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HauptnetzRad in Leipzig: Problemstelle Nr. 2, die Arthur-Hoffmann-Straße

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    Eigentlich ist es schon keine Problemstelle mehr, sondern ein ganzes Problembündel, dem sich Radfahrende in der Arthur-Hoffmann-Straße gegenübersehen. Eigentlich hätte der Radverkehr schon seit zehn Jahren auf die parallel verlaufende Bernhard-Göring-Straße verlagert werden sollen, die zur Fahrradstraße ausgebaut werden sollte. Doch daran scheiterte Leipzigs Verkehrsverwaltung und auf der Arthur-Hoffmann-Straße geht das Hasard-Spiel weiter.

    Viele Bewohner, die irgendwie durch die Südvorstadt müssen, vermeiden es deswegen, mit dem Rad ausgerechnet durch die Arthur-Hoffmann-Straße zu fahren. Wem sein Leben lieb ist, der fährt lieber mit der Straßenbahn, wo man gerade von älteren Fahrgästen des Öfteren Kommentare zu den „Lebensmüden“ da draußen hört, die irgendwie zwischen Straßenbahngleisen und geparkten Pkw versuchen, mit dem Fahrrad durchzukommen.Wie sich das Ganze aus der Radfahrerperspektive anfühlt, schildert Dr. Axel Schumann.

    „Ich hatte mich diesbezüglich schon an die Stadt bzw. den Radverkehrsbeauftragten Herrn Dr. Christoph Waack gewandt – aber ein bisschen Druck kann ja hierbei nur zuträglich sein“, schreibt er uns. „Es geht um den Bereich der Arthur-Hoffmann Straße. Ausgewiesene Radwege findet man hier nirgends.

    Parkverbot an der Kantstraße ignoriert. Foto: Axel Schumann
    Parkverbot an der Kantstraße ignoriert. Foto: Axel Schumann

    Obwohl die Straße stadteinwärts ab der Richard-Lehmann-Straße zweispurig ist, muss man ständig auf die mittlere Spur ausweichen, da die Parkverbote ganztägig ignoriert bzw. durch die Stadt nicht ausreichend durchgesetzt werden. In den übrigen Abschnitten ist sogar Parken erlaubt (beispielsweise Höhe Albrecht-Dürer-Platz). Dadurch wird man zum Hindernis für Bus, Straßenbahn und den fließenden Verkehr.

    Parkverbot ignoriert an der Kreuzung Kurt-Eisner-Straße. Foto: Axel Schumann
    Parkverbot ignoriert an der Kreuzung Kurt-Eisner-Straße. Foto: Axel Schumann

    Richtig Nervenkitzel gibt`s aber erst auf dem Stück zwischen Paul-Gruner-Straße und Hoher Straße. Hier wird es richtig eng und wenn die Straßenbahn mit 50 Sachen neben dem Lenker vorbeisaust ist der Spaß wirklich vorbei.

    Zwischen Straßenbahnschienen und geparkten Autos am Albrecht-Dürer-Platz. Foto: Axel Schumann
    Zwischen Straßenbahnschienen und geparkten Autos am Albrecht-Dürer-Platz. Foto: Axel Schumann

    Wie wäre es daher mit einem einseitigen Radweg zwischen Richard-Lehmann Straße und dem Bayrischen Platz stadteinwärts?!? Weite Teile dieser Strecke sind sowieso Parkverbotszonen und die rechte Spur würde genug Platz bieten. An der Engstelle von Hoher Straße bis Körnerstraße sollte zusätzlich stadtauswärts ein Radweg markiert werden! Die (lächerlichen) ersten 25 Meter davon gibt es schon!!!“

    An der Paul-Gruner-Straße: die Straßenbahnschienen rücken fast an den Bordstein heran. Foto: Axel Schumann
    An der Paul-Gruner-Straße: Die Straßenbahnschienen rücken fast an den Bordstein heran. Foto: Axel Schumann

    In der Südvorstadt ist bislang nur eine Straße als Teil des Hauptnetz Rad ausgewiesen – die Karl-Liebknecht-Straße, für die ja das Jugendparlament schon einmal den Antrag gestellt hatte, sie im Nordteil zur Fahrradstraße zu machen, wogegen sich Leipzigs Verkehrsverwaltung ziemlich vehement wehrte und darauf verwies, dass hier nach wie vor mehr Kfz unterwegs seien als Radfahrer.

    Die letzten öffentlichen Zahlen stammen aber aus der Verkehrszählung 2018. Danach kamen im Mittelteil der KarLi rund 8.000 Radfahrer/-innen am Tag auf rund 10.000 Kraftfahrzeuge. Womit die Karl-Liebknecht-Straße trotzdem eine der von Radfahrern am stärksten frequentierten Straßen der Stadt ist. Mit entsprechenden Schikanen, über die an späterer Stelle bestimmt noch einiges zu sagen ist.

