Ortschaftsrat Mölkau beantragt die Entfernung des A14-Hinweises an der Kommandant-Prendel-Allee

Für alle LeserEin Schild steht an der Prager Straße, eigentlich ein ganz normales Schild zur Verkehrslenkung. Aber der Ortschaftsrat Mölkau hat es jetzt auf dem Kieker. Denn das Schild lenkt die Kraftfahrer, die aus dem Südosten kommen, ausgerechnet durch das verkehrlich schon belastete Mölkau zur Autobahn A 14. Mitten durchs Wohngebiet. Er beantragt, den Hinweis zur A 14 zu entfernen. Mit guten Gründen.

Die Diskussion um die starke Verkehrsbelastung in Mölkau und Stötteritz beschäftigt den Stadtrat nun schon seit Jahren. Meist wurde sie mit den Forderungen nach dem Ausbau des Mittleren Rings Ost/Südost verbunden, auch wenn der Mittlere Ring an dieser Stelle wohl weder Stötteritz noch Mölkau wirklich entlasten würde.

Schon gar nicht, wenn ein Teil des Durchgangsverkehrs tatsächlich zur A 14 führt. Der hier eigentlich nichts zu suchen hat. So jedenfalls sieht es der Ortschaftsrat von Mölkau.

„Seit Jahren wird das Verkehrsproblem unter anderem auf der Sommerfelder Straße und Paunsdorfer Straße durch die Ausweisung der Autobahn A14 durch Stötteritz und Mölkau verstärkt, obwohl es eine einfache und kostengünstige Maßnahme der Lärmreduzierung gäbe“, stellt der Ortschaftsrat in seinem Antrag fest. „Die straßenbauliche Infrastruktur der Stadt Leipzig ermöglicht einen fast durchgängig zweispurig ausgebauten Abfluss des Verkehrs zu den Autobahn A14- Auffahrten Leipzig Nordost (Taucha) bzw. Leipzig-Ost über die Bundesstraße 2 und 87 bzw. 6 entlang Prager Straße, Gerichtsweg, Ludwig-Erhard-Straße, Brandenburger Straße, Adenauerallee und Torgauer Straße bzw. Permoser Straße.“

Wozu also dieser Hinweis, von der Prager Straße in die Kommandant-Prendel-Allee abzubiegen, um dann durch lauter Wohngebietsstraßen durch Stötteritz und Mölkau zur A 14 zu fahren? Das macht keinen Sinn, wenn die Stadt Wohngebiete vom Lärm entlasten will.

„Die Ausweisung zur Autobahn A14 über Stötteritz und Mölkau ist daher überflüssig und führt zu einer unnötigen Lärmbelastung“, stellt der Ortschaftsrat fest. „Denn die starke Verkehrsbelastung und insbesondere auch der aktuelle Zustand der Sommerfelder und Paunsdorfer Straße stellt eine unerträgliche Lärmquelle für die anliegenden Anwohner dar. Die vorhandenen Schlaglöcher, vielkurvigen Straßen und Ampelanlagen intensivieren den Lärm und die Verschmutzung durch den CO2- Ausstoß.“

Aber die Stadt legt doch ganz herrliche Pläne zur Lärmminderung auf? Tut sie. Das hat auch der Ortschaftsrat von Mölkau festgestellt: „Die Stadt Leipzig ist sich des Problems durchaus bewusst – unter anderem durch die Aufnahme in den Lärmaktionsplan –, hat aber bisher weder von uns geforderte kleinteilige Maßnahmen noch wirksame Abhilfemaßnahmen durchgeführt, sodass sich täglich der LKW-Verkehr von und zur Autobahn durch den seit der Eingemeindung unserer Ortschaft fast unveränderten Straßenquerschnitt quält, ebenso wie der pendelnde PKW-Verkehr aus den umliegenden Städten und Kreisen.“

Was ja wohl heißt: Die Lärmaktionspläne der Stadt Leipzig sind wunderhübsch. Sie werden nur nicht umgesetzt. Wahrscheinlich fehlt der zuständige Lärmsachbearbeiter.

„Darüber hinaus ist die Ausweisung der Autobahn A14 an der Kreuzung Prager Straße/Kommandant-Prendel-Allee durch Stötteritz und Mölkau nicht mit den aktuellen Planungen des Stadtplanungsamtes vereinbar“, stellt der Ortschaftsrat noch fest. „In der Vorlage zur 1. Änderung des Flächennutzungsplanes (VI-DS-06081) wurde zum einen die Streichung der Wohngebietsvariante des Mittleren Ring Südost (basierend auf dem STEP,Verkehr und öffentlicher Raum‘) beantragt und zum anderen ist die ,Entwicklung eines größeren Wohnstandortes inkl. einer Schule auf dem ehemaligen gewerblich genutzten Areal zwischen der Holzhäuser Straße und Kolmstraße‘ geplant.“

Und man zitiert: „Eine Beibehaltung des Mittleren Ringes Südost an dieser Stelle würde der Entwicklung dieses Wohngebietes und der Schule entgegenstehen. Beides ist in Anbetracht des Bedarfes an Wohnbauflächen und an neuen Schulen innerhalb des Stadtgebietes nicht tragbar.“

Für den Ortschaftsrat aber heißt das, wenn man es ernst nimmt: „Durch die Ausweisung der A14 durch Stötteritz und Mölkau wird faktisch die Wohngebietsvariante in kleinerem straßenbaulichen Umfang beibehalten. Die Lärmbelastung wird künftig wohl kaum noch vereinbar sein mit der geplanten Entwicklung eines Wohngebietes. Dies würde gegen den Beschluss vom 13.03.2019 verstoßen. Es bedarf also ausweislich einer Reduzierung des Straßenlärms, die durch die oben beantragte Maßnahme erzielt werden kann. Zumindest würde somit der ortsfremde, motorisierte Verkehr nicht mehr durch Stötteritz und Mölkau geleitet.“

Und die „oben beantragte Maßnahme“ lautet dann: „Der Stadtrat möge beschließen, dass 1. auf dem Verkehrshinweisschild an der Prager Straße vor der Kreuzung Prager Str./Kommandant-Prendel-Allee die Angabe des Weges zur Autobahn A14 durch Stötteritz und Mölkau dauerhaft entfernt wird. 2. Die Ausweisung des Weges zur Autobahn A14 für alle Richtungen erfolgt grundsätzlich erst an der Kreuzung Prager Str./Gerichtsweg über die Bundesstraße 2.“

Was der Leipziger Südosten braucht, ist ein wirklich durchdachtes ÖPNV-Konzept

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