Am Areal Matthäikirchof geht es auch um Umwelt- und Klimaschutz, stellt der BUND Leipzig fest und hat sich in Bezug auf das Matthäikirchhof-Areal in der Innenstadt auch aktiv am öffentlichen Beteiligungsprozess beteiligt. Zur zukünftigen Gestaltung dieses 1,9 Hektar großen Areals fand am Donnerstag, dem 19. Oktober, ein Dialog, ein „Hoftag“, mit den Planungsteams im Museum der bildenden Künste statt.

Mit einem starken Interesse an nachhaltiger Stadtentwicklung und Klimaschutz sprach sich darin der Umweltverband BUND für den Entwurf des Leipziger Architektenbüros S&P-Gruppe aus.

Der Matthäikirchhof soll in den kommenden Jahren zu einem lebendigen und urbanen Quartier sowie zu einem Ort der gelebten Demokratie werden, der sowohl neue Wohn- als auch Gewerbeflächen beherbergen wird. Ebenfalls ist geplant, hier das Zentrale Archiv für die sächsischen Stasi-Unterlagen neu zu etablieren. Seit 2021 hat die Stadt Leipzig einen öffentlichen Beteiligungsprozess initiiert, der als Vorbild für partizipative Stadtentwicklungsvorhaben dienen kann.

Aktuell sind die Ergebnisse eines städtebaulichen Wettbewerbs verfügbar, bei dem neun Architektur-Entwürfe in die engere Auswahl kamen. Sie können auch online besichtigt werden. Vor der finalen Entscheidung wurde den interessierten Bürger/-innen die Möglichkeit gegeben, die Entwürfe auch online zu diskutieren.

Der BUND Leipzig hat in einer umfassenden Stellungnahme die neun Entwürfe eingehend analysiert und anhand der aufgestellten Kriterien bewertet. Dabei ging der Entwurf des Leipziger Architektenbüros S&P-Gruppe für den BUND als klarer Sieger hervor.

„Dieser Entwurf zeichnet sich nicht nur durch seine harmonische Einbindung in den historischen und städtebaulichen Kontext des Areals aus, sondern überzeugt auch im Hinblick auf den Klimaschutz“, so Melanie Lorenz, stellvertretende Vorsitzende des BUND Leipzig. Als einziger der Entwürfe beinhaltet er eine CO₂-Bilanzierung und nutzt nachhaltigen Baustoff wie Holz. Das Konzept beinhaltet umfangreiche Fassaden- und Dachbegrünungen, die auf klimafreundliches Bauen setzen.

Zudem sind zahlreiche öffentliche Grünflächen mit schattenspendenden Bäumen und ein Urban Gardening auf dem Dach vorgesehen, um der Aufheizung des Areals entgegenzuwirken und einen Ort der Begegnung und des Verweilens zu schaffen.

Stasi-Bau soll stehenbleiben

Zudem spricht sich der BUND Leipzig für den weitestgehenden Erhalt der ehemaligen Stasi-Gebäude aus den 1980er-Jahren aus.

„Ein Abriss der DDR-Bauten ist nicht nur klimaschädlich und ressourcenverschwenderisch. Es wird auch der historischen Bedeutung nicht gerecht, die Geschichte einfach so auszulöschen. Der weitestgehende Erhalt der Bestandsgebäude hat zudem den Vorteil, dass er die Baukosten erheblich senkt und die Schaffung von sozialem und bezahlbarem Wohnraum in zentraler Innenstadtlage möglich macht“, argumentiert Lorenz.

Die überarbeiteten Entwürfe sollen nun unter Berücksichtigung der öffentlichen Rückmeldungen weiterentwickelt werden, um Anfang 2024 einen Siegerentwurf zu küren, der schließlich auf dem Matthäikirchhof-Areal umgesetzt wird.

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