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HauptnetzRad in Leipzig – Problemstelle Nr. 9: Die Käthe-Kollwitz-Straße

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    Eigentlich wäre auch die Käthe-Kollwitz-Straße in dieser Serie kein Thema mehr gewesen, würde sich der überfällige Umbau der Straße zwischen Westplatz und Karl-Heine-Straße nicht immer weiter in die Länge ziehen und so ziemlich jeder Antrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit von der Verwaltung abgelehnt. So zuletzt im März, als der Wunsch einer Einwohnerin nach Radverkehrsanlagen vom Tisch gewischt wurde. Aber wir haben ja noch das Jugendparlament. Das nahm sich dieser Sache jetzt an.

    Denn dieser Straßenabschnitt ist auch deshalb gefährlich, weil es ostwärts und westwärts davon Radfahrstreifen gibt. Was diese Straße natürlich auch für viele Radfahrer/-innen aus Lindenau und Plagwitz attraktiv macht, die über den Westplatz direkt in Richtung Innenstadt wollen.Doch an der Einmündung der Ferdinand-Lassalle-Straße werden sie noch mit Radstreifen und Ampelschaltung über die Kreuzung geführt, um danach in den Mischverkehr einbiegen zu müssen. Der hier an normalen Tagen sehr stark ist. Um die 20.000 Kfz werden hier täglich gezählt.

    Scheinbar „nur“ 6.570 Radfahrer/-innen wurden hier 2018 zuletzt gezählt. Aber die Zahl ist dringend einzuschränken, denn da war gerade die Plagwitzer Brücke im Bau, die Weiterfahrt zur Karl-Heine-Straße zumindest mit Handicap belastet.

    Der normale Eindruck deutet eher darauf hin, dass hier deutlich mehr Radfahrer/-innen unterwegs sind, erst recht mit Schuljahresbeginn, denn an der Stecke liegen natürlich auch Schulen.

    Logisch, dass das Jugendparlament findet, dass die Radfahrer/-innen nicht bis 2025/2026 warten können, bis die Stadt endlich die Straße umbaut und sichere Radwege anlegt.

    „Die Stadtverwaltung wird beauftragt, bis zum Ende des Jahres eine Vorlage zu erstellen oder eine bestehende Vorlage zu ergänzen, die den Ausbau eines Fahrradweges auf der Käthe-Kollwitz-Straße und der Karl-Heine-Straße ermöglicht. Dieser sollte durchgängig vom Westplatz bis zur Kreuzung mit der Zschocherschen Straße bestehen. Besonders wichtig soll dabei sein, dass der Radweg möglichst durchgängig und ununterbrochen ist“, geht das Jugendparlament auf den Knackpunkt bei der Sache ein.

    Denn: „Durch den bisherigen nicht vollständigen und schlecht markierten Radweg kann die Sicherheit der Fahrradfahrer/-innen auf diesen von Autos stark befahrenen Straßen nicht gewährleistet werden. Durch einen gut markierten, durchgängigen Radweg würde die Stadt hingegen für die Sicherheit der Fahrradfahrer/-innen Sorge tragen und ihrem Ziel, Leipzig zu einer möglichst klimafreundlichen Stadt zu machen, gerecht werden.“

    Denn auf den ersten Blick spricht nichts dagegen, hier wenigstens erst einmal durchgängige Radfahrstreifen aufzutragen. Denn den aktuellen Zustand einfach stillschweigend beizubehalten, bis die Straße grundhaft umgebaut wird, ist eigentlich fahrlässig. Besonders fällt das am Ostende ded Straßenstücks vorm Westplatz auf, wo es auf einmal möglich ist, auf Radstreifen bis zur Kreuzung und darüber zu fahren.

    Das negative Gegenstück ist am Westende zu finden, wo die Radfahrer/-innen auf der Nordseite der Brücke auf einmal auf den Fußweg gelenkt werden, was zu chaotischen Situationen vor den Ampeln am Klingerweg führt, wo die querungswilligen Radfahrer/-innen und Fußgänger/-innen mit den vorbeifahrenden Radfahrer/-innen ins Gehege kommen. Hier werden weder die Mindestbreiten von Radwegen eingehalten, noch die von Fußwegen.

    Logisch, dass es gerade an den Stellen, wo sich Leipzigs Verkehrsplaner nicht zu übersichtlichen Lösungen durchringen können, immer wieder zu Unfällen kommt. Dazu gehört die Kreuzung mit der Marschnerstraße, wo die Radfahrer mitten zwischen den Rechtsabbiegern landen, genauso wie die Ampeln am Klingerweg.

