vielen Dank für Ihre konstruktive Zuschrift und Ihr Interesse an unserem wiederholten Thema „Radwegesicherheit in Leipzig“. Auf den ersten Blick haben Sie selbstredend Recht: Räder dürfen nicht auf den Fußweg. Die Theorie wird leider immer dann von der Praxis überholt (und darum dreht sich die Reihe zu den Radwegen), dass Radlerinnen allzuoft wegen den nicht StVO-gerechten Wegeführungen und Straßenzuständen in Leipzig (hier beispielhaft der von den Autofahrern ebenfalls laut StVO einzuhaltende Mindestabstand beim Überholvorgang) nicht gegeben ist.

    Dann kommt es zu einem fast schon erzwungenen Ausweichverhalten der Radlerinnen angesichts der Gefahr unter oder auf einem Auto zu landen, welches man kritisieren kann, aber praktisch teils unvermeidlich wird. Zumindest, wenn man den Radlerinnen zugesteht, dass sie sich mit dem Verbleib auf einer solchen Straße wie der Georg-Schumann-Straße sehenden Auges in eine Situation begeben müssten, in welcher sie deutlich schwerer verletzt werden können, als es einer Radlerin bei einem Fußgänger gemessen an der Geschwindigkeit, Gewicht und somit Aufprallkraft möglich ist.

    Zu Ihren letzten Zeilen des anderen Verhaltens (die Einordnung in die Pkw, teils Pkw UND ÖPNV-Spur). Diese Wahl dürfte – ebenfalls praktisch gedacht – bei den jetzigen Geschwindigkeitsmöglichkeiten für Auto und Bahn mit 50 km/h in Leipzig nur den versierten, mutigen und schnellen Radlerinnen vorbehalten sein. Probieren Sie es gern mal selbst aus, was geschieht, wenn Sie das normale Verhalten einer Radlerin oder eines Kindes nachstellen diesen Mut mit einem (für viele Menschen) normalen 15-km/h-Tempo auf einer längeren Strecke zu zeigen.

    Da sie so automatisch den motorisierten Verkehr durch einen Tempounterschied von bis zu 40 km/h (50-55 km/h Autotempo) ausbremen, wächst der „Druck hinter ihnen“ in so einer Situation systematisch an. Je länger sie sich regelkonform auf der Innenspur bewegen, um so mehr.

    Wenn Sie also Ihre Erlebnisse – die sich mit den meinen als 35-45 km/h-Radler in der Spitze 😉 decken, auf jene übertragen, denen diese Geschwindigkeiten nicht gegeben sind, wird das so entstehende Problem deutlicher. Hier könnte zum Beispiel das „Tempo 30“-Thema Linderung verschaffen, aber ein weiterer Aspekt vieler „Innenspuren“ macht die Sache heikel: die Schienen der Bahn, welche zu Recht an vielen Stellen verlegt sind, da wir ja einen guten, flotten ÖPNV mit hoher Taktung und freien Wegen wollen.

    Sie sind eine der Unfallursachen für Radlerinnen überhaupt neben unvorsichtig geöffneten Türen parkender Autos und dem schlichten Übersehenwerden (siehe auch Thema Abbiegeassistenten in Lkw).

    Lassen Sie es mich so sagen: dass Radlerinnen leider auf Fußwege ausweichen, ist oft an solchen Stellen ein Thema von verletzt oder unverletzt von A nach B zu kommen. Und wir gestehen den Menschen, welche die anderen Optionen für sich ausschließen müssen oder wollen dabei zu, sich für unverletzt auf dem Fußweg zu entscheiden.

    Dies mag mit Blick auf die Fußgänger falsch sein, mit Blick auf die schweren Unfälle in Leipzig ist es oft die beste Wahl. Zumindest so lange, wie eben keine Alternativen gebaut werden und der private Pkw-Besitz noch deutlich zu hoch ist. Aber eine Reklametafel an solchen Stellen ist keine Idee, die irgendwem etwas nützt.

    Sie steht einfach nur allen im Weg.

    Ihr Michael Freitag

    Nach 2015 hat also die neue Rad-Reihe der LZ begonnen. Unter „Die Serie zum nicht existierenden Hauptnetz Rad in Leipzig: Problemstellen“ werden in den kommenden Tagen wieder jene Ecken der Stadt vorgestellt, wo ein normales Radfahren kaum möglich ist oder gar regelrechte Fallen für Radlerinnen drohen.