    Ecke Hohe Straße, Blick stadtauswärts: Das Stück Alibi-Radweg endet unter geparkten Autos. Foto: Axel Schumann
    Ecke Hohe Straße, Blick stadtauswärts: Das Stück Alibi-Radweg endet unter geparkten Autos. Foto: Axel Schumann

    Für viele Bewohner des Südens ist aber die Arthur-Hoffmann-Straße die direkteste und sinnvollste Verbindung Richtung Bayrischer Platz, Windmühlenstraße und Universitätsklinikum.

    Auch hier werden die Zahlen aus der Zählung von 2018 schon lange veraltet sein. Damals kamen hier auf rund 9.000 Kraftfahrzeuge bis zu 5.600 Radfahrer/-innen am Tag. Nur dass die nicht mal – wie in der Karl-Liebknecht-Straße – einen eigenen Radfahrstreifen haben und – wie Axel Schumann ausführt – an wichtigen Stellen, wo aus Sicherheitsgründen Parkverbot herrscht, trotzdem mit Autos zugeparkt sind.

    Was an der Kreuzung Kurt-Eisner-Straße besonders gefährlich wird, weil Radfahrer hier regelrecht gezwungen werden, nach links auszuweichen, wo sie sofort der Straßenbahn und dem parallel laufenden Kfz-Verkehr ins Gehege kommen.

    Auch hier wird deutlich, dass Leipzigs Planer die Arthur-Hoffmann-Straße als eine stark frequentierte Radroute gar nicht auf dem Plan haben, obwohl die Radfahrer/-innen spätestens auf der Windmühlenstraße auffallen, wo sie vor allem Richtung Uniklinikum und Innenstadt unterwegs sind.

    Aber auch der geplante Umbau der Windmühlenstraße hat sich ja um zehn Jahre verschoben, sodass auch dort alle Konfliktstellen für Radfahrer noch mindestens bis zum Jahr 2026 erhalten bleiben.

    Nach 2015 hat also die neue Rad-Reihe der LZ begonnen. Unter „Die Serie zum nicht existierenden HauptnetzRad in Leipzig: Problemstellen“ werden in den kommenden Tagen wieder jene Ecken der Stadt vorgestellt, wo ein normales Radfahren kaum möglich ist oder gar regelrechte Fallen für Radlerinnen drohen.

    Senden Sie uns auch gern weiterhin Ihre „Lieblingsstellen“, wenn Sie per Rad unterwegs sind an redaktion@l-iz.de. Sehr gern mit Bild zur besseren Verdeutlichung des jeweiligen Problems.

    Hinweis der Redaktion in eigener Sache

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      6 KOMMENTARE

      1. Wenn ein Außenspiegel in den Luftraum überm Gleis reinragt, dann steht schon das ganze Fahrzeug deutlich aus der Reihe, und das sieht der Tramfahrer (wie übrigens auch umsichtige Radfahrer) schon locker fünfzig Meter vorher. Da muss man nicht noch groß mit Bremswegen rechnen. Die Bimmel hält dann bald genug an. Eine Vollbremsung (am besten noch mit Sand) wegen eines Außenspiegels habe ich noch nie erlebt.

        Diese Diskussion ist putzig. Danke.

      2. Ich finde die Bremszeit sogar sehr relevant, denn die entscheidet darüber, ob der Fahrer rechtzeitig anhalten kann, bevor er besagten Spiegel abfährt. Mag ja sein, dass die Geschwindigkeit dort vorgegeben ist, aber so reagieren viele Fahrer eben auch an anderen Stellen.

      3. Sorry, Sabine, es ging um die Außenspiegel, und hier ist Bremszeit irrelevant.

        André hat hier völlig recht. Der Gleiszustand lässt höhere Fahrtgeschwindindigkeit nicht zu, und zum Thema Gleisnetz haben Stadt und Stadträte auch Jahrzehnte geschlafen und in den kurzen Wachphasen begeistert für Stilllegungen gestimmt.

      4. @Stefan: Der Abstand bleibt zwar gleich, nicht aber die Bremszeit. Dass Bahnfahrer langsamer werden, wenn sie dicht an geparkten Autos vorbeimüssen, kann man an vielen Stellen sehen, von innen dann auch den kritisch abmessenden Blick des Fahrers.

      5. Die Straßenbahn fährt dort nicht wegen den Autos Schrittgeschwindigkeit, sondern weil es ihr die straßenbahneigenen Verkehrsschilder so anweisen (die schwarze 1 auf gelbem Grund). Eine Langsamfahrstelle von vielen in Leipzig, die wahrscheinlich dem miesen Gleiszustand geschuldet ist, nähere Informationen zum Grund hat sicher die LVB bzw die für die Gleise zuständige Tochtergesellschaft.

      6. Bildunterschrift „…Außenspiegel abfährt“

        sehr witzig… Lizzy stellt sich wohl vor, wie so eine Bimmel immer ein bisschen nach links und rechts leicht entgleist.

        Abrasieren oder nicht abrasieren, ist offensichtlich eine Sache nach Luftlinienabstand, aber ganz sichet nicht nach Geschwindigkeit.

        Das wird von den Rüpeln auf Rädern (Rad, Auto etc) regelmäßig sehr genau beachtet. :-PPP

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