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      5 KOMMENTARE

      1. Die KK Straße ist noch ein typisches Relikt der Vorwende-Verkehrsanarchie. Funktioniert ganz ok für alle, solange man die Kollateralschäden nicht berücksichtigt – besonders die Kreuzung Marschnerstraße ist mit Auto immer wieder ideal für den kurzen Adrenalinschub, wenn man Hasenfußrennen oder Viertelmeilenschnellstart spielen will. Hier sind E-Autos klar im Vorteil, allerdings für das vierspurige Fahren doch etwas breit, da wird das Rechtsüberholen der Bimmel schwierig (besonders stadtauswärts).

        Im Ernst, wer dort mit dem Fahrrad langfährt – und das tun Viele – ist einfach nur lebensmüde. Da hilft auch kein bunter Streifen auf der Fahrbahn. Ich bin mal auf den Umbau gespannt.

      2. Nebenbei: Weiß eigentlich jemand, warum sich an der Kreuzung Marschnerstraße/ K-K-Straße auf der Marschnerstraße von Norden kommend die Geradeaus- und die Linksabbieger eine Spur teilen, während die Rechtsabbieger eine separate Spur haben? Normalerweise werden doch Geradeaus- und Rechtsabbiegerspuren zusammengelegt, denn sobald hier ein Auto links abbiegen will, blockiert dieses nahezu die gesamte Ampelphase allen geradeaus fahrenden Verkehr. Und diese separate Rechtsabbiegerspur ist immer noch nicht für geradeaus fahrende Radfahrer freigegeben, oder?

      3. Die K-K-Straße ist größtenteils eh nicht breit genug für 2 Autospuren je Richtung, drum ist Platz für Radverkehrsanlagen da. Den Konflikt Tram MIV könnte man mit Pulkführerschaft und kurzen Ampelphasen für den in die K-K-Straße einfahrenden MIV lösen.
        Die Straße ist aber exemplarisch dafür, dass das VTA einfach nicht will: bei der Diskussion um den Haushaltsantrag meinte Herr Jana, selbst wenn Geld bewilligt würde, würden sie nichts tun. Laut ihm müssten die Radverkehrsanlagen vor der Kreuzung Marschnerstraße enden um Abbiegespuren zu ermöglichen, aber nicht-durchgängige Radverkehrsanlagen findet das VTA suboptimal (guter Witz wenn man sich die Radwege in Leipzig anschaut!).
        Hauptgrund wird aber wohl die bald anstehende Sperrung der Zeppelinbrücke sein, da dann die K-K-Straße den Verkehr aufnehmen muss.

        Aus meiner Sicht aber auch nicht nachvollziehbar, man kann ja für diese Zeit die Radverkehrsanlagen mit oranger Farbe deaktivieren. Oder aber einfach mal berücksichtigen was im Nachhaltigkeitsszenario steht: Der Umweltverbund soll gegenüber dem MIV bevorzugt behandelt werden. Das ist noch nicht ins VTA vorgedrungen.

      4. Besser wäre es, die Käthe-Kollwitz-Straße zu einer Wohngebietsstraße zu machen. Dann kann man ganz anders planen. Der MIeV kann doch bequem auf der Jahnallee sein Unwesen treiben und über Lützner Straße dann auch nach Plagwitz kommen. Das ist doch alles schon breitbeinig ausgebaut.

        Nie habe ich verstanden, warum man die Monsterkurve der Kollwitzstraße nur saniert hatte statt sie gleich wieder ordentlich zu verschmälern (da ist ja ein halbes Stadtviertel zerbombt und begraben worden).

        Man hätte dann noch prima Platz für Grünanlagen schaffen können. Der Westplatz und diese Kurve waren schon immer ein Hitzeschwerpunkt, nicht nur in den jetzigen heißen Sommern.

      5. Die Käthe-Kollwitz-Straße umfahre ich eigentlich immer via Ferdinand-Lasalle-Straße. Denn dort ist der Verkehr deutlich weniger, zudem stressfreier und auch langsamer unterwegs.
        Zumal man auf der K.-K.-Straße stadteinwärts ja hinterm Westplatz derzeit noch an die nächste Engstelle an der Haus-Baustelle gelangt.

        Dann lieber nehme ich den kleinen Umweg via F.-L.-Straße und Kolonnadenstraße in Kauf, bin dafür aber deutlich entspannter unterwegs. Einzig das Kopfsteinpflaster in der Gustav-Mahler-Straße nervt, gerade wenn es feucht ist.

        Ich wüsste ehrlich gesagt auch nicht, wie man die K.-K.-Straße sinnvoll umbauen könnte, ohne dabei den ÖPNV gleich noch massiv auszubremsen. Denn ein Radweg wird ja kaum zu lasten der Fußwege gehen.
        Ob man so dann die vielbeschworene Verkehrswende befördert…

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