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Wer für die Ludolf-Colditz-Straße Querungshilfen beantragt, bekommt eine Ampel hingestellt

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    Eine Ampel hat der Stadtbezirksbeirat Leipzig-Südost eigentlich nicht bestellt für die Ludolf-Colditz-Straße. Aber Leipzigs Stadtverwaltung möchte dem Stadtbezirk gern eine Ampel hinstellen. Der Alternativvorschlag, den die Verwaltung jetzt vorlegt, wird im Stadtbezirksbeirat wohl keinen Beifall finden. Er sieht eher wie ein amtliches Ausweich-Manöver aus. Die Probleme in Stötteritz sind jetzt akut.

    Das Straßennetz ist zwar gut ausgebaut, die Alleen sind breit, der Kraftverkehr wird an vielen Stellen als Einbahnstraße geführt. Aber dementsprechend schnell ist er auch. Stötteritz steht im Gebiet rund um die Naundorfer Straße eine tatsächliche Verkehrsberuhigung noch bevor. Noch gilt hier: freie Fahrt und flottes Tempo.

    Nur für Fußgänger sieht es anders aus: Die Straßenquerungen sind nicht nur gefährlich, sondern oft genug auch schwer einsehbar. Und ein besonderes Problem ist das für die Schulkinder, die hier morgens mitten in der Rush Hour über die Straßen müssen. Das betrifft nicht nur die Grundschüler der Franz-Mehring-Grundschule, sondern auch die älteren in der Neuen Nikolaischule. Und es betrifft vor allem die unübersichtliche Kreuzung Naunhofer Straße/Ludolf-Colditz-Straße. Eigentlich auch die Kreuzung Naunhofer Straße/Schönbachstraße. Wer hier zu Fuß unterwegs ist, merkt zwar, dass für den Kfz-Verkehr ein flottes Abbiegesystem eingerichtet ist – eine sinnfällige Logik für den Fußverkehr existiert jedoch nicht.

    Und das war nicht zum ersten Mal Thema, als der Stadtbezirksbeirat im Mai seinen Antrag für den Stadtrat formulierte. Schon 2014 hatte der Bürgerverein Stötteritz sich in einer ähnlichen Fragestellung an die Stadt gewandt. Im Februar bekam der eine abschlägige Antwort.

    Schulwegsicherheit für die Mehring-Grundschule

    Man habe das Thema Schulwegsicherheit geprüft – alles sei bestens, weitere Abhilfe nicht möglich. Oder jetzt in der Formulierung, wie sie der Stadtbezirksbeirat serviert bekam: „Der Antrag auf Einordnung von Querungshilfen im Bereich Ludolf-Colditz-Straße und Kommandant-Prendel-Allee jeweils im Kreuzungsbereich Naunhofer Straße ist bereits gleichlautend vom Vorsitzenden des Bürgervereins Stötteritz mit Schreiben vom 10.11.2014 beim Leiter der Arbeitsgemeinschaft Schulwegsicherheit eingereicht worden. Auf dieser Grundlage wurde die Notwendigkeit der beantragten Querungshilfen im Zusammenhang mit den empfohlenen Schulwegen von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe u. a. im Rahmen eines Ortstermins am 03.02.2015 geprüft. Für das Erreichen der Franz-Mehring-Grundschule stellen die von der Stadt bereits realisierten Anlagen Fußgängersignalanlage (FSA) Ludolf-Colditz-Straße in Höhe Vàclav-Neumann-Straße sowie Mittelinsel in der Kommandant-Prendel-Allee direkt vor der Schule im Zuge des empfohlenen Schulweges ausreichende und sichere Lösungen im Zuge des festgelegten Schulwegs dar. Im Ergebnis der Prüfung können für die hiermit beantragten Querungshilfen keine Begründungen aus dem Bereich der Schulwegbeziehungen (Grundschule) herangezogen werden. Dies wurde dem Bürgerverein Stötteritz mit Schreiben der Stadtverwaltung vom 12.02.2015 mitgeteilt.“

    Irgendwie wirkte das in Stötteritz wie „Thema verfehlt“. Im morgendlichen Schulwegverkehr werden die Probleme der Verkehrsführung zwar sichtbar. Aber sie gelten für alle Menschen, die in Stötteritz zu Fuß unterwegs sind. Oder auch nicht, weil es zu gefährlich ist.

