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Matthäikirchhof

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Selbst das Wagner-Denkmal wirkt erdrückt vom Bau der alten Stasi-Zentrale. Foto: Ralf Julke

Matthäikirchhof: Der alte Stasi-Verwaltungsbau genießt keinen Denkmalstatus

Da dürften all jene aufatmen, die sich nur zu sehr wünschen, dass die martialische Stasi-Bebauung auf dem Matthäikirchhof irgendwann in den nächsten Jahren verschwindet. Sie erzählt nicht nur von der Ästhetik eines autoritären Landes, sie zerstört auch sämtliche städtebaulichen Strukturen auf dem Matthäikirchhof. Nun aber stellt das Landesamt für Denkmalpflege fest: Einen Denkmalstatus hat der […]

Matthäikirchhof mit Blick zur Rückseite der Runden Ecke. Foto: Ralf Julke

Der Stadtrat tagte: Stadt will den Matthäikirchhof mit Zwischennutzung lebendig machen

Es wird zwar viel und heftig über die Zukunft des Matthäikirchhofes diskutiert. Aber bis die Pläne endlich in trockenen Tüchern sind und abgerissen und/oder losgebaut werden kann, werden wohl doch noch zehn Jahre ins Land gehen. Aber was soll bis dahin passieren, wo doch kaum ein Leipziger den Matthäikirchhof überhaupt kennt? Das hatten die Grünen […]

Matthäikirchhof: Keimzelle, DDR-Trutzburg, Zukunftslabor

Er gilt als einer der geschichtsträchtigsten Orte Leipzigs. Lange hatten Historiker gerätselt und geforscht, wo sich die früheste Burg der Stadt aus dem 10. Jahrhundert befand. Erst in den fünfziger Jahren erbrachten archäologische Arbeiten den Nachweis, dass sich zwischen Dittrichring und Großer Fleischergasse mal eine Befestigungsanlage erstreckt hatte – Burg und Siedlung der frühen „urbs libzi.“

Die Kirche im Jahr 1948. Foto: Roger Rössing, Quelle: Deutsche Fotothek, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6535746

Verlorene Kirche in Leipzig: Die Matthäikirche – Leipzigs dreifacher Phoenix

Kirchenbauwerke gehören in Mitteldeutschland zu fast jedem Ort. Im Alltag sind sie bekannt als Wahrzeichen, Ortsmittelpunkt oder Orientierungsmarke, sie haben architektonisch, kunsthistorisch und regionalgeschichtlich vielfältige Bedeutung. Doch die Zukunft vieler Kirchen ist bedroht: Dutzende von ihnen haben ihre Funktion verloren, einige sind bereits spurlos aus dem Ortsbild verschwunden. Zeit zur Erinnerung an verschwundene Kirchen – und was mit ihnen unwiderruflich verloren gegangen ist.

Aufgang zum Matthäikirchhof, wo das Forum für Freiheit und Bürgerrechte entstehen soll. Foto: Ralf Julke

Ausstellung zur Entwicklung des Matthäikirchhofs im Stadtbüro

Eine Ausstellung im Stadtbüro informiert ab Montag, 15. November, zwei Wochen lang über das aktuelle Planungsvorhaben zur Entwicklung des Matthäikirchhofs. Das 1,9 Hektar große, weitestgehend ungenutzte Areal in der Leipziger Innenstadt soll künftig zu einem nutzungsgemischten urbanen Quartier mit besonderen öffentlichen Funktionen entwickelt werden.

Die Stadtratssitzung am 13. Oktober 2021 im Neuen Rathaus. Foto: LZ

Der Stadtrat tagt: Frauen sollen am Freiheitsforum stärker beteiligt werden + Video

Dass auf dem Matthäikirchhof ein sogenanntes Forum für Freiheit und Bürgerrechte entstehen soll, ist klar. Unklar ist aber noch, wer genau an dem Entwicklungsprozess beteiligt werden soll. Der Gleichstellungsbeirat der Stadt Leipzig hat beantragt, Geschlechtergerechtigkeit stärker in den Fokus zu nehmen und Akteur/-innen aus diesem Bereich in den Arbeitskreis mit aufzunehmen. In der Ratsversammlung am Mittwoch, dem 13. Oktober, folgte der Stadtrat mit großer Mehrheit diesem Anliegen.