    Senden Sie uns auch gern weiterhin Ihre „Lieblingsstellen“, wenn Sie per Rad unterwegs sind an redaktion@l-iz.de. Sehr gern mit Bild zur besseren Verdeutlichung des jeweiligen Problems.

    Der Artikel vom 18. August 2021 zum Leserbrief: „Hauptnetz Rad in Leipzig: Problemstelle Nr. 3, die Georg-Schumann-Straße“

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      7 KOMMENTARE

      1. Der sichtverdeckende Werbeaufsteller im Kreuzungsbereich ist vielleicht eine clevere Idee, (unter) Tempo 15 km/h anordnen zu können/müssen ^^

        Dann wäre auch die Sicherheit der Radfahrer auf der Straße wesentlich erhöht.
        Und der Fußgänger bei Straßenüberquerung..
        Auch sollte man die steigende Zahl gealterter Autofahrer (und deren altersbedingt meist zusätzlich eingeschränktes Gesichtsfeld) bedenken.

        Bei Tempo 50 ist die Zeit, das Hauptstraßenschild und die rechte Ampel, den von rechts einbiegenden Verkehr und die Fußgänger (et vice versa) (auch bei ausgeschalteter Ampel) erkennen zu können,
        viel zu kurz.
        Hier nochmal der Link:
        https://www.stvo2go.de/sichtdreiecke-berechnen/

        Die Situation 2008 bei Google, mit dem alten Aufsteller:
        google.com/maps/@51.3631735,12.3627741,3a,15y,295.94h,86.55t/data=!3m6!1e1!3m4!1sbrC6PiugmD_SNRuV44dq3A!2e0!7i13312!8i6656

        PS: Ist die bauliche Veränderung des Werbeaufstellers (Verbreiterung im unteren Bereich) eigentlich so genehmigt?
        Hat sich z.B. ein Behindertenverband mal dazu geäußert?
        (Auch weil ja Sonnenblumen am Straßenrand nicht über 70cm hoch wachsen dürfen.. und Baumscheiben-„Zäune“ Stolperfallen sind..
        l-iz. de/politik/leipzig/2021/07/leipzigs-verwaltung-begruesst-bluehende-baumscheiben-und-erklaert-dann-warum-man-lieber-keine-haben-moechte-402294)

      2. Sehr geehrter Herr Stefan,

        ich entschuldige mich dafür, dass Sie sich persönlich angegriffen haben fühlten.

        Mit freundlichen Grüßen

        Ein Fußgänger

      3. Sehr schön, dass auch hier schon gleich wieder versucht wird, Radfahrer zu bashen. Hier ist aber nicht die LVZ.

        Ich schreibe mal den letzten Kommentar etwas um (mit Verbesserung der Ordokrafie) und mache mir das dann zu eigen(!):

        Sehr schön, dass sich die Fußgänger über die Radfahrer beschweren. Ich für meinen Teil fahre ÖPNV, und den Rest laufe ich. Damit stellt sich mir nach umfassenden Beobachtungen, warum Autofahrer die StVO ignorieren, doch die Frage, wohin wir Fußgänger ausweichen sollen. Wenn uns aggressiv auf der Fußgängerfurt (bei Grün!) von Links- und ganz besonders von Rechtabbiegern wahlweise die Fersen oder die Zehen abrasiert werden oder ein Autofahrer, dessen Fahrzeug den halben oder sogar den ganzen Fußweg einnimmt, nicht verstehen kann, dass wir uns nicht in Luft auflösen. Dazu kommen noch die schön Zügigen inmitten von Wohngebieten bei schlechter Sicht wegen eng parkender Fahrzeuge, wo ich mich immer wieder erschrecke, obwohl ich gerade erst noch nach links und nach rechts gucken wollte.

        Das Problem mit den Autofahrern muss DRINGEND geklärt – und nicht mit Abwälzen auf Radfahrer gelöst werden.