    Kreuzung Ludolf-Colditz-Straße braucht Querungshilfen

    Deshalb beantragte der Stadtbezirksbeirat Südost nun im Mai konkret Querungshilfen an den Kreuzungen Naunhofer Straße/Ludolf-Colditz-Straße und Naunhofer Straße/Kommandant-Prendel-Allee. Keine Ampeln, sondern „als schnell realisierbare Lösung eine Mittelinsel, ggf. ergänzt durch Zebrastreifen“. Tatsächlich würde man sich hier künftig sogar einen Verkehrskreisel vorstellen mit übersichtlichen Fußgängerübergängen samt Zebrastreifen. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Das Verkehrskonzept für Stötteritz soll erst erarbeitet werden. Es braucht schnelle Lösungen.

    Auch keine einfache Kreuzung: Naunhofer Straße (rechts) und Schönbachstraße direkt an der Neuen Nikolaischule. Foto: Ralf Julke
    Auch keine einfache Kreuzung: Naunhofer Straße (rechts) und Schönbachstraße direkt an der Neuen Nikolaischule. Foto: Ralf Julke

    Aus dem Antrag des Stadtbezirksbeirats: „Bei den akuten Problemlagen im Stadtteil – wie beispielsweise fehlenden Querungshilfen am Standort – sieht es der Stadtbezirksbeirat als dringend erforderlich an, unverzüglich eine Lösung zu finden und umzusetzen. – Der Stadtteil Stötteritz ist ein dicht bebautes Wohnquartier, das seit vielen Jahren von starkem Durchgangsverkehr betroffen ist. Obwohl dieses starke Verkehrsaufkommen die Lebensqualität im Stadtteil beeinträchtigt, ist wegen anderer Attraktivitätsmerkmale ein starker Zuwachs an Familien und eine steigende Geburtenrate von ca. +35 % zu verzeichnen. Damit wächst auch die Zahl der Menschen, die besonders Schutz und Unterstützung im öffentlichen Raum benötigen.“

    Und es geht nicht nur um Schulkinder: „Konkret ist es im Kreuzungsbereich Kindern, Älteren und anderen in ihrer Mobilität eingeschränkten Personen kaum noch möglich, in den stark frequentierten Tageszeiten gefahrlos die Straße zu überqueren. So verlaufen hier die Schulwege zur Franz-Mehring-Schule und zur Neuen Nikolai-Schule und die Wegebeziehungen für den Schul- und Freizeitsport zur ‚roten Turnhalle‘ in der Thiemstraße und zum Sportplatz des ATV 1845. Dabei handelt es sich um einen zahlenmäßig großen, und angesichts der demografischen Entwicklung immer noch wachsenden Personenkreis, der diese Wegebeziehungen nutzt.“

    Aus der weiter oben zitierten Stellungnahme der Verwaltung ist ersichtlich: Die Schulwege zur Neuen Nikolaischule hat man gar nicht untersucht.

    Der Mittlere Ring hat hier seit Jahren die Verkehrsplanung ausgebremst

    Eher scheint die Verwaltung derzeit beim Thema Verkehr in Stötteritz eine Art Knoten im Kopf zu haben. Der stammt noch aus alten Zeiten, als die Verwaltung mit aller Macht hier das südöstliche Stück des Mittleren Ringes durchführen wollte. Gegen die Pläne liefen die Stötteritzer jahrelang Sturm. Und konnten dann vor zwei Jahren einen kleinen, stillen Teilerfolg verbuchen. Die Stadt kassierte die alten, undurchführbaren Streckenpläne für den Mittleren Ring in Südost, ließ sich aber ein Hintertürchen für dieses im kompletten Leipziger Osten ungeliebte Projekt offen: Vielleicht will man ja doch direkt am Bahndamm ein Stück zweispurige Schnellstraße bauen.