Aufgang zum Matthäikirchhof, wo das Forum für Freiheit und Bürgerrechte entstehen soll. Foto: Ralf Julke

Offener Brief zum Matthäikirchhof: Nur der Komplettabbruch des Stasi-Neubaukomplexes macht wirklich offene Lösungen möglich

Im September gab es noch einmal Führungen über den Matthäikirchhof zum Abschluss der Bürgerbeteiligung. Doch schon seit dem Frühjahr gibt es Missklänge in der Diskussion um die Zukunft dieses Areals, kamen Akteure zu Wort, die sich für den gänzlichen oder teilweise Erhalt des alten Stasi-Büroklotzes aussprachen, der jede offene Gestaltung des Matthäikirchhofs verhindert.

Die Aktionstage zur Zukunft des Matthäikirchhofs mit Heinz-Jürgen Böhme. Foto: Antonia Weber

Pro Leipzig zum LZ-Artikel „Bürgerbeteiligung rund um die Zukunft des Matthäikirchhofs“

Bei Rundgängen im öffentlichen Raum geschieht es mitunter, dass etwas akustisch nur halb aufgenommen wird. Das Zitat mit der „Wärmestube“ ist weder so gefallen und erst recht nicht so gemeint. Es ging um eine Reminiszenz und nicht um eine Planungsempfehlung – lokal bezogen nicht auf den Matthäikirchhof, sondern auf die Städtische Speiseanstalt II in der Töpferstraße 1. Auch strebt Pro Leipzig keineswegs für den Matthäikirchhof eine „Innenhof-Atmosphäre“ an, wie in der Bildunterschrift behauptet – Hof ist Hof und Kirchhof ist Stadtplatz.

Matthäikirchhof

Aktionstage: Bürgerbeteiligung rund um die Zukunft des Matthäikirchhofs noch bis 22. September

„Wir stehen hier am Mittelpunkt des alten Leipzigs, die geographische Ausgangslage, wo sich Flüsse und Verkehrswege kreuzten“, eröffnet ein Mitarbeiter des Pro Leipzig e. V. die Führung rund um das Areal des Matthäikirchhofs. Vor 1.000 Jahren entstand hier die erste deutsche Burg „Libzi“; anschließend wurde der Gebäudekomplex in eine Klosterkirche, später in ein Alliierten-Hauptquartier und ab 1950 in eine Stasi-Zentrale verwandelt.

Künftiger Ort des Forums für Freiheit und Bürgerrechte: der Matthäikirchhof. Foto: Ralf Julke

Männerpolitik am Matthäikirchhof: Der Prozess um das „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ steckt fest, weil Männer wieder ihre Machtspielchen spielen

Der Schuss saß, auch wenn der Antrag aus dem Beirat für Gleichstellung beinahe harmlos klang: „Die Perspektiven von Geschlechtergerechtigkeit sowie eine erweiterte Sichtweise auf Demokratie werden bei der weiteren Planung des ,Forums für Freiheit und Bürgerrechte‘ angemessen und in allen Bereichen berücksichtigt.“ Aber er machte auf freundliche Weise mehr als klar, dass man auch bei der Friedlichen Revolution mal wieder die Hälfte der Beteiligten ignoriert hatte.

Goethe auf dem Leipziger Naschmarkt. Foto: Ralf Julke

Stadtspaziergänge am Naschmarkt und im Matthäikirchhof

Mit moderierten Stadtspaziergängen möchte das Kulturamt der Stadt Leipzig ihre Bewohnerinnen und Bewohner in den Prozess der Schaffung einer lebendigen Erinnerungskultur einbinden. Nach dem Auftakt mit Stadtmuseumsdirektor Dr. Anselm Hartinger am Sonntag, 20. Juni, um 11 Uhr am Naschmarkt (Anmeldung an [email protected]), sind jeweils montags im Zwei-Wochen-Takt weitere Spaziergänge geplant: Schon am 21. Juni gibt es um 17 Uhr ein Rundgang auf dem Areal des Matthäikirchhofs.

