Da hat sich wohl das Amt für Stadtgrün und Gewässer (ASG) nicht wirklich abgestimmt und nachgefragt, bevor es am 8. März seine Meldung zum Mariannenpark veröffentlichte. Und entsprechend irritiert zeigen sich – nachdem die L-IZ den Vorgang zusammen mit der Positionierung des Ökolöwen veröffentlicht hat – der Bürgerverein Wir für Schönefeld e.V. und die Stiftung Bürger für Leipzig. Sie stehen alle beide nicht hinter dem Rodungsprogramm für die Rosenbeete Richtung Rohrteichstraße.

„Die Reste der überalterten Rosenpflanzen werden herausgenommen und, sobald es die Witterung zulässt, durch von Borden eingefasste Rasenflächen ersetzt. Darauf hatten sich das Amt, der Bürgerverein, die Stiftung Bürger für Leipzig und das mit der Erarbeitung des Parkkonzeptes befasste Planungsbüro im Rahmen eines Ortstermins geeinigt“, hatte das Amt für Stadtgrün und Gewässer (ASG) gemeldet.

Was Stadträte aus dem Leipziger Nordosten dazu animierte, sich in einem Antrag gegen diese „Plattmachpläne“ zu positionieren und eine Wiederanlage der Rosenbeete zu fordern.

Beim Bürgerverein Wir für Schönefeld e.V. (es gibt zwei aktive Bürgervereine in Schönefeld) freute man sich über die Positionierung des Ökolöwen, dort statt platter Wiese eine schöne Blühwiese für die Insekten anzulegen. Aber das wünscht man sich eigentlich ein bisschen anders. Es gebe genug Plätze im lange vernachlässigten Mariannenpark, die man zur Blühwiese machen könnte, schreibt Denis Döhler im Namen des Bürgervereins an den Ökolöwen

„Wir begrüßen grundsätzlich Ihre Position gegen das ‚Plattmachen‘ der Rosenbeete im Mariannenpark.

Diese Beete wurden in den 1960iger Jahren angelegt und haben nicht nur den Besuchern des Mariannenparks stets große Freude bereitet, sondern auch zahlreichen Insekten wie Bienen.

Somit können wir Ihnen teilweise zustimmen, dass die Rodung der Rosen und die Aussaat von Rasensamen weder für die Besucher noch für die Insekten gut ist/war. Jedoch wir als Verein und ebenso zahlreiche Schönefelder sind eher für den Erhalt/die Wiederherstellung der Rosenbeete. Das zeigen eindeutig die Zahlen die unser Bericht in den sozialen Medien erreicht hat.

Im Mariannenpark selbst boten sich über die Jahrzehnte und bieten sich heute noch einige andere umfangreiche Flächen für Blumenpflanzen. Auch diese wurden in den letzten Jahren durch die Stadt aus Kostengründen ‚plattgemacht‘. So u. a. das Rondell am Ende der Rosenbeete (Grafik – 17) , der Bürgergarten Staudengrund/Sommerblumengrund (Grafik – 16) und der Staudengarten (Grafik – 2) . Siehe Grafik:

Die beigefügte Grafik aus dem Heft "Mariannenpark" von Pro Leipzig.
Die beigefügte Grafik aus dem Heft „Mariannenpark“ von Pro Leipzig.

Hier gilt es ebenso die Pflanzenvielfalt zu erhalten bzw. wieder herzustellen.

Gerade hier kann sich der Leipziger Ökolöwe tatkräftig einbringen, damit es weiterhin oder wieder blüht.

Hier würden wir uns eine Unterstützung durch den Ökolöwen wünschen. Ebenso wie natürlich auch in Bezug auf die Rosenbeete und deren Wiederherstellung.

Vielleicht kann ja auch eine Patenschaft von Rosenstöcken übernommen werden. Beim Rosengarten (Grafik – 18) funktionierte das durch die ‚Stiftung für Leipzig‘ auch sehr erfolgreich.

Oder auch bei den anderen beschriebenen Bereichen, dass diese mit Blumenpflanzen wiederhergestellt werden, bzw. erhalten bleiben.

In diesem Sinne für einen blühenden Mariannenpark…

Mit freundlichen Grüßen

Wir für Schönefeld e.V.
Denis Döhler“

Aber auch die Stiftung „Bürger für Leipzig“ fühlt sich in der Meldung des Amtes für Stadtgrün und Gewässer fehlplatziert. Einen Ortstermin im Herbst 2017 habe es wohl gegeben, aber die Stiftung empfindet sich ganz bestimmt nicht als eine Instanz, die über das Wohl und Wehe von Rabatten entscheidet. Danach wurde der Vertreter der Stiftung beim Ortstermin auch gar nicht gefragt. Er wurde nur gefragt, ob die Stiftung sich – wie schon beim weiter westlich gelegenen Rosengarten – engagieren könnte. Den Rosengarten hatte die Stiftung zu einem ihrer zentralen Projekte gemacht und Gelder eingesammelt, um die historische Anlage zu erhalten.

Aber so weit ist es bei den Rosenrabatten am Weg Richtung Rohrteichstraße/Schönefelder Allee noch nicht. Über ein Engagement bei der Wiederbepflanzung könne man beraten, wenn das ASG seine Pläne vorgelegt habe, teilt die Stiftung mit. Vor 2019 rechnet man aber nicht damit.

Stadträte beantragen Wiederherstellung der Rosenrabatte, Ökolöwe wünscht sich eine Blühwiese im Mariannenpark

 

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Da haben die Befragten durch den Bürgerverein sicherlich aus dem Bauch entschieden, aber nicht auf Grundlage von Wissen – so scheint es auch für den Vorsitzenden zu gelten. Rosen und Bienen hört sich erstmal gut an. Nur hat das Ganze einen Nachteil: (Kultur-)Rosen sind für Bienen und Insekten uninteressant. Nur sehr wenige Rosenarten bilden überhaupt Nektar aus. Ohne Nektar verhungern die Insekten und Bienen allerdings.

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