        Gerade eben wäre ich fast Zeuge eines Rechtsabbiegeunfalls an einer Kreuzung geworden. Typ läuft mit Gemüsekiste auf seiner Furt, von rechts kommt ein Rechtsabbieger und konnte es angesichts seines ganz kurzen Runterbremsen offenbar gar nicht verstehen, wieso da noch ein Fußgänger am Queren ist, und beschleunigt wieder. Im akrobatisch richtigen Moment hätte der Typ die Gemüsekiste auf das Autodach abstellen können, so nah war der Autofahrer vor ihm vorbei. Übrigens: hinter dem säumigen Autofahrer fuhr ein Polizeiauto, das Personal hätte den Fast-Unfall ohne weiteres sehen können. Aber von der hiesigen Polizei geht keine Gefahr für Autofahrer aus – und wenn doch, dann hat der Autofahrer wohl echt was falsch gemacht.

        Mit freundlichen Grüßen

        Auch ein Fußgänger.

      4. Hi,
        sehr schön das sich die Radfahrer über die Autofahrer beschweren. Ich für meinen Teil fahre ÖPNV und den Rest laufe ich. Damit stellt sich mir nach der umfassenden Erklärung warum Radfahrer die STVO ignorieren doch die Frage wohin wir Fußgänger ausweichen sollen. Wenn wir aggressiv auf dem Fußweg aus den Weg geklingelt werden oder ein Kinderanhänger so breit wie der Fußweg nicht verstehen kann das wir uns nicht in Luft auflösen. Dazu kommen noch die schön Zügigen, wo meine Frau sich immer wieder erschreckt. Weil sie nicht so schnell reagieren kann und auch nicht weis wohin.
        Das Problem mit den Autofahrern muss geklärt werden und nicht mit Abwälzen auf die noch schwächeren Verkehrsteilnehmern gelöst werden.

        Mit freundlichen Grüßen

        Ein Fußgänger

      5. @Stefan bei der LVZ Kampagne vor paar Wochen habe ich div Outofahrern empfohlen mit dem Rad zu fahren, macht den Kopf frei und entspannt 😁😉
        Hauptforderung war natürlich FahrradSteuer, dicht gefolgt von Führerschein und TÜV 😁

      6. Erstaunlich, dass Autofahrer manchmal ganz genau wissen, ob es einen Radweg gibt oder nicht.

        Wo bleibt die große Kampagne der LVZ für ein Radwegenetz, um die Radfahrer endlich von den Straßen wegzubekommen? Bei den LVZ-Lesern ist doch bestimmt viel Druck im Kessel.

        Erstaunlich, dass der Transporterfahrer eigens einen Unfall riskierte, ausstieg und den Radfahrer bedrohte. Bei solchen Typen läuft das Tacho echt nicht richtig…

      7. Aus Sicht eines „Normalradlers“, wie ich es bin habe ich selbst in 30er-Zonen schon unliebsame Erfahrungen gemacht.
        In dem kurzen Stück Schönauer Straße durch die Gartenanlagen in Großzschocher gibt es ja Richtung Grünau linkerhand einen Fuß-/Radweg. Leider ist der laut Beschilderung nur von Grünau kommend Richtung Großzschocher für das Rad freigegeben.
        Aber Richtung Grünau fahren trotzdem faktisch alle auch auf diesem Weg.
        Denn was passiert, wenn man es nicht macht, habe ich selber schon erlebt.
        Auf dem Fuß-/Radweg war es sehr voll, so dass ich vorschriftsmäßig auf die Straße auswich. Auf Grund der baulichen Gegebenheiten ist dort Überholen durch KfZ eigentlich nicht möglich.
        Ich fuhr also dort lang und bemerkte schon hinter mir einen ungeduldigen Transporterfahrer.
        Den lies ich nach dem Bahnübergang durch halten in einer Einfahrt an der Seite sogar vorbei.
        Er fuhr also vorbei und bremste mich dann aus, als ich weiterfuhr. Dann stieg er aus und drohte mir Schläge an, weil ich es gewagt hatte vorschriftsmäßig auf der Straße zu fahren und ihn auszubremsen.
        Ich solle doch gefälligst wie alle anderen auf dem Fuß-/Radweg fahren. Meinen Hinweis auf die entsprechende Beschilderung ignorierte er. Zwecks Deeskalation vertiefte ich das dann nicht weiter, sondern lies ihn in seinem falschen Glauben von dannen ziehen.
        Das Stück könnt ihr euch auch gern mal für eure Reihe anschauen @L-IZ.

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