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Tarifrunde 2018 für die Metall- und Elektroindustrie: Warnstreik in neuer Form bei Aufzugherstellern

Rund 90 Monteure von vier Aufzugherstellern legten am Mittwoch zeitweise die Arbeit nieder. Sie folgten damit einem Aufruf der IG Metall Leipzig im Rahmen der Tarifrunde 2018 für die Metall- und Elektroindustrie. Die Gewerkschaft will mit den Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeberseite nach bislang zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden erhöhen. Das Besondere an den Aktionen: Es waren Warnstreiks per Telefon. Die Beschäftigten trafen sich bei einer Telefonkonferenz, der zuständige Gewerkschaftssekretär informierte über den aktuellen Stand der Tarifauseinandersetzungen. Von den Arbeitsniederlegungen betroffen waren die Firmen thyssenkrupp, OTIS, Schindler und Kone.

Die IG Metall fordert in der Tarifrunde für die bundesweit 3,9 Millionen Beschäftigten in der Branche eine Entgelterhöhung von 6 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie individuelle Wahlmöglichkeiten für eine temporäre Verkürzung der Arbeitszeit auf 28 Stunden mit einem Teillohnausgleich für besonders belastete Berufsgruppen. Darüber hinaus fordert die IG Metall eine Verhandlungsverpflichtung der Arbeitgeber über die Angleichung der Arbeitszeiten in Ost- und Westdeutschland. Die Wochenarbeitszeit in der Metall- und Elektroindustrie beträgt im Westen 35 Stunden. Im Osten sind es 38 Stunden.

In Sachsen arbeiten in der Metall- und Elektroindustrie rund 180 000 Menschen.

„Es ist endlich an der Zeit, dass die Arbeitszeiten in Ost und West angeglichen werden“, sagte Susanne Herberger, Vorsitzende der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft bei thyssenkrupp Elevator. „Unser Beispiel zeigt, dass es funktioniert – und vor allem keinen Wettbewerbsnachteil darstellt.“ Bei der thyssenkrupp Aufzüge GmbH unterzeichneten Gesamtbetriebsrat und Geschäftsführung vor einigen Jahren eine Betriebsvereinbarung, mit der die Arbeitszeit über drei Jahre schrittweise von 38 auf 35 Stunden und damit auf Westniveau abgesenkt wurde. Dass die Absenkung der Arbeitszeit eine Gefahr für Wirtschaft und Standort darstelle ist ein Argument, das in der laufenden Tarifrunde von Arbeitgeberseite immer wieder zu hören ist.

Die IG Metall Leipzig hat in den letzten Jahren in 18 Betrieben mit insgesamt rund 4300 Beschäftigten eine Absenkung der Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich erstritten. Darunter Firmen aus der Metall- und Elektrobranche, dem Kfz-Handwerk oder den industriellen Dienstleistungen.

„Unsere Forderungen zur Tarifrunde sind zeitgemäß. Das zeigen nicht nur die betrieblichen Regelungen zu einer Absenkung der Arbeitszeit und zur Angleichung in Ost und West wie bei thyssenkruppp Aufzüge“, sagte Bernd Kruppa, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig am Mittwoch. Auch die tarifpolitischen Erfolge in Leipzig der letzten Jahre zeigten: „Die IG Metall hat mit der Forderung nach modernen Arbeitszeitmodellen den Nerv der Zeit getroffen“, so Kruppa weiter. „Die Beschäftigten setzen sich für ihre Forderungen ein und wollen endlich die Angleichung der Arbeitszeiten in Ost und West.“

Die Tarifverhandlungen für Sachsen werden am 18. Januar in Leipzig fortgesetzt.

StreikMelderIG Metall
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Christoph Hein, Elmar Faber: Ich habe einen Anschlag auf Sie vor. Foto: Ralf Julke

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Wolfram Günther, Vorsitzender der Grünen-Fraktion. Foto: L-IZ

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Für alle LeserMuss es erst eine krachende Wahlniederlage für die Regierungspartei geben, damit in Sachsen endlich eine Politik gemacht wird, die das Land vor Schaden schützt? Wolfram Günther, Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Landtag, hat da so eine Ahnung. Das große Vorbild für Sachsens CDU war ja immer Bayern. Und dort wurde jetzt ein dickes Artenschutzpaket beschlossen. Dem war ein starkes Volksbegehren vorausgegangen.