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Wenn das Wasser versickert: Grüne beantragen Sanierungsprogramm für die Östliche Rietzschke

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    Wie sollte Leipzig eigentlich mit den alten Bachläufen im Stadtgebiet umgehen? Etwa mit den beiden Rietzschkes, die alle beide nach einem kurzen Leben an der Oberfläche im Kanalsystem verschwinden? Bei der östlichen Rietzschke sieht es noch etwas schlimmer aus, sodass das Wasser nicht mal bis nach Sellerhausen kommt, weil es schon vorher versickert. Hier muss die Stadt was reparieren, finden die Grünen.

    Sie beantragen deshalb: „Die Stadtverwaltung wird beauftragt, die östliche Rietzschke beginnend vom Teich am Zuckelhausener Ring bis zur Überführung in die städtische Kanalisation in Sellerhausen bis zum 2. Quartal 2022 soweit instand zu setzen, dass die Bachsohle repariert wird und zu prüfen, inwieweit eine dauerhafte Bespannung unter Einbeziehung des Regenwassers in Betracht kommt.“Die Rietzschkeaue wird ja gerade umgestaltet, damit sie künftig als grüne Oase wieder erlebt werden kann.

    Aber wenn der Untergrund so porös ist, dass das Wasser nicht einmal bis in die neue Grünoase kommt, ergibt das natürlich wenig Sinn. Und es trägt auch nicht dazu bei, Wasser im östlichen Stadtraum wieder erlebbar zu machen

    „Der Name ,Rietzschke‘ hat slawische Wurzeln und bedeutet Flüsschen. Die Östliche Rietzschke ist heute etwa 7,5 Kilometer lang“, gehen die Grünen auf die fast verschwundene Vor-Geschichte des Flüsschens ein.

    „Sie fließt durch die südöstlichen und östlichen Stadtteile Leipzigs. Sie beginnt, gespeist aus verschiedenen Feldfließen, in Zuckelhausen, durchfließt die Stadtteile Holzhausen, Zweinaundorf, Mölkau und Stünz und mündet schließlich in Sellerhausen in die städtische Kanalisation. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war das anders – da floss die Rietzschke weiter über Volkmarsdorf, Reudnitz und Neuschönefeld und mündete schließlich in die Parthe. Dieser Verlauf ist heute nur noch an einigen Bodensenken erkennbar.“

    Und damit ist das Gewässer gerade auf seinem letzten Teil nicht mehr erlebbar. Was durchaus mal anders war, wie die Grünen feststellen: „Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert war die Rietzschkeaue ein beliebtes Ausflugsziel der Stadtbewohner, und es gab einen Wanderweg am Ufer des Flüsschens. In der fruchtbaren Rietzschkeaue wurde Gemüse für die Versorgung der Stadt Leipzig angebaut. Daran erinnern heute noch Straßennamen wie Kohlgartenstraße oder Kuchengartenstraße.“

    Aber Probleme hat das Gewässer eben auch in seinem östlichen Teil, wie die Grünen feststellen: „Die Östliche Rietzschke fließt durch das etwa 40 Hektar große Landschaftsschutzgebiet Östliche Rietzschke-Stünz mit dessen Kernstück den Stünzer Park. – Mit Beschluss des Stadtrates wird nunmehr die Rietzschkeaue in Sellerhausen renaturiert.
    Allerdings ist die Bachsohle der östlichen Rietzschke in einigen Bereichen so stark geschädigt, dass selbst bei ergiebigen Niederschlägen kaum Wasser im Stünzer Teich und erst recht nicht in der Rietzschkeaue Sellerhausen ankommt. Das Wasser versickert über Nagerlöcher in alten unterirdischen Rohrleitungen und Hohlräumen.“

    Also muss auch der kleine Flusslauf erst einmal repariert werden, stellt die Grünen-Fraktion fest: „Um eine dauerhafte Bespannung der östlichen Rietzschke zu gewährleisten, wird die Verwaltung beauftragt, bauliche Maßnahmen für eine Einspeisung von Regenwasser aus den Ortsteilen Holzhauen, Zweinauendorf, Mölkau und Stünz zu planen und umzusetzen.“

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