    Und das taucht jetzt in der Antwort der Stadtverwaltung an den Stadtbezirksbeirat wieder auf – so als kleiner Wink mit dem Zaunpfahl: „Auf Basis des Beschlusses des aktuellen Stadtentwicklungsplans Verkehr und öffentlicher Raum (STEP) im Stadtrat ist in den unmittelbaren Ortslagen von Stötteritz und Mölkau kein Ausbau der heutigen Straßenverbindungen zum Mittleren Ring Südost und somit auch kein vierstreifiger Ausbau mehr vorgesehen. Laut STEP soll eine Trassenfreihaltung für eine zweistreifige Bahnvariante (Trasse in Verlängerung der Güntzstraße immer entlang der Bahnanlagen) für 10 Jahre erfolgen, unter der Randbedingung, dass die Vor- und Nachteile einer solchen Variante genau geprüft werden. In den nächsten Jahren wird es dazu keine Variantenentscheidung geben. Deshalb müssen die bereits heute vorhandenen tangentialen Verbindungen in Stötteritz und Mölkau (Sommerfelder Straße, Paunsdorfer Straße etc.) weiterhin als Hauptnetzstraßen für die Führung des Kfz-Verkehrs genutzt werden. Bei Beibehaltung der vorhandenen Tangentialverbindung über Mölkau und Stötteritz sind dort umfeldverträgliche Möglichkeiten zur Entschärfung der verkehrsbedingten Probleme für die Wohngebiete zu prüfen.“

    Eigentlich ist die Verwaltung ja für Querungshilfen, aber …

    Die kleinen Siege der Bürger in den betroffenen Ortsteilen gegen das unbezahlbare Verkehrsprojekt sind Pyrrhussiege – das Damoklesschwert „Mittlerer Ring“ schwingt weiter über den Köpfen der Stötteritzer. Auf Einsicht der Verwaltung können sie dabei nicht rechnen, auch wenn die vollmundig versichert: „Grundsätzlich teilt die Stadtverwaltung die Forderungen zu einer Verbesserung der Querungsbedingungen an beiden benannten Knoten mittels Einordnung von Gehwegnasen und/oder Querungshilfen in Form von Mittelinseln. Jedoch muss dies im Konsens mit dem noch zu erstellenden Verkehrskonzept erfolgen.“

    Ein „Ja“ mit einem ganz dicken „Aber“ dabei. Dessen Dimension auch gleich mal angedeutet wird: „Unter diesen neuen Randbedingungen muss im Rahmen der Erarbeitung eines Verkehrskonzepts grundsätzlich untersucht werden, wie der Verkehr in Stötteritz geführt werden soll und welche Maßnahmen umgesetzt werden können.“

    In der Zusammenfassung der Stellungnahme wird dann noch etwas deutlicher, wie schwerfällig sich die Verwaltung bei einem sinnvollen Verkehrskonzept für Stötteritz bewegt: „Die Festlegung von Maßnahmen zur Verbesserung der Querungsbedingungen an den beiden genannten Knotenpunkten kann erst erfolgen, wenn ein Verkehrskonzept für Stötteritz vorliegt. Die personellen und finanziellen Voraussetzungen für die Erstellung eines solchen Verkehrskonzeptes wurden im Verkehrs- und Tiefbauamt aufgrund der ‚Wichtigen Angelegenheit‘ des Stadtbezirksbeirates geprüft, danach könnte mit der Erarbeitung Ende 2015/Anfang 2016 begonnen werden.“

    Die Kreuzung ist schon lange ein Unfallschwerpunkt

    Dabei weiß selbst die Stadtverwaltung, dass die Kreuzung Ludolf-Colditz-Straße/Naunhofer Straße ein Unfallschwerpunkt ist. Hier hat es in der Vergangenheit immer wieder gekracht, weil Leipzigs Autofahrer eben doch gern mit hoher Geschwindigkeit drauflosfahren, wenn die Straße das hergibt. Und einige unterschätzen die Unübersichtlichkeit der Kreuzungen immer wieder. Die Verwaltung hat deshalb schon mit großen Straßenmalereien reagiert, die die große Kreuzung ein wenig überschaubarer machen.

