Es geschehen Zeichen und Wunder. Am Freitag, 5. April, hat das Bundesbauministerium die ausgewählten „Nationalen Projekte des Städtebaus 2019“ bekanntgegeben, die mit insgesamt rund 140 Millionen Euro gefördert werden. Für die Entwicklung des Leipziger Matthäikirchhofes wurden 2,25 Millionen bewilligt. Beworben hatten sich deutschlandweit 105 Gemeinden mit 118 Projektskizzen. Auch Crimmitschau, Zwickau und Bad Muskau wurden innerhalb Sachsens bedacht.

„Ich freue mich, dass Leipzig für die diesjährige Förderung ausgesucht wurde. Die geförderten Vorhaben sind Premiumprojekte der Baukultur in Deutschland. Dazu gehört nun auch die Entwicklung des Matthäikirchhofes, der mit mehr als zwei Millionen Euro gefördert wird. Der Matthäikirchhof hat enorme symbolische Bedeutung durch sein kirchliches Erbe und die Überformung durch die DDR. Als ein wichtiger Projektbaustein ist das „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ als zentraler Ort des Gedenkens sowie des gesellschaftlichen Diskurses über Diktaturen geplant“, sagt die SPD-Bundestagsabgeordnete Daniela Kolbe.

„Die erneute überaus große Resonanz zeigt, dass das Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus von hoher Bedeutung für unsere Kommunen ist. Eine interdisziplinär besetzte Expertenjury fokussierte sich bei der Auswahl vor allem auf innovative Konzepte mit nationaler und internationaler Wahrnehmung sowie deren außerordentlichen Qualität. Mit dem Koalitionsvertrag haben wir vereinbart, das Programm Nationale Projekte des Städtebaus in dieser Legislaturperiode fortzuführen. Die Förderung wird deutliche Impulse für Leipzig, Sachsen und die Stadtentwicklungspolitik insgesamt auslösen.“

In Zwickau und Crimmitschau wird jeweils die Revitalisierung des dortigen Kaufhauses Schocken gefördert. Die beiden stadtbildprägenden Kaufhäuser sollen dort den Stadtzentren wieder ein stückweit neues Flair geben. In Bad Muskau geht es insgesamt um die Aufwertung der alten Innenstadt, um eine Verknüpfung mit dem weltberühmten Park herzustellen.

Und auch in Leipzig geht es um ein wertvolles Stück Stadtmitte, auch wenn das durch den hässlichen Stasi-Neubau aus den 1980er Jahren derzeit nicht erlebbar ist. Im Juni soll der städtebauliche Wettbewerb auch mit Bürgerbeteiligung beginnen, sodass auch städtebaulich geklärt wird, welche Rolle dieses älteste Stück der Stadt Leipzig künftig wieder im Ensemble der Innenstadt spielen kann. Denn das Leipzig, das 1015 erstmals erwähnt wurde, befand sich genau hier. Die Verbauung der 1980er Jahre macht den alten Matthäikirchhof heute nicht mehr erlebbar.

Stadtflair soll sich hier künftig verbinden mit einem Ort, der die Brüche des 20. Jahrhunderts auch für die Leipziger erlebbar macht.

Jens Lehmann, Bundestagsabgeordneter für die CDU, geht ebenfalls darauf ein: „Mit der Entscheidung für den Matthäikirchhof wird in Leipzig ein Projekt gefördert, welches nicht nur von nationaler Bedeutung ist, sondern auch enorme Vorbildwirkung entfalten kann. Es ist gelungen, dass Leipzig erneut von hohen Bundesmitteln profitiert!“

Das „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ soll zentraler Ort des Gedenkens sowie des gesellschaftlichen Diskurses über Diktaturen sein. Begründet wird die Förderung durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat mit der symbolischen Bedeutung des Matthäikirchhofs hinsichtlich des kirchlichen Erbes der Stadt und seiner Überformung durch die DDR.

Die gesamte Förderliste.

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