Die Erinnerungsstele für die gesprengte Matthäikirche am Matthäikirchhof. Foto: Ralf Julke

Gastkommentar von Christian Wolff: Der Matthäikirchhof – von der Keimzelle der Stadt Leipzig zum lebendigen Ort der Demokratie

Die Stadt Leipzig will in den kommenden Jahren das Areal des Matthäikirchhofs städtebaulich und inhaltlich zu einem nutzungsgemischten, urbanen Quartier mit besonderen öffentlichen Funktionen entwickeln. Dieser Prozess soll durch Bürger/-innenbeteiligung und öffentliche Kommunikation dem gerecht werden, was der Matthäikirchhof werden soll: Ort der lebendigen Demokratie. Im Folgenden erinnere ich an die Matthäikirche und stelle meine Vorschläge zur Diskussion.

Der alte Stasi-Neubau auf dem Areal des Matthäikirchhofs. Foto: Ralf Julke

Kommentar: Der Matthäikirchhof ist als „Experimentierfläche“ zu wertvoll

Wenn jetzt grünes Licht für die bürgerschaftliche Mitwirkung bei der städtebaulichen Strukturierung des Matthäikirchhofs gegeben wird, klingt das zunächst vielversprechend. Doch eine „frühzeitige Beteiligung“ ist es mitnichten, entscheidende inhaltliche Prämissen für die Entwicklung des Areals sind längst festgelegt, und zwar ohne Einbeziehung der breiten Bürgerschaft.

Künftiger Ort des Forums für Freiheit und Bürgerrechte: der Matthäikirchhof. Foto: Ralf Julke

Pläne zur Neugestaltung des Matthäikirchhofs: Bürgerbeteiligung in vier Werkstätten und das Wörtchen frühzeitig

Er ist das Herzstück des alten Leipzig, der Ort, an dem einst die Burg Libzi stand und wo jetzt ein neues Stadtquartier entstehen soll. Samt einem „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“. Und die Bürger sollen mitreden können, beschloss der Stadtrat. Die Bürgerbeteiligung startet jetzt mit der Online-Umfrage und Fachwerkstätten, für die man sich bewerben kann. Aber was ist eigentlich überhaupt noch möglich?

Keine Trommeln, sondern Bänke im kaiserzeitlichen Klassenzimmer im Schulmuseum. Foto: Marko Hofmann

Neue Wendung am Matthäikirchhof: CDU-Fraktion will dem Leipziger Schulmuseum ein neues Konzept verpassen

Gerade erst wurde ja der Beteiligungsprozess zum Matthäikirchhof beschlossen. Noch ist völlig unklar, was dort künftig alles Platz finden wird. Die Liste der Wünsche am künftigen „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ ist lang. Und natürlich muss auch die Frage geklärt werden: Was wird dann mit dem Schulmuseum? Ein völlig neues Schulmuseum wünscht sich jetzt die CDU-Fraktion im Leipziger Stadtrat.

Künftiger Ort des Forums für Freiheit und Bürgerrechte: der Matthäikirchhof. Foto: Ralf Julke

Stadtratsbeschluss zum Matthäikirchhof: Die Bürgerbeteiligung kann jetzt starten + Video

Am Donnerstag, 12. November, wurde in der Ratsversammlung auch entschieden, wie es jetzt mit dem Matthäikirchhof weitergehen soll. Grundlage dafür ist ein Positionspapier der Verwaltung, was hier künftig alles Platz finden könnte. Und was verschwinden darf. Und dass ein Großteil der alten Stasi-Bauten wieder verschwindet, da war sich der Stadtrat auch ohne große Betonung ziemlich einig.

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