Vor 2023 hat die Küchenholzallee kaum eine Chance, zu einem ordentlichen Radweg zu werden

Für alle LeserWenn Radwege durch Naturschutzgebiete führen, beginnt im Rathaus das große Geeier. Dann werden lauter seltsame Gründe gefunden, warum die Wege nicht saniert werden können und schon gar nicht asphaltiert. Das Ergebnis sind dann solche seltsamen Wälle, wie sie 2019 im südlichen Auenwald gebaut wurden. Und ähnliches droht jetzt in der Küchenholzallee, obwohl sich der Stadtbezirksbeirat Südwest hier dringend eine Asphaltierung gewünscht hat.
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Irgendetwas muss an der Route sowieso passieren. Sie ist eine der wichtigsten Verbindungen im Hauptnetz Rad, das in diesem Jahr endlich novelliert wurde. Und ab 2023 ist es die einzige sinnvolle Ausweichstrecke für Radfahrer/-innen Richtung Schleußig, wenn die Dieskaustraße umgebaut wird.

Und ein bisschen auf den Arm genommen fühlte sich der Stadtbezirksbeirat von der Verwaltung sowieso schon: „Der Rad-/Gehweg befindet sich keineswegs in dem vom Verkehrs- und Tiefbauamt am 20.05. 2020 beschriebenen Zustand (Bilder sind angehängt). Der Asphalt ist erneuerungsbedürftig, der Teil in ungebundener Bauweise hat viele reparaturbedürftige Stellen und der Teil durch die Kleingartenanlage entbehrt jeglichem Fahrbahnanspruch und muss derzeit mit den Autos der Gartenbesitzer geteilt werden“, hieß es in seinem Antrag, die Küchenholzallee vor 2023 durchgehend zu asphaltieren.

Doch dieser Eindeutigkeit möchte das Verkehrs- und Tiefbauamt gern die Spitze nehmen. Denn obwohl der alte Radverkehrsentwicklungsplan in diesem Jahr ausläuft, liegt der neue noch nicht vor. Versprochen ist es eigentlich. Aber dieser Plan muss natürlich auch die wichtigsten Radweg-Projekte nach Priorität auflisten.

Ob nun ausgerechnet die Küchenholzallee eine hohe Priorität bekommt, ist völlig offen. Das solle erst einmal geprüft werden, schreibt das Verkehrs- und Tiefbauamt in seinem Alternativvorschlag: „Der Oberbürgermeister wird beauftragt, die Ertüchtigung der Küchenholzallee und der Brauereistraße nach den mit dem HauptnetzRad beschlossenen Zielvorgaben der Ausbaustandards bzw. den Ausführungen zu den nicht-straßenbegleitenden Radverkehrsanlagen als innerstädtische Hauptradverbindung (IR III) zu prüfen. Die Prüfung und die bei einem positiven Prüfergebnis vorzunehmende Priorisierung der Maßnahme erfolgt im Zuge der Fortschreibung des Radverkehrsentwicklungsplans.“

Nur: Wann kommt diese Fortschreibung tatsächlich in den Stadtrat? Und wie lange wird es dauern, bis sie beschlossen ist? 2021? 2022?

Und dann ist immer noch nicht klar, wann die ersten Radwegprojekte gebaut werden, denn dann sind die Beschlüsse zum Doppelhaushalt 2021/2022 längst gefallen. Das früheste Baujahr wäre dann 2023, genau dann, wenn die Dieskaustraße aufgerissen wird.

Und einen Radweg einfach asphaltieren? Das ist mit den in Leipzigs Verwaltung herrschenden Vorstellungen von Wegebau in Naturschutzgebieten bislang nicht vereinbar.

Also gibt es gleich noch das nächste Hindernis – zumindest aus Sicht der Stadt: „Die Küchenholzallee ist im HauptnetzRad als IR III (Hauptradverbindung) ausgewiesen. Die Möglichkeit der Asphaltierung und Beleuchtung müssten u. a. wegen der Durchquerung eines FFH-Gebietes auf 600m geprüft werden. Eine Finanzierung über Ausgleichsbeträge aus dem Sanierungsgebiet Kleinzschocher ist nicht möglich. Eine eventuelle Priorisierung der Maßnahme ist erst in der Gesamtschau über den aus der Fortschreibung des Radverkehrsentwicklungsplans hervorgehenden Maßnahmenplan möglich.“

Es kann also passieren, dass auch hier wieder ein geschlämmter Weg gebaut wird und die Radfahrenden hier dieselben Probleme bekommen wie die Nutzer des dilettantischen Bauwerks an der Neuen Linie.

Bevor die Dieskaustraße zur Baustelle wird, muss die Küchenholzallee zu einem sicheren Radweg werden

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