    Die Verwaltungsantwort dazu: „Am Knotenpunkt Naunhofer Straße/Ludolf-Colditz-Straße wurden vor geraumer Zeit zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse bzw. Erhöhung der Verkehrssicherheit großflächige Markierungen und Verkehrsteiler zur Einengung der Fahrbahn aufgetragen bzw. eingeordnet. Damit konnten indirekt auch die Querungsbedingungen für Fußgänger verbessert werden, da diese Markierungsflächen als Zwischenaufstellung genutzt werden können. Zudem ist die südliche Ludolf-Colditz-Straße als Einbahnstraße ausgewiesen, wodurch die Querung vereinfacht wird. Die Nebenrichtungen sind mit dem Verkehrsschild ‚Stop‘ ausgestattet. Die Verkehrsbelegung beträgt im Zuge der Hauptnetzstraße Ludolf-Colditz-Straße in Richtung Nord bzw. Ludolf-Colditz-Straße/Naunhofer Straße in Richtung Süd/West gegenwärtig ca. 6.000 Kfz/24h je Richtung – im Vergleich zu anderen Knoten eine normale Verkehrsbelastung. Die anderen Richtungen weisen eine wesentlich geringere Verkehrsbelastung mit ca. 2.000 – 3.000 Kfz/24h auf. Der Knoten ist im Vergleich zu vielen anderen ähnlichen Hauptnetzknoten der Stadt hinsichtlich der Querungsbedingungen relativ gut ausgebildet. Einzig die Querungsbedingungen für die Ludolf-Colditz-Straße-Nord sind etwas schwieriger, da es hier bisher keine Markierungsfläche in der Mitte gibt. Insbesondere in diesem Knotenarm, aber auch in den anderen Knotenarmen wird die Einordnung von Gehwegnasen und/oder Querungshilfen in Form von Mittelinseln hinsichtlich der Verbesserung der Querungsbedingungen für den Fußgänger- und Radverkehr als sinnvoll erachtet.“

    Und zum Unfallgeschehen: „Laut Verkehrsunfallkommission stellt die Kreuzung an der Naunhofer Straße/Ludolf-Colditz-Straße eine Unfallhäufungsstelle dar. Die aufgetretenen Unfälle sind jedoch nicht mit Fußgängern verbunden, sondern vorrangig aufgrund der Nichtbeachtung der Vorfahrt. Die Verkehrsunfallkommission hat eingeschätzt, dass zur Verringerung der Unfälle der Bau einer Lichtsignalanlage (LSA) ein geeignetes Mittel ist. Die zu erstellende Planung einer LSA ist demzufolge im Zusammenhang mit der Untersuchung der  Einordnung von Querungshilfen zu betrachten.“

    Aber diese Stellungnahme zeigt schon, dass man sich sehr wohl bewusst ist, dass gerade aus der als Einbahnstraße geführten Ludolf-Colditz-Straße aus Richtung Völkerschlachtdenkmal gern mit hohem Tempo in die Kurve und dann direkt auf die Kreuzung gefahren wird. Meist auch gleich drüberweg, ohne groß zu gucken, ob von links oder rechts was kommt. Gebremst wird hier, wenn man nach links (nordwärts) in die Naunhofer Straße abbiegen will, auch wenn die meisten Kraftfahrer gar nicht in die Naunhofer wollen, sondern an der Schönbachstraße auch gleich wieder links in die Einbahnstraße abbiegen, um zur Prager Straße zu kommen. Aber den Vorschlag des Stadtbezirksbeirats zur Einrichtung einer Querungsinsel greift man trotzdem nicht auf, sondern will wieder eine Lichtsignalanlage (LSA) hinstellen. Da werden sich dann auch die Autofahrer freuen.

    An der Kommandant-Prendel-Allee passiert auch erst mal nix

    Und auch am Knotenpunkt Naunhofer Straße/Kommandant-Prendel-Allee spielt Leipzigs Verwaltung lieber auf Zeit und nimmt die Mahnungen aus Bürgerverein und Stadtbezirksbeirat nicht wirklich ernst: „Der Knotenpunkt Kommandant-Prendel-Allee ist ein großflächiger Knoten mit einer für einen Straßenhauptnetzknoten relativ geringen Verkehrsbelegung. Im Zuge der Kommandant-Prendel-Allee sind das gegenwärtig ca. 6.000 Kfz/24h für den gesamten Querschnitt. Allerdings ist aufgrund der relativ breiten Fahrbahn der Kommandant-Prendel-Allee für Fußgänger eine große Querungsbreite zu überwinden. Für den gesamten Knotenpunkt ist demzufolge eine Verkleinerung des Querschnittes hinsichtlich einer Verkürzung der Wege für den Fußgänger- und Radverkehr durch die Einordnung von Gehwegnasen und/oder Querungshilfen in Form von Mittelinseln anzustreben. Die Einordnung von Querungshilfen kann dabei nur unter Berücksichtigung der Planung des behindertengerechten Ausbaus der Bushaltestellen der Linie 79 in der Kommandant-Prendel-Allee erfolgen. Kurzfristig ist hier jedoch kein behindertengerechter Ausbau der Haltestellen im Zuge dieser Buslinie vorgesehen. Für die LVB GmbH und die Stadt liegt die Priorität für den Bushaltestellenausbau gegenwärtig bei anderen Linien mit einer höheren Priorität, so z. B. bei der Linie 90. Hierbei soll die Barrierefreiheit für möglichst alle Haltestellen im Zuge dieser Linien geschaffen werden.“

    Kurzfristig wollen die LVB hier also nicht bauen. Also passiert nichts.

    Da dürften sich die Stötteritzer gleich mehrfach missverstanden fühlen.

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    2 KOMMENTARE

    1. Zu den Unfällen an den neuralgischen Punkten noch etwas von mir: Dass es wenig/keine Unfälle mit Fußgängerbeteiligung gibt, verwundert mich gar nicht. Es sind gerade Fußgänger, mehr noch als Auto- und Radfahrer (ich spreche aus Erfahrung), die sich äußerst aufmerksam im Verkehrsraum bewegen müssen.

      Bis ich einmal die Holzhäuser Straße auf Höhe der stadtwärtigen Haltestelle Rathaus Stötteritz überquere, d.h. überrenne, schaue ich mindestens sechsmal nach links, nach vorne (zur Ludolf-Colditz-Straße hin) und nach rechts, bis sämtliche sichtbare Lücken frei sind und sich kein Autofahrer auf irgendeiner Abbiegespur. (Die Leipziger Autofahrer habens nämlich echt drauf, beim Abbiegen sofort loszubrettern und querenden Fußgängern wahlweise die Zehen oder die Hacken abzufahren. In Berlin ist man definitiv höflicher.)

      Die Verkehrsplaner brauchen vier Unfälle pro Jahr, um wachzuwerden und eventuell die Sachlage in Augenschein zu nehmen.

      Es ist diese übermäßige Aufmerksamkeit, die von Fußgängern den Autofahrern entgegengebracht wird, weshalb es aber so wenige Unfälle mit Fußgängerbeteiligung gibt. Die Gefahrenlage wird stark verzerrt, in der Statistik spricht man von einem Bias. Dem Verkehrsamt ist das aber nicht begreiflich zu machen; anscheinend haben die keinen Statistiker in ihren Reihen, der ihnen das mit dem Bias verklickern könnte. Lieber faselt das Verkehrsamt von einer subjektiv gespürten Gefahrenlage.

    2. Ich liege mit dem Verkehrsamt schon seit Jahren über Kreuz wegen seiner miserablen Organisation des Fußgängerverkehrs an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet.

      Das Verkehrsamt plant den Durchfluss des Kraftverkehrs. Für Radfahrer wird jetzt auch ein bisschen was gemacht, man will ja modern sein – aber bitte nur auf dem Stand, wo sich der gebrauchte Westen Ende der 1980er Jahre befand, also vor ca. 30 Jahren, das muss für Leipzig reichen. Für die Fußgänger gibt es maximal sehr punktuell als Jahresgeschenk etwas (z.B. in der Harkortstraße).
      Ansonsten bleibt für den Fußgänger nur das übrig, was eben übrig bleibt. Er muss selbst zusehen, wie er über die Straße kommt oder auch nur in den faktischen Shared Spaces (z.B. vor der Moritzbastei oder um den Markt) sich bewegen will.

      Ampelschaltungen, Querungen
      und Abmarkierungen für Fußgänger werden vom Verkehrsamt in einer Weise
      umgesetzt, die ich nur noch zwischen unbedarft, indifferent und leichtfertig ansiedeln kann.

      Selbst Fragen wegen der Haftung wegen mangelnder Sicherung weicht das Verkehrsamt aus, obwohl es hoheitliche Befugnisse hat.

      Was ist das für eine Behörde